Matrix
30.03.2022
von Tyler Süß und Dominique Rose

Von „Iron Man“ bis „Eternals“ - damit du im Marvel Cinematic Universe (MCU) den Überblick behältst!


Variante 1: Liste der Marvel-Filme und -Serien nach Kinostart

Der Anfang war 2008 noch ein Risiko: Iron Man war zu dem Zeitpunkt eher ein Held aus Marvels zweiter Reihe. Schauspieler Robert Downey Jr. befand sich damals auch alles andere als auf einem Karrierehöhepunkt. Doch der Erfolg des ersten „Iron Man“-Films stellte die Ampeln des MCU auf Grün.

Der Plan so einfach, wie genial: Scheinbar unabhängige Filme wurden durch eine übergreifende Storyline verbunden. Und vor allem: Erst nach und nach wurden die Helden eingeführt und bekannt gemacht, um sie dann gemeinsam auf das Kinopublikum loszulassen.

Nach fünf Solofilmen zu vier Helden kam 2012 das erste Mega-Event: die Premiere der Heldentruppe names Avengers. Die Vorbereitung durch die Solofilme zahlte sich aus: „Marvel's The Avengers“ konnte sich jahrelang in der weltweiten Top 5 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten halten.


PHASE 1 IM MCU


PHASE 2 UND 3 IM MCU

Nachdem sich die Avengers an den Kinokassen etabliert hatten, ging Marvel mit „Guardians of the Galaxy“ in Phase 2 das nächste große Risiko ein. Die Guardians waren im Mainstream so gut wie unbekannt und der Film schien losgelöst von den Avengers-Filmen zu sein. Die Truppe rund um Chris Pratt überzeugte aber auch ohne offensichtliche Avengers-Hilfe.
 
Mit „Ant-Man“ fand Phase 2 ihr Ende. Phase 3 begann direkt im Anschluss. Aus rechtlichen Gründen durfte Spider-Man lange Zeit nicht im MCU mitspielen (auf die X-Men warten wir bis heute). Das änderte sich endlich mit „Civil War“: Die Einigung zwischen Disney und Sony war ein Meilenstein, seitdem darf Spidey durch das MCU schwingen. Noch ein Neuer: Ant-Man bekam es bei seinem ersten Auftritt zwar mit einem Avenger zu tun, der Film zeigte aber, dass Marvel das MCU weiter ausbauen will und kann.

Auch Black Panther trat erstmals in „Civil War“ auf. Das hinderte ihn nicht daran, mit seinem ersten Solo-Film fast alle Marvel-Rekorde zu brechen, weswegen rechtzeitig zu „Infinity War“ ein neuer Held auf dem Marvel-Thron saß, an dem sich das Mega-Event messen musste. „Infinity War“ ist aber mehr als nur ein weiterer Avengers-Film: Zehn lange Jahre lief die komplexe und umfangreiche Storyline um die Infinity-Steine auf diesen großen Höhepunkt zu, auf den die Fans sehnlichst gewartet hatten!
 

Nachdem „Infinity War“ vor allem Nicht-Comicleser schockiert zurückließ, kündigte eine Abspannszene die nächste wichtige Heldin an: Captain Marvel ist so stark, dass sie das ganze MCU auf den Kopf stellen könnte. Doch auch „Ant-Man and the Wasp“ enthielt wichtige Informationen, die für das große Thanos-Finale in „Avengers: Endgame“ entscheidend werden sollten.
 


PHASE 4 IM MCU

Nach „Spider-Man: Far From Home“ wurde schließlich die vierte Phase des MCU eingeläutet. Diese soll über zwei Jahre laufen und sowohl Kinofilme als auch Serien auf Disneys eigenem Streaming-Dienst Disney+ beinhalten. Wer auf dem Laufenden bleiben will, muss also ein Abo abschließen. Hier die offizielle Startliste, bei der aber laut Marvel-Boss Kevin Feige Änderungen vorbehalten sind:

© Disney / Marvel Studios
 
  • WandaVision (2021 bei Disney+)
  • The Falcon and the Winter Soldier (2021 bei Disney+)
  • Loki (2021 bei Disney+)
  • Black Widow (2021)
  • Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021)
  • Eternals (2021)
  • Hawkeye (2021 bei Disney+)
  • Moon Knight (2022 bei Disney+)
  • Doctor Strange in the Mulitverse of Madness (ab 2022)
  • Thor: Love and Thunder (ab 2022)
  • Black Panther: Wakanda Forever (ab 2022)
  • Guardians of the Galaxy Vol. 3 (ab 2023)
  • The Marvels (ab 2023)
  • Ant-Man and the Wasp: Quantumania (ab 2023)


AB PHASE 5 ODER SPÄTER IM MCU

Auf der Comic-Con in San Diego gab Kevin Feige vor einiger Zeit bereits einen kurzen Ausblick auf kommende MCU-Projekte, die noch weiter in der Zukunft liegen. Darunter fallen:
 
  • Blade (tba)
  • The Fantastic Four (tba)

Kompliziert wird es da mit Blick auf Sony: Da das Studio noch immer die Hauptrechte an den Spider-Man-Comics besitzt, produziert Sony munter weiter Filme. Inoffiziell gehören demnach auch folgende Filme zum erweiterten Marvel Cinematic Universe (bisher hat sich noch niemand dazu geäußert, ob die Filme wirklich Teil des MCU sind):
 


Variante 2: Chronologische Liste der Marvel-Filme und -Serien

Jeden Querverweis erkennen und den Versuch wagen, die Gesamtstory mit allen Details zu verstehen? Das ist besonders für eingefleischte Marvel-Fans interessant - sie sollten die Marvel-Filme nach erzählter Zeit schauen und nicht nach Produktionsjahr:
 
  1. Captain America: The First Avenger (2011)
  2. Captain Marvel (2019)
  3. Iron Man (2008)
  4. Der unglaubliche Hulk (2008)
  5. Iron Man 2 (2010)
  6. Thor (2011)
  7. Marvel's The Avengers (2012)
  8. Loki (2021 bei Disney+)
  9. Iron Man 3 (2013)
  10. Thor: The Dark Kingdom (2013)
  11. The Return of the First Avenger (2014)
  12. Guardians of the Galaxy (2014)
  13. Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)
  14. Avengers: Age of Ultron (2015)
  15. Ant-Man (2015)
  16. The First Avenger: Civil War (2016)
  17. Black Widow (2021)
  18. Black Panther (2018)
  19. Spider-Man: Homecoming (2017)
  20. Doctor Strange (2016)
  21. Thor: Tag der Entscheidung (2017)
  22. Avengers: Infinity War (2018)
  23. Ant-Man and the Wasp (2018)
  24. Avengers: Endgame (2019)
  25. The Falcon and the Winter Soldier (2021 bei Disney+)
  26. WandaVision (2021 bei Disney+)
  27. Spider-Man: Far From Home (2019)
  28. Eternals (2021)
  29. Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021)
  30. Hawkeye (2021 bei Disney+)
  31. Spider-Man: No Way Home (2021)
  32. Moon Knight (2022 bei Disney+)
  33. Doctor Strange in the Multiverse of Madness (ab 2022)
  34. Thor: Love and Thunder (ab 2022)


Die Ausnahme von der Regel: „Captain Marvel“

„Captain Marvel“ stellt in der Chronologie der MCU-Filme einen Sonderfall dar: Der Film spielt im Jahr 1995 und liegt somit zwar vor den Ereignissen in „Iron Man“, aber nach der Hauptgeschichte in „Captain America: The First Avenger“.

Echte Marvel-Fans wissen aber auch, dass sie immer ein Auge auf die Abspannszene(n) werfen müssen. Achtung, SPOILER! Direkt die erste Abspannszene von „Captain Marvel“ stellt eine direkte Verbindung zu „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ her. Somit können diese und die weiteren Vorfilme nicht außer Acht gelassen werden und sollten vorher geschaut worden sein.


Das Multiversum: Freund oder Feind?

Mit dem Zeitsprung der Avengers im Endgame-Kampf gegen Thanos wurde das MCU offiziell vom Universum zum Multiversum. Schon damals wurden die verschiedenen Zeitebenen, die aufgrund des Zeitsprungs möglich geworden sind, mit einer kurzen Loki-Sequenz angekündigt. Dieses Jahr bekam es der charismatische Asgard-Schurke ganz offiziell mit der Multiversumtheorie zu tun, als er im Rahmen seiner eigenen Miniserie via Disney+ eine tödliche Variante seiner selbst jagen musste.

Auch die beiden Filme „Spider-Man: No Way Home“ und „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ konzentrieren sich inhaltlich auf die verschiedenen Parallelwelten - nicht erst seit wir wissen, dass auch Strange selbst da seine Aktien im Spiel hatte.

Da auch der 2023 erscheinende „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ dem Titel nach mit dem Multiversum kontrontiert werden wird, dürfte uns das Konzept noch eine ganze Weile begleiten. Die Frage ist: Werden die vielen Parallelwelten zum MCU-Problem oder kann Kevin Feige zusammen mit seinem Team einen kreativen Bogen schlagen, um so viele Logiklöcher wie möglich zu vermeiden?



Trailer