Fesselnde Studie einer 40 Jahre währenden Ehe, die in die Brüche zu gehen droht, als die Frau an Alzheimer erkrankt.

Kinostart: 23.05.2017

Julie Christie

Julie Christie
als Fiona Andersson

Gordon Pinsent
als Grant Andersson

Olympia Dukakis
als Marian

Michael Murphy
als Aubrey

Kristen Thomson
als Kristy

Wendy Crewson
als Madeleine Montpellier

Alberta Watson
als Dr. Fischer

Thomas Hauff
als William Hart

Claire Coulter
als Phoebe Hart

Deanna Dezmari
als Veronica

Grace Lynn Kung
als Schwester Betty

Andrew Moodie
als Liam

Judy Sinclair
als Mrs. Albright

Tom Harvey
als Michael

Vanessa Vaughan
als Stella

Nina Dobrev
als Monica

Handlung

Grant (Gordon Pinsent) und Fiona (Julie Christie) sind seit 44 Jahren miteinander verheiratet und haben alle Höhen und Tiefen erlebt. Seit Grants Pensionierung genießen sie ihr naturnahes Leben in einer Hütte im einsamen Kanada. Bis die Ärzte bei Fiona die schockierende Diagnose "Alzheimer im Anfangsstadium" stellen. Um Grant nicht zu belasten, entschließt sich Fiona trotz aller Bedenken ein Pflegeheim zu beziehen. Als Grant sie nach 30-tägiger Frist besuchen darf, erinnert sie sich nicht mehr an ihn.

Verschachtelt und poetisch gibt Schauspielerin Sarah Polley ihr fesselndes Regiedebüt, das keine Krankheitschronik, sondern eine klare Studie über Liebe, Verlust und Vergebung mit einer hervorragenden Julie Christie ("Doktor Schiwago") entfaltet.

Mehr als 40 Jahre sind Grant und Fiona verheiratet, auch wenn nicht immer alles einfach war. Doch der eine kann sich das Leben längst nicht mehr ohne den anderen vorstellen. Als Fiona an Alzheimer erkrankt, will sie Grant nicht belasten und besteht darauf, in ein Heim zu ziehen. Die vorgeschriebene Trennung zum Eingewöhnen stürzt Grant in tiefe Verzweiflung. Als er Fiona wiedertrifft, kann sie sich nicht mehr an ihn erinnern.

Mehr als 40 Jahre sind Grant und Fiona verheiratet, auch wenn nicht immer alles einfach war. Der eine kann sich das Leben längst nicht mehr ohne den anderen vorstellen. Als Fiona an Alzheimer erkrankt, will sie Grant nicht belasten und besteht darauf, in ein Heim zu ziehen. Die vorgeschriebene Trennung zum Eingewöhnen stürzt Grant in tiefe Verzweiflung. Als er Fiona wiedertrifft, kümmert sie sich um einen ihrer Mitpatientin, kann sich aber nicht mehr an ihren Mann erinnern. Der trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Kritik

Sarah Polleys reifes Regiedebüt erzählt vom langen Abschied zweier Menschen, selbstloser Liebe und tragischem Persönlichkeitsverfall durch Alzheimer.

"Alzheimer im Anfangsstadium" lautet die Diagnose. Für Grant und Fiona, seit 44 Jahren ein Paar, heißt das erst einmal noch nicht viel. Sie leben idyllisch in einem Cottage im Norden Kanadas, verbringen die Zeit mit gegenseitigem Vorlesen und erholen sich bei Langlauftouren. Kleine Anzeichen läuten das Ende ein - mal stellt Fiona die Bratpfanne in den Eisschrank, vergisst das Wort für Wein oder verliert im Wald die Orientierung. Die Frau beobachtet ihren Verfall mit klarem Verstand und entscheidet sich bewusst für ein komfortables Pflegeheim, für beide, die seit ihrer Heirat nicht einen Tag getrennt waren, eine Zäsur. Die Regel bestimmt, dass Patienten die ersten 30 Tage ohne Besuch auskommen müssen. Nach Wochen des Wartens muss der Ehemann bei der ersten Visite feststellen, dass seine Gattin sich liebevoll um einen anderen Insassen kümmert, der "sie nicht verwirrt" und ihn nur als netten Gast empfindet. Als der andere Patient nach Hause zurückkehrt, verschlimmert sich Fionas Zustand, die sich in ihre eigene Welt zurückzieht. Für das Glück seiner großen Liebe bringt Grant "An ihrer Seite" ein großes Opfer.

Die erst 28jährige Schauspielerin Sarah Polley (" Das geheime Leben der Worte") inszeniert basierend auf Alice Munros Kurzgeschichte "The Bear Came Over the Mountain" ein Kammerspiel ohne falsche Rührung aber unheimlich berührend und führt an den Kern einer Liebe heran, die in Selbstaufopferung endet. Unterstrichen werden die Emotionen durch ein gefühlvolles Zusammenspiel von zwei außergewöhnlichen Schauspielern - Julie Christie und Gordon Pinsent. Die anfängliche Harmonie wirkt echt, aber nach und nach sind die feinen Haarrisse in der Perfektion zu ahnen, das Unausgesprochene in einer gefälligen Ehe, seelische Verletzungen, die Grant Fiona irgendwann mal zufügte, auch ohne sie explizit zu nennen. Wenn das Paar noch einmal Liebe macht, sich zärtlich umarmt und mit einem leidenschaftlichen Kuss trennt, bevor die 30tägige Karenzzeit beginnt, möchte man heulen ob der Trauer über eine Trennung, von der die Liebenden noch nichts wissen, Abschied von einer langen Gemeinsamkeit, die aus der Spur geraten ist und hinter einer Wand aus Vergessen, Verweigerung und Verzweiflung verschwindet. Es gibt keine Garantien im Leben, nie. mk.

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Info

Kinostart: 23.05.2017

Kanada 2006

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: Away from Her

Regie: Sarah Polley

Drehbuch: Sarah Polley

Musik: Jonathan Goldsmith

Produktion: Daniel Iron, Simone Urdl, Jennifer Weiss

Kostüme: Debra Hanson

Kamera: Luc Montpellier

Schnitt: David Wharnsby

Ausstattung: Kathleen Climie

Website: http://www.anihrerseite-film.de

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