Skurril schwarzhumoriges Rollstuhl-Road-Movie und sarkastischer Behindertenfilm mit Gastauftritt von Aki Kaurismäki.

Kinostart: 04.05.2006

Jason Flemyng
als Engl

Benoît Poelvoorde
als Moto-Cross-Fan

Noël Godin
als schwatzhafter Obdachloser

Jan Bucquoy
als Geliebter

Pierre Carles
als Arzt

Robert de Houx
als Mann mit Amnesie

Isabelle Delépine
als Ehefrau

Bouli Lanners
als finnischer S

Vincent Tavier
als Saint-Christophe

Vincent Patar
als st

Die Handlung von Aaltra

Tag für Tag pendelt Monsieur Vives (Gustave Kervern) mit dem Wagen in die Stadt, und jedes mal gerät er dabei mit einem Faulpelz von Landmann (Benoît Delepine) und dessen Traktor aneinander. An einem Tag, der nicht der seine ist, gerät Vives mit dem Bauern in einen handfesten Streit. Beide landen erst unter dem Trecker und dann im Rollstuhl - der Beginn einer seltsamen Freundschaft.

"Mann beißt Hund"-Regisseur Benoît Poelvoorde und Aki Kaurismäki haben Gastauftritte in diesem knochentrockenen Stück Schwarzen Humors aus Belgien.

Zwei verfeindete Nachbarn landen nach einer Prügelei unter der Ladeklappe eines Traktoranhängers für immer querschnittgelähmt im Krankenhaus. Sie trampen nach Finnland, um die Herstellerfirma "Aaltra" um Schadenersatz anzugehen und erleben auf ihrer Odyssee Mitleid, Aggressionen und Ignoranz, die sie durch ihr anarchistisches Verhalten selbst herausfordern.

Ben und Gus, Nachbarn an einer Landstraße im Norden Frankreichs, haben ein Problem: Sie können sich auf den Tod nicht ausstehen. Als sie während einer Prügelei unter die Ladeklappe eines Traktoranhängers geraten, werden sie so schwer verletzt, dass beide querschnittgelähmt im Rollstuhl landen. Nach Selbstmordversuchen entscheidet jeder für sich, nach Finnland zu trampen, um Aaltra, die Herstellerfirma des Anhängers, zu verklagen. Auf ihrem Weg dorthin stoßen sie neben Aggression und Ignoranz auch auf viel Mitleid, das sie schamlos ausnützen.

Kritik zu Aaltra

Skurril schwarzhumoriges Rollstuhl-Road-Movie und sarkastischer Behindertenfilm mit Gastauftritt von Aki Kaurismäki.

In Zeiten sozialpolitischer Überkorrektheit Behinderte als Zielscheibe von Spott anzugehen, erfordert Mut und ist im Rollstuhl-Road-Movie der beiden Regisseure, Autoren und Hauptdarsteller Benoit Delépine und Gustave de Kerven mit ebenso scharfen Attacken auf "Normalos" verbunden.

Zwei herzlich verfeindete Nachbarn im Weizengürtel Nordostfrankreichs landen nach einer Prügelei unter der Ladeklappe eines Traktoranhängers für immer querschnittgelähmt im Krankenhaus. Selbstmordversuche scheitern. Sie trampen nach Finnland, um die Herstellerfirma "Aaltra" um Schadenersatz in Millionenhöhe anzugehen und erleben auf ihrer Odyssee kurzfristiges Mitleid, Aggressionen und Ignoranz, die sie durch ihr anarchistisches Verhalten selbst herausfordern. In Finnland toben sie durch die falsche Firma ("Varta"), bis sie "Aaltra" als Behinderten-Werkstatt ausmachen, bei der sie Arbeit finden. Die namenlos bleibenden Rollstuhlfahrer sind, so der dramaturgische Widerhaken des Films, brachiale Dickköpfe, die Leute anmachen, Kindern das Essen stehlen und Mitleid weidlich ausnutzen. Andererseits wird die verkrampfte Haltung der "Normalos" gegenüber Behinderten deutlich, wenn der Film mit versteckter Kamera entsetzte Reaktionen einfängt; die

Gleichgültigkeit holländischer Touristen führt dazu, dass die Männer, am Strand "vergessen", bald bis zum Hals im Wasser stehen.

Erzählt ist das Ganze in grobkörnigem Schwarzweiß, fast in

Stummfilmästhetik, mit Minimaldialog, improvisierten Szenen und an Jaques Tatis Monsieur Hulot erinnernden absurden Szeneneinfällen (am Tresen einer Kneipe sind nur die Hände der Männer zu sehen, die nach Biergläsern greifen). Zu den Gästen der Rollstuhl-Rallye zählen Motocross-Weltmeister Joel Robert, der diese Don Quixote und Sancho Pansa des Rollstuhls verscheucht, und der Aktionskünstler Noel Godin, der sie anstachelt. Als "Aaltra"-Chef hat Aki Kaurismäki ("Der Mann ohne Vergangenheit") den besten Satz des Films. Als die Krüppel bei ihm auftauchen, kommentiert er: "Sie kennen mein Material wohl gut?" Für Freunde schwarzen Humors und Programmkinos eine Perle. ger.

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Info

Plakat des Films: Aaltra

Kinostart: 04.05.2006

Belgien/Frankreich 2004

Länge: 1 h 32 min

Genre: Drama

Originaltitel: Aaltra

Regie: Gustave Kervern, Benoît Delépine

Drehbuch: Gustave Kervern, Benoît Delépine

Produktion: Vincent Tavier, Guillaume Malandrin, Adriana Piasek-Wanski

Kostüme: Isabelle Girard

Kamera: Hugues Poulain, Jackson Elizondo

Schnitt: Anne-Laure Guégan

Ausstattung: Laurent Galvez

Website: http://www.aaltra.de/