Lebens- und Liebesgeschichten, die anhand von Umzügen erzählt werden, voller Melancholie aber auch Optimismus.

Kinostart: 04.10.2012

Jacob Matschenz

Jacob Matschenz
als Philipp

Anna Brüggemann

Anna Brüggemann
als Dina

Robert Gwisdek

Robert Gwisdek
als Thomas

Alice Dwyer
als Jessica

Alexander Khuon
als Michael

Aylin Tezel
als Maria

Katharina Spiering
als Wiebke

Amelie Kiefer
als Swantje

Corinna Harfouch
als Mutter von Philipp, Wiebke und Swantje

Hans-Heinrich Hardt
als Vater von Philipp, Wiebke und Swantje

Herbert Knaup
als Dinas Vater

Leslie Malton
als Dinas Mutter

Daniel Nocke
als Nachbar

Handlung

Eine Clique von acht Freunden zieht ständig um, nicht nur in Berlin, sondern kreuz und quer durch Deutschland, verkriecht sich in muntere WGs oder in kuschelige Zweisamkeit, verliebt oder trennt sich und bekommt von den Eltern keine "Gebrauchsanweisung" in Sachen Liebe, denn die stecken selbst in der Bredouille. Eine Kiste in den vierten Stock zu wuchten, gilt unter 20 bis 30Jährigen manchmal schon als Liebeserklärung, Freundschaften ersetzen die Familie.

Kritik

Umzug als Lebensgefühl beschreibt Dietrich Brüggemann in seinem Ensemblefilm zwischen Melancholie und Optimismus. Eine Kiste, in den vierten Stock zu wuchten, kann schon mal Zeichen von großer Liebe oder enger Freundschaft sein.

Wohnungswechsel, Partnerwechsel, Neuanfang und Abschiednehmen. Manchmal geht das schnell und unkompliziert, manchmal gestaltet sich das Prozedere langwierig und quälend. Beides nimmt Dietrich Brüggemann unter die Lupe. Eine Clique von acht Freunden zieht ständig um und/oder zusammen, verkriecht sich in muntere WGs oder in kuschelige Zweisamkeit, verliebt oder trennt sich und bekommt von den Eltern keine "Gebrauchsanweisung" in Sachen Liebe, denn die stecken selbst in der Bredouille und packen ausgerechnet am Weihnachtsabend die Lebenslügen aus. Eine Kiste in den vierten Stock zu wuchten, gilt unter 20 bis 30Jährigen manchmal schon als Liebeserklärung, Freundschaften ersetzen wie im wahren Leben die Familie. Brüggemann, der nach "Renn' wenn du kannst" das Drehbuch erneut mit seiner Schwester Anna schrieb, möchte seinen Film nun gar nicht als Berlin-Film verstanden wissen, sondern als Ausdruck eines Lebensgefühls und einer Identitätssuche, das sich nicht nur auf eine Stadt bezieht. Gab es früher Rituale im Alltag und auf der Leinwand - Familienfeste, Verfolgungsjagden, Hochzeiten und Todesfälle - würdigt der Regisseur seiner Meinung nach ein neues Ritual, den Umzug.

Im Mittelpunkt der Bewegung steht der angehende Fotograf Philipp (Jacob Matschenz), der sich an diversen Kunsthochschulen bewirbt und von einer großen Karriere träumt. Er hält mit der Kamera Situationen fest, fotografiert seine Freunde (darunter Robert Gwisdek, Alice Dwyer) und seine Freundin (Aylin Tezel), die wegen ihm von Freiburg nach Berlin zieht, während er im Herzen von einer anderen schwärmt. Beim fast beliebigen Liebesreigen hat man guten oder schlechten Sex ohne den Gefühlsmodus zu sehr zu strapazieren. Und wenn man irrtümlich glaubt, die Beziehung sei stabil und zieht zusammen, erweisen sich die Umzugskartons als stabiler.

Es sind Lebens- und Liebesgeschichten, die anhand von Umzügen erzählt werden, voller Melancholie, Enttäuschung aber auch Optimismus. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, wenn auch nicht lange. Die größtenteils witzigen Dialoge kommen auf den Punkt, die Figuren wirken authentisch, der filmische Blick auf Verhaltensweisen und Bindungsmuster einer Generation sagt mehr aus als jede wissenschaftliche und weltfremde Statistik. Hier wird gelebt. mk.

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Info

Kinostart: 04.10.2012

Deutschland 2012

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: 3 Zimmer/ Küche/ Bad

Regie: Dietrich Brüggemann

Drehbuch: Dietrich Brüggemann, Anna Brüggemann

Musik: Fyfe Dangerfield

Produktion: Jochen Laube, Fabian Maubach

Kostüme: Juliane Maier

Kamera: Alexander Sass

Schnitt: Vincent Assmann

Ausstattung: Kobita Syed

Website: www.3zkb-film.de

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