Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt das Drama auf verschiedenen Zeitebenen von den schicksalhaften Folgen einer Flugzeugkatastrophe.

Kinostart: 02.10.2008

Marie Bäumer

Marie Bäumer
als Franziska

Sebastian Blomberg

Sebastian Blomberg
als Harald

Filip Peeters

Filip Peeters
als Erik

Hannah Herzsprung
als Daniela

Anna Loos
als Svenja

Wolfram Koch
als Markus

Harald Schrott
als Clemens

Die Handlung von 10 Sekunden

Nur zehn Sekunden hat Fluglotse Markus (Wolfram Koch) nicht aufgepasst - und löst eine Katastrophe aus: Zwei Flugzeuge zerschellen in der Luft, 83 Menschen sterben. Die Tragödie erfasst auch seine Frau Franziska (Marie Bäumer), die in eine Affäre flüchtet. Polizist Harald (Sebastian Blomberg) hat Alpträume von der Bergung, Erik (Filip Peeters) hat seine Familie bei dem Absturz verloren. Auch Daniela (Hannah Herzsprung) kann ihm nicht helfen.

Einfühlsam versucht Nicolai Rohde nachzuvollziehen, was für dramatische Folgen ein vermeidbares Flugzeugunglück bei allen Beteiligten nach sich zieht. Aufgefächert auf zehn verschiedene Perspektiven und Zeitebenen ergeben sich aus einer vorangegangenen Katastrophe zahlreiche weitere.

Zwei Flugzeuge zerschellen, es gibt zahlreiche Todesopfer. Schuld war der Fluglotse, der nur zehn Sekunden lang unaufmerksam war. Wegen seiner dauernden Selbstvorwürfe hat sich seine Frau inzwischen einem anderen Mann zugewandt. Ein Mann, der bei dem Unglück Frau und Kind verlor, will sich an dem "Schuldigen" rächen. Doch ein Polizist, der die Bilder von der Absturzstelle nicht aus dem Kopf bekommt, erkennt ihn wieder.

Kritik zu 10 Sekunden

Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt das Drama auf verschiedenen Zeitebenen von den schicksalhaften Folgen einer Flugzeugkatastrophe.

Manchmal reicht ein Moment der Unaufmerksamkeit, Menschen aus der Bahn zu werfen und ihr Leben eines Sinnes zu berauben. Da rasen zwei leuchtende Punkte auf dem dunklen Display im Tower aufeinander, verschmelzen zu einem, man zählt 83 Todesopfer. Markus Hofer ist Fluglotse und hat zehn Sekunden nicht aufgepasst, zwei Flugzeuge zerschellen im Wald. Bäume brennen, zwischen den Wracks rennen schreiende und weinende Menschen umher, die ihre Verwandten oder Freunde suchen oder das, was von ihnen übrig geblieben ist. Ein Jahr später: Die Hofers kehren aus dem Urlaub zurück, die Ehefrau kann die Selbstvorwürfe ihres Gatten nicht mehr ertragen und sucht seit langem Trost bei einem Liebhaber. Ein Mann, der bei dem Unglück Frau und Kind verlor und immer mehr in Trauer versinkt, fährt nach Leipzig, um dem "Schuldigen" die gerechte Strafe zukommen zu lassen und lernt zufällig ein junges Mädchen kennen, mit dem er durch die Nacht zieht. Ein verheiratete Polizist wird von den Bildern des Absturzes verfolgt und erkennt in der Stadt einen der Betroffenen wieder, den Rächer.

Kunstvoll lässt Nicolai Rohde die verschiedenen Wege derer sich kreuzen, die vergebens versuchen, ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen und neu an zu fangen, dabei immer wieder an den Dämonen der Vergangenheit scheitern. Ausgangspunkt war die Kollision zweier Flugzeuge 2002 über dem Bodensee und die Selbstjustiz eines Russen, der seine Liebsten verloren hatte und zwei Jahre später den verantwortlichen Lotsen der Flugsicherung erstach. Die Handlung wurde nach Leipzig verlegt. Durch die Fokussierung auf drei Figuren gelingt es, die emotionalen Verflechtungen herauszuarbeiten, die Traumata, unter denen die Einzelnen leiden, ihre Ausweglosigkeit, die im persönlichen Desaster und Mord enden. Nur dauert es etwas zu lange, die verschachtelten Episoden und durcheinander gewürfelten Zeitebenen zu durchschauen, die Personen zuzuordnen. Wer den Inhalt nicht kennt, tut sich im ersten Drittel schwer, dem Verlauf zu folgen und damit auch die tragische Dimension in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen. Die eher elliptische und nicht chronologisch-lineare Erzählweise erschwert das Verständnis. Hat man sich jedoch einmal an diese ambitionierte Herangehensweise gewöhnt, berühren die bewusst bruchstückhaft gelassenen individuellen Entwicklungen, die in Verzweiflung und Grenzsituationen münden, in Zerstörung und Selbstzerstörung. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 26492 -1146

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: 10 Sekunden
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 02.10.2008

Deutschland 2008

Länge: 1 h 29 min

Genre: Drama

Originaltitel: 10 Sekunden

Regie: Nicolai Rohde

Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner, Sven Poser

Produktion: Sigrid Hoerner, Anne Leppin

Kostüme: Almut Stier

Kamera: Hannes Hubach

Schnitt: Gergana Voigt

Ausstattung: Yesim Zolan