Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Kinostart: 09.08.2007

Sam Neill
als Theo

Charlotte Rampling
als Hermione

Jacqueline Tong
als Angels Mutter

Janine Duvitski
als Tante Lottie

Christopher Benjamin
als Lord Norley

Jemma Powell
als Angelica

Simon Woods
als Junger Journalist

Alison Pargeter
als Edwina

Seymour Matthews
als Der Doktor

Tom Georgeson
als Marvell

Una Stubbs
als Die Lehrerin

Rosanna Lavelle
als Lady Irania

Handlung

Das 20. Jahrhundert ist jung, ebenso die talentierte Schriftstellerin Angel (Romola Garai). Mit Leidenschaft bahnt sie sich ihren Weg aus ärmlichen Verhältnissen, obwohl nicht mal ihre Mutter (Jacqueline Tong) an sie glaubt. Aber dann entdeckt sie der Verleger Theo (Sam Neill), der mit ihrem fantasievollen Werk einen Bestseller landet. Angels Traum von Erfolg und Ruhm erfüllt sich: Sie bezieht einen Landsitz, die Oberschicht vergöttert sie, ihr stehen Tür und Tor offen. Bis sie sich in den erfolglosen Esmé (Michael Fassbender) verliebt.

Der zweite Ausflug ins internationale - englischsprachige - Filmgeschäft des französischen Regiestars François Ozon ist ein prächtiges Kostümmelodram in bester Douglas-Sirk-Tradition. Ozon nimmt ein Gefühlsvollbad, kennt aber auch feinsinnige Psychologisierungen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelingt es der aus einfachsten Verhältnissen stammenden Angel Deverell, als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Dank ihrer außergewöhnlichen Vorstellungskraft werden ihre Bücher zu Ereignissen, die auch in der Oberschicht der britischen Gesellschaft auf Begeisterung stoßen. Mit einem Mal stehen Angel Tür und Tor offen. Doch das Glück währt nicht lange.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelingt es der einfachen Angel Deverell, als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Ihr Roman wird zum Ereignis, das auch in der Oberschicht der britischen Gesellschaft auf Begeisterung stößt. Angel kauft sich ein Anwesen, das noch kitschiger ist als ihre Literatur. Die Neureiche weiß um ihre Verführungskraft und setzt sie bewusst ein - beim Verleger, beim verarmten Maler, dem sie ganz unkonventionell einen Heiratsantrag macht, bei dessen Schwester, die ihr devot zu Diensten steht. Ein Spiel mit dem Feuer.

Kritik

Ein Melodram, wie es kitschiger und schöner nicht sein kann: Francois Ozon erzählt in bester Douglas-Sirk-Tradition von Liebe, Lust und Leidenschaft einer jungen Schriftstellerin Anfang des vergangenen Jahrhunderts.

Wer gerne in Bildern und Gefühlen badet, schwebt in diesem aufregend altmodischen englischen Kostümfilm auf Wolke Sieben, wer analytische Filmkunst liebt, wird den Kopf schütteln. Francois Ozon polarisiert mit seiner Reise in die kapriziöse Herz-Schmerz-Welt einer Frau, die sich dem Schein hingibt und dennoch das Sein genießen will. Angel Deverell kommt aus kleinen Verhältnissen - die Mutter werkelt im Dorfladen - und will nach oben, schafft ihren ersten schwülstigen Liebesroman und kauft schon bald das Landhaus ihrer Träume. "Paradise House" erinnert an eine überladene Pralinenschachtel, eine einzige Geschmacksverirrung, noch dicker aufgetragen als im Reich von Rosamunde Pilcher. Die Figur aus Elizabeth Taylors Roman von 1957 wurde inspiriert von Marie Corelli, eine Zeitgenossin Oscar Wildes und Queen Victorias bevorzugte Romanautorin. Im Original wirkt Angel grotesk und nicht besonders liebenswürdig, Ozon dagegen lässt sie in ihrer Naivität und Berechnung sympathisch erscheinen, gibt sie nicht der Lächerlichkeit preis, fast könnte man Parallelen zu Scarlett O'Hara ziehen. Die Neureiche weiß um ihre Verführungskraft und setzt sie bewusst ein - beim verunsicherten Verleger, beim verarmten Maler, dem sie ganz unkonventionell einen Heiratsantrag macht, bei dessen Schwester, die ihr devot zu Diensten steht. Wie ein kleines unartiges Kind beharrt sie auf ihrem Willen und der von Hausfrauen verschlungenen Trivial-Literatur, toppt in ihrer Hysterie sogar Ozons "8 Frauen". Neben der leinwandpräsenten Romola Garai in knalligem Rot oder sanftem Rosa behauptet sich Michael Fassbender als tragisches Objekt der Begierde in leiseren Tönen. Gut besetzt auch die Nebenrollen mit Sam Neill als in Angel verliebter Verleger, Charlotte Rampling als die Konkurrentin verachtende Verlegersgattin und Lucy Russell als die Launische verehrende Sekretärin. Der Verlockung visueller Bezüge zu Regisseuren wie Vincente Minnelli, Michael Powell oder Douglas Sirk kann man kaum widerstehen, für das Auge schwelgt Kostümdesignerin Pascaline Chavanne, zum achten Mal an Ozons Seite, in Samt, Seide und Chiffon, und ein perfekter Filmkuss im strömenden Regen ist das Pünktchen auf dem melodramatischen I. Alles ist unecht an Angels Welt, die realitätsblind an ihre falschen Gefühle glaubt und selbst beim Tod der Mutter und des Ehemannes Pathos pflegt und in Schwarz ihren Auftritt zelebriert. Wer sich auf diesen fein drapierten Fantasiebogen einlässt, sollte sich von Herzen amüsieren. mk.

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Info

Plakat des Films: Angel - Ein Leben wie im Traum
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 09.08.2007

Belgien/Frankreich/Großbritannien 2007

Länge: 1 h 59 min

Genre: Drama

Originaltitel: Angel

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon, Martin Crimp

Musik: Philippe Rombi

Produktion: Olivier Delbosc, Marc Missonnier

Kostüme: Pascaline Chavanne

Kamera: Denis Lenoir

Ausstattung: Katia Wyszkop

Website: http://www.angel-lefilm.com