München, 1942: Die ehemalige Haushälterin einer jüdischen Familie gibt deren Tochter als ihr eigenes Kind aus, um sie vor der Deportation zu retten.

Kinostart: nicht bekannt

Veronica Ferres

Veronica Ferres
als Anna Schweighofer

Julia Krombach
als Franziska Goldberg (Kind)

Herbert Knaup

Herbert Knaup
als Toni Schweighofer

Karl Markovics
als Gregor Brunner

Julia Stemberger
als Helene Schweighofer

Jens Harzer
als Kurt Ramsauer

Erni Mangold
als Josefa Schweighofer

Thommy Schwimmer
als Otto Schweighofer

Andrea Eckert
als Frau Goldberg

Götz Spielmann
als Herr Goldberg

Michael Schernthaner
als Pfarrer

Luise Deschauer
als Lehrerin

Peter Mitterrutzner
als Barthel

Robert Spitz
als Alois

Veronika Fitz
als Klara Ramsauer

Lisa Brokmann
als Traudel

Werner Rom
als Joseph

Anja Knauer
als Franziska Goldberg (erwachsen)

Ulla Geiger
als Frau Lidner

Axel Steinmüller
als Feldwebel

Jeff Motherhead
als Lieutnant

James Matthews-Pyecka
als Sergeant

Bryan Addinall
als Davenport

Karin Eichner
als Bauersfrau im Bus

Edmund Endrich
als Dorfpolizist

Pit Arnold
als Milit

Michael Foerster
als SS-Obersturmf

Arno Ritter
als Beamter

Beate Pfeiffer
als junge Verk

Kritik

Die Geschichte ist nicht authentisch, aber sie könnte sich genau so zugetragen haben: Kindermädchen Anna rettet die achtjährige Tochter ihrer jüdischen Herrschaften vor der Deportation und damit dem sicheren Tod. Sie kehrt nach Jahren in ihr bayerisches Heimatdorf zurück und gibt die kleine Franzi als eigenes Kind aus. Daheim trifft sie auf ihren einstigen Verlobten Kurt, der sie immer noch liebt und Franz für seine Tochter hält, und auf Gregor, der früher Kellner war, jetzt als SS-Sturmbannführer endlich selber Kommandos geben darf und gleichfalls ein Auge auf Anna geworfen hat. Ihr Bruder Toni hat es dank seines Parteibuchs sogar zum Bürgermeister gebracht. Natürlich wird die scheinbare Idylle durch die Rückkehrerin gehörig durcheinander gebracht, zumal jeder zu ahnen scheint, dass irgendetwas mit Franzi nicht stimmt.

Xaver Schwarzenberger erzählt das Drama (Drehbuch: Herbert Knopp) vom vermeintlich unehelichen Kind mit vielen Anleihen beim kritischen Heimatfilm und durchweg namhaften Schauspielern. Selbst eine eher unbedeutende Rolle wie die der Schwägerin Annas wurde mit Julia Stemberger besetzt. Den SS-Schergen spielt Karl Marcovics, den Bürgermeister Herbert Knaup. Bei der Titelrolle aber hat Schwarzenberger einen groben Fehlgriff getan: Veronica Ferres wirkt nicht nur wegen ihres unüberhörbar unechten Akzents völlig unauthentisch. Den vielen Missverständnissen, dieser Dame wichtige Rollen anzuvertrauen, ist mit "Annas Heimkehr" ein geradezu groteskes hinzugefügt worden. Manche Großaufnahme, in der Ferres dramatisch dreinzublicken hat (oder glaubte, dies tun zu müssen), gerät gar unfreiwillig komisch.

Ohnehin bleibt Schwarzenbergers Film trotz allen Aufwands ein braves Vergangenheitsstück, das man in ähnlicher Form schon vielfach gesehen hat. Es gelingt ihm weder, die Geschichte richtig packend zu erzählen, noch, den einseitigen Figuren Zwischentöne abzugewinnen: Die Figuren sind entweder heldenhaft (Anna, ihr Verlobter), Mitläufer (der Bürgermeister) oder einfach nur böse (der SS-Mann). Nicht mal auf den Pfarrer ist Verlass: Der verstößt gegen das Beichtgeheimnis und verrät Anna. Einzig interessant ist die Entwicklung, die Franzi (Julia Krombach) durchmacht: Während Anna sich bemüht, dem Mädchen die jüdische Kultur zu bewahren, muss sich Franzi äußerlich anpassen und mit Hingabe Nazi-Lieder schmettern.

So sehr es Frau Ferres anzurechnen ist, dass sie auf die gewohnte Gage verzichtet hat, damit dieser Film realisiert werden kann: Der Konflikt der kleinen Franzi ist viel reizvoller als das Versteckspiel der großen Anna. tpg.

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Info

Plakat des Films: Annas Heimkehr

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2003

Genre: Drama

Originaltitel: Annas Heimkehr

Regie: Xaver Schwarzenberger

Drehbuch: Herbert Knopp

Produktion: Julia Bachmann, Susanne Wagner

Kostüme: Heidi Melinc

Kamera: Xaver Schwarzenberger

Schnitt: Helga Borsche

Ausstattung: Günther Gutermann

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