12.03.2021
von Dominique Rose und Wencke Schimmelpfennig

Aktuell steht mit dem Apple TV+ Original „Cherry“ von den Russo Brothers der nächste große Hit von Jungschauspieler und Lieblings-Spidey Tom Holland in den Startlöchern. Höchste Zeit also sich einmal genauer mit dem Schaffen dieses talentierten Nachwuchstalentes auseinanderzusetzen.


Zum Film kam Tom Holland im Jahr 2012, als er seine erste Hauptrolle in dem Katastrophen-Drama „The Impossible“ an der Seite von Ewan McGregor und Naomi Watts bekleidete. Zuvor hatte er sich jedoch bereits im Bereich des Animationsfilms bewiesen, wo er für den Erfolgsfilm aus den Ghibli-Studios „Arrietty - Die wundersame Welt der Borger“ eine der Hauptrollen im Englischen synchronisierte.

In „The Impossible“ spielt er den Sohn einer Familie, die während eines Urlaubs in Thailand plötzlich von einem Tsunami überrascht wird. Der Familie gelingt es zwar, die reißenden Fluten zu überleben, doch sie werden voneinander getrennt und teilweise schwer verletzt. Nun gilt es für sie, sich durch die Trümmer zu kämpfen, in der Hoffnung, die Familie wieder zu vereinen.

Tom Holland feierte mit seiner Rolle des ältesten Sohns Lucas Bennett seinen großen Durchbruch und wurde insgesamt für über 18 internationale Filmpreise nominiert. Damit nahm seine vielversprechende Schauspielkarriere seinen Lauf, die ihn bald schon zu einer seiner herausragendsten und wohl größten Rollen bringen sollte.


The First Avenger: Civil War

© Disney / Marvel Studios

Doch egal, wie facettenreich Tom Holland in seiner Schauspielerei auch sein mag, für viele Cineasten ist und bleibt er die freundliche Spinne von nebenan. Nach Tobey Maguire und Andrew Garfield durfte er nämlich diese großartige Rolle übernehmen, was er kurioser Weise aber auch erst über eine Pressemitteilung im Internet erfahren hat.

Seinen ersten Auftritt hatte er aber nicht in einem Solo-Film, sondern in „The First Avenger: Civil War“, in dem die Superheld*innen-Vereinigung „Avengers“ sich aufgrund eines Zwists zwischen Iron Man und Captain America entzweit. Während Iron Man nämlich für eine höhere Instanz ist, die das Handeln der Superheld*innen überwacht, appelliert Captain America an die Vernunft und will diese Kontrolle verbieten. Es kommt zu dem titelgebenden Bürgerkrieg, in den auch Peter Parker alias Spider-Man hineingezogen wird.

Nun könnte man sagen, dass es ein schwerer Einstand ist, als ein Superheld von vielen seine Premiere zu feiern, doch immerhin wurden Tom Holland in diesem epischen Film insgesamt 20 Minuten Spielzeit gewährt. Das ist natürlich eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass an seiner Seite auch Top-Stars wie Scarlett Johansson, Chadwick Boseman, Jeremy Renner, Paul Rudd, Chris Evans und Robert Downey Jr. um die Gunst der Zuschauer*innen buhlen.

Nichtsdestotrotz konnte er die Marvel-Fanscharen für sich begeistern, was ihm letztlich nicht nur mehrere Spidey-Solofilme einbrachte, sondern auch jeweils einen Auftritt in „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“.


Spider-Man: Homecoming

© Sony Pictures

Nach seinem fulminanten Einstieg in „The First Avengers: Civil War“ war für alle Spider-Man-Fans klar, Tom Holland ist der neue Peter Parker und kann seinen Vorgängern durchaus das Wasser reichen. Was er mit seinen ersten Solo-Auftritten als vom Dach zu Dach schwingende Spinne nochmals unter Beweis gestellt hat.

So hat er es in „Spider-Man: Homecoming“ erfolgreich mit Michael Keatons Charakter Vulture aufgenommen, während er doch sein neues Leben als Superheld erst noch in Einklang mit seinem Highschool-Schüler-Dasein bringen musste. Und das ist gar nicht so einfach, auch wenn ihm sein Mentor Tony Stark alias Iron Man stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch sein Kampf gegen Mysterio und die feindlich gesinnten Elementals, denen er in „Spider-Man: Far From Home“ entgegentreten musste, hatten es in sich. Schließlich ist seit den äußerst tragischen Ereignissen von „Avengers: Endgame“ kaum eine Woche vergangen und eigentlich wollte Peter Parker sein Spinnenkostüm deswegen auch gar nicht mehr anziehen.

Mit diesen beiden Filmen wird seine Rolle als Spider-Man aber noch lange nicht zu Ende sein. Voraussichtlich im Dezember 2021 soll ein dritter Spider-Man-Teil auf die Leinwände projiziert werden. Und für diesen Auftritt haben sich die Verantwortlichen etwas ganz besonderes ausgedacht. Als neuer Mentor wird nämlich Benedict Cumberbatch’ Doctor Strange in Erscheinung treten, der den Verbrecher jagenden Jüngling sicherlich auch in die Existenz des Multiversums einführen wird. Diese Tatsache sowie die, dass bereits einige altbekannte Bösewichte, wie Electro und Octopus, bestätigt wurden, verdichten die Vermutung, dass Tom Holland vielleicht auch auf seine Vorgänger Tobey Maguire und Andrew Garfield stoßen könnte.


Edison - Ein Leben voller Licht


Dass der talentierte Jungschauspieler Tom Holland in seinem schauspielerischen Können sehr vielschichtig ist, hat er schon des Öfteren bewiesen. So kann er nicht nur actionreich und rasant, sondern auch sehr ruhig, elitär und ernsthaft, wie er es in dem historischen Drama „Edison - Ein Leben voller Licht“ zur Schau stellt, auch wenn er hierin nur eine Nebenrolle spielt.

Das Drama von Alfonso Gomez-Rejon erzählt die Entstehungsgeschichte der Elektrizität und ihrer großflächigen Verteilung, die in einem hitzigen und teils sehr schmutzigen Kampf zwischen dem Erfinder Thomas Edison und dem Großindustriellen George Westinghouse ausartete.

Tom Holland übernimmt hierbei die Rolle des Samuel Insull, Edisons treuen Gefährten und Assistenten. Sehr viel Text und Spielminuten werden Tom Holland zwar nicht gewährt, doch diese wenige Zeit überzeugt er die Zuschauer*innen bereits mit seinen schauspielerischen Leistungen. Die Besonnenheit, Ruhe und Zurückhaltung, die sein Charakter ausstrahlt und die Edison oftmals aus der Misere hilft, kauft man dem Jungstar nämlich in jeder einzelnen Minute ab.


The Devil All the Time

© Netflix

2020 brachte der Streaming-Riese Netflix mit „The Devil All the Time“ einen wahren Bombasten heraus, der nicht nur durch seinen grandiosen Cast bestach. Der düstere und brutale Thriller von Regisseur Antonio Campos, der auf einem gleichnamigen Kurzgeschichtenband von Autor Donald Ray Pollock basiert, zeichnet sich vor allem durch seine Vielschichtigkeit aus und schlägt dabei ordentlich aufs Gemüt.

Vom Schrecken des Zweiten Weltkriegs gezeichnet, kehrt Willard Russell in seine Heimat im Hinterland des Mittelwestens der USA zurück. Doch statt der friedlichen Normalität erwarten ihn auch hier menschliche Abgründe, die von Grausamkeit geprägt sind. Die Menschheit scheint immer mehr zu verrohen und ihre Menschlichkeit zu verlieren. Trotz der schier unmöglich scheinenden Aufgabe bemüht sich Willards Sohn Arvin darum, das Unheil von seiner Familie fernzuhalten und greift dabei teilweise auch zu extremen Mitteln.

Unser Jungstar Tom Holland schlüpft für „The Devil All the Time“ in die Rolle des jungen Arvin Russell und zeigt sich hier einmal von einer ganz neuen Seite, die so gar nichts mit der netten Spinne aus der Nachbarschaft gemein hat. An der Seite von Robert Pattinson und Bill Skarsgard präsentiert er uns sein facettenreiches schauspielerisches Können, das einiges an Potenzial entfaltet.


Uncharted


Auch in Zukunft dürfen wir uns auf einige spannende Rollen des jungen Ausnahmetalents gefasst machen. So steht bereits für 2022 die filmische Adaption des erfolgreichen Videospiels „Uncharted“ in den Startlöchern. Der Film wird dabei die spannende Vorgeschichte des bekannten Schatzsuchers und Protagonisten des Spiels, Nathan Drake, erzählen. Holland wird für „Uncharted“ in eben diese ikonische Rolle schlüpfen. Mit knapp 5 Millionen verkauften Spielen, ist „Uncharted“, das 2007 auf den Markt kam, bereits jetzt ein echter Spiele-Klassiker.

Der Schatzsucher Nathan Drake ist ein äußerst spannender Charakter, der, anders als beispielsweise die Figur des Indiana Jones, auch seine negativen Seiten hat. So durchläuft Drake innerhalb der Spiele und wohl auch im Film eine durchaus wichtige Entwicklung, die seinen Charakter prägt.

Nach einigen personalen Hin und Hers entschied man sich schließlich den talentierten Tom Holland mit der Hauptrolle des Nathan Drake zu besetzen. Aber auch der Rest des Casts kann sich mit Mark Wahlberg, Sophia Ali, Tati Gabrielle und Antonio Banderas wahrlich sehen lassen. Wir dürfen wohl gespannt sein, was Regisseur Ruben Fleischer aus dieser grandiosen Vorlage kreiert.

Trailer

Szenenbild aus Her

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