Provozierende Verfilmung des Bestsellers um die Werbewelt zwischen Pamphlet und Parodie.

Kinostart: 31.07.2008

Jean Dujardin

Jean Dujardin
als Octave Parango

Jocelyn Quivrin
als Charles „Charlie“ Dagout

Patrick Mille
als Jean-Fran

Vahina Giocante
als Sophie

Elisa Tovati
als Tamara

Nicolas Marié
als Alfred Duler

Dominique Bettenfeld
als Jean-Christian Gagnant

Antoine Basler
als Marc Maronnier

Fosco Perinti
als Giovanni Di Toro

Cendrine Orcier
als Fabienne

Die Handlung von 39,90

Yuppie Octave Parango (Jean Dujardin) schwimmt auf der Sonnenseite des Erfolgs: Der talentierte Werbekreative arbeitet als Nachwuchskraft für eine Mega-Agentur und plant heute, was morgen bei den Kunden angesagt ist. Er selbst scheint einem Werbespot entsprungen und vernascht hübsche Models, die ihm willig zu Füßen liegen. Bis er Sophie (Vahina Giocante) trifft, sich unsterblich verliebt, sie verliert und seiner Scheinwelt überdrüssig wird.

Adaption des weltweiten Bestsellers von Frédéric Beigbeder, den Jan Kounen ("Blueberry") als halluzinogene Satire mit hohem Säuregehalt inszeniert. Die gnadenlose Abrechnung mit der hippen Werbewelt birst vor Zeitgeist und Absurditäten à la Bret Easton Ellis ("American Psycho").

Octave Parango gehört mit seinem Job in einer Werbeagentur zu den Erfolgreichen, Schönen und Reichen in Paris. Der zynische Egomane führt ein Leben auf der Überholspur samt etlichen Geliebten, die er genauso schnell ablegt wie seine Designerklamotten, jede Menge Koks und Partys. Bis er eines Tages die Nase voll davon hat.

Octave Parango gehört mit seinem Job in einer Werbeagentur zu den Erfolgreichen, Schönen und Reichen in Paris. Der zynische Egomane führt ein Leben auf der Überholspur samt etlichen Geliebten, die er genauso schnell ablegt wie seine Designerklamotten, jeder Menge Koks und Parties. Die Liebe zu einer Kollegin, die er bei Schwangerschaft verlässt, die Beziehung zu einer Prostituierten, der er einen Job vor der Kamera vermittelt, Drogenabsturz und Reha in einer Entzugsklinik sind Stationen auf dem Highway zur Hölle.

Kritik zu 39,90

Provozierende Bestsellerverfilmung aus der durchgeknallten Werbewelt zwischen Pamphlet und Parodie, Konsum und Kokain, Labels und Liebe.

"Alles ist käuflich: die Liebe, die Kunst, der Planet Erde, Sie, ich". Mit dieser Äußerung kommt er schnell auf den Punkt, der erfolgreiche Kreative Octave Parango, Alter Ego des Romanautors Frédéric Beigbeder und ehemaligen Werbetexters der renommierten Agentur "Young & Rubican". Der schrieb das gleichnamige Kultbuch, auf dem die schwarze Komödie basiert, um gefeuert zu werden und eine Abfindung zu kassieren. Jean Dujardin verkörpert diesen Egomanen, der nicht kleckert, sondern klotzt, wenn er das Werbegeschäft und deren Manipulationsmöglichkeiten zynisch durch den Kakao zieht. So ist alles ein Tick zu schnell, zu schrill und zu schön, bis der böse Bube das ungebremste Leben auf der Überholspur vor die Wand fährt. Aber tut er das wirklich oder ist alles nur Schein? Der Zuschauer darf wählen zwischen zwei Endings, dem dramatischen Sprung vom Wolkenkratzer in die Tiefe der Nacht oder die Familienidylle am feinen Sandstrand. Es ist eben alles eine Frage der Einstellung.

Der rasant geschnittene und streckenweise experimentelle Film teilt sich in fünf Kapitel auf - Ich, Du, Sie, Er, Wir. "Wir amüsieren uns zu Tode" prophezeite Neil Postman schon 1985 und Octave ist der lebende Beweis dafür. Die schicksten Klamotten trägt er am Adonisleib, bevor der Normalsterbliche sie überhaupt kaufen kann, Drogenpartys, Suffexzesse und Sexorgien, irgendwann hat er die Nase gestrichen voll, nicht nur von Koks, sondern von Kreativ-Kampagnen, schwierigen Kunden und kaputten Models. Zu Beginn (die Szene wiederholt sich am Ende) steht Octave mit ausgebreiteten Armen wie Jesus am Zuckerhut vor dem Sprung, wirft sich hinunter und erlebt dabei immer wieder Flashbacks. Die Liebe zu einer Kollegin, die er bei Schwangerschaft verlässt (superkomisch, wie er sich bildlich Szenen und Entschuldigungen von Männern in ähnlicher Situation vorstellt), die Beziehung zu einer Prostituierten, der er einen Job vor der Kamera vermittelt, Drogen-Absturz und Reha in einer Entzugsklinik, Drehen eines Yoghurt-Spots in Florida und eine Autofahrt auf der Road to Hell - zur Musik von Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" läuft ein Animationsfilm ab, der einen blutigen Unfall zeigt. Als Pünktchen auf dem I dann noch eine von Octave rachelüstern ausgeheckte anarchische Version des Spots im Fernsehen. Auf verschiedenen, auch visuellen Ebenen wechseln sich Verschwörungstheorien, Systemkritik und dicke Klischees ab, eine atemlose Achterbahnfahrt ins Nirgendwo mit einem nicht unbedingt sympathischen Protagonisten, der sich zwischen Sein und Design verliert. Der Wahn wird zur Wirklichkeit und umgekehrt. Willkommen in der schönsten und verlogensten aller Welten. mk.

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Info

Plakat des Films: 39,90
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 31.07.2008

Frankreich 2007

Länge: 1 h 44 min

Genre: Komödie

Originaltitel: 99 francs

Regie: Jan Kounen

Drehbuch: Jan Kounen,

Musik: Jean-Jacques Hertz, François Roy

Produktion: Alain Goldman

Kostüme:

Kamera: David Ungaro

Schnitt: Anny Danché

Ausstattung: Michel Barthélémy