Ein weißer Südstaatler gerät in eine Krise, als er erfährt, daß seine leibliche Mutter eine Schwarze war.

Kinostart: nicht bekannt

Die Handlung von A Family Thing

Der Südstaaten-Patriach Earl Pilcher ist um die 60, als seine Mutter verstirbt und ihm in einem posthumen Brief eröffnet, daß seine tatsächliche Mutter eine Schwarze war. Er begibt sich nun auf Wunsch seiner Ziehmutter nach Chicago, um dort seinen Halbbruder Ray aufzusuchen. Nach anfänglicher gegenseitiger Ablehnung, nähern sie sich und lernen sich schließlich gegenseitig zu respektieren.

Earl Pilcher ist ein 60jähriger Südstaaten-Patriarch voller rassistischer Vorurteile. In einem posthum hinterlassenen Brief seiner vermeintlichen Mutter liest er, daß seine wirkliche Mutter eine Schwarze war. Daraufhin fährt Earl nach Chicago, um dort seinen Halbbruder Ray kennenzulernen, von dessen Existenz er bisher ebenfalls nichts wußte. Nach anfänglichen Feindseligkeiten kommen sich die beiden in jeder Hinsicht ungleichen Halbbrüder langsam näher.

Nach dem Tod seiner Mutter erfährt der nun schon 60jährige Südstaatler, daß seine biologische Mutter eine Schwarze ist und daß er einen Halbbruder hat. Widerwillig trifft er sich mit Ray, doch aus anfänglicher Ablehnung entwickelt sich langsam so etwas wie Freundschaft. Hochkarätig besetztes Familiendrama mit Witz.

Kritik zu A Family Thing

Hochkarätige schauspielerische Leistungen von Robert Duvall ("Power of Love") und James Earl Jones ("Cry the Beloved Country") verleihen dem nachdenklich-bedächtigen Identitätsdrama des vielseitigen Regisseurs Richard Pearce ("Gnadenlos", "Der Schein-Heilige") seinen sublimen Reiz.

Die Geschichte um die langsame Annäherung und folgende Akzeptanz zweier entfremdeter Halbbrüder - der eine weiß, der andere schwarz - wurde vom "One False Move"-Autorenteam Billy Bob Thornton und Tom Epson mit tiefgründigen Dialogen geschrieben, die dennoch nie zur Moralpredigt geraten. Sie zeichnen die beiden scheinbar grundverschiedenen Protagonisten sehr menschlich - beide verfügen über Vorzüge und Makel - und man kann für beide Verständnis und Mitgefühl entwickeln. Ein gelungener Kunstgriff am Rande ist in diesem Zusammenhang das Vertauschen von Rassenstereotypen, wenn Duvalls vorurteilsbeladener Charakter regelrecht entwurzelt ziellos durch ein Schwarzenviertel wandert. Eingefangen in satten, ruhigen Bildkompositionen, verströmt die einfühlsame Charakterstudie mit melodramatischer Einfärbung besinnliche Zurückhaltung.

Der Südstaaten-Patriach Earl Pilcher (Duvall) ist um die 60, als seine Mutter verstirbt und ihm in einem Brief posthum eröffnet, daß seine tatsächliche Mutter eine Schwarze war, die gleichzeitig ihre beste Freundin war. Das bequem arrangierte Leben des respektablen Rednecks mit rassistischen Tendenzen bricht ob dieser niederschmetternden Eröffnung zusammen. Dennoch begibt er sich auf Wunsch seiner Ziehmutter nach Chicago, um dort seinen Halbbruder Ray (James Earl Jones stotterte als Kind und läßt dies für seinen Part neu aufleben) aufzusuchen. Dieser arbeitet als Rathaus-Cop und ist von Earls plötzlichen Auftauchen nicht sonderlich angetan, da er ihn für den Gebärtod seiner Mutter verantwortlich macht und kindliche Mordfantasien gegen Earls Vater hegt. So ist ihr Zusammentreffen kurz und voll gegenseitiger Antipathie. Doch als Earl nach einem Überfall eine Gehirnerschütterung auskuriert, werden die beiden gezwungen, sich miteinander auseinandersetzen. Rays beengtes Heim beherbergt bereits seinen teilinvaliden, verbitterten Sohn (Michael Beach) und seine 90jährige blinde Tante Aunt T (die schreiend komische Irma P. Hall sorgt für den auflockernden Comic Relief), die dermaßen resolut und lebensklug ist, daß in "ihren Männern" jeder auflehnende Widerspruch im Keim erstickt wird. Das Reflektieren der ungleichen Brüder über ihre Vergangenheit und ihre gegenwärtige Lebenssituation schweißt die beiden nach etlichen Rangeleien - eine davon bleibt nicht nur auf verbaler Ebene - und darauffolgenden Versöhnungen so eng zusammen, daß sie Earls Heimweg nach Arkansas schließlich gemeinsam antreten.

Ob viele Zuschauer angesichts der Sperrigkeit des Themas an der Kinokasse antreten werden, ist allerdings fraglich und mehr als ein Achtungserfolg eher unwahrscheinlich. ara.

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Info

Plakat des Films: A Family Thing

Kinostart: nicht bekannt

USA 1996

Genre: Komödie

Originaltitel: A Family Thing

Regie: Richard Pearce

Drehbuch: Billy Bob Thornton, Tom Epperson

Musik: Charles Gross

Produktion: Todd Black, Randa Haines, Robert Duvall

Kamera: Fred Murphy

Schnitt: Mark Warner