Dune
19.03.2021
von Dominique Rose und Wencke Schimmelpfennig

Wenn die Tage sonst so träge sind, braucht man einfach mal ein bisschen Action. Wir haben die Top-Streaming-Anbieter nach diesem Genre für euch durchforstet und sind fündig geworden!


Ihr wollt einen Action-Streifen, der nebst spannungsgeladenen Sequenzen auch ruhige und äußerst anspruchsvolle Szenen bietet? Dann könnte Netflix’ Werk „Triple Frontier“ die passende Wahl sein, denn dem Regisseur J. C. Candor sowie seinem Schnitt- und Kamerateam ist genau diese Mischung gelungen.

Candor schickt einen Trupp von Ex-Elite-Soldaten ins dünn besiedelte Südamerika, wo sie einen Drogenbaron um dessen hart verdientes Geld erleichtern wollen. Das eingespielte Team will das Anwesen stürmen, sobald die Familie und ein Großteil der Wachen bei der Sonntagsmesse sind, jedoch ist das Zeitfenster äußerst kurz. Nichtsdestotrotz scheint der Plan aufzugehen, bis unvorhergesehene Komplikationen und Hürden auftreten. Die fünf Freunde schaffen es zwar unversehrt und mit einem Großteil der Beute fort, enden letztlich jedoch mitten im unbekannten Gebiet, wo die Orientierung wohl ihr kleinstes Problem sein wird, denn Spitzel des Drogenbosses und andere geldhungrige Mitwisser sind ihnen bereits auf den Fersen.

Wenn man „Triple Frontier“ so sieht, kommt man gar nicht auf die Idee, dass der Film durch mehrere Hände lief und dafür mehrfach schon die Besetzung ausgetauscht wurde. Denn Ben Affleck, Charlie Hunnam, Oscar Isaac, Garrett Hedlund und Pedro Pascal scheinen einfach die perfekte Besetzung für den Streifen zu sein. In den nervenaufreibenden Action-Sequenzen lernen die Zuschauer*innen das routinierte Miteinander der Elite-Soldaten kennen, die selbst im Kugelhagel nicht den Überblick verlieren. Die deutlich ruhigeren Passagen hingegen werfen einen Blick auf die emotionale Befindlichkeit des Trupps, deren Freundschaft sowie deren inneren Zerwürfnisse. Candor legt zwar auf Letzteres ein besonderes Augenmerk, dadurch wird die Action aber nicht beeinflusst, denn trotz dieser emotionalen Abschweifungen bleibt das Tempo konstant rasant.


Polar (2019)


© Netflix

Mit dem Film "Polar", welcher auf der gleichnamigen Graphic Novel von Victor Santos basiert, hat Netflix vor gut zwei Jahren einen weiteren speziellen Actioner präsentiert, in dem sich der kampferprobte Mads Mikkelsen fröhlich munter durch die gegnerischen Killer schlachtet.

Mikkelsen spielt hierin nämlich den Auftragskiller Duncan Vizla, auch Black Kaiser genannt, der kurz vor seinem wohlverdienten Ruhestand und einer damit verbundenen Finanzspritze von acht Millionen US-Dollar steht. Jedoch hat sein Chef, Mr. Blut, etwas dagegen, schließlich würde sein Austritt ein ziemlich großes Loch in die Kasse reißen. Aus diesem Grund setzt Mr. Blut auch einen ganzen Killer-Trupp auf Vizla an. Ein fataler Fehler, denn Duncan hat trotz seines Alters kaum etwas von seinem Können eingebüßt.

Zugegeben, die Handlung erinnert an bekannte und erfolgreiche Streifen, wie beispielsweise "John Wick", "The Equalizer" oder "96 Hours", zumal im Verlauf von "Polar" auch noch die Entführung einer jungen Dame für zusätzlichen Rache-Anreiz sorgt. Die Handlung spielt hierin aber tatsächlich nur eine Nebenrolle, denn Cineasten, die mit Akerlunds durchaus verstörenden Arbeiten vertraut sind, wissen, dass sie eine überdreht dargestellte, frivole und blutrünstige Schlachtplatte erwartet. „Polar“ ist also kein Film für Menschen mit schwachen Nerven.


Amazon Prime

John Wick: Kapitel 3 (2019)


© Concorde

Keanu Reeves hat es wieder einmal geschafft und sich neben der grandiosen „Matrix“-Filmreihe in einem weiteren Kassenschlager angesiedelt. „John Wick“ geht mittlerweile bereits in die dritte Runde und hat nichts von seiner Faszination und der grandiosen Action verloren. Eins ist auf jeden Fall klar, niemand sollte sich zwischen einen Menschen und seinen Hund stellen.

Nachdem John Wick die oberste Regel des Continental gebrochen, Santino D'Antonio umgebracht und damit alle seine Privilegien verloren hat, befindet er sich nun auf der Flucht und muss New York so schnell wie möglich verlassen. Da jedoch ein Kopfgeld von 14 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt ist, hat er bald schon eine ganze Horde an Auftragskillern an der Backe. John macht sich auf den Weg nach Casablanca, wo er hofft, den Ältesten der Hohen Kammer zu treffen und von ihm Vergebung zu erlangen, seine Verfolger*innen lassen sich jedoch nur schwerlich abschütteln.

Auch der dritte Teil der grandiosen „John Wick“-Reihe lässt den Erfolg für Keanu Reeves nicht abreißen und begeistert erneut durch herausragend choreografierte und knallharte Action. Vor allem Co-Schauspielerin Halle Berry verleiht „John Wick: Kapitel 3“ mit ihrer Rolle der Sofia einen gewissen Extrakick.


The Foreigner (2018)

© Leonine

Wenn wir von Action-Filmen sprechen, darf natürlich auch ein Genre auf gar keinen Fall fehlen, der Rache-Thriller. Kaum ein Gefühl ist stärker als der Wunsch nach Rache und Vergeltung und so greift auch der Protagonist in „The Foreigner“ zu ungewöhnlichen und extremen Mitteln, um sein Ziel zu erreichen.

Quan ist ein einfacher Restaurantbesitzer und lebt mit seiner Tochter Fan in London. Allerdings birgt er eine schreckliche Vergangenheit, in der er nicht nur ein gefürchteter Vietcongkämpfer war, sondern auch zwei seiner drei Töchter durch thailändische Piraten verlor. Durch einen Terroranschlag der IRA verliert er nun auch noch seine geliebte Fan und schwört, nachdem ihm die Polizei nicht weiterhelfen konnte, auf eigene Faust die Drahtzieher des Anschlags ausfindig zu machen. So stößt er bald auf den irischen Politiker Hennessy, der einst selbst Mitglied der IRA war und womöglich über die Mörder seiner Tochter Bescheid weiß. Mit extremen Mitteln versucht Quan den Politiker zum Reden zu bekommen, wobei ihm seine frühere Ausbildung zugute kommt.

„The Foreigner“ ist ein spannender und actiongeladener Film mit keinem Geringeren als Jacky Chan in der Rolle des rachedurstigen Vaters. So erwarten uns hier spektakuläre Stunts und ausgeklügelte Kampfchoreografien von einem der Meister des Martial-Arts-Films. Aber auch mit Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan in der Rolle des irischen Politikers hat sich hier ein wahrer Hollywood-Gigant eingefunden. Abgerundet wird dieser gelungene Rache-Actioner durch „Casino Royale“-Regisseur Martin Campbell, der sein Action-Know-How hier gekonnt einfließen lässt.
 

Sicario  (2015)



Sicario“ ist ein weiteres Meisterwerk des Ausnahmeregisseurs Denis Villeneuve, das nicht nur packender Thriller, sondern auch absolut mitreißender Actioner zugleich ist.

Die Grenze zwischen Mexiko und den USA wird nun bereits seit Jahrzehnten von einem nicht enden wollenden Drogenkrieg bestimmt, der unzählige Opfer auf beiden Seiten forderte. Gerade erst entdeckte die FBI-Agentin Kate Macer in einem Safehouse des Kartells im Grenzstreifen zwischen Arizona und Mexiko einen Haufen von Leichen, da werden auch noch zwei ihrer Kolleg*innen durch eine Sprengfalle getötet. Dies schreckt die idealistische FBI-Agentin jedoch nicht ab und sie schließt sich der neuen Spezialeinheit an, die dem Kartell das Handwerk legen soll.

„Sicario“ ist nicht nur optisch wahnsinnig gut inszeniert, sondern scheut sich auch nicht vor der schonungslosen Darstellung des brutalen Drogenkrieges in Mexiko, wobei er eine erschreckende Realität entwickelt. Der Film spielt mit den Moralvorstellungen seiner Protagonist*innen, die sich in ihrer Verbrechensbekämpfung mit ihren Mitteln oftmals in Grauzonen bewegen und damit häufig an ihre eigenen Grenzen stoßen. So auch die FBI-Agentin Kate Macer, die hier von Emily Blunt in einer überwältigenden Performances gegeben wird, die nicht nur Härte, sondern auch Verletzlichkeit zeigt.
 

Sky Ticket

Birds of Prey (2020)



Mit dem bombastischen Soloauftritt der berüchtigten Harley Quinn hat Sky eine echte Action-Granate mit ins Programm aufgenommen und zeugt damit wieder einmal von großer Aktualität.

Der mittlerweile achte Film aus dem Universum der DC-Comics stellt eine der wohl toughesten Ladys in den Mittelpunkt, die hier ihren großen Auftritt bekommt. Nachdem Harley Quinn nach der Trennung vom Joker zunächst am Boden zerstört ist, entschließt sie sich, ihr Leben umzukrempeln und sich an ihrem Ex zu rächen. Dazu jagt sie kurzerhand die Ace Chemicals in die Luft, die sie mit dem Joker verbanden.
Doch Harley Quinn muss bald schon feststellen, dass ihr Leben nicht annähernd so angenehm ist, wie noch unter dem Schutz des Jokers, denn plötzlich scheint sie für Jedermann eine leichte Beute zu sein. Aufgeben kommt jedoch gar nicht in Frage und so scharrt Harley Quinn bald schon eine Riege echter Powerfrauen um sich, um der Stadt mal ordentlich einzuheizen.

Birds of Prey“ ist schrill und laut, wie seine Hauptakteurin, und spart ganz und gar nicht an gutplatzierten Sprüchen und einer geballten Ladung Action. Besonders Margot Robbie wird in ihrer Rolle der emanzipierten Joker-Ex Harley Quinn zu einer wahren Ikone und zeigt dem männerdominierten Genre wer hier das Sagen hat (leichter Seitenhieb auf Bruce Wayne inklusive).


Terminator: Dark Fate (2019)

© Disney

Neben der „John Wick“-Filmreihe tummelt sich aber noch ein anderes Action-Franchise in unserer Liste. Wir meinen natürlich die mittlerweile mehrteilige „Terminator“-Reihe. „Terminator: Dark Fate“, deren sechster oder besser gesagt dritter Teil (wenn man von der inhaltlichen Anknüpfung ausgeht), hat uns nämlich nicht allein aufgrund des Nostalgiefaktors überzeugt.

Seit „Terminator: Tag der Abrechnung“ sind mittlerweile einige Jahre vergangen und die Apokalypse scheint verhindert. Doch plötzlich tauchen aus dem Nichts zwei sonderbare Gestalten auf, deren Ziel die ahnungslose Dani Ramos ist. Während der Terminator mit der Kennung Rev-9 damit beauftragt wurde, Dani zu eliminieren, soll die Supersoldatin Grace sie beschützen. Es entbrennt ein hitziger Kampf, der Grace und Dani einiges abverlangt, sodass sie bald auf die Hilfe alter Bekannter zurückgreifen müssen.

Natürlich werden Liebhaber*innen des „Terminator“-Franchise hier wieder mit knallharter Action und ordentlich Nervenkitzel belohnt, denn jedes Mal, wenn man denkt, dass Dani und Grace den Terminator zumindest für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt haben, kommt dieser mit einer neuen fiesen technischen Raffinesse um die Ecke.
Das absolute Highlight ist jedoch das Wiedersehen mit Linda Hamilton alias Terminator-Schlächterin Sarah Connor und der Ur-Tötungsmaschine Arnold Schwarzenegger.


The Chaser (2008)



Dass Sky nicht nur Mainstream-Kino kann, beweist der Streamingdienst mit dem südkoreanischen Action-Thriller „The Chaser“, der wahrlich meisterlich daherkommt und wieder einmal das hohe Potenzial südkoreanischer Produktionen beweist.

Der ehemalige Polizist Joong-ho, der mittlerweile Zuhälter ist, vermisst seit geraumer Zeit zwei seiner Prostituierten, die spurlos verschwunden sind. Als ihm auffällt, dass diese beide zuletzt bei dem selben Freier waren, zu dem sich auch sein letztes Mädchen Mi-jin gerade aufgemacht hat, beschließt er der Sache nachzugehen. Da die Polizei anderweitig eingespannt ist, macht sich Joong-ho allein auf die Suche nach dem Freier, der sich bald schon als brutaler und erbarmungsloser Serienkiller herausstellen sollte.

Das Regiedebüt von Na Hong-jin lässt sich an Spannung und Nervenkitzel, aber auch an Brutalität kaum übertreffen und nimmt die Zuschauer*innen gefangen, wie kaum ein anderer Film. Hinzukommt, dass dieses grausige Meisterwerk auf dem wahren Fall des südkoreanischen Serienmörders Yoo Young-chul basiert, der nicht nur für den Mord an 21 Menschen verantwortlich war, sondern diese auch zum Teil verspeiste. „The Chaser“ ist daher nichts für schwache Mägen.

Neben der grandiosen Inszenierung und der packenden und rasanten Story überzeugt der Film jedoch vor allem durch seinen Hauptdarsteller Kim Yoon-seok in der Rolle des Joong-ho.

Trailer