05.02.2020 Couch
von Oliver Humke

Es gibt zwei Dinge, die die Menschen verzaubern und zu Herzen rühren, aufwühlen, erschrecken oder bewegen können: Filme und Musik. Wenn diese beiden faszinierenden äußerlichen Einflüsse auf Gehör, Augen und Geist zusammentreffen, können wunderbare Momente entstehen.


Kevin Costner verzauberte uns in diesem romantischen Film an der Seite der Sängerin Whitney Houston, die in dem Film eine Sängerin spielte, deren Leben bedroht wurde. Ihr Bodyguard - gespielt von eben jenem Kevin Costner - rettet ihr nicht nur das Leben. Er stielt auch ihr Herz. Den Soundtrack dazu kennt heute noch jedes Kind - auch wenn bei weitem nicht mehr jedes Kind diesen Streifen aus dem Jahre 1992 kennt. Whitney Houstons grandiose Ballade „I Will Always Love You“ ist bis heute mit Sicherheit einer der akustischen Höhepunkte im Kino gewesen. Das sahen auch die Fans so. Dank mehr als 43 Millionen verkaufter Tonträger ist der Soundtrack zu „Bodyguard“ bis heute der meistverkaufte Soundtrack aller Zeiten.


„Dirty Dancing“ - Ein Kultfilm, mit dem niemand rechnete


Dass „Dirty Dancing“ zu einem absoluten Kultfilm weltweit avancierte, lag an zwei Dingen. Natürlich wäre da zunächst die wunderbar einfache, dafür aber umso charmantere Art, wie die Charaktere im Film dargestellt wurden - inklusive kleinerer Unsicherheiten und Schwächen, wie wir sie bei dem Satz „Ich habe eine Wassermelone getragen“ direkt wieder vor Augen haben. Doch gerade diese Schwächen, die hier offen gezeigt wurden, machten das Filmspektakel aus dem Jahr 1987 mit Jennifer Grey und Patrick Swayze so charmant. Der zweite Punkt dabei ist natürlich der Soundtrack. „She's Like The Wind“ beispielsweise ist bis heute ein echter Klassiker, den jeder kennt.


„Armageddon“ - Es muss nicht immer eine reine Romanze sein


Dass auch Actioner ihre romantischen Momente und dazugehörend wunderbare Musik haben können, zeigt der Bruce Willis-Streifen „Armageddon“. Eine Gruppe von Bohrspezialisten soll auf einen Meteoriten geschossen werden, der auf direktem Weg zur Kollision mit der Erde ist. Das Resultat wäre das Aussterben allen Lebens auf der Erde. Doch Bruce Willis und seine Crew haben etwas dagegen und natürlich schaffen sie es, den Tag des Jüngsten Gerichts noch etwas hinauszuzögern. Soweit die wenig überraschende aber dennoch sehr schön in Szene gesetzte Handlung.

Allerdings gibt es da eine ganz bestimmte Szene in diesem Film, die auch hartgesottene Actionliebhaber gerührt haben dürfte. Kurz vor der Abreise des Trupps ins Weltall bekommen die Techniker einen Tag Urlaub zugesprochen. Ein Mitglied der Crew hat sich mit der Tochter des Chefs eingelassen und verbringt diesen Tag mit ihr. Der unter anderem dazu gespielte Soundtrack von Aerosmith „I Don't Wanna Miss A Thing“ ist bis heute ein absoluter Meilenstein in Sachen Filmmusik.


„Titanic“ - Vorhersehbares Ende, aber der Soundtrack ist genial


Spaß beiseite - natürlich wird es niemals eine „Titanic“-Verfilmung geben, in welcher der Kahn am Ende eben doch sicher am Zielhafen ankommt. Das haben Verfilmungen von wahren Ereignissen nun einmal so an sich, sie kommen mit einem vorgeschriebenen Ende daher. Doch was Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in dem 194 Minuten-Film aus der Katastrophe des Luxus-Liners gemacht haben, kann sich bis heute sehen lassen. Neben der Klasse der Schauspieler hat aber noch jemand Anderes damals im Kino und noch vor dem Fernseher die Menschen bei diesem Film verzaubert. Den Soundtrack „My Heart Will Go On“ von Céline Dion werden Millionen Menschen weltweit schon an den ersten Tönen erkennen können.


„50 erste Dates“ - Komödie mit überraschend viel Tiefgang


Dies ist einer der zahlreichen Filme mit Adam Sandler, in denen der Komiker eben nicht nur witzig ist, sondern auch eine Menge Tiefgang mitbringt. Die Geschichte handelt von dem Aufreißer Henry Roth. Der Tierarzt landet außergewöhnlich gut bei Frauen und nutzt das aus, wo er nur kann. Dann lernt er Lucy Whitmore - gespielt von Drew Barrymore - kennen und verliebt sich in sie. Dabei gibt es nur ein Problem: Lucy hat aufgrund eines Unfalls kein Kurzzeitgedächtnis mehr oder besser gesagt - wenn sie morgens aufsteht, hat sie alles, was am Tag davor passiert ist, wieder vergessen.

Das Ganze führt natürlich zu einigen sehr witzigen Wendungen, aber eben auch zu einer unter dem Strich wunderschönen Liebesgeschichte. Ein Lied aus dem Soundtrack ist noch Jahre später ein echter Hit. Mittlerweile kennen wahrscheinlich sogar mehr Menschen weltweit das Lied als den Film selbst. Das dürfte auch daran liegen, dass „Somewhere Over The Rainbow“ noch Jahre später zu einem echten Chart-Hit wurde. Übrigens: Die sanften Klänge auf der Ukulele kommen durch die Spielvariante des Fingerpicking zu Stande. Eine Art Gitarre oder andere Seiteninstrumente zu spielen, die man durchaus erlernen kann. Mit Sicherheit eine schöne Möglichkeit, dem Partner eine romantische Freude zu bereiten.


Die Musikbranche ist im Wandel - aber die Liebe zur Filmmusik bleibt

© Adobe Stock / Dragana Gordic

Die Musikbranche geht in den letzten Jahren immer mehr mit der Zeit. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass im Jahr 2018 die Zahl der verkauften digitalen Musikstücke größer war als die Zahl der auf physischen Tonträgern wie CDs verkauften Tonträger. Tendenz steigend. Doch trotzdem hält sich die Faszination der Menschen für schöne Filmmusik. So wundert es kaum, dass jedes Jahr unter den meistverkauften Alben auch immer mal wieder das eine oder andere Album aus dem Bereich der Filmmusik zu finden ist. Das ist auch kein Wunder. Sind doch Filme - egal ob nun romantischer Natur, Actionfilme, Krimis oder Komödien, doch etwas was uns berührt und uns in eine wunderbare andere Welt entführt.

Es ist ein Moment des Friedens und der Ruhe in einer viel zu hektischen Welt, wenn sich die roten Vorhänge im Kino vor der Leinwand auseinanderschieben und der Hauptfilm beginnt. In diesem Moment sind die Handys ausgeschaltet und die Gedanken sind nicht bei der Arbeit, nicht bei der nächsten Verpflichtung oder dem nächsten Termin. In diesen Momenten leben wir im hier und jetzt.
Wenn dann der Film auch noch Szenen mitbringt, die uns wirklich berühren oder beeindrucken und wenn diese dazu auch noch mit Liedern hinterlegt sind, die bis ins Herz hinabklingen. Dann haben wir den neuen perfekten Soundtrack gefunden und können ihn einreihen in die lange Reihe der perfekten Filmmusikinszenierungen.