Postapokalyptischer Horror-Film von Danny Boyle, in dem ein Virus namens "Wut" ganz England in blutrünstige Zombies verwandelt.

Kinostart: 05.06.2003

Megan Burns
als Hannah

Brendan Gleeson
als Frank

Noah Huntley
als Mark

Chris Dunne
als Jims Vater

Emma Hitching
als Jims Mutter

Alexander Delamere
als Mr. Bridges

Kim McGarrity
als Mr. Bridges Tochter

Luke Mably
als Private Clifton

Stuart McQuarrie
als Sergeant Farrell

Ricci Harnett
als Corporal Mitchell

Leo Bill
als Private Jones

Junior Laniyan
als Private Bell

Ray Panthaki
als Private Bedford

Sanjay Rambaruth
als Private Davis

Marvin Campbell
als Private Mailer

David Schneider
als Wissenschaftler

Toby Sedgwick
als Infizierter Priester

Justin Hackney
als Infiziertes Kind

Jukka Hiltunen
als Aktivist

Bindu de Stoppani
als Aktivist

Alex Palmer
als Aktivist

Handlung

Wohlmeinende Tierschützer statten dem Schimpansengehege im Militärlabor einen Besuch ab und erleben dabei eine unschöne Überraschung. 28 Tage später erwacht in einem Londoner Krankenhaus der Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) aus dem Koma und steht als einer der letzten Überlebenden einer rasenden Zombie-Invasion gegenüber. Ein gesicherter Militärkomplex, in den sich Jim mit den letzten beiden Frauen Englands flüchtet, ist keine wesentliche Verbesserung.

Danny "Trainspotting" Boyle und Dogma-Kameramann Anthony Dodd Mantle greifen zum Horrorwellen-Surfboard, bedienen sich mit beiden Händen bei Genre-Papi Romero und servieren auf preiswertem DV-Format den Splatterschocker des Jahres. Nix für Zartbesaitete.

Ein tödliches Virus wird in einem Labor von Tierschützern versehentlich "freigelassen". 28 Tage später erwacht Koma-Patient Jim in einem Krankenhaus in einem verwüsteten und verlassenen London. Blutrünstige Infizierte haben sich zusammengerottet, um alles noch Lebende zu töten. Mit den letzten drei Gesunden rettet sich Jim in ein Militärcamp - wo der Horror erst richtig beginnt.

Der junge Jim erwacht in einem menschenleeren Krankenhaus aus dem Koma, nur um verstört festzustellen, dass die gesamte Bevölkerung Londons verschwunden scheint. Einzig mordlüsterne Gestalten, die ihm nach dem Leben trachten, machen die Straßen unsicher. Eine Epidemie, so erfährt er, die die Infizierten innerhalb von Sekunden in blutrünstige Bestien verwandelt, hat ganz England entvölkert. Da stößt Jim auf einen kleinen Trupp Überlebender, mit denen er sich zu einer - scheinbar - sicheren Militärbasis im Norden durchschlägt.

Kritik

Schwarzer Humor bestimmt nach dem Junkie-Kultfilm "Trainspotting", der schrägen Gangster-Screwball-Comedy "Lebe lieber ungewöhnlich" und dem Strandausflug mit Leonardo Di Caprio "The Beach" auch Danny Boyles neuesten, nicht weniger eigenwilligen Streich. Als Low-Budget-Produktion auf DV gedreht, erneut nach einem Buch von Alex Garland, jedoch kurioser, deprimierender und schockierender als alles Vorangegangene, beginnt Boyles Zombiefilm "28 Days Later" beeindruckend stark und ertrinkt in der zweiten Hälfte in seinem Blutrausch.

Einen Vorgeschmack auf das äußerst brutale Blutvergießen hält dem - so sei zu empfehlen - hartgesottenen Zuschauer das Anfangsszenario bereit: In einem geheimen Primaten-Forschungslabor irgendwo in England befreien Tierschützer ahnungslos einen Versuchsschimpansen, der mit einem gezüchteten Virus namens "Rage" infiziert ist. Umgehend macht der wütende Affe aus den Tierfreunden Hackfleisch. 28 Tage später erwacht ein Komapatient, Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy), in einem Krankenhaus und stellt fest, dass er der einzige Mensch in einem völlig verwüsteten und verlassenen London zu sein scheint. Vor dem Hintergrund der aufgehenden Sonne, einer orangegefärbten Skyline und aschgrauen öden Straßen, die Dogma-Kameramann Anthony Dod Mantles ("Das Fest") hinreißend stimmungsvoll einfängt, begleitet von John Murphys großartigem, sakralen Soundtrack, begibt sich Jim auf eine deprimierende Odyssee durch die Metropole. Erst bei einem wahnwitzig rasant geschnittenen Angriff von Infizierten/Zombies wird Jim von den zwei gesunden "Kriegern" Mark (Noah Huntley) und Selena (Naomie Harris) gerettet und kurz und knapp über die Ereignisse der zurückliegenden 28 Tage aufgeklärt. Die wesentliche Information ergibt sich während einer weiteren Attacke, bei der Mark gebissen und die "Wut" übertragen wird, so dass Selena gezwungen ist, auch den Freund innerhalb weniger Sekunden mit ihrer Machete zu enthaupten, denn: "Staying alive is as good as it gets."

Gemeinsam mit dem lebendigen Taxifahrer Frank (Brendan Gleeson) und dessen Tochter Hannah (Megan Burns) begeben sich Jim und Selena auf eine Zitterpartie durch belagerte Tunnel und idyllische Landschaften - einer empfangenen Radiomeldung zufolge soll nahe Manchester militärische Hilfe warten. Doch auf dem Landsitz, auf dem sich Major Henry West (Christopher Eccleston) mit einem Soldatentrupp in Verteidigungsposition gebracht hat, beginnt für Jim und vor allem für die zwei letzten Frauen Englands erst der wahre Horror. Nicht weniger für den Zuschauer, der spätestens hier die Ansteckungskraft vermisst, mit der Alex Garlands Skript beginnt. Letztlich krankt der Film einmal mehr an Boyles Problemen mit der Charakterisierung seiner Figuren, die keinen Blick hinter die Oberfläche zulassen. Was in Erinnerung bleibt, ist der die Klassiker des Genres wie "Die Nacht der lebenden Toten" zitierende, furchterregende Horror der - warum auch immer - zombiegewordenen Menschen, eine elektrifizierende, über weite Landschaften, Autobahnen und öde Londoner Straßen fliegende digitale Kamera, ein rätselhaft bittersüßes Ende - und der Eindruck, dass der Film am ersten Tag eigentlich sehr viel mehr versprach, als das "ungewöhnliche Sterben" allein.cm.

Wertung Questions?

FilmRanking: 3343 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: 28 Days Later
  • FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe

FSK: ab 18

Kinostart: 05.06.2003

Großbritannien/USA 2002

Länge: 1 h 53 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: 28 Days Later

Regie: Danny Boyle

Drehbuch: Alex Garland

Musik: John Murphy

Produktion: Andrew Macdonald

Kostüme: Rachael Fleming

Kamera: Anthony Dod Mantle

Schnitt: Chris Gill

Ausstattung: Mark Tildesley, Mark Digby, Patrick Rolfe

Website: http://www.28dayslater.de

Ticker

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.