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Die Handlung von 57 Seconds

Franklin Fox hat sich als Blogger im Bereich Gesundheit und Technologie einen Namen gemacht. Vor allem der Tech-Mogul Anton Burrell, der Armbänder vertreibt, die einen an tägliche, gesunde Routinen erinnern, hat es Franklin angetan. So sehr, dass er sich nicht einmal zu schade dafür ist, für einen Tag Burrells Lakaien zu spielen. Das ist natürlich nicht ganz uneigennützig von Franklin, immerhin erhofft er sich so, ein exklusives Interview mit dem Genie führen zu können.

Das Interview bekommt er zwar nicht, dafür aber etwas viel Wertvolleres: Einen Ring, mit dem der Träger 57 Sekunden in die Vergangenheit zurückreisen kann. Franklin hat bereits etliche Ideen, was er mit dieser Fähigkeit anstellen will. Zum einen ist da ein bildhübsches Mädchen, dass er unbedingt für sich gewinnen will. Zum anderen hat er mit Sig Thorenson, einem schmierigen Pharma-Boss, noch eine Rechnung offen. Bislang hat Franklin immer nur unter dem Decknamen „Remedy“ und mit Brandreden versucht, den Ruf des Pharma-Konzerns zu schädigen, doch mit dem Ring kann er nun deutlich aktiver und vor allem effektiver vorgehen.


Kritik zu 57 Seconds

Wenn wir es mit Sci-Fi-Werken zu tun bekommen, geht es darin meist um die Zeit und wie man diese entweder manipulieren kann („Zurück in die Zukunft“, „Die Frau des Zeitreisenden“), wie sie einem zum Verhängnis werden kann („Old“) oder wie man in ihr gefangen sein kann („Und täglich grüßt das Murmeltier“, „Palm Springs“). Letzteren Weg geht auch „57 Seconds“, der Film, den sich Prime Video erst kürzlich ins Programm geholt hat. Oder doch nicht? Denn irgendwie schien der Regisseur Rusty Cundieff bei „57 Seconds“ nicht so recht zu wissen, was er mit seinem Film eigentlich ausdrücken will.

Auf der einen Seite haben wir in „57 Seconds“ eine Zeitmaschine, mit der der Protagonist, wie der Name schon sagt, 57 Sekunden in die Vergangenheit reisen kann. Da man in so einer kurzen Zeitspanne nicht viel anrichten kann, durchläuft man also ein und dieselbe Situation immer und immer wieder, was durchaus humorvolle Züge hat. Doch kaum neigt sich „57 Seconds“ dem Ende zu, will man plötzlich die Moralkeule schwingen, setzt das ernste Gesicht auf und versucht mit der Zeitmaschine einen Pharma-Boss zur Strecke zu bringen. Da dieser aber so hart zum Bösewicht karikiert wurde, ist auch der Schluss von „57 Seconds“ eher eine Lachnummer.

Und dieses Gefühl beschleicht den Zuschauer im Film immer wieder. Wie penetrant der Protagonist versucht, seinen Schwarm zu bezirzen, (natürlich wieder mithilfe der Zeitmaschine), ist fragwürdig. Der Plan, wie er dem Pharma-Unternehmen an den Kragen gehen will (natürlich wieder mit der Zeitmaschine), ist fragwürdig. Von der Zeitmaschine selbst mal ganz ab. Da haben sie das Wunderwerk schon subtil als Ring entwickelt und dann benutzt der Protagonist den Ring so auffällig, dass es schon ein Wunder ist, dass ihn keiner nach „57 Seconds“ überführt hat. (Sorry, der musste sein!).

Das Schlimmste hierbei ist aber wohl, dass Morgan Freeman („Sieben“) dafür sein Gesicht hingehalten hat. Yes! Jetzt hat es ihn auch erwischt. Er ziert das Poster und wird als Hauptdarsteller deklariert, ist aber im Endeffekt nur für kurze Zeit – vielleicht „57 Seconds“ (Ja, auch der musste sein) – auf der Bildfläche zu sehen. Der eigentliche Protagonist ist Josh Hutcherson. Er macht trotz der Prämisse eine gute Figur, eine Meisterleistung wie in „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ braucht man jedoch nicht zu erwarten.

Lohnt sich nicht, weil der Film nichts Neues zu bieten hat, stattdessen mit seinen hanebüchenen Entscheidungen eher ins Lächerliche gezogen wird. Aber hey! Er dürfte definitiv in 57 Sekunden wieder vergessen sein.