Fröhlich-herzliche Multikultikomödie um einen türkisch- deutschen Familienverband, der auf die Probe gestellt wird, als der Patriarch in die Türkei zurück will.

Kinostart: 10.03.2011

Vedat Erincin

Vedat Erincin
als H

Fahri Yardim

Fahri Yardim
als H

Lilay Huser
als Fatma, alt

Demet Gül
als Fatma, jung

Rafael Koussouris
als Cenk

Aylin Tezel
als Canan

Denis Moschitto
als Ali

Petra Schmidt-Schaller
als Gabi

Aykut Kayacik
als Veli, alt

Aycan Vardar
als Veli, jung

Ercan Karacayli
als Muhamed, alt

Kaan Aydogdu
als Muhamed, jung

Siir Eloglu
als Leyla, alt

Aliya Artuc
als Leyla, jung

Arnd Schimkat
als Polizist

Antoine Monot, Jr.
als Nachbar

Axel Milberg
als deutscher Beamter

Oliver Nägele
als Politiker

Jule Ronstedt
als Lehrerin

Tim Seyfi
als Gem

Walter Sittler
als Mann im Kr

Aglaia Szyszkowitz

Katharina Thalbach
als Frau im Bus

Saskia Vester
als Nachbarin

Handlung

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland. Inzwischen ist das fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland: Zur ersten Welle der Gastarbeiter zählend, wird es ihnen nicht immer leicht gemacht. 40 Jahre später ist das einstmals fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Kritik

Heitere kultur- und generationenübergreifende Familiengeschichte, die lustvoll mit Klischees spielt und Türken und Deutschen den Spiegel vorhält.

Wenn's um Multi-Kulti geht, verstehen die Deutschen selten Spaß, fuchteln lieber mit dem pädagogischen Zeigefinger herum und bei Filmen um Türken mit Migrationshintergrund darf sich zwar Fatih Akin Humor erlauben, aber seine Dramen wie "Kurz und schmerzlos" und "Gegen die Wand" wie auch Feo Aladags "Die Fremde" sind dem Feuilleton in ihrer Drastik lieber. Weit weg von gewalttätigen Männern und geknechteten Frauen bewegt sich Yasemin Samderelis manchmal erfrischend politisch unkorrekte Komödie, die sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Nesrin schrieb. Beide sind in Dortmund geboren und aufgewachsen und erzählen subjektiv und ohne Larmoyanz vom Migrantendasein und sagen: Wir sind hier und das ist auch gut so! Dabei spielen sie mit Klischees, Sitten und Gebräuchen, wobei Türken wie Deutsche ihr Fett abkriegen, vor allem die Alemannen, die mit hängenden Mundwinkeln durchs Leben schleichen, in der U-Bahn über Migranten mosern und mit großem Genuss Stempel auf Formulare knallen, während der Südländer meistens variantenreich speist, sich augenzwinkernd selbst auf die Schippe nimmt und fröhlich tanzt. Nicht immer, aber sehr oft sind die Überspitzungen einfach witzig, wenn die Kids Weihnachten feiern wollen und die Mama von Tannenbaum und Bescherung Null Ahnung hat oder die fruchtbare Beziehung der Enkelin mit einem Engländer den trockenen Kommentar hervorruft, "hätte es nicht wenigstens ein Deutscher sein können?". Verdienter Lohn der Mühen für Regisseurin Yasemin Samderelis und ihr Team: Der Deutsche Filmpreis 2011 in Silber.

Am Anfang der Geschichte von Hüseyin Yilmaz, der Ende der 1960er Jahre als 1.000.001 Gastarbeiter nach Deutschland kam, die Familie nachholte und nach über vierzig Jahren mit seiner Frau einen deutschen Pass erhält, steht die Frage des sechsjährigen Enkels, "Wer oder was bin ich eigentlich - Deutscher oder Türke?", weil den Sohn eines Türken und einer Deutschen weder die türkischen noch die deutschen Mitschüler in ihre Fußballmannschaft wählen. Eine Identitätsfrage, um die sich die Kinder des Patriarchen aufgrund ihrer gelungenen Integration keine großen Gedanken machen. Als der beim üppigen Mahl den Seinen eröffnet, er habe ein Haus in Anatolien gekauft und die widerstrebende Sippe auffordert, gemeinsam dorthin zu fahren, beginnt eine Reise voller Streitereien und Versöhnung, die mit einer tragischen Wendung endet. Während die erste Hälfte vor Frohsinn strotzt, gibt es in der Mitte einen etwas plötzlichen Bruch zu ungewohnter Ernsthaftigkeit, die sich nach einem kurzen Holpern in das Ganze einfügt. Und wenn der Enkel in einer bewegenden Rede den toten Großvater bei einem politischen Festakt vertritt, darf ein Tränchen kullern. mk.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 10.03.2011

Deutschland 2010

Länge: 1 h 41 min

Genre: Drama

Originaltitel: Almanya

Regie: Yasemin Samdereli

Drehbuch: Nesrin Samdereli, Yasemin Samdereli

Musik: Gerd Baumann

Produktion: Annie Brunner, Andreas Richter, Ursula Woerner

Kostüme: Stefanie Bruhn

Kamera: Ngo The Chau

Ausstattung: Alexander Manasse

Website: http://www.almanya-film.de

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