David Cronenbergs Thriller nach Comic-Vorlage, in dem ein vermeintlich ganz normaler Mittelstandsamerikaner von einem Verbrechersyndikat verfolgt wird.

Kinostart: 13.10.2005

Viggo Mortensen

Viggo Mortensen
als Tom Stall/ Joey Cusack

Maria Bello

Maria Bello
als Edie Stall

Ed Harris

Ed Harris
als Carl Fogarty

William Hurt
als Richie Cusack

Ashton Holmes
als Jack Stall

Peter MacNeill
als Sheriff Sam Carney

Stephen McHattie
als Leland Jones

Greg Bryk
als William "Billy" Orser

Kyle Schmid
als Bobby

Sumela Kay
als Judy Danvers

Gerry Quigley
als Mick

Deborah Drakeford
als Charlotte

Heidi Hayes
als Sarah Stall

Aidan Devine
als Charlie Roarke

Bill MacDonald
als Frank Mulligan

Michelle McCree
als Jenny Wyeth

Ian Matthews
als Ruben

R.D. Reid
als Pat

Morgan Kelly
als Bobbys Freund

Martha Reilly
als Verk

Jason Barbeck
als Richies Schl

Bruce Beaton
als Richies Schl

Neven Pajkic
als Richies Schl

Brendan Connor
als Fernsehreporter

Nick Antonacci
als Fernsehreporter

John Watson
als Baseball Trainer

Don Allison
als Fernsehrundfunksprecher

Brittany Payer
als M

Mitch Boughs
als Kind im Restaurant

April Mullen
als Kind im Restaurant

Steve Arbuckle

Connor Price

Evan Rose

Handlung

Auf den ersten Blick ist Tom Stall (Viggo Mortensen) ein ganz normaler amerikanischer Durchschnittsbürger: Restaurantbesitzer mit Frau, zwei netten Kindern und Einfamilienhaus draußen in der Provinz. Als aber eines Tages finstere Ganoven in seinen Gastronomiebetrieb dringen und Tom die Schädlinge überraschend professionell abschlachtet, ist es sowohl mit der Ruhe als auch mit einer gewissen Sicherheit vorbei. Die Medien fallen über das Idyll her, und die Familie fragt sich: Hat uns Papa etwa was verschwiegen?

Kanadas Enfant terrible David Cronenberg ("Crash", "Spider") überrascht Anhänger wie Feinde mit einem künstlerisch veredelten Genrefilm, in dem die Fetzen fliegen wie seit "Kill Bill" nicht mehr. Es darf sogar gelacht werden.

Die Stalls sind eine Musterfamilie aus dem Mittleren Westen: Tom und Edie sind seit über 20 Jahren verheiratet, haben zwei Kinder. Eines Tages streckt Tom zwei Schwerverbrecher in seinem Restaurant nieder. Er wird zum Medienhelden und bekommt Besuch von Vertretern eines Verbrechersyndikats, die überzeugt sind, dass es sich bei ihm um einen Kompagnon aus der Vergangenheit handelt, mit dem es noch Rechnungen zu begleichen gibt.

Der brave Familienvater Tom Stall betreibt er in der US-Kleinstadt Millbrook den örtlichen Diner. Sein Leben verläuft ruhig - bis er in Notwehr zwei Räuber erschießt. Die Medien feiern ihn als Helden, Ehefrau Edie platzt beinahe vor Stolz. Da taucht der mysteriöse Carl Fogarty im Coffee Shop auf und behauptet in Tom einen gewissen Joey Cusack zu erkennen. Einen Bekannten aus alten Tagen, den er für seine entstellende Gesichtsverletzung verantwortlich macht, und einen skrupellosen Ex-Gangster, mit dem er eine Rechnung offen hat.

Kritik

Auge um Auge: Ein schnörkelloser Rachethriller mit biblischer Konsequenz und der Schärfe eines existenzialistischen Western beschert David Cronenberg den zugänglichsten und besten Film seit den 80er Jahren.

Der moderne Mensch als Work in Progress, gefangen in einer Zwischenphase der Neuorientierung, im Ringen um die eigene Identität auf dem Weg zur nächsten Evolutionsstufe. David Cronenbergs altbekanntes Motiv, das ihn vom Underground-Horrorfilmer zum progressivsten Regisseur des Erzählkinos werden ließ, findet sich auch in "A History of Violence" wieder. Anders als seine letzten Arbeiten, sei es "Crash", "Existenz" oder "Spider", ist die Adaption eines obskuren Comicromans von John Wagner und Vince Locke an schnörkelloser Geradlinigkeit kaum zu bieten. Nur 90 Minuten dauert diese Ballade von der ersten bis zur letzten drastischen Explosion der Gewalt, und nicht eine Sekunde ist verschenkt. Obwohl (oder gerade weil) es sich für Cronenberg offenkundig um eine Auftragsarbeit handelt, gelingt es ihm, auf mehreren Ebenen alles einzuflechten, was man sich von einem Film erwarten kann. So ist die Geschichte des zahmen Kleinstadtfamilienvaters Tom, gespielt von "Herr der Ringe"-Held Viggo Mortensen in seiner zweifellos besten Leistung (und brillant unterstützt von Mario Bello als Ehefrau und Ed Harris als Schatten aus der Vergangenheit) in dessen Leben die Gewalt Einzug hält und Familie, Sicherheit, Existenz und schließlich die eigene Identität bedroht, gleichzeitig sehniger B-Thriller, biblisches Rachedrama, Variante der existenziellen Western, wie sie Anthony Mann in den 50er Jahren drehte, eine Kontemplation über Ursache und Wirkung von Gewalt, komplexes Psychogramm der Seele eines Mannes, der nicht das ist, was er selbst zu sein hofft und nicht zuletzt auch eine absolut nicht augenzwinkernde Komödie über tragische Ereignisse. Beinahe aufdringlich hyperreal sind die Bilder, die Cronenberg bei seinem Streifzug durch jene idyllischen Kleinstadtwelt, wie man sie von David Lynch kennt, wo hinter der Apfelkuchen-Fassade Begierden und Obsessionen lauern. So wird hier auch das Leben von Tom Stall auf den Kopf gestellt, als finstere Gestalten in seinem Städtchen auftauchen und insistieren, Tom sei in der Vergangenheit in einem anderen Leben ein höchst brutaler Gangster gewesen, der jetzt seine offenen Rechnungen zu begleichen habe. Es spielt keine große Rolle, ob die Behauptungen stimmen oder nicht, sondern welche Auswirkungen sie auf die Figuren haben. Was "A History of Violence"so aufregend und beunruhigend macht, ist Cronenbergs Erkenntnis, dass die in kurzen Szenen grotesk überzeichnete Gewalt eine befreiende Wirkung auf seinen Helden hat - wie letztlich auch auf den Zuschauer. In diesem Sinne ist der Film ein "Funny Games", der sein Publikum nicht verachtet: Er ist ein Thriller, der die Wirkung von cineastischer Gewalt versteht und die Bedürfnisse des Publikums einerseits wissend bedient, aber gleichzeitig intelligent konterkariert. ts.

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Info

Plakat des Films: A History of Violence

Kinostart: 13.10.2005

Kanada/USA 2005

Länge: 1 h 35 min

Genre: Thriller

Originaltitel: A History of Violence

Regie: David Cronenberg

Drehbuch: Josh Olson

Musik: Howard Shore

Produktion: David Cronenberg, Chris Bender, J.C. Spink

Kostüme: Denise Cronenberg

Kamera: Peter Suschitzky

Schnitt: Ronald Sanders

Ausstattung: Carol Spier

Website: http://www.historyofviolence.de

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