15.01.2021
von Dominique Rose und Wencke Schimmelpfennig

Die britisch-argentinische Schauspielerin Anya Taylor-Joy gehört derzeit wohl zu den größten Neuentdeckungen und Hoffnungsträger*innen der Film- und Fernsehbranche. Gerade erst feierte sie mit der Netflix-Serie „Das Damengambit“ einen riesigen Hit, dabei reicht ihr großer Durchbruch bereits bis ins Jahr 2015 zurück, als sie die Hauptrolle in Robert Eggers „The Witch“ übernahm.


Eoin Mackens Jugendfilmdrama „Here Are the Young Men“ zeichnet das Bild einer jungen irischen Generation, die anders als beispielsweise ihre Eltern in einer friedlichen Welt aufwachsen konnte. So geben sich drei Jugendliche nach ihrem Schulabschluss dem Exzess hin und stellen zwischen Alkohol und Drogen so manchen Unsinn an. Mit dabei ist auch die hübsche Jen, in die Matthew, einer der drei Protagonisten, total verliebt ist. Doch der vermeintliche Spaß hat ein jähes Ende, als die Freunde einen schweren Unfall beobachten und daraufhin von den Bildern heimgesucht werden.
 
Was zunächst an den Kultklassiker „Trainspotting“ erinnert, entpuppt sich dann doch als eine etwas harmlosere Variante des ausgelassenen Drogenkonsums. Untermalt wird das Ganze jedoch mit dem entsprechenden Soundtrack, der sich zwischen Joy Division, Pixies und The Chemical Brothers bewegt und damit der Zeit des Post-Punks der 80er Jahre entsprungen zu sein scheint, obwohl wir uns hier im Jahr 2003 befinden. Schlussendlich geht auch der Titel des Films auf ein Live-Video der Band Joy Division zurück und steht wohl stellvertretend für den hier verkörperten Zeitgeist.
 
Anya Taylor-Joy tritt in „Here Are the Young Men“ in der Rolle der Jen auf, die wieder einmal durch ihren umwerfenden Charme und ihre absolute Coolness begeistert.


Last Night in Soho

© Universal Pictures

Erfolgsregisseur Edgar Wright, der bereits mit Filmen wie „Baby Driver“, „Shaun of the Dead“ und „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ wahre Kultklassiker geschaffen hat, legt mit „Last Night in Soho“ dieses Jahr sein neuestes Filmprojekt vor. Für seine Mischung aus Horrorfilm und Thriller konnte sich der Brite mit Anya Taylor-Joy und „Jojo Rabbit“-Star Thomasin McKenzie zwei junge Sterne der Filmbranche sichern.
 
McKenzie tritt als modebewusste junge Frau Eloise auf, die nicht nur ihrem großen Idol, der Sängerin Sandy, sondern auch ihrer Epoche, den 60er Jahren, nachhängt. Sie könnte sich nichts Schöneres vorstellen, als einmal ihr großes Vorbild zu treffen und in das Flair ihrer Zeit einzutauchen. Doch mit Wünschen sollte man bekanntlich vorsichtig sein, denn plötzlich findet sich Eloise im London der 60er Jahre wieder - und nichts scheint so zu sein, wie das junge Mädchen es sich erträumt hatte.
 
Anya Taylor-Joy schlüpft für „Last Night in Soho“ in die Rolle der großen 60er Jahre-Sängerin Sandy. Zwischen leuchtenden Neon-Reklameschildern und im Minirock kehrt sie nach ihren Erfolgsfilmen „The Witch“, „Split“ und „Glass“ erneut zum Horrorgenre zurück. Neben einem gelungenen 60er Jahre-Setting dürfen wir uns wohl wieder auf eine herausragende schauspielerische Leistung beider Protagonistinnen gefasst machen.


Mad Max: Furiosa

© Warner Bros. / Shutterstock Ga-Fullner

Nach „Here Are the Young Men“ und „Last Night in Soho“ wartet dann noch ein weiteres großes Projekt auf Anya Taylor-Joy, das voraussichtlich im Jahr 2023 seine Premiere feiern soll. Für Regisseur und Drehbuchautor George Miller wird sie in dem Ableger „Mad Max: Furiosa“ die Hauptrolle übernehmen und somit die kampferprobte Einzelgängerin Furiosa in jungen Jahren darstellen. Damit muss sie jedoch in wahrlich große Fußstapfen treten, schließlich fiel diese Rolle in „Mad Max: Fury Road“ noch Hollywoodstar Charlize Theron zu. Zudem wird sie dann neben den beiden Schauspielgrößen Yahya Abdul-Mateen II und Chris Hemsworth vor der Kamera stehen.

Auch wenn „Mad Max“-Schöpfer George Miller schon fleißig am Drehbuch sitzt, halten sich die verfügbaren Informationen zum geplanten Ableger in Grenzen. Zumindest steht fest, dass es sich dabei um die Vorgeschichte der Rebellin und späteren Imperatorin handeln wird. Also bekommen wir vielleicht endlich eine Antwort darauf, wie und wann Furiosa ihren linken Arm verloren hat, der in „Mad Max: Fury Road“ durch eine mechanische Prothese ersetzt wurde.
 
Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl der Filme, die uns demnächst von der großartigen Anya Taylor-Joy erwarten. Dabei stehen für die junge Schauspielerin noch einige weitere spannende Projekte für die Zukunft an, wie zum Beispiel ihre erneute Zusammenarbeit mit dem Ausnahmeregisseur Robert Eggers. Nach ihrem gemeinsamen Erfolgsfilm „The Witch“ steht mit „The Northman“ hier der vermutlich nächste große Clou der beiden an, der voraussichtlich Ende des Jahres oder im Frühjahr 2022 erscheinen wird.
 
Darüber hinaus wird Anya Taylor-Joy die Hauptrolle in der Romanverfilmung „Weetzie Bat“ über die Tochter einer alkoholsüchtigen Schauspielerin und eines drogensüchtigen Drehbuchautors im Los Angeles der 80er Jahre übernehmen.
 
Eine weitere Romanverfilmung steht für die junge Schauspielerin mit der Adaption von Elizabeth Jane Howards „The Sea Change“ an. In der sie an der Seite von Mark Strong und Kristin Scott Thomas zu sehen sein wird. Wobei es zu diesem Filmprojekt schon seit einiger Zeit keine neueren Informationen mehr gab und die Produktion daher eher ungewiss erscheint.
 
Sicher ist jedoch, dass wir noch einige großartige schauspielerische Leistungen von der derzeitig gefragtesten Jungschauspielerin Anya Taylor-Joy erwarten dürfen, in denen sie uns womöglich noch viele weitere Facetten ihres grandiosen Spiels offenbaren wird.

Trailer

Szenenbild aus Her

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