22.11.2019 Hannover
von Tyler Süß

Logisch, Geld allein bedeutet nicht gleich auch Qualität. Und trotzdem muss ja irgendwas an der Sache dran sein, wenn ein einzelner Schauspieler über Jahre hinweg konstant die Spitze der Hollywood-Bestverdiener dominiert. Seit 2017 ist eben Dwayne „The Rock“ Johnson jener Platz vergönnt, der Jahr für Jahr mehr inoffiziell vom Forbes-Magazin gekürt wird.


 

Pain & Gain

© Paramount Pictures

Ein Titel, an dem sich die Geister sichtlich scheiden. Wir für unseren Teil lieben den Scheiß! Wie Dwayne Johnson gemeinsam mit Mark Wahlberg und Anthony Mackie lose auf Basis wahrer Begebenheiten als Gym-Pumper ohne Sinn und Verstand zu Werke geht und mit seinen Hantel-Buddys plant, samt maximal illegaler Ganovengeschäfte das große Geld zu machen, kommt einfach verdammt überraschend und schlicht genial.

Gerade Fans von typischen „The Rock“-Filmen, in denen er stets erfolgssicher den Tag rettet und nebenbei reihenweise Gegner im Alleingang aus dem Weg räumt, waren von seiner Performance in „Pain & Gain“ enttäuscht. Dwayne Johnson gibt sich hier eben unglaublich selbstironisch, nimmt sein eigenes Action-Image selbst nicht allzu ernst und überzeugt gerade deshalb auf ganzer Linie so charakterstark wie vielleicht nie zuvor.

Regisseur und Krachbumm-Experte Michael Bay wusste eben ganz genau, was er da tut und wie er seine drei Muskelberge akkurat einzusetzen hatte. Letztlich schafft es Dwayne Johnson sogar, der eigentlichen Hauptfigur (gespielt von Mark Wahlberg) den Rang abzulaufen und jede seiner Szenen absolut stilsicher zu ROCKen - uneingeschränkte Empfehlung für jeden Fan von starken, spannenden Geschichten!
 

Central Intelligence

© Universal Pictures

Immer dann, wenn sich Dwayne Johnson mal wieder aus seiner Action-Komfortzone wagt, die man ihm inzwischen fast beiläufig und gewissermaßen ohne sein Zutun auf den Leib geschneidert hat, werden seine Filme richtig stark. So auch im Fall von „Central Intelligence“, der sagenhaft komischen Buddy-Komödie mit Kevin Hart, in der sich „The Rock“ wieder mal reichlich selbstironisch präsentiert.

Als ehemals übergewichtiger Highschool-Schüler, der nach seinem Abschluss Pommestüte gegen Hantelbank eingetauscht hat und zum eiskalten, ultralässigen Geheimagenten ausgebildet wurde, kann Dwayne Johnson trotzdem wieder seine Statur zur Schau stellen.

Gleichzeitig ist sein Charakter in „Central Intelligence“ aber mal komplett anders angelegt: Hinter den Muskeln versteckt sich nämlich noch immer der plumpe, gutherzige Teenie von damals - ein Fest für die Lachmuskeln, das immer wieder in brüllend komischem Situationshumor mündet!


Get Smart

© Warner Bros.

Klassische Agenten-Comedy UND Dwayne Johnson in einem Satz? Logisch, dass „Get Smart“ von Regisseur Peter Segal („Zwei vom alten Schlag“) ein voller Erfolg werden musste! Als heroisch lässiger Top-Agent 23 hat sich „The Rock“ an der Seite von Steve Carell, Anne Hathaway und Alan Arkin hier definitiv selbst ein kleines Denkmal gesetzt. Leider wird der Streifen bis heute maßlos unterschätzt und häufig außen vor gelassen, wenn es um die bisherigen Leistungen des US-Stars geht.

Zwar liefert er auch in „Get Smart“ wieder jene lässige und schlagfertige Performance ab, für die ihn seine Fans so sehr lieben, jedoch kam der Film für viele Zuschauer in 2008 schlichtweg zu früh. Würde Dwayne Johnson denselben Film noch mal in 2019 auf die Leinwand zaubern, wäre mit Sicherheit ein Erfolg à la „Central Intelligence“ drin!
 

Spiel auf Bewährung

© Sony Pictures

Gerade mit Blick auf Dwayne Johnsons Vergangenheit im Ring kommt die Tatsache reichlich überraschend, dass „Spiel auf Bewährung“ bis heute (bzw. bis zum Release von „Fighting With My Family“) der einzige Streifen in seiner Vita mit Sport-Bezug blieb. Als Coach eines Teams von kleinkriminellen Jugendlichen, die dank seiner Hilfe die Chance auf ein besseres Leben erhalten, lieferte „The Rock“ auch hier wieder eine verdammt starke Performance ab.

Generell sind motivierende Sport-Dramen trotz stets ähnlicher Bauweise einfach enorm wichtig und unterhaltsam. So lässt sich auch „Spiel auf Bewährung“ bereits jetzt locker in einer Reihe mit so Klassikern des Genres wie Samuel L. Jacksons „Coach Carter“ oder Kevin CostnersAus Liebe zum Spiel“ nennen.
 

Faster

© Sony Pictures

Wenn es um beinharte, geradlinige Action geht, zählt „Faster“ mit Abstand zu den interessanten Titeln im prall gefüllten Dwayne Johnson-Portfolio. Der Racher-Actioner zeigt „The Rock“ exakt so, wie ihn seine Fans dringend sehen wollen: kompromisslos, hart und verdammt cool! Im Gegensatz zu einigen anderen Filmen des Genres, die der US-Star in den letzten Jahren auf die Leinwand gezaubert hat, ist „Faster“ jedoch vor allem aus Sicht der Story deutlich mitreißender und überraschend dramatisch.

So muss Dwayne Johnson diesmal nicht nur seine Muskeln spielen lassen, sondern auch seine emotionale Bandbreite zum Besten geben, wenn er als verstoßener Ex-Ganove Rache an den Mördern seines Bruders nimmt. Diese werden u.a. von Hollywod-Legende Billy Bob Thornton und „Spuk in Hill House“-Star Oliver Jackson-Cohen gemimt, die hervorragend als Gegenspieler von Johnsons funktionieren.

Einfach eine verdammt runde Sache - wer die Wahl hat, welchen einen Action-Thriller er oder sie denn nun mit Dwayne „The Rock“ Johnson in der Hauptrolle sehen muss, fährt mit „Faster“ genau richtig!
 

Fighting With My Family


„Fighting With My Family“ erzählt das tragische Auf und Ab in der Karriere von WWE-Wrestling-Star Paige, die nach furiosem Beginn bereits im Alter von 27 Jahren ihre Ringer-Shorts an den Nagel hängen musste. Diverse Verletzungen zwangen die gebürtige Engländerin dazu, vorzeitig abzudanken. Tatsächlich war es damals ausgerechnet „The Rock“, der das Potential der toughen Kämpferin erkannte und ihr einen Spot bei der WWE verschaffte.

Ebenso war es nun auch Dwayne Johnsons Idee, ihre Geschichte im Kino nachzuempfinden. Das Resultat ist gigantisch: Gespickt mit großen Namen wie „Game of Thrones“-Star Lena Headey, Vince Vaughn oder Nick Frost sowie Newcomerin Florence Pugh und natürlich Dwayne Johnson als Dwayne Johnson hat Regisseur Stephen Merchant hier ein Sport-Biopic der ganz besonderen Art geschaffen.

„The Rock“ selbst sorgte dabei nicht nur für die nötige Portion Muskelmasse im Film, sondern auch hinter den Kulissen für die korrekte Darstellung der Ereignisse. Gerade weil Johnson hier absolut selbstlos ein, zwei Schritte heraus aus dem Rampenlicht ging, um dem eigentlichen Star ausreichend Platz zur Entfaltung zu bieten, darf „Fighting With My Family“ keinesfalls in dieser Liste fehlen!
 

Das „Fast & Furious“-Franchise

© Universal Pictures

Einst als Filmreihe rund um dicke PS-Monster und kleinere Gangsterspielchen gestartet, hat sich das „Fast & Furious“-Franchise längst verselbstständigt - auch dank Dwayne „The Rock“ Johnson! Seit er mit „Fast & Furious Five“ als Gegenspieler von Vin Diesel eingestiegen ist, konnte niemand mehr stoppen, was da auf die actionliebenden Kinozuschauer zurollte. Zuletzt feierte mit „Hobbs & Shaw“ sogar das erste Spin-off der Reihe seine Premiere, was das „Fast & Furious“-Franchise Ende 2019 auf ganze neun Filme bringt - die Episoden 10 bis 12 sind ebenfalls bereits in der Mache. Unfassbar!

Wenn es um Action und gleichbleibende Qualität geht, macht „Fast & Furious“ so schnell niemand etwas vor. Vor allem dank Dwayne Johnson hat die Reihe zuletzt auch reichlich an Eigenwitz hinzugewonnen, was dem Franchise generell verdammt gut tut und die Zukunft der „Fast & Furious“-Filmreihe schon jetzt in adrenalingetränktem Glanz erstrahlen lässt!
 

Welcome to the Jungle

© Sony Pictures

Dschungel-Action, die Dritte! Nach zwei mehr oder weniger gelungenen Auftritten als Scorpion King feierte Dwayne Johnson mit „Welcome to the Jungle“ endgültig seinen Durchbruch in Hollywood. Die erste, wirklich ernstzunehmende Hauptrolle seiner Karriere bescherte ihm sogleich auch eine der unterschätztesten Buddy-Beziehungen, die der abenteuerliche Actionfilm bisher gesehen hat.

Die Chemie zwischen „The Rock“ und dem damals noch stets für seine „American Pie“-Rolle verschriene Seann William Scott zündete einfach vom Fleck weg und sorgte neben starken Action-Einlagen so für unzählige denkwürdige Comedy-Momente. Leider bis heute maßlos unter Wert verkauft und oft gemieden - nicht zuletzt dank Dwayne Johnson ist „Welcome to the Jungle“ jedoch exakt die kurzweilige Action-Abenteuer-Perle, die heutzutage leider immer seltener wird.
 

Die etwas anderen Cops

© Sony Pictures

„Denkst du, was ich denke, Partner?“ - „Peil das Gebüsch an!“

Was Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson in „Die etwas anderen Cops“ auf die Bildfläche zaubern, passt auf keine Kuhhaut. Der ohnehin schon wahnwitzige Streifen mit Kult-Potential, in dem sich Mark Wahlberg und Will Ferrell als Schwachköpfe mit Dienstmarke durch einen komplizierten Fall mogeln, wäre ohne den Auftritt der beiden Klischee-Cooldudes mit durchgehendem Finger am Abzug locker um ein, zwei Highlights ärmer gewesen.

Auch wenn die beiden nur kurz auftreten und dabei frühere Rollen wie in „Shaft“ oder „Welcome to the Jungle“ kombiniert voll aufdrehen, sorgen Johnson und Jackson für einige der besten und vor allem denkwürdigsten Momente des Films. Die legendäre Sprungszene ist dabei nur die Kirsche auf dem absurden Coolness-Eisbecher:

 

Be Cool - Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit


Der wahrscheinlich letzte Film, mit dem jeder moderne Dwayne Johnson-Fan in dieser Liste gerechnet hätte - zumindest nicht im oberen Drittel! Klar, „Be Cool“ ist für sich genommen maximal okay, kein Geniestreich aber auch keine Vollkatastrophe. Was „The Rock“ hier aber als „modebewusster“ Bodyguard mit Schauspielambitionen abliefert, ist eben ganz, ganz großes Kino.

Wie er sich selbst vor dem Spiegel abfeiert, als er sich passend zum geplanten Vorsprechen bei John Travolta alias Chili Palmer einen neuen, schicken Anzug gönnt oder die berühmte Augenbraue als Meta-Witz für jeden „The Rock“-Kenner einbaut, darf einfach nicht unbeachtet bleiben. Für uns sogar bis heute Dwayne Johnsons vielleicht witzigster, weil gewagtester Auftritt überhaupt!



 

Mittelmaß: Diese Dwayne Johnson-Filme muss man nicht zwingend gesehen haben

Zwischen Himmel und Hölle ist reichlich Raum für Mittelmaß. Auch „The Rock“ hat es in seiner langen, erfolgreichen Karriere natürlich geschafft, Filme zu produzieren, die es entweder in der Form nicht gebraucht hätte oder die auf ihrem Weg ins Kino leider einiges an Potential liegengelassen haben.

Zur Johnson'schen Mitte zählen so vor allem diverse Actioner und Thriller, die man sich zwar definitiv anschauen kann, jeder Zuschauer gleichzeitig aber auch reichlich wenig verpasst, wenn er oder sie es aus Gründen bleiben lässt.
 

Walking Tall - Auf eigene Faust

Dwayne Johnsons erster Ausflug ins Action-Genre überhaupt mag damals vielleicht Wellen geschlagen haben, heute ist „Walking Tall“ jedoch nicht mehr und nicht weniger als mittelmäßige Rache-Kost ohne Tiefgang. Für Fans des Genres, denen nichts heiliger ist als geradlinige Action ohne großartige Twists oder moderne Spielereien, dürfte dieser Auftritt Johnsons wohl noch ausreichend Unterhaltungspotential bieten. Allen anderen sei hiermit erneut „Faster“ ans Herz gelegt, der nicht nur aus technischer, sondern vor allem aus erzählerischer Sicht einiges wesentlich besser umsetzt. Besser als manch anderer Genre-Vertreter in der langen Karriere von „The Rock“ ist dieser Streifen von Regisseur Kevin Bray dennoch - eben guter Durchschnitt, der keiner langen Phrasen bedarf.
 

Die Mumie kehrt zurück

© Universal Pictures

Frevler! Wie könnt ihr es wagen, das legendäre Franchise von Stephen Sommers ins absolute Mittelmaß zu verbannen? Zugegeben, „Die Mumie kehrt zurück“ ist für sich genommen natürlich fantastisch und nicht ohne Grund seit vielen Jahren ein Klassiker seines Genres. Allerdings geht es hier vor allem um „The Rock“ - und der trägt in seiner ersten größeren Filmrolle nicht unbedingt zur Qualität des Films bei.

Im Gegenteil: Der mit Abstand größte Kritikpunkt am zweiten Mumien-Film mit Brendan Fraser dürfte wohl absolut zurecht Dwayne Johnsons lächerlich animiertes Skorpions-Ich sein, das zum Ende des Films mehr schlecht als recht und zudem unfreiwillig komisch die Bildfläche betritt, um sich noch kurz mit Pharao Imhotep (Arnold Vosloo) anzulegen. Ihr ahnt also vielleicht bereits, welches Schicksal Mathayus' Solo-Abenteuer von 2002 ereilen wird...

 

Die Jagd zum magischen Berg / Die Reise zur geheimnisvollen Insel

© Walt Disney / Warner Bros.

So gern „The Rock“ auch suchend in die wuchernden Untiefen des Dschungels starrt, hat der US-Star sein Ziel scheinbar noch immer nicht gefunden. Auch im Disney-Feature „Die Jagd zum magischen Berg“ sowie Warners „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ verschlug es Dwayne Johnson in exotische Wälder voller Gefahren, Abenteuer und riskanter Prüfungen, die es für den Superstar zu bewältigen galt. Für Kids mit Abenteuer-Faible mögen die beiden Streifen definitiv gelungene Unterhaltung sein, alle anderen müssen sich diese beiden Vertreter allerdings nicht unbedingt geben.

Seltsamer Fakt am Rande: Trotz ähnlicher Ausgangslage haben die beiden Filme rein gar nichts miteinander zu tun...
 

Snitch - Ein riskanter Deal

© Universal Pictures

Noch so ein klassischer Fall von: „Total okay, muss aber nicht sein“! Das mehr oder weniger unfreiwillige Carhartt-Werbevideo (siehe Foto) ist einer von vielen Action-Thrillern in der Vita Dwayne Johnsons, dabei aber eben weder einer der besseren noch der schlechteren. Simples Mittelmaß eben, das selbst brillante Co-Stars wie Susan Sarandon, Jon Bernthal oder David Harbour nur knapp vor dem unteren Drittel bewahren konnten. Wer in „Snitch - Ein riskanter Deal“ unseren lieben „The Rock“ hingegen das erste Mal in rächerischer Personalunion erlebt oder es schlicht liebt, wenn er sich quasi im Alleingang mit Horden von Ganoven anlegt, wird dennoch seinen Spaß an der Story haben.

Für versierte Fans des Genres birgt der Streifen von „Angel Has Fallen“-Regisseur Ric Roman Waugh jedoch leider nicht viel Neues.
 

G.I. Joe - Die Abrechnung

Um das geplante Franchise rund um die kultigen Actionfiguren von Hasbro zu retten, wurde 2013 kurzerhand Alleskönner Dwayne Johnson verpflichtet. Doch auch ein Big Player wie er konnte die mäßig umgesetzte Vorlage, die ihm seine Co-Stars Dennis Quaid, Joseph Gordon-Levitt und Channing Tatum aus Sicht von „G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra“ zuspielten, nicht im Erfolgsnetz versenken. Trotz zusätzlicher Star- und Muskel-Power in Person von Bruce Willis blieb auch „G.I. Joe - Die Abrechnung“ weit hinter den Erwartungen der Fans und des Studios selbst zurück. Die geplante Franchise-Reihe wurde kurzerhand verworfen, inzwischen ist gar von einer Art Reboot die Rede - dass sich „The Rock“ dann noch einmal erbarmt, erscheint allerdings fraglich.

Nicht mal die beste Action-Szene des Streifens war Dwayne Johnson selbst vergönnt. Zugegeben, als Ninja am Drahtseil macht Lee Byung-hun auch einfach die deutlich bessere Figur!

 

Empire State - Die Straßen von New York

© Splendid Film

Wie war das noch gleich mit actionlastigem Thriller-Mittelmaß? DAS Aushängeschild des Johnson'schen Durschschnitts all seiner bisherigen Filme ist mit Abstand „Empire State“: Kann man sich locker anschauen, ist auch dank Michael Angarano und Liam Hemsworth zumindest mal den einen oder anderen Blick wert, gerät nach einmaliger Sichtung aber sofort und ohne Umwege in Vergessenheit.

Um ehrlich zu sein, hatten wir sogar Mühe, den Streifen anhand seines bloßen Namens seiner Storyline zuzuordnen. Klar, das mag jetzt schlimmer klingen, als es in Wirklichkeit ist. Doch gerade mit Blick auf die vielen richtig starken Filme, die das häufig bespielte Thriller-Genre Jahr für Jahr auf die Kino- oder Streaming-Leinwand zaubert, kann man sich „Empire State“ von Regisseur Dito Montiel gut und gern auch sparen.
 

San Andreas

© Warner Bros.

Wir können ihn schon förmlich spüren, den erzürnten Aufschrei der Empörung! Wie kann man eine actiongeladene Katastrophenperle wie „San Andreas“ nur ohne mit der Wimper zu zucken vom Erfolgsthron schubsen? Punkt 1: Ob wir mit der Wimper gezuckt haben oder nicht, tut hier reichlich wenig zur Sache. Fakt 2: Wer Katastrophenfilme mag, darf gern auch „San Andreas“ lieben! Punkt C: Mehr als die Zurschaustellung patriotischer Verbundenheit samt hyperlässiger Heldenfiguren, die ein Pfundskerl wie Dwayne Johnson natürlich easy im Schlaf ROCKt, ist der Streifen eben leider nicht - jedenfalls unserer Meinung nach.

Doch der finanzielle Erfolg gab dem Film und Regisseur Brad Peyton recht: Bei einem Budget von rund 110 Millionen US-Dollar spielte „San Andreas“ weltweit knapp 470 Millionen ein, die Hälfte der Produktionskosten sogar bereits am Startwochenende! Zugegeben, rein technisch gesehen ist der Katastrophenfilm Zucker für die Augen - ein guter Grund für uns, den Streifen nicht ins unterste Drittel zu verbannen.
 

Baywatch

© Paramount Pictures

Entweder man liebt's, oder man lässt es. Wahre Worte, die kaum besser auf einen Film in der langen Karriere des Dwayne Johnson zutreffen wie „Baywatch“. Das stylische, sagenhaft überzogene Reboot der Kult-Serie mit Mr. David Hasselhoff ist sich für nichts zu schade und vergreift sich in taktischer Regelmäßigkeit im Ton. Doch gerade die herbe Rücksichtslosigkeit, mit der Regisseur Seth Gordon („Kill the Boss“) seine knackigen Rettungsschwimmer auf den Strand schickt, sorgt immer wieder für großartige Lacher - wenn man denn dem Humor solcher Streifen etwas abgewinnen kann!

Spätestens wenn Dwayne Johnson und Zac Efron dann in Wettkampfstimmung kommen und kurzerhand gigantische Kühlschränke über den Strand balancieren, kommt ohnehin jede Hoffnung auf Würde zu spät.



 

Das war wohl nix: Die schlechtesten Filme mit „The Rock“

Bevor wir uns jetzt ausgiebigst mit den größten Fehlschlägen in der Karriere Dwayne Johnsons beschäftigen, ein kurzer Disclaimer vorweg: Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, erfolgreiche Kinohits müssen nicht zwingend auch jedem Zuschauer gefallen. Manch einer liebt seine Arthouse-Filmchen, die zwei bis drei Stunden lang jede Form der Dynamik vermissen lassen, wohingegen andere lieber knackig geradlinige Popcorn-Action bevorzugen. Alles total okay, dafür gibt es ja so viele verschiedene Genres, Filmemacher und spezifische Zielgruppen, die mittlerweile in hübscher Regelmäßigkeit neues Filmfutter vorgesetzt bekommen.

Also: Nicht sauer sein, wenn die nachfolgenden Titel auf deiner Liste mit Lieblingsfilmen ganz weit oben stehen sollten!
 

Hercules

© Paramount Pictures

Der Anfang vom Ende: Was sich Dwayne Johnson und Co. bei „Hercules“ gedacht haben, wissen wohl nur Zeus und Hades selbst. Gleich zwei Filme über den legendären Halbgottmythos aus Griechenland wurden 2014 auf den Markt geworfen, leider ein Versuch schlechter als der andere („The Legend of Hercules“ mit Kellan Lutz). Lächerlich moderne Dialoge, ein völlig missratener Mittelteil ohne Spannung oder Dynamik und vor allem hinten raus sagenhaft billig wirkende Plastikschwert-Action der Extraklasse sorgten dafür, dass „Hercules“ mit Anlauf hinter den Erwartungen zurückblieb.

Ach, und dann wäre da noch diese eine Szene, in der John Hurt erst mit garstig britischer Pub-Schnauze (man bedenke, dass die ganze Geschichte im antiken Rom spielt) unserem Helden die besten Wünsche mit auf den Weg gibt, nur um Sekunden darauf von einem herniederprasselnden Trümmerteil zerquetscht zu werden und schließlich zu allem Übel auch noch zu verpasen, wie sich die Gefährten von Dwayne „The Hercules“ Johnson superheldentastisch hinter ihm in Position bringen. Warum der Streifen keinen Drehbuch-Oscar gewonnen hat, ist uns nach wie vor ein Rätsel...

 

Skyscraper

© Universal Pictures

Eigentlich wollte Dwayne Johnson mit „Skyscraper“ jenen Perlen des Action-Kinos huldigen, die ihn einst zur Schauspielkarriere verleiteten. Das Ergebnis des Versuchs, so Kult-Streifen wie „Stirb langsam“ mit moderneren Mitteln zu adaptieren, ging jedoch mächtig schief. Weniger Sinn und Logik werdet ihr so schnell garantiert in keinem anderen Actioner bestaunen dürfen - allein das inzwischen längst zum Meme gewordene Poster zu „Skyscraper“, auf dem Dwaynes Superheldenaktion in ungemein luftiger Höhe angedeutet wird, lässt jeden vernunftbegabten Zuschauer reichlich verwirrt am Hinterkopf kratzen.

Aber hey, wer Fuchs genug ist, um eine sich schließende Feuerschutztür mithilfe seiner eigenen Beinprotese zu blockieren, darf auch Filme wie „Skyscraper“ drehen...
 

Southland Tales

© Universal Pictures

Die Kurzbeschreibung zu „Southland Tales“ - stammt wohlgemerkt aus der Feder von „Donnie Darko“-Mastermind Richard Kelly - dürfte relativ easy für sich selbst sprechen und keiner weiteren Beschreibung bedürfen: Nach einem verheerenden Nuklearschlag befinden sich die USA im Dritten Weltkrieg. Nun ist es an Actionstar Boxer Santoro (Johnson), Cop Roland Taverner (Seann William Scott) und Pornostar Krysta Now (Sarah Michelle Gellar), ein Reality TV-Projekt aufzuziehen, das der nahenden Apokalypse gerecht wird. Moment, wie war das?

Klingt quasi wie der Anfang von einem schlechten Witz: Ein Actionstar, ein Cop und ein Pornostar kommen in eine Bar... Ach ja, Justin Timberlake ist auch noch mit dabei!

 

Zahnfee auf Bewährung / Daddy ohne Plan

Was haben Disney und Co. nur immer mit ihren Action-Stars, die pünktlich zum steigenden Höhepunkt ihrer eigenen Karriere für lächerlich schwachsinnige Familienfilmprojekte von der Front abgezogen werden? Es scheint der stumpfsinnige Versuch zu sein, einen Überraschungserfolg wie „Kindergarten Cop“ mit Arnold Schwarzenegger zu kopieren. Erst musste Vin Diesel in „Der Babynator“ dran glauben, dann sogar gleich zweifach Dwayne „The Rock“ Johnson: Als planloser Zahnfee-Daddy auf Bewährung - das klingt jetzt irgendwie falsch - hat sich der US-Star wirklich keinen Gefallen getan.

Übrigens: Schon bald darf sich auch Ex-Wrestling-Kollege John Cena in selbiger Ruhmeshalle verewigen, wenn er für Paramount versucht, das „Chaos auf der Feuerwache“ zu bändigen...
 

Rampage - Big Meets Bigger

© Warner Bros.

„Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ hatte schon so gut funktioniert, „San Andreas“ dann einige Zeit später sogar noch besser - warum also sollten Regisseur Brad Peyton und Schauspielstar Dwayne Johnson nicht noch einmal gemeinsame Sache machen? Gesagt, getan: Erst 2018 schnappten sich die beiden Kollegen und Freunde eine längst in Vergessenheit geratene Retro-Game-Idee, polierten diese samt modernster Technik kurzerhand auf und lieferten schließlich mit „Rampage“ einen der zerstörungsgeilsten Actioner der letzten Jahre ab.

Leider ist Style nur ganz, ganz selten auch Substance: Wer auf haltlose Zerstörungsorgien steht und sich dabei nicht von dämlichen Sprüchen und patriotischer Coolness abschrecken lässt, wird hier einen wahren Goldschatz für sich entdecken. Generell ist der Streifen weiter vom ursprünglichen Videospiel entfernt, als man es sich nur vorstellen könnte. Da ließ auch ein Jeffrey Dean Morgan nichts dran ändern...
 

Doom - Der Film

© Universal Pictures

Trash ist nicht immer sofort gleichzusetzen mit schlechter Qualität. Manchmal sind Filme eben absichtlich trashig inszeniert, um ein ganz bestimmtes Klientel anzusprechen und die stetig wachsende Fanbase solcher Streifen zu bedienen. Das perfekte Futter für einen feuchtfröhlichen Partyabend unter Freunden eben - „Doom“ hingegen rutschte mehr unfreiweillig in diese Kategorie.

Dabei liest sich die Idee hinter dem Film noch verdammt vielversprechend. „Romeo Must Die“-Kreativkünstler Andrzej Bartkowiak zeichnete für die Regie verantwortlich, im Cast tummelten sich neben Dwayne Johnson so Namen wie Karl Urban, Rosamund Pike oder gar Dexter Fletcher (Regisseur von „Rocketman“) und als Grundlage hielt eine der kultigsten Shooter-Reihen aller Zeiten her. Was sollte da schon schiefgehen? Im Nachhinein kann man guten Gewissens sagen: Leider so ziemlich alles!
 

The Scorpion King

© Universal Pictures

Last and most definitely least: „The Scorpion King“. Für „The Rock“ mag es damals zwar die Erfüllung eines lang gehegten Traumes gewesen sein, als ihm nach „Die Mumie kehrt zurück“ sogleich ein eigenes Feature im Ägypter-Gewand angeboten wurde. Doch wo sein Part im Mumien-Film schon nicht so recht zünden wollte, schaffte auch der Solo-Auftritt von Scorpion King Mathayus keinen wirklich ernstzunehmenden Sprung nach vorn.

Im Gegenteil: Der Fantasy-Actioner von Regisseur Chuck Russell - Mumien-Mastermind Stephen Sommers steuerte lediglich das wenig passende, eher reichlich verkorkste Skript bei - sprudelt nur so über vor platten Sprüchen, klischeebeladenen Sequenzen und lächerlichen Figuren. Das wahrhaft unterste Glied der Dwayne Johnson-Filmkette - zum Glück hat sich der US-Star von hier an nur noch gesteigert!