11.12.2020
von Wencke Schimmelpfennig, Dominique Rose und Tyler Süß

Auch wenn 2020 nicht unbedingt das Jahr ist, an das man sich gerne zurückerinnern will, haben diese wirren und ungewöhnlichen Monate doch auch einige gute Dinge hervorgebracht. So können wir trotz monatelang geschlossener Kinos doch auf eine beachtliche Zahl an herausragenden Filmen zurückblicken.


Das Jahr 2020 startete direkt im Januar mit einem der wohl besten Blockbuster-Filme des Jahres. Sam Mendes' spannendes Kriegsepos erzählt die dramatische Geschichte zweier junger britischer Soldaten, die als Meldegänger so schnell wie möglich die Westfront erreichen müssen, um ihre Kameraden vor einer Katastrophe zu bewahren. Denn an der Front haben die deutschen Truppen bereits einen Hinterhalt geplant, der knapp 1600 Soldaten das Leben kosten könnte, sollten die beiden Soldaten ihren Auftrag nicht erfüllen. Dabei geraten die beiden jedoch in so manche gefährliche Situation, die ihr Unterfangen fast aussichtslos erscheinen lässt.
 
Das Kriegsdrama „1917“ ist nicht nur wegen seiner unheimlich spannenden Story, einer der herausragendsten Filme der letzten Jahre, sondern vor allem durch seine unglaubliche One-Cut-Technik. Dadurch ist der Film ist so gedreht und geschnitten, dass sich die Handlung für den Zuschauer in Echtzeit abspielt. So fiebern wir noch intensiver mit den beiden Protagonisten, hier meisterlich gespielt von George MacKay und Dean-Charles Chapman, mit und haben unmittelbar teil an den bildgewaltigen und brutalen Kampfhandlungen. Neben der Auszeichnung als Bester Film bei den Golden Globe Awards 2020 brachte es das imposante Kriegsdrama „1917“ auf insgesamt zehn Oscarnominierungen, wobei er vollkommen zu Recht den Oscar in den Kategorien „Beste Kamera“, „Bester Ton“ sowie für die „Besten visuellen Effekte“ einfahren konnte.


Tenet


Auch wenn das Jahr 2020 vor allem in Sachen Kinofilm nicht wirklich rosig aussah, so sticht ein Werk wohl besonders hervor und verdient deshalb einen ganz besonderen Platz in unserer Liste der besten Filme des Jahres. Die Rede ist selbstverständlich von Christopher Nolans Sci-Fi-Bombast „Tenet“. Immerhin zog das gute Stück über 1.600.000 Zuschauer in die Kinos und war somit eigentlich der perfekte Auftakt für die Wiederbelebung der gebeutelten Kinobetreiber.

Für „Tenet“ stürzt sich Schauspieler John David Washington, bekannt aus „BlacKkKlansman“, als namenloser Protagonist Hals über Kopf in eine geheime Agentenmission. Nur mit dem Wort „Tenet“ bewaffnet, soll er sich Zugang zu den reichsten und mächtigsten Personen der Welt verschaffen und so kurzerhand den Dritten Weltkrieg verhindern. Unterstützung bekommt er dabei von dem Briten Neil, der weitaus mehr von der Mission zu wissen scheint, als er vorgibt.

Regisseur Christopher Nolan hat das Filmemachen einfach drauf. Schon in seinen vorherigen Sci-Fi-Werken widmete er sich komplexen Themen, wie beispielsweise den verschiedenen Bewusstseinsebenen in Träumen oder der hoch komplizierten Quantenphysik. Und auch sein neuestes Werk beschäftigt sich mit nichts Geringerem als verwirrenden Zeitparadoxien. Fans des Altmeisters dürfen sich also wieder auf ein atemberaubendes Spektakel gefasst machen, das bei dem ein oder anderen Zuschauer sicherlich mehr Fragen aufwerfen, als beantworten wird.


Da 5 Bloods

© Netflix

Mit seinem Film „Da 5 Bloods“ bewegt sich Regisseur Spike Lee in einem Gemenge aus Vergangenheit und Gegenwart. Er skizziert hier zum einen die Schicksale einiger schwarzer Soldaten, die im Vietnamkrieg ihr Leben für ihr Land riskierten, obwohl gleichzeitig Afroamerikaner*innen in den USA unterdrückt und ihre Vorbilder, wie Martin Luther King, ermordet wurden. Zum anderen greift er ganz aktuelle Gesellschaftskritik, wie die Black Lives Matter-Bewegung, auf.
 
Verpackt wird dieses politisch hochaufgeladene Paket in einen Action-Abenteuer-Film, in dem vier ehemalige afroamerikanische Soldaten nach Vietnam zurückkehren. Sie wollen hier nach den Überresten ihres Kameraden suchen, um diese zurück in die USA zu bringen. Doch verbirgt sich hinter ihrem Trip noch ein anderes Vorhaben, denn nahe der provisorischen Grabstätte ihres Gefährten befindet sich eine riesige Menge an Goldbarren, die sie damals dort versteckt haben und die es nun ebenfalls zu bergen gilt. Ihr Ausflug in den Dschungel Vietnams wird jedoch gefährlicher als zunächst erwartet, denn das Gelände ist von Minen übersät und zudem warten noch ganz andere Gefahren auf die Ex-GIs.  


The Trial of the Chicago 7

© Netflix

Einer der wohl interessantesten Filmhits des Jahres ist der Netflix-Thriller „The Trial of the Chicago 7“. Dieser erzählt die wahre Geschichte von acht Männern, die, ohne sich zu kennen und mit unterschiedlichen politischen Hintergründen und Motiven, nach Chicago reisen, um dort anlässlich des Parteitags der Demokraten gegen den Vietnamkrieg zu demonstrieren.
 
Trotz der großen Mobilisierung an Demonstrant*innen handelt es sich bei diesem Ereignis aus dem Jahr 1968 um eine sehr friedvolle Veranstaltung. Zumindest bis das Fehlverhalten der Polizist*innen zu schweren Ausschreitungen und Krawallen führt, bei denen nicht nur Demonstrant*innen, sondern auch Journalist*innen verletzt werden. Als Rädelsführer werden später sieben junge Männer vor Gericht gestellt, denen diese Ausschreitungen angehängt werden sollen.
 
„The Trial of the Chicago 7“ ist im Vordergrund der diesjährigen US-Wahlen ein höchst aktueller Film, der nicht nur erschreckend viele Bezüge zur aktuellen Situation in den USA aufweist, sondern zudem durch großartige schauspielerische Leistungen begeistert. So sehen wir hier unter anderem Eddie Redmayne, Sascha Baron Cohen und Jeremy Strong in den Hauptrollen der jungen Demonstranten.


The Devil All the Time

© Netflix

Erneut hat der Streamingdienst Netflix dieses Jahr die Messlatte für herausragende Filme sehr hoch gelegt. Einer von ihnen ist der Thriller „The Devil All the Time“ von Regisseur Antonio Campos, der auf dem gleichnamigen Kurzgeschichtenband von Autor Donald Ray Pollock basiert.
 
Von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und seinen Schrecken gezeichnet, kehrt Willard Russel in seine Heimat im mittelwestlichen Hinterland der USA zurück. In die scheinbar friedliche Normalität zurückgekehrt, muss Willard jedoch bald feststellen, dass auch hier das Leben von gottloser Unmenschlichkeit und Grausamkeit geprägt ist. So zeichnet der Film ein sehr pessimistisches Bild der Menschheit, die immer mehr zu verkommen und zu verrohen droht. Willards Sohn Arvin versucht dennoch das Unheil von seiner Familie fernzuhalten, auch wenn er dafür selbst zu extremen Mitteln greifen muss.
 
Campos düsterer und brutaler Thriller „The Devil All the Time“ ist nicht nur sehr vielschichtig und schlägt äußerst auf das eigene Gemüt, sondern begeistert zudem durch einen fantastischen Cast, der einige Hollywood-Größen unter sich versammelt. Besonders herausstechend sind hier jedoch die Performances von Tom Holland in der Rolle des Arvin Russel und Robert Pattinson als Prediger Preston Teagardin.


Enola Holmes

© Netflix

In unserer Liste der besten Filme des Jahres 2020 befinden sich aber nicht nur Action- und sozialkritische Filme. Mit dem Netflix-Streifen „Enola Holmes“ haben wir ein Werk ausgewählt, das eine angenehme Unterhaltung verspricht. Zwar wird auch hier ein gesellschaftskritisches Thema angeschnitten, nämlich das im 19. Jahrhundert vorherrschende Bild der Frau, jedoch wirkt es dank knackiger Sprüche und feinem Humor äußerst erfrischend.

In „Enola Holmes“ begleiten wir Enola, die kleine Schwester der Holmes-Brüder Sherlock und Mycroft. Bislang wurde sie in dem Anwesen ihrer Familie von ihrer Mutter groß gezogen, doch ausgerechnet an ihrem 16. Geburtstag verschwindet diese spurlos und hinterlässt ihr lediglich ein unscheinbar wirkendes Geschenk. Da sie von ihren Brüdern nicht sonderlich viel Hilfe zu erwarten braucht, vor allem Mycroft ist nur daran interessiert, aus der Sache mit wenig Schaden hervorzugehen und will Enola deshalb in ein Mädcheninternat bringen, muss sie sich selbst auf die Suche nach ihrer Mutter machen. Zum Glück ist sie in Sachen detaillierter Auffassungsgabe und Klugheit so gesegnet wie ihr Bruder Sherlock, denn auf ihrem Abenteuer gibt es noch einen weitaus kniffligeren Fall zu lösen.

Vergleiche mit der erfolgreichen „Sherlock“-Serie, in der Benedict Cumberbatch die Hauptrolle gibt, bleiben natürlich nicht aus, der Fokus von „Enola Holmes“ liegt aber definitiv auf der namensgebenden Protagonistin, die hier hervorragend von „Stranger Things“-Star Millie Bobby Brown verkörpert wird.


Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung


Der Macher von „Ice Age“ und „Rio“, Nick Bruno, hat wieder zugeschlagen und mit „Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung“ einen weiteren Animationshit geschaffen, der nur so vor Witz und Absurdität strotzt.
 
Das spannende Animationsabenteuer dreht sich um den Geheimagenten Lance Sterling, der einem James Bond in Sachen Coolness, Cleverness und Charme in nichts nachsteht. Schon unzählige Male hat er die Welt vor dem Bösen bewahrt, an seiner Seite seinen treuen Gehilfen Walter, ein wahres Genie, das bereits mit 15 Jahren das MIT abgeschlossen hat. Mit seinen ausgeklügelten Erfindungen ist er Lance Sterling stets behilflich. Doch eines Tages geht ein Experiment gewaltig schief und verwandelt Lance unfreiwillig in eine Taube. Dieser steht jedoch kurz vor einer sehr wichtigen Mission, die auf gar keinen Fall scheitern darf. Doch mit Teamwork und der nun passenden Verkleidung nehmen es Geheimagent Lance Sterling und sein Gehilfe Walter trotzdem mit den Bösewichten auf.
 
„Spione Undercover“ begeistert durch den gleichen unverkennbaren Humor, den auch schon die „Ice Age“-Filme, mit ihren skurrilen wie liebenswürdigen Charakteren, beherrscht haben und wird so zu einem Spaß für die ganze Familie.


Bloodshot


Natürlich darf es auch 2020 nicht an ordentlichen Actionern in unserer Liste der besten Filme des Jahres fehlen. Und wer wäre da prädestinierter als Action-Star Vin Diesel, der für „Bloodshot“ in die Rolle eines auf Rache sinnenden Antihelden schlüpft?
 
Der Elitesoldat Ray Garrison und seine Frau werden Opfer eines psychopathischen Killers, doch Ray überlebt den Anschlag trotz eines direkten Kopfschusses. Ohne Erinnerungen an sein vorheriges Leben erwacht er in einem Krankenhaus, wo er von Militärärzten behandelt wurde. Diese haben ihn nicht nur wieder zum Leben erweckt, sondern ihn mit Hilfe von Nanotechnologie in eine wahre Kampfmaschine verwandelt. Ray verfügt nun über übernatürliche Fähigkeiten, die ihn schier unbesiegbar machen.
 
Unter dem Namen Bloodshot soll Ray zu einem Supersoldaten gemacht werden, doch es kommt anders als erwartet, denn Rays Erinnerungen, darunter auch die an seine Frau, kehren langsam zurück und wecken in ihm einen unstillbaren Rachedurst, der die ganze Verschwörung aufdecken soll.
 
Mit „Bloodshot“ zieht der Comicverlag Valiant nun nach und will ebenfalls das schaffen, was Marvel und DC bereits vorgemacht haben. Mit einem Zugpferd, wie Hollywood-Star Vin Diesel, und jeder Menge Adrenalin scheint ihnen dabei ein guter Start gelungen zu sein.


Tyler Rake: Extraction

© Netflix

Noch mehr spannende Action versprach dieses Jahr der Netflix-Film „Tyler Rake: Extraction“, in dem kein Geringerer als Hollywood-Schnuckelchen Chris Hemsworth als gestählter Söldner auftritt. Für ihn geht es in diesem kampfgeladenen Actioner nach Bangladesch, wo er den entführten Sohn eines indischen Drogenbarons aus den Händen seines Konkurrenten befreien soll. Dabei bekommt er es jedoch nicht nur mit den skrupellosen Entführern zu tun, sondern auch mit der rechten Hand des Drogenbosses, der Chris Hemsworth alias Tyler Rake in den Rücken fällt und selbst die Belohnung für die Auslieferung des Goldjungen kassieren will.
 
„Tyler Rake: Extraction“ ist ein Action-Film, wie er im Buche steht. Reduzierte Dialoge und Handlungsstränge, dafür geballte Action mit ausgeklügelten Kampfszenen, die Fans absolut mitreißen werden. „Thor“-Darsteller Chris Hemsworth hat dem Film zudem auch noch seinen eigenen Stempel aufgedrückt und dafür zusammen mit den beiden Produzenten von „Avengers: Endgame“ gearbeitet. So versammelt sich hier ein wahres Spitzengespann aus dem erfolgreichen MCU und sorgt garantiert für gute Unterhaltung.


Familie Willoughby

© Netflix

Mit „Familie Willoughby“ hat Netflix mal wieder einen kunterbunten Animationshit aus der eigenen Produktion hervorgebracht. Verantwortlich war hierfür Regisseur Kris Pearn, der bereits an Erfolgs-Animationsfilmen, wie „Jagdfieber“, „Könige der Wellen“ und „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, mitgewirkt hat. So lassen sich auch bei den Willoughbys einige Ähnlichkeiten erkennen, wobei auch eine kleine Prise Tim Burton in die Produktion geflossen sein könnte.
 
Im Mittelpunkt des skurrilen Abenteuers stehen die vier Willoughby-Kinder, Tim, Jane und die Zwillinge Barnaby A und B, die sich von ihren egoistischen Eltern vernächlässigt fühlen und beschließen sie loszuwerden. Sie träumen davon Waisen zu sein, um endlich selbstbestimmt zu leben und die moderne Welt zu entdecken. In einem heimtückischen Plan schicken sie daher ihre Eltern in einen Urlaub, aus dem sie nie zurückkommen sollen, doch natürlich läuft alles schief und das Leben ohne Eltern erweist sich für die Willoughby-Kinder doch schwieriger als erwartet.
 
Der etwas andere Animationsspaß „Familie Willoughby“ basiert auf dem gefeierten Kinderbuch-Klassiker „Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby (und wie am Ende alle glücklich wurden)“ der Autorin Lois Lowry und wird nicht nur kleine Zuschauer begeistern.


Just Mercy


Deutlich ernster wird es in dem äußerst bewegenden und bedrückenden Drama „Just Mercy“ von Regisseur Destin Daniel Cretton. Im Mittelpunkt des Gerichtsdramas steht ein junger afroamerikanischer Anwalt, der sich trotz seiner ausgezeichneten Noten und seinen lukrativen Jobangeboten dafür entscheidet, sich für eine Initiative einzusetzen, die zu Unrecht Verurteilte Straftäter*innen vertritt. So bekommt er es bald mit dem Fall von Walter McMillian zu tun, der zu Unrecht zum Tode durch den elektrischen Stuhl verurteilt wurde. Dieser soll ein 18-jähriges Mädchen getötet haben, obwohl sein Alibi wasserdicht ist. Er ist lediglich aufgrund einer Zeugenaussage zum Tode verurteilt worden.
 
„Just Mercy“ gehört neben „Fruitvale Station“ und „Queen & Slim“ zu einer ganzen Reihe neuerer Filmproduktionen, die sich mit dem alltäglichen Rassismus gegen PoC auseinandersetzen. Dabei werden besonders schwarze Menschen oftmals Opfer von Vorurteilen und falschen Anschuldigungen, wie auch dieses Drama vermittelt. Damit spricht der Film äußerst kritische und wichtige Themen, wie Polizeigewalt und Justizwillkür an, die besonders in den USA leider noch viel zu sehr verbreitet sind.


David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück

© Universal Pictures

Die äußerst skurrile und kunterbunt inszenierte Verfilmung des Charles Dickens-Romans „David Copperfield“ von Regisseur Armando Iannucci zeichnet sich vor allem durch ihren schräge Humor und die liebenswürdigen wie exzentrischen Charaktere aus.
 
Erzählt wird hier die teils sehr tragische Lebensgeschichte des jungen David Copperfield, der von einem Schicksalsschlag in den nächsten stolpert. Seine prekären Lebenssituationen sind dabei jedoch geprägt von viel Fantasie und seinen ungewöhnlichen Weggefährten. Darunter vor allem seinem ehemaligen Kindermädchen Nanny Peggoty, die in einem umgedrehten Schiff lebt, und seiner exzentrischen Tante Betsey Trotwood, die eine persönliche Fehde gegen die Esel auf ihrem Grundstück führt und mit Mr. Dick einen Mitbewohner beherbergt, dessen Kopf von den Gedanken Karl I. heimgesucht wird.
 
David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück“ ist nicht nur ein wunderbares Märchen, das mit viel Fantasie begeistert, sondern auch noch in den unglücklichsten Momenten des jungen Copperfield einen heiteren Humor versprüht. Abgerundet wird dieses filmische Vergnügen nur noch durch den herausragenden Cast des Films, zu dem Tilda Swinton als Tante Betsey Trotwood, „Dr. House“-Star Hugh Laurie als Mr. Dick sowie der gefeierte „Slumdog Millionär“-Darsteller Dev Patel als David Copperfield gehören.


Indies

Im krisengeplagten Jahr 2020 waren es vor allem die unabhängigen Indie-Produktionen, die die spärliche Kinolandschaft dominierten. Dabei führten sie nicht nur in Sachen Quantität, sondern bestachen auch durch eine unglaubliche Qualität. So kamen wir dieses Jahr in den Genuss einiger ganz besonderer Meisterwerke, die durch eine unglaubliche Bildgewalt, aber auch teils herzergreifende und schockierende Geschichten begeisterten. Obwohl wir durch die weltweit ausgefallenen Filmfestivals auf so manche Filmperle verzichten mussten, ist 2020 für alle Indie-Film-Liebhaber doch ein verdammt gutes Jahr gewesen und so hätten es durchaus noch mehr Filme verdient gehabt, in diese Liste aufgenommen zu werden.


Berlin Alexanderplatz

© Universal Pictures

Eine wirkliche Überraschung war dieses Jahr die deutsch-niederländische Produktion „Berlin Alexanderplatz“ von Regisseur Burhan Qurbani. Die Neuinszenierung des Alfred Döblin Romans überzeugt mit solch einer Bildgewalt und Ästhetik, wie man sie eher bei ausländischen Produktionen vermuten würde.
 
Es sind jedoch nicht nur die aussagekräftigen Bilder des Films, die hier überzeugen, sondern vor allem auch die innovative Neuinszenierung der klassischen Geschichte um Franz Biberkopf. In unsere heutige Zeit versetzt, steht der Geflüchtete Francis im Mittelpunkt der Handlung, der nur mit Glück dem sicheren Tod im Mittelmeer entgangen ist und sich nun in Berlin ein neues Leben aufbauen will. Dafür schwört er ab nun ein guter Mensch zu sein. Doch er wird zu einem weiteren Opfer des Systems und der Umstände und gerät so aus Verzweiflung immer mehr in die Spirale aus Gewalt und Verbrechen. Nach und nach muss Francis seine Hoffnungen und guten Vorsätze über Bord werfen und auch seine tragische Vergangenheit bleibt sein ständiger Begleiter.
 
„Berlin Alexanderplatz“ vermag es nicht nur seine Nähe zum deutschen Klassiker beizubehalten, sondern den Stoff auch noch in ein höchst aktuelles Szenario einzubetten, was den Film definitiv zum besten deutschen Film des Jahres 2020 macht.


Jojo Rabbit

© Walt Disney

Eine der absoluten Indie-Granaten des Jahres entstammt dem neuseeländischen Ausnahmetalent Taika Waititi, der bereits zuvor mit seinen Produktionen für Aufsehen sorgte und zuletzt sogar an Disneys neuem „Star Wars“-Ableger „The Mandalorian“ beteiligt war.

Jojo Rabbit“ ist ein weiterer Film über den Zweiten Weltkrieg, doch zugleich ein nie dagewesener. Das satirische Drama rund um einen 10-jährigen Jungen, der ein begeistertes Mitglied der Hitlerjugend ist und zudem auch noch Adolf Hitler höchstpersönlich, hier grandios dargestellt von Taika Waititi, zum imaginären Freund hat, überzeugt gleich auf mehreren Ebenen. Gerade die Absurditäten des Films lassen die Schrecken des Nazi-Regimes noch überwältigender erscheinen, auch wenn die Darstellung oftmals überrascht und befremdet. So beispielsweise der positiv dargestellte, doch auch fanatische Hitlerjunge Jojo, der feststellen muss, dass seine geliebte Mutter, gespielt von der wunderbaren Scarlett Johansson, eine Jüdin in ihrem Haus versteckt hat. Nicht nur dieser Umstand, sondern auch seine plötzlich aufkeimenden Gefühle für das junge Mädchen stellen das Weltbild des kleinen Jojo ganz schön auf den Kopf.
 
„Jojo Rabbit“ ist trotz oder gerade wegen seiner Entdämonisierung der Nazis und der darauffolgenden Desillusionierung des Zuschauers ein Plädoyer für die Menschlichkeit und überzeugt vor allem in den großartig besetzten Nebenrollen.


Little Women

© Sony Pictures

Romanverfilmungen waren dieses Jahr wieder stark im Kommen und so erhielt auch der Klassiker von Louisa May AlcottLittle Women“ eine starbesetzte Auffrischungskur. Noch bevor der Film erschien, waren die Erwartungen hoch, hatte sich doch „Lady Bird“-Regisseurin Greta Gerwig diesem Projekt angenommen und mit Saoirse Ronan, Timothée Chalamet, Florence Pugh und Emma Watson das Who is Who der jungen Schauspielriege versammelt.
 
Das Historiendrama folgt den vier March Schwestern, die alle ganz eigene Vorstellungen von ihrem Leben haben, aber dennoch durch ein starkes und unzertrennliches Band miteinander verbunden sind. Die eigensinnigen jungen Frauen lehnen sich gegen das patriarchale System ihrer Zeit auf, um selbst bestimmen zu können, wen sie lieben und was sie arbeiten wollen. Vor allem die ambitionierte Jo, die unerschrocken ihrem Traum von der Schriftstellerei nachjagt, sticht hier heraus, wobei auch sie lernen muss, dass sie vor der Liebe nicht gefeit ist.
 
Gerade das Dreiergespann aus Ronan, Chalamet und Pugh trägt diesen Film auf eine höhere Ebene und lässt ihn aus seinen vorangegangenen Adaptionen hervortreten. Auch Laura Dern und Meryl Streep sind hier wieder einmal in großartigen Darbietungen zu sehen, während die Leistung von Emma Watson hingegen erschreckend blass wirkt.


Milla Meets Moses


Das australische Drama „Milla Meets Moses“ ist ein typischer Coming-of-Age-Film, aber gleichzeitig auch wieder nicht, da er sich Abseits von sämtlichen Klischees bewegt. Im Mittelpunkt der Handlung steht die schwerkranke Teenagerin Milla, die eher durch einen Zufall auf den etwas chaotischen und drogensüchtigen Moses trifft. Am Anfang geht es der rebellischen Milla wohl mehr darum mit Moses ihre Eltern zu schockieren. Diese sind jedoch viel abgeklärter, als die meisten Eltern, und lassen Milla ihre Spielchen durchgehen. Doch für die Teenagerin verändert sich mit Moses etwas Entscheidendes, denn sie beginnt wirklich sich in diesen chaotischen Typen zu verlieben und auch ihre Eltern bemerken seinen positiven Einfluss.
 
Im Gegensatz zu Filmen der gleichen Spielart, wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und „Drei Schritte zu Dir“, überrascht der Film von Regisseurin Shannon Murphy mit einer unkonventionellen und nicht ganz so vorhersehbaren Entwicklung der Geschichte und bricht so mit gängigen Klischees. Gerade die rebellische Milla und auch der in kein Schema passende Moses, der Milla zunächst eigentlich nur ausnutzt, sind hier keine typischen Sympathieträger. Trotzdem überzeugt der Film durch seine ganz eigene Emotionalität und Schönheit, auch wenn Milla und Moses wahrlich kein Bilderbuchtraumpaar sind.


I'm Thinking of Ending Things

© Netflix

Obwohl sie noch nicht lange mit ihrem Freund Jake zusammen ist und bereits über eine Trennung von ihm nachdenkt, entschließt sich eine junge Frau zu einem gemeinsamen Besuch seiner Eltern auf deren Farm. So viel zur Handlung. Doch um eben diese geht es in dem neuen kopfzerbrechenden filmischen Meisterwerk von Regisseur Charlie Kaufman eher nebensächlich.
 
I'm Thinking of Ending Things“ ist wahrlich keine leichte Kost für die grauen Zellen, die hier ordentlich durcheinandergewirbelt werden. Denn je länger sich die junge Protagonistin im Haus von Jakes Eltern aufhält, umso undurchsichtiger und verwirrender werden die Dinge um sie herum. Gefangen in mehreren Zeitebenen aus Erinnerungsfetzen, Gedankenspielen und der puren menschlichen Vorstellungskraft beginnt sie nicht nur die Personen und Dinge in ihrer Umgebung, sondern auch sich selbst in Frage zu stellen.
 
Das obskure Drama von Charlie Kaufman lebt jedoch nicht allein von seiner fantastischen Reise in die menschliche Psyche und Vorstellungswelt, herausragend sind hier vor allem die zumeist namenlos bleibenden Protagonist*innen, meisterlich gespielt von Jessie Buckley, Jesse Plemons, Toni Collette und David Thewlis. Auch wenn „I'm Thinking of Ending Things“ bestimmt eine weitere Sichtung braucht, eröffnen sich uns hier immer mehr neue und faszinierende Ansätze, Facetten und Deutungsweisen.


The Hunt


Natürlich darf in einem solch chaotischen und destruktiven Jahr wie dem vergangenen auch der mit Abstand skandalöseste Film aus 2020 nicht in unserer Bestenliste fehlen - auch wenn wir uns nach Sichtung von „The Hunt“ ob der Idiotie des Menschen mal wieder bestürzt an den Kopf fassen müssen. Noch vor Release wurde der schwarzhumorig satirische Actioner von Regisseur Craig Zobel (natürlich) vor allem in den USA als Verhöhnung der unanfechtbaren Heiligkeit der Waffenlobby kritisiert. Trumpycat stand sogar kurz davor, den Streifen komplett zu verbieten - so weit ist es in unserer Welt schon gekommen.

Tatsächlich macht Zobel samt Starensemble so ziemlich alles richtig, um die redneckische Obrigkeit der Vereinigten Staaten mal so richtig vorzuführen. Monströs brutal und schonungslos erinnert diese brillante Farce nicht selten an Drew GoddardsCabin in the Woods“!

Ohne Kurzzeitgedächtnis, dafür aber mit einem Knebel im Mund wacht eine Gruppe von Unbekannten in einem abgelegenen Waldstück auf. Auf einer Lichtung im Zentrum des Waldes wartet eine Kiste mit Waffen auf sie, die sie gern zur Selbstverteidigung nutzen dürfen - auch wenn ihnen das nicht allzu sehr hilft. Einzig der toughen Crystal (Betty Gilpin) gelingt es schließlich, sich aus dem Wald zu retten. Statt aber zu fliehen, beschließt sie, nach Antworten auf ihre Situation zu suchen - und kommt einer gewaltigen Verschwörung auf die Schliche, die vor allem die gierige Elite des Landes betrifft...


Emma

© Universal Pictures

Mit „Emma“ hat es noch eine weitere Neuinszenierung eines Romanklassikers in unser Liste der besten Indie-Filme des Jahres 2020 geschafft. Die Jane Austen-Verfilmung von Regisseurin Autumn de Wilde besticht nicht nur mit wunderbaren Kostümen, sondern vor allem durch seine talentierte Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy, die spätestens nach Robert EggersThe Witch“ sowie durch ihre Serienrolle in der Netflix-Serie „Das Damengambit“ zu einer der aufstrebenden Jungschauspielerinnen unserer Zeit avancierte.
 
„Emma“ erzählt die Geschichte einer intelligenten jungen Frau, die aus wohlsituierten Verhältnissen stammt und es sich zum Zeitvertreib erklärt hat, die Menschen in ihrer Umgebung in ihre Verkupplungsspielereien zu verwickeln. Dadurch stiftet sie jedoch einiges an Unruhe und sorgt für einige gebrochen Herzen und Egos. Obwohl sie sich selbst romantischer Gefühle verweigert, muss sie bald feststellen, dass auch vor ihr die Liebe nicht haltmacht.
 
Das komödiantische Historiendrama überzeugt durch jede Menge Witz und einen satirischen Blick auf die uns mittlerweile fremdgewordenen gesellschaftlichen Konventionen dieser Zeit. Wobei vor allem Anya Taylor-Joy als Emma und Bill Nighy als ihr Vater durch ihren unvergleichlichen Charme und ihre skurrilen Eigenarten zum Erfolg des Films beitragen.


Für Sama


Mit „Für Sama“ hat es eine der herausragendsten Dokumentationen der letzten Jahre in unsere Liste geschafft, die uns einen äußerst bewegenden und intimen Einblick in den syrischen Bürgerkrieg gewährt. Die junge Mutter Waad al-Kateabs zeigt dabei einen sehr privaten und vor allem weiblichen Blick auf das schreckliche Kriegsgeschehen in Syrien. Die junge Frau begleitet ihren ungewöhnlichen Alltag im kriegsgebeutelten Aleppo selbst mit der Kamera und fängt so ganz neue und teilweise sehr erschreckende Bilder ein.
 
Während viele Menschen Syrien längst verlassen haben, weigert sich Waad al-Kateabs ihre Heimat zu verlassen und kämpft weiter für die Freiheit ihres Landes. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter kämpft sie so tagtäglich weiter einen erbitterten Kampf ums Überleben, die Hoffnung auf Frieden tief in ihrem Herzen verankert.
 
Ihr Film „Für Sama“ zeigt dabei nicht nur den Beginn und Verlauf des syrischen Bürgerkrieges, sondern lässt uns sehr intime Momente der Familie miterleben. Wir werden Zeugen der Geburt ihrer kleinen Tochter Sama, der dieser Film gewidmet ist. So sind es nicht nur Bilder der Zerstörung und des Krieges, sondern auch der Trauer, des Verlustes und auch der Freude, die die junge Frau mit ihrer Kamera einfängt.


His House

© Netflix

Den besten Horrorfilm des Jahres gibt's ganz ohne jede Frage exklusiv bei Netflix! Im herausragenden Mix aus schockgeladenem Haunted House-Grusel und existenziellem Beziehungsdrama begleiten wir in „His House“ das Flüchtlingspaar Bol und Rial Majur. Um dem Krieg in ihrer Heimat zu entkommen, wählten die beiden die gefährliche Flucht übers Mittelmeer, landeten schließlich über Umwege in England. Als vor allem Bol bereits fest damit rechnet, von den Behörden in den Sudan zurückgeschickt zu werden, kommt plötzlich alles ganz anders: Bol und Rial wird ein Haus zugewiesen, über das sie sich langsam aber sicher in die Gesellschaft eingliedern sollen.

Schon nach wenigen Tagen in ihrer neuen, reichlich verwahrlosten Unterkunft folgt den beiden jedoch der Schrecken des Krieges nach. Eine übernatürliche, finstere Macht scheint dem Haus innezuwohnen - doch Bol und Rial denken nicht mal im Traum daran, ihr neues Glück wieder aufzugeben. Als die abergläubische Rial schließlich die Wurzeln allen Übels zu erkennen meint, scheint bereits alles verloren.

Zieht man mal den dramatisch emotionalen, hochaktuellen und gesellschaftskritischen Unterbau ab, der „His House“ letztlich so arg besonders macht, bleiben finsterste, sinistre Schockmomente, die unter die Haut gehen. Wenn sich das Wesen einen Weg durch die Wände bahnt, mit Licht und Schatten experimentiert wird und unsere beiden tragischen Hauptfiguren dem Wahn verfallen, darf sich die Mainstream-Konkurrenz gut und gern mal verstecken.


Corpus Christi

 
Das polnische Filmdrama „Corpus Christi“ von Regisseur Jan Komasa begeisterte dieses Jahr nicht nur durch seine schier unglaubliche und auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte, sondern zeigt auch Hauptdarsteller Bartosz Bielenia in einer herausragenden Rolle.
 
Der 20-jährige Daniel ist in der Vergangenheit bereits durch einige Straftaten auffällig geworden und verbringt daher auch einige Zeit in einer Jugendstrafanstalt. Hier wurde er jedoch auf die Pfade Gottes geführt und er will fortan ein anständiges Leben führen. Aus seinem Wunsch Priester zu werden, wird jedoch auf Grund seiner Vorstrafen nichts. Durch einen wundersamen Zufall gerät der junge Mann nach seiner Entlassung jedoch in eine kleine Gemeinde, in der er sich als neuer Priester ausgibt. Und tatsächlich bewirkt der nach Außen so tugendhaft wirkende Daniel einige positive Veränderungen in dem kleinen Dorf.
 
„Corpus Christi“ stellt seinen Protagonisten immer wieder vor neue Herausforderungen und zeigt diese ambivalente Persönlichkeit in seinem inneren Kampf zwischen tugendhaftem Äußeren und schuldbelastetem Inneren. So bewegt sich das Drama zwischen Themen, wie Schuld, Moral und Vergebung.


Niemals Selten Manchmal Immer

© Universal Pictures

Meistens sind es sehr ernste und höchstaktuelle Themen, die unsere besten Indie-Produktionen des Jahres beschäftigen, so auch Regisseurin Eliza Hittman in ihrem Drama „Niemals Selten Manchmal Immer“. Der Film behandelt die Probleme vor allem junger Frauen unter den komplizierten Abtreibungsgesetzen der USA.
 
Im Zentrum der Handlung steht die 17-jährige Autumn, die eines Tages feststellt, dass sie ungewollt schwanger ist. Eine Abtreibung ist in ihrem Bundesstaat jedoch nur mit der Erlaubnis der Eltern möglich, die jedoch nichts von Autumns Zustand erfahren sollen. Unterstützung erfährt sie nur von ihrer Cousine Skylar. Gemeinsam kratzen sie all ihr Geld zusammen und machen sich auf den Weg nach New York, um dort den Eingriff vornehmen zu lassen, dabei stoßen sie jedoch auf jede Menge weiterer Probleme und sehen sich einem System gegenüber, das ihnen fast schon feindlich gesinnt zu sein scheint.
 
Die beiden jungen Frauen Autumn und Skylar, gespielt von Sidney Flanigan und Talia Ryder, zeichnen sich vor allem durch ihren unerschrockenen Zusammenhalt aus. Doch damit allein lassen sich die gravierenden Missstände nicht beseitigen, denn zu oft werden Frauen mit ihren Problemen alleingelassen und sogar für ihre Entscheidungen noch verurteilt.


Monos - Zwischen Himmel und Hölle

© Leonine

Ein echtes Kino-Highlight war dieses Jahr der kolumbianische Film „Monos - Zwischen Himmel und Hölle“ über eine jugendliche Guerilla-Einheit, die sich in den Tiefen des Amazonas-Regenwaldes verschanzt hat. Das Drama fasziniert nicht nur mit atemberaubenden Szenerien und Bildern, sondern wird auch noch durch einen mehr als bedrückenden, aber auch stimmungsvollen Soundtrack unterstützt. „Monos“ ist wahrlich für die große Leinwand gemacht.
 
Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Gruppe Jugendlicher, die sich in einer paramilitärischen Einheit formiert haben, die von einer nicht weiter benannten Organisation kontrolliert wird. Ihr Alltag ist von Gewalt und Spannungen innerhalb der Gruppe geprägt und führt sie oftmals an den Rand der Verzweiflung. Als ihnen eines Tages die Aufsicht über eine amerikanische Geisel übertragen wird, überschlagen sich die Ereignisse und der fehlende Zusammenhalt der Truppe tritt deutlich zu Tage.
 
Das kolumbianische Drama aus der Feder von Alexis Dos Santos und Alejandro Landes ist grob an den englischen Klassiker von William Golding „Herr der Fliegen“ angelehnt und unternimmt den Versuch einer neuen Gesellschaftsform ohne die Anleitung von Erwachsenen. Ähnlich wie im Roman scheitert auch dieses Experiment an den individuellen Charakteren und den unweigerlichen Konflikten innerhalb der Gruppe.

Trailer

Szenenbild aus Her

Her