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04.12.2019, von Wencke Schimmelpfennig

Die besten Filme 2019: Von Blockbuster bis Independent

Es wird höchste Zeit, die Highlights des Kinojahres 2019 Revue passieren zu lassen. Vom Marvel-Blockbuster bis hin zum koreanischen Indie-Giganten ist hier alles mit dabei!
Höchste Zeit also, die Highlights des Kinojahres 2019 einmal Revue passieren zu lassen. Ob Marvel-Blockbuster, neuaufgelegter Disney-Klassiker, musikalisches Biopic oder koreanischer Indie-Gigant, in unserer Liste der besten beziehungsweise erfolgreichsten Filme 2019 wird für jeden Filmfan etwas dabei sein. Und falls ihr dieses Jahr etwas kinofaul wart, könnt ihr diese Liste getrost im neuen Jahr abarbeiten. Ihr solltet euch allerdings ein klein wenig ranhalten, schon im Januar 2020 starten passend zur Verkündung der Oscar-Nominierungen bereits die nächsten Favoriten in den Kinos durch!

 

Die besten Filme 2019: Blockbuster

 

Die besten Filme 2019: Indies


Blockbuster

Auch im Kalenderjahr 2019 haben uns die Majors um Disney, Universal, Fox und Warner mal wieder unglaublich reich beschenkt. Allein genretechnisch hat quasi jedes Puzzle mindestens ein neues, überragendes Teilstück hinzugewonnen, sei es nun im Horror-, im Action- oder im Comedy-Bereich. Vor allem ist aber deutlich geworden, dass der allgemeine Anspruch wieder merklich gestiegen ist. Oscar-Hits wurden zum Publikumsliebling, talentierte Filmemacher mit neuen, innovativen Visionen höher gehandelt denn je. Während wir uns also schon nervös wartend auf die Highlights des neuen Jahres vorbereiten, wollen wir nun noch einmal die Blockbuster-Hits aus 2019 für euch zusammenfassen.



Green Book - Eine besondere Freundschaft

© Universal Pictures

Den Anfang des aktuellen Kinojahres 2019 machte ein Film, der nicht nur aufgrund seiner politischen Relevanz hohe Wellen schlug. Auch bei den Oscars konnte Peter FarrellysGreen Book“ selbstbewusst auftreten und gleich drei der beliebten Goldlinge in den wichtigsten Kategorien (Bester Film, Bester Nebendarsteller und Bestes Originalskript) abräumen. Wir konnten also quasi gar nicht anders, als das humoristisch herzliche Drama auf Basis wahrer Begebenheiten in unserer Liste der besten Filme 2019 zu verewigen!

Im Zentrum der Geschichte steht Tony Lip (Viggo Mortensen), ein hart arbeitender, stets ehrlicher Italo-Amerikaner, dem nichts wichtiger ist, als seine Familie (u.a. Linda Cardellini) zu versorgen. Doch als er zwecks einiger Umbaumaßnahmen im Club seine Stelle als Türsteher für ein halbes Jahr ruhen lassen muss, muss sich Tony dringend etwas einfallen lassen. Die Anfrage eines Musikers, dessen bevorstehende Tournee als Fahrer und Bodyguard zu leiten, kommt da gerade richtig - selbst über seine Vorurteile gegenüber Afroamerikanern würde Tony bei dem Lohn hinwegsehen. Doch schon nach wenigen Tagen auf der Straße beginnen Tony und Dr. Donald Shirley (Mahershala Ali), sich besser zu verstehen und letztlich sogar anzufreunden. Während sich die beiden also durch die Südstaaten schlagen und von Gig zu Gig reisen, lernen Tony und Donald wichtige Lektionen fürs Leben...


Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt

© Universal Pictures

Ein Grande Finale, wie es im Buche steht. Exakt das ist „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“, der Abschluss einer wahrlich überragenden Animationstrilogie aus dem Hause DreamWorks, die im Schatten von Disney und Pixar einfach viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Von Sekunde 1 des ersten Films an erzählten Dean DeBlois und Chris Sanders, die Macher dieser heroischen Drachensage, eine mitreißende Geschichte um Freundschaft, Zusammenhalt und Mut, die mit dem dritten Abenteuer nun leider ein Ende gefunden hat. Mal ehrlich, Wikinger UND Drachen? Sehr viel cooler kann ein Setting eigentlich gar nicht aufgebaut sein! Definitiv einer der besten Filme 2019.

Im dritten und letzten Kapitel der „Drachenzähmen“-Saga steht Hicks kurz davor, seinen Traum vom friedvollen Utopia umzusetzen. Doch dann begegnet Ohnezahn einem mysteriösen Tagschatten-Weibchen - und mit ihr betritt ein neuer mächtiger Schurke die Bildfläche. Können Hicks und seine Freunde, die inzwischen allesamt zu erfahrenen Drachenreitern geworden sind, die ihnen so wichtige Gesellschaft aus Drachen und Menschen vor dem Untergang bewahren?


Avengers: Endgame

© Marvel Studios / Walt Disney

Episch, bombastisch, überwältigend: Die Liste jener Adjektive, die das finale Aufeinandertreffen unserer liebsten Marvel-Helden in „Avengers: Endgame“ beschreiben, könnte an dieser Stelle beliebig editiert werden. Was hatten die Fans der langen, schier ewig währenden Reise von Iron Man, Thor und Co. doch gebangt, der endgültig letzte Ausflug der klassischen Avengers könnte an den eigenen Erwartungen zerbrechen? Falsch gedacht! Marvel hat hier exakt das Filmfest auf die Beine gestellt, das sich unsere Helden so sehr verdient haben. Ein letztes Mal ziehen Robert Downey Jr., Chris Evans, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth und Co. gemeinsam in die Schlacht, um den Planeten vor seinem Untergang zu bewahren - sehr viel monumentaler hätte das finale Avengers-Kapitel jedenfalls kaum ausfallen können. Ohne Wenn und Aber: „Avengers Endgame“ gehört deutlich auf die Liste „Die besten Filme 2019“.

Insgesamt 22 mal mehr, mal weniger unterhaltsame und erfolgreiche Filme hat es gebraucht, um dieses finale Puzzelstück des MCU vorzubereiten - inklusive diesem hier. Während einige unserer Helden auch nach dem großen Endspiel noch im Cinematic Universe von Marvel auftreten werden, sind einige andere (aus unterschiedlichen Gründen) fortan nicht mehr mit an Bord. Das erste Kapitel der neuen Zeitrechnung schrieben Marvel und Disney bereits wenige Monate später mit „Spider-Man: Far From Home“ - ebenfalls grandios inszeniert, aus Platzmangel jedoch kein Teil dieser Liste. Bei inzwischen gut drei Marvel-Filmen pro Kalenderjahr muss man sich eben für den stärksten entscheiden...

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Pokémon Meisterdetektiv Pikachu

© Warner Bros.

Gute Videospieladaptionen gibt es nicht, sagst du? Seit Mitte des Jahres 2019 sieht die ganze Sache glücklicherweise endlich mal ein wenig anders aus und ist ein Kandidat für die besten Filme 2019! Mit der ersten Spielfilmverwertung des Pokémon-Franchises fern der Anime-Unterhaltung hat Regisseur Rob Letterman direkt ein Meisterwerk seines Genres geschaffen. Wer, so wie wir auch, mit den ersten Gameboy-Editionen aufgewachsen ist und sich nach der Schule direkt vor den Fernseher geschmissen hat, um das neueste Abenteuer von Ash, Misty, Rocko und Pikachu mit glänzenden Kinderaugen zu verfolgen, bekommt mit „Meisterdetektiv Pikachu“ exakt das Nostalgiespektakel, was sich die Fans so sehr gewünscht hatten. Die Effekte sind mehr als erstklassig, die Geschichte schön schlicht gehalten und die Querverweise, Easter Eggs und Überraschungen quasi überall und zu jeder Zeit! Klar, ohne das kindlich naive Talent eines Ryan Reynolds wäre der Streifen eventuell nicht ganz so genial gewesen - danke Pikapool, dass es dich gibt!

Das passende Spiel zum Film, welches als direkte Grundlage herhalten durfte, fand übrigens erst nach Release des Kinofilms seinen Weg zu uns nach Deutschland. Inzwischen ist das gleichnamige Game zum Renner für den Nintendo 3DS avanciert und konnte in den wenigen Monaten am Markt direkt überragende Zahlen verzeichnen - wen wundert's schon, bei der Steilvorlage?


John Wick: Kapitel 3

© Concorde

Keanu Reeves ist zurück, in der actionreichen Fortsetzung „John Wick: Kapitel 3“ und landet damit gleich auf unserer Liste der besten Filme 2019. Nachdem John Wick die unumstößliche Regel des Continental gebrochen und jemanden auf neutralem Boden getötet hat, ist die Jagd auf ihn eröffnet, sein Kopfgeld und die Zahl seiner Verfolger steigen zusehends. John macht sich auf den Weg nach Casablanca, weil er sich Unterstützung von seiner ehemaligen Freundin Sofia (Halle Berry) erhofft, die das dortige Continental leitet. Diese will zunächst ablehnen, doch als John ihr ihre Schuldmünze zeigt und dann auch noch einer ihrer geliebten Kampfhunde erschossen wird, steht sie ihm zur Seite. Wie konnten sie auch einfach ihren Hund erschießen? So langsam sollten die doch mal gerafft haben, dass es keine gute Idee, ist jemandes Hund zu töten...

Die Fortsetzung der erfolgreichen „John Wick“ Reihe über einen ehemaligen Auftragskiller, der nach der Ermordung seines Hundes auf Rache sinnt, steht seinen Vorgängern an Action und Unterhaltung in nichts nach. Vielmehr rücken sogar Dialoge zu Gunsten ausgedehnter Kampfszenen in den Hintergrund. Kurz nach dem Kinostart wurde übrigens bereits der vierte Teil der Filmreihe mit Keanu Reeves bestätigt, ein Spin-off sowie eine Serie sind ebenfalls in der Mache.

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Aladdin

© Walt Disney

Ein neuer Genie-Darsteller? Nach der meisterhaft kultigen Darbietung Robin Williams' eigentlich undenkbar! Doch Disney, Regisseur Guy Ritchie und Will Smith konnten uns letzten Endes eines Besseren belehren. Mit der Live-Action-Neufassung des Zeichentrickklassikers aus 1001 Nacht ist dem Team hinter „Aladdin“ ein modernes Märchen gelungen, das jeder finanziell erfolgreichen Lobpreisung ohne jede Frage gerecht wird. Mena Massoud und Naomi Scott in den Rollen von Aladdin und Prinzessin Jasmine sind einfach wie gemacht für dieses bunte Spektakel, das etliche der klassischen Songs in neuem Glanz erstrahlen lässt und so zu einem hervorragenden Spaß für die ganze Familie macht. Selbst die Fans des gezeichneten Originals dürften sich hier verwundert die Augen reiben und die Live-Action-Neufassung mit offenen Armen begrüßen. Ganz klar: Drauf auf die Liste der besten Filme 2019!

Zur allseits bekannten Story muss hier wohl nicht mehr viel gesagt werden, die hat das Filmteam hinter Guy Ritchie nämlich mit Ausnahme kleinerer Änderungen und personeller Ergänzungen (Billy Magnussen als Prinz Anders beispielsweise) vollständig übernommen. Gut so, immerhin wäre ein neuerAladdin“ locker keinesfalls so erfolgreich geworden!

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Rocketman

© Paramount Pictures

Im letzten Jahr waren es Freddie Mercury und Queen, 2019 kam dann das Jahr des Elton John: Mit „Rocketman“ setzte Regisseur Dexter Fletcher, der nach dem Ausfall Bryan Singers auch „Bohemian Rhapsody“ den finalen Schliff verpasste, dem legendären britischen Kanarienvogel der Pop-Musik ein filmgewordenes Denkmal für die Ewigkeit. In der Hauptrolle brilliert „Kingsman“-Star Taron Egerton, den Elton John sogar selbst ausgewählt haben soll. Am Set zum „Kingsman“-Sequel „ The Golden Circle “ lernten sich die beiden kennen, pflegen seither eine innige Freundschaft und schubsten den Waliser gleichzeitig mit Nachdruck in Richtung Oscars. Logo, dass sich „Rocketman“ auf der Liste der Kino-Highlights 2019 wiederfindet.

Der Clou: Alle Songs und Gesangsparts, die es in den finalen Schnitt des Films geschafft haben, hat der talentierte Jungstar selbst eingesungen. Mit ein Grund dafür, weshalb Taron nach den Dreharbeiten zu „Rocketman“ gemeinsam mit Elton auf Tour gehen und vor Tausenden von Menschen performen durfte - Gänsehaut pur! Das brillante Biopic erzählt indes die Geschichte hinter dem Namen Elton John. Schon als Junge träumte Reginald Dwight davon, als Star groß rauszukommen. Erst ein Namens- und Ortswechsel brachten die Karriere des talentierten Musikers auf Touren. Gemeinsam mit seinem Freund und Songwriter Bernie Taupin (Jamie Bell) sowie seinem Manager und späteren Liebhaber John Reid (Richard Madden) durchlebte der nun geborene Elton John viele Jahre voller Höhen und Tiefen - bis schließlich die Spitze des Erfolgs nach ihm rief...


A Toy Story - Alles hört auf kein Kommando

© Walt Disney

Eine Plastikgabel als Spielzeug? Kann es wohl nur in der Welt von „Toy Story“ geben! Doch Forky, einer der vielen brillanten Neuzugänge neben Woody, Buzz und den anderen, steckt in einer schwerwiegenden Identitätskrise: Ist er wirklich ein Spielzeug wie die anderen? Und wenn nicht, ist er dann einfach nur Müll? Tiefgründige Sinnfragen, die den neuen Plastikfreund im Kinderzimmer dazu bewegen, sich auf die Suche nach seiner Bestimmung zu begeben. Unterstützung erhält Forky dabei natürlich von den anderen Spielzeugen - ein Roadtrip der ganz speziellen Art!

Eigentlich galt das Franchise, wenn man es damals denn so nennen konnte, nach „Toy Story 2“ und dem Beginn des neuen Jahrtausends bereits als beendet. Jahre später, als eigentlich kein sehnlichst wartender Fan der beiden Animationshits noch so wirklich mit einer Fortsetzung gerechnet hätte, folgte dann überraschend „ Toy Story 3 “ - wiederum ein weiteres, ganzes Jahrzehnt später feierte in diesem Jahr auch noch das gefeierte vierte Abenteuer Premiere! Ob nun der geniale Cameo-Auftritt von Keanu Reeves - wo spielt der Typ in letzter Zeit eigentlich nicht mit? - Plastikkumpel Forky mit Hang zur Depression oder die beiden neuen, chaotischen Plüsch-Buddys Ducky und Bunny, denen im englischen Original einfach mal Key & Peele stimmliches Leben einhauchen: Auch „A Toy Story“ folgt wieder der unglaublichen Erfolgstradition der Reihe und gilt schon jetzt als moderner Klassiker! Und ab dafür auf die Liste der besten Filme 2019.


Der König der Löwen

© Walt Disney

Das zweite Live-Action-Remake des Jahres 2019 hat seine Bezeichnung eigentlich nicht direkt verdient. Wie sollte es bei einem Film auch anders sein, in dem lediglich Tiere eine Rolle spielen? Natürlich musste die „Der König der Löwen“-Neuauflage des gleichnamigen Zeichentrickklassikers aus dem Hause Disney ebenfalls auf Tricktechnik zurückgreifen. Was die Kreativkünstler in Hollywood hier jedoch veranstaltet haben, ist optisch kaum zu greifen und gehört somit eindeutig auf die Liste der besten Filme 2019. Simba und Co. entspringen zu einhundert Prozent dem Computer, sehen dabei aber stets unheimlich realistisch aus und lassen die Grenze zwischen Natur und Technik weiter verschwimmen. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie die Animationstechnik in wenigen Jahren ausschaut - irgendwann brauchen wir wirklich keine echten Darsteller mehr!

Als Regisseur sprang kurzerhand Jon Favreau in die Bresche, der schon für die Live-Action-Neuauflage von „The Jungle Book“ verantwortlich zeichnete und sich inzwischen unheimlich gut im Animationsbereich zurechtfindet. Natürlich darf man hier nicht erwarten, vom farbenfrohen Charme des Originals umschmeichelt zu werden. Das Remake will sich vor allem tricktechnisch profilieren und realistisch wirken, was Disney hier unheimlich gut gelungen ist. Auch der Soundtrack, im Original von Elton John längst zur Legende geworden, wurde für die Neuauflage modernisiert und featured nun so Namen wie Donald Glover alias Childish Gambino und Beyoncé - beide liehen auch Simba und Nala ihre Stimmen im O-Ton.


Once Upon a Time in... Hollywood

© Sony Pictures

Ein vorletztes Mal Tarantino? Wenn es nach dem Regiemeister selbst geht und er sich an seine eigene Planung hält, wird der „Pulp Fiction“-Macher schon bald in Regie-Rente gehen. Ein Frevel, immerhin sind es eben so Filme wie sein „Once Upon a Time in... Hollywood“, die uns ins Kino locken und auch in 2019 noch den Hauch der goldenen Glanzzeiten Tinseltowns spüren lassen. Sein aktuellstes Machwerk ist ein Statement für sich, brillant geskriptete Dialoglast der feinsten Sorte und wie immer zugleich brüllend komisch und hoch dramatisch. Es gibt einfach nur wenige Kreativköpfe wie ihn, die sich mit jedem neuen Projekt wieder ausleben und Neues, Innovatives, Ungesehenes in die Welt des Films einbringen. Da bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, als den Film in die Reihe der besten Filme 2019 einzusortieren.

Allein der Cast dieser fiktiven Geschichte im historischen Kontext könnte kaum brillanter besetzt sein, mit Namen wie Brad Pitt, Leonardo DiCaprio, Margot Robbie, Emile Hirsch, Timothy Olyphant, Dakota Fanning oder Damian Lewis in einigen der unzähligen Hauptrollen. Auch der im März diesen Jahres tragisch verschiedene Luke Perry bekommt hier einen letzten, ehrwürdigen Auftritt als der ehemalige Serienstar Wayne Maunder. Ein Meisterwerk, alles in allem, das seinesgleichen sucht, mit überragender Brillanz begeistert und sich so einen festen Platz in unserer Liste der besten Filme 2019 redlich verdient hat.

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Es: Kapitel 2

© Warner Bros.

Der erste von insgesamt zwei absolut genialen Clowns gab sich mit „Es: Kapitel 2“ bereits Anfang September die Ehre, um sich einen Platz in der Liste der besten Filme des Jahres 2019 zu reservieren. Schon Teil 1 übersprang mit Anlauf jede noch so hohe Erwartungshürde und wurde mit Ansage zu einem der besten Filme aus 2017. Mit der Verfilmung der zweiten Hälfte des gefeierten Stephen King-Klassikers „Es“ halten nun auch die Erwachsenen Einzug in Derry, um sich den eigenen Ängsten aus Kindertagen, vor allem aber Albtraumfresser Pennywise (durch und durch genial: Bill Skarsgård) ein weiteres, hoffentlich letztes Mal zu stellen.

So springt die Handlung konsequent zwischen den Vergangenheit der Kids (u.a. Jaeden Martell, Jack Dylan Grazer und Sophia Lillis) in ihrer Heimatstadt und den erwachsenen Rückkehrern (u.a. Jessica Chastain, James McAvoy und Bill Hader) hin und her, während Billy und Co. versuchen, das mächtig mörderische Monster in Clownsgestalt zu vernichten. Übrigens: Wem die Kinofassung von „Es: Kapitel 2“ noch nicht ausführlich genug war, dem sei die Heimkinoverwertung ans Herz gelegt. Diese kommt unter anderem mit zusätzlichem Extended Cut daher!


Ad Astra - Zu den Sternen

© 20th Century Fox

Nach „Interstellar“ und „Der Marsianer - Rettet Mark Watney“ folgt mit „Ad Astra - Zu den Sternen“ ein weiterer intergalaktischer Blockbuster. So scheint es zumindest, denn schließlich sind Brad Pitt, Tommy Lee Jones und Donald Sutherland in dem neuen Streifen von James Gray zu sehen. Doch trotz seiner Starbesetzung ist „Ad Astra - Zu den Sternen“ alles andere als Mainstream - und das macht ihn zu einem der besten Filme 2019. Der gefeierte Weltraum-Ingenieur Roy McBride wird auf eine geheime Mission in Richtung Neptun geschickt, wo angeblich das Raumschiff seines totgeglaubten Vaters und gefeierten Helden Clifford McBride gestrandet ist.

James Grays Film besticht natürlich durch gelegentliche CGI-Effekte und atemberaubende Bilder, doch das Hauptaugenmerk ist McBrides Reise zu den Sternen, die ihn zwar in Richtung Neptun führt, aber letztendlich eine Reise in sein tiefstes Inneres darstellt. Somit ist „Ad Astra - Zu den Sternen“ eher ein gelungenes, kopflastiges Kinoerlebnis à la „ Solaris “ und „Moon“ geworden, dadurch aber nicht weniger monumental.


Joker

© Warner Bros.

Wir können sie noch immer hören, die Schreie der Empörung, als Warner und DC einen weiteren Darsteller für die ikonische Rolle des Joker auf die Tafel kritzelten. Für viele Fans würde es ohnehin keinen anderen, besseren, großartigeren Cast für den kultigen Batman-Schurken geben als Heath Ledger. Punkt. Spätestens mit dem Release des ersten Trailers drehte sich der Wind dann allerdings schlagartig - würde Joaquin Phoenix womöglich noch besser performen, als alle bisherigen Joker-Darsteller vor ihm?

Doch der ewige Vergleich hinkt gewaltig, man mag sich nach Ablauf der genialen, unglaublich fesselnden, stets schwermütigen 122 Minuten gar nicht festlegen, wer denn nun der bessere Joker-Mime sei. Was Heath Ledger absolut zurecht den posthumen Oscar einbrachte, MUSS nun eben auch Mr. Phoenix widerfahren - alles andere wäre halt frech! Was „Hangover“-Regisseur Todd Phillips zusammen mit seinem überragenden Hauptdarsteller hier veranstaltet, ist schlicht und ergreifend brutal. Kein typischer Comicfilm für die breite Masse, sondern vielmehr ein häufig entschleunigtes, realitätsnahes Gesellschafts- und Charakterporträt, das zum Nachdenken anregt und die Geburt des Bösen dabei in allerfeinster Kleinstarbeit durchexerziert. Muss man einfach erlebt haben, ab auf die Liste der Kino-Highlights 2019!

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Le Mans 66 - Gegen jede Chance

© 20th Century Fox

Was kann man bei dem Cast und der historischen Relevanz schon großartig falsch machen? Prinzipiell so einiges, „Le Mans 66“ fährt den Karren aber mit sensationeller Bestzeit über die Ziellinie! Neben der grandiosen Chemie zwischen Christian Bale und Matt Damon, die als Schraubenschlüsselpartner versuchen, das Erfolgsmonopol von Ferrari zu kippen und im Boliden von Ford neue Rekorde aufzustellen, sind es hier vor allem die dynamischen, stets praktisch inszenierten Rennszenen, die den Unterschied zur Konkurrenz machen. Keine dieser Sequenzen fühlt sich künstlich oder effekttechnisch zu überladen an, stattdessen begeistern eben jene Momente mit überragender Realitätsnähe und nicht weniger großartiger Rasanz. Genauso rasant rast „Le Mans 66“ auf die Liste der besten Filme 2019.

Kein Wunder, dass „Le Mans 66“ längst auch als möglicher Kandidat gehandelt wird, um bei den Oscars 2020 mitzumischen - Biopics und starke, typisch amerikanische Geschichten funktionieren eben immer verdammt gut! Mit seinen gut 2 1/2 Stunden sitzt der Streifen zwar ordentlich lange, tut dem Unterhaltungswert samt kraftvoller Motivationsspritze dabei aber keinen Abbruch. Irgendwie ist es ohnehin scheinbar ganz egal, welche Art von Projekt James Mangold („Logan“, „Walk the Line“) so in die Finger bekommt - letzten Endes hängt da quasi immer überragende Qualität am Klemmbrett!


The Irishman

© Netflix

Natürlich darf auch das neue Mafia-Epos von Martin Scorsese über den Auftragsmörder Frank „The Irishman“ Sheeran und seine Verwicklungen in das Verschwinden des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa nicht in unserer Liste der besten Filme des Jahres 2019 fehlen. In dem sagenhaften, dreieinhalb Stunden langen Film, der nebenbei noch die amerikanische Geschichte seit den 50er Jahren aufarbeitet, versammelt sich das Who is Who der größten Mafia-Darsteller. Martin Scorsese hat für „ The Irishman “ zum ersten Mal Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino in einem Gangsterfilm vereint. Alle drei sind durch Filme wie „Der Pate“, „Good Fellas“ oder „ Casino “ bekannt geworden, haben jedoch nie zusammen an einem Projekt gearbeitet.

„The Irishman“ erzählt die Lebensgeschichte von Frank Sheeran, einem einfachen Lieferwagenfahrer, der nicht nur in die hohen Kreise der Cosa Nostra aufgestiegen ist, sondern auch noch für das Verschwinden des damals wohl, neben dem Präsidenten, zweit bekanntesten Mannes Amerikas verantwortlich war. Basierend auf einer wahren Geschichte gibt uns Scorsese mit diesem Film nicht nur einen Einblick in die Verstrickungen der amerikanischen Gewerkschaften mit der Mafia, sondern liefert zudem großartige Bilder und neueste CGI-Technik, die De Niro und Co. wieder wie in alten Zeiten aussehen lässt. Und ist es nicht einfach schön Robert De Niro und Al Pacino als Frank Sheeran und Jimmy Hoffa in so innigen Gesprächen und Situationen zu erleben?


Indies

Was war das bitte für ein Bombenjahr für den Independent-Film! 2019 haben die unabhängig produzierten Filme, die meist abseits von Hollywood und Disney das gedimmte Licht des Kinosaals erblicken, die Messlatte für Qualitätskino hochgelegt. Jenseits von Blockbustern und Mainstream-Kino finden sich in diesem Jahr so einige Kandidaten auf die heißbegehrten goldenen Trophäen, die traditionell im Februar verliehen werden. Gemeint sind natürlich die Oscars, aber auch die einen Tag vorher stattfindenden Independent Spirit Awards, bei denen die besten Indie-Filme des Jahres prämiert werden. 



mid90s


© JAYHAWKER HOLDINGS, LLC / MFA

Direkt zu Jahresbeginn 2019 sorgte ein ganz besonderes Regiedebüt für Aufsehen innerhalb der internationalen Indie-Szene: Mit dem brillanten „mid90s“ konnte Jonah Hill gleich zwei Aufgaben von der eigenen Kreativ-To-Do-Liste streichen, Regie und Drehbuch! Den großen, riskanten Schritt weg vom Schauspiel wollte der US-Amerikaner eigentlich schon lange wagen, ihm fehlte lediglich das passende Material. Alles sollte perfekt sein, Kompromisse wollte er keineswegs eingehen. Letztlich fand er die ideale Vorlage in „mid90s“, einer optisch reduzierten Coming of Age-Story, die mit detailverliebtem Auge für das Wesentliche die Kindheit vieler US-Kids in den 90ern nachempfindet. In groben Zügen soll so in etwa auch Jonah Hills eigene Kindheit verlaufen sein, so sagt er - vollgepackt mit Skating, Raufereien auf der Straße und der ersten, großen Liebe. Unsere Herzen hat Hill definitiv damit erobert und landet deshalb auf unserer Liste der besten Filme 2019.

Im Zentrum der Story steht Stevie (Sunny Suljic), der mit seinen frischen 13 Jahren eigentlich noch gar nicht reif genug ist, um mit den älteren Kids auf der Straße abzuhängen. Trotzdem schleicht er sich immer wieder raus, auch um seinem aggressiven Bruder (Lucas Hedges) zu entkommen - ganz zum Missfallen seiner liebevollen aber überforderten Mutter (Katherine Waterston). So sind es eben seine neuen Freunde, die ihm das Skaten und so ziemlich alles andere beibringen, was man als Teenager wissen muss. Doch nicht alle Tage im Leben von Stevie sind sonnig und unbeschwert...


Blinded by the Light

© Warner Bros.

Ihr seid keine Fans von Bruce Springsteen? Kein Problem, spätestens nach „Blinded by the Light“ seid ihr es, zumindest für die ersten paar Tage, nachdem ihr den Film gesehen habt. Die Tragikomödie von Regisseurin Gurinder Chadha spielt 1987 in England. Das Land ist geprägt von der Thatcher-Regierung und Arbeitslosigkeit sowie fremdenfeindliche Übergriffe stehen auf der Tagesordnung. In dieser Zeit wächst der 16-jährige Javed auf, der pakistanischer Abstammung ist. Als er durch einen Schulfreund mit der Musik von Bruce Springsteen in Berührung kommt, erweckt der Held der Arbeiterklasse in ihm den Mut, sich für seine Träume einzusetzen, auch entgegen den Vorstellungen seiner konservativen Eltern.

„Blinded by the Light“ ist ein Coming of Age-Film, der durch das Aufeinanderprallen der kulturellen Unterschiede einerseits unheimlich komisch ist, aber auch verdammt ernste Töne anschlägt. Ob vor Lachen oder vor Trauer, ein paar Tränchen muss man sich bei diesem Film, der definitiv zu den besten im Jahr 2019 gehört, auf jeden Fall verkneifen. Ach ja, und den perfekten Soundtrack liefert natürlich Bruce Springsteen selbst, nicht nur mit seinem titelgebenden Song „Blinded by the Light“. Der Film feierte seine Premiere übrigens auf dem Sundance Film Festival 2019, dem wohl bedeutendsten Independent-Filmfestival überhaupt.


Systemsprenger

© 24 Bilder / Port au Prince

Mit dem Drama „Systemsprenger“ über ein neunjähriges Mädchen im Karussell der Pflegefamilien und Anti-Aggressions-Trainings hat es auch ein deutscher Film in unsere Liste der besten Filme 2019 geschafft. Die kleine „Benni“ ist ein Kind, das durch die Raster der deutschen Jugendbetreuung fällt, nirgends bleibt sie längere Zeit oder wird länger geduldet, sie fällt durch aggressives Verhalten auf und selbst ihre Mutter hat Angst vor ihr. Dabei will Bernadette, wie sie eigentlich heißt, nichts weiter als mit ihrer Mutter zusammenzuleben. Könnte doch alles so einfach sein.

Die deutsche Regisseurin Nora Fingscheidt gibt mit „Systemsprenger“ ihr Regiedebüt. Das Drehbuch zu dem Film schrieb sie nach jahrelanger Recherche in verschiedenen Einrichtungen und nach unzähligen Gesprächen mit Betreuern und Psychologen selbst, um Aufmerksamkeit und Verständnis für diese meist schwer traumatisierten Kinder zu erreichen. Seine Uraufführung hatte der Film auf der Berlinale 2019, wo er am Wettbewerb teilnahm. Zudem wurde er als deutscher Vorschlag für die Kategorie „Bester internationaler Film“ für die Oscarverleihung 2020 ausgewählt. „Systemsprenger“ zeigt, wo es in unserem System noch gewaltig mangelt und traumatisierte Kinder durch falsche Maßnahmen und fehlende Anteilnahme nur noch mehr in Mitleidenschaft geraten. Dabei ist die Realität wohl noch um einiges schlimmer, als es der Film zeigen kann und will.


Midsommar

© Weltkino / Courtesy of A24

Nach seinem mehr als grandiosen Regiedebüt „Hereditary“ legt der US-Amerikaner Ari Aster mit „Midsommar“ direkt den nächsten Knüller nach. Feinste, verstörende Horrorelemente, die in Ansätzen doch sehr Asters Erstlingswerk „Hereditary“ ähneln, präsentieren sich in ungewohnt heller und friedlicher Atmosphäre. Diese Idylle ist jedoch trügerisch, wie die Gruppe von Jugendlichen schmerzlich feststellen muss. Der wunderschöne Ort, an dem die Sonne niemals untergeht, verwandelt sich in einen dunklen Albtraum. Eigentlich wollten sie die abgelegene Dorfgemeinschaft und deren Fest zur Sommersonnenwende in Schweden zu Studienzwecken besuchen. Die dort zelebrierten Bräuche sind jedoch alles andere als friedfertig...

Ari Aster versteht es, seinem Publikum den Boden unter den Füßen wegzureißen. Wie in „Hereditary“ wird der Zuschauer auch in „Midsommar“ bereits in den ersten Minuten des Films mit einem markerschütternden Vorfall konfrontiert. Regisseur Ari Aster betont aber, dass die Leute keinen zweiten „Hereditary“ erwarten sollten. „Midsommar“ ist makaber und einzigartig und hat es vollkommen zurecht in unsere Liste der besten Independent-Filme des Jahres 2019 geschafft.


Parasite

© Koch Films

Ohne eine Wertung oder Platzierung der einzelnen Filme vorzunehmen, ist „Parasite“ wohl DER Independent-Film des Jahres 2019. Kein anderer Film hat dieses Jahr so viel von sich reden gemacht, wie der südkoreanische Knüller von Regisseur Bong Joon-ho. Bereits jetzt hat „Parasite“ einiges an Preisen abräumen können, wie zum Beispiel die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes, und auch der Oscar dürfte hier bereits winken. Lange hat ein Film nicht mehr so überrascht, wie dieser südkoreanische Genremix. „Parasite“ ist einfach nicht zu greifen und changiert zwischen Thriller, Familiendrama mit teils komödiantischen Einlagen, selbst einige Horrorelemente finden sich hier. Über die Story sollte besser nicht zu viel verraten werden für all jene, die ihn noch nicht gesehen haben. Gerade das Überraschungsmoment ist es eben, das den Film letztlich ausmacht. Kurz gesagt geht es um eine Familie am Existenzminimum, die es jedoch mit äußerster Cleverness und einem gewissen Improvisationstalent trotzdem schafft, über die Runden zu kommen - bis ihre Lügen jedoch irgendwann aus dem Ruder laufen und ungeahnte Folgen nach sich ziehen.

Der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho avanciert spätestens nach diesem Kunstgriff zu einem Meister seines Metiers, wobei ihm bereits zuvor mit „ Okja “ und „Memories of Murder“ echte Indie-Perlen gelungen sind. Auf diesen Mann müssen wir in den nächsten Jahren noch ein Auge werfen und wer sich noch nicht mit seinen Filmen befasst hat, sollte dies schleunigst nachholen.


Porträt einer jungen Frau in Flammen

© Alamode

Der französische Film „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ von Regisseurin Céline Sciamma stand im diesjährigen Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes neben „Parasite“ unter den Favoriten. Obwohl er den begehrten Preis nicht ergattern konnte, gehört das Historiendrama für uns trotzdem zu den wichtigsten und besten Independent-Filmen 2019. In dem im 18. Jahrhundert spielenden Drama geht es um die junge Malerin Marianne, die den Auftrag bekommt, heimlich ein Porträt einer jungen adligen Dame anzufertigen. Diese weigert sich für ein Bildnis zu ihrer bevorstehenden Hochzeit zu sitzen und so engagiert ihre Mutter, die Gräfin, heimlich eine Malerin, die sich als Gesellschafterin ausgeben soll. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich jedoch durch die intensive Zeit, die sie miteinander verbringen, eine unerwartete und innige Liebe und Leidenschaft.

„Porträt einer jungen Frau in Flammen“ ist ein feministisches Bildnis über die Leiden und Schwierigkeiten, denen Frauen im 18. Jahrhundert durch die bestehenden patriarchalen Strukturen ausgesetzt waren. Nicht zuletzt durch ihren Einblick in die Welt der weiblichen Emanzipation und Erfahrungen, sondern auch durch ihre cineastische Umsetzung, die auf der Halbinsel Quiberon an der Atlantikküste angesiedelt ist, gelingt Sciamma der Sprung in die Liste der besten Independent-Filme des Jahres.


Bis dann, mein Sohn

© Piffl Medien

Ebenfalls auf der 69. Berlinale 2019 wurde neben „Systemsprenger“ auch das chinesische Familiendrama „Bis dann, mein Sohn“ uraufgeführt. In dem drei Jahrzehnte umfassenden und preisgekrönten Familienepos von Regisseur Wang Xiaoshuai geht es um eine Familie, deren Leben durch den Verlust ihres Kindes auf ewig zerstört ist. Durch einen tragischen Unfall kommt ein kleiner Junge ums Leben und nicht nur seine Eltern haben zeitlebens damit zu tun, dieses Ereignis zu bewältigen, auch das befreundete Paar und vor allem ihr Sohn, der beste Freund des kleinen Jungen, spielen ihre Rolle in diesem Drama.

„Bis dann, mein Sohn“ schafft es zudem, dreißig Jahre chinesischer Geschichte vom Kommunismus, über die Ein-Kind-Politik bis zum Mega-Kapitalismus unserer heutigen Zeit zu porträtieren und Familiendrama mit Gesellschaftskritik zu verbinden. Der chinesische Film scheint wieder im Kommen zu sein. Gerade im Bereich Drama sind in den letzten Jahren mit „ Us and Them “ aus dem Jahr 2018 und „Love Education“ von 2017, nun also auch mit „Bis dann, mein Sohn“ aus diesem Jahr sehr sehenswerte Filme erschienen.


Booksmart

© Weltkino / Annapurna Pictures

Neben „Midsommar“ ist „Booksmarteher leichtere Indie-Kost. In der Komödie von Olivia Wilde drehen zwei Nerds noch mal ordentlich auf. Die beiden Mädels Amy und Molly haben ihre ganze Schulzeit nur gebüffelt, um es an die begehrten Elite-Hochschulen zu schaffen. Kurz vor ihrem Abschluss müssen sie allerdings feststellen, dass der ganze Verzicht auf Partys und Flirts vollkommen umsonst war, denn ihre feierwütigen Schulkollegen haben es ebenfalls gepackt, sich ihre Plätze dort zu sichern. Nun muss also der ganze verpasste Spaß noch mal in eine Nacht gepackt werden!

Bereits bei seiner Premiere auf dem wohl wichtigsten Independent-Filmfestival, dem South by Southwest in Austin Texas, begeisterte „Booksmart“ sowohl Publikum als auch Kritiker und avancierte seitdem zu einem kleinen Geheimtipp in der Indie-Szene. Und das, obwohl es sich bei „Booksmart“ um das Regiedebüt der sonst als Schauspielerin bekannten Olivia Wilde handelt. Besonders in der LGBTQ+ Szene ist der Film positiv aufgenommen worden, wofür wahrscheinlich die romantischen Neigungen Amys verantwortlich sind. Der verzweifelte Versuch zweier komplett partyunerprobter Teenies, sich in die Nacht zu stürzen, verspricht auf jeden Fall ziemlich viele komische Momente und landet bei uns verdientermaßen auf der Liste der besten Filme 2019.


Marriage Story

© Wilson Webb / Netflix

„ Marriage Story “ ist der neuste Film von Regisseur Noah Baumbach, der zuvor durch Filme wie „Frances Ha“ und „ The Meyerowitz Stories “ auf sich aufmerksam gemacht hat, beides übrigens auch echte Independent-Größen. Die Story ist schnell erzählt: Wie der Titel des Films schon erahnen lässt, geht es um ein Ehepaar, das mit seinen Beziehungsproblemen zu kämpfen hat und inmitten dieses Chaos versucht, für ihren gemeinsamen Sohn die beste Lösung zu finden. Ein fast schon zärtlicher Film ist „Marriage Story“ geworden, der die verschiedenen Stadien einer Scheidung porträtiert, mit all ihren emotionalen, verzweifelnden, aber auch lustigen Momenten. Besonders überzeugen in dieser Tragikomödie die beiden Schauspieler Scarlett Johansson und Adam Driver, die hier die Eheleute mimen. Beide sind keine Neulinge im Independent-Film und konnten schon in Filmen wie „Lost in Translation“ (Johansson) oder eben „The Meyerowitz Stories“ (Driver) überzeugen. Nicht nur aber auch ein gewichtiges Argument, den Film auf die Liste der besten des Jahres 2019 zu setzen.

Nachdem „Marriage Story“ bereits auf einigen Filmfestivals gezeigt wurde und auch schon die eine oder andere Nominierung einheimsen konnte, läuft der Film ab dem 6. Dezember 2019 exklusiv auf dem Streamingdienst Netflix an. Es gibt also keine Ausreden mehr den Film nicht zu gucken - es wird sich lohnen!


Der Leuchtturm

© Universal Pictures

Mit „Der Leuchtturm“ folgt direkt die nächste Indie-Granate des Jahres, die das expressionistische Kino der 20er Jahre noch einmal in neuem Gewand wiederauferstehen lässt. Regisseur Robert Eggers entführt den Zuschauer in eine bedrückende Schwarz-Weiß-Szenerie, in der Realität und Wahnsinn langsam ineinander verschwimmen. Ein Highlight des Films sind wohl auch die außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen von Robert Pattinson und Willem Dafoe in den Rollen der auf einer einsamen Insel festsitzenden Leuchtturmwärter, die die Isolation der Insel und die Strapazen des Sturms langsam in den Wahnsinn treiben. Diese Mischung aus Horror und Fantasy, die „Der Leuchtturm“ zeigt, ist bestimmt nichts für Jedermann und bedarf schon eines gewissen cineastischen Interesses, denn leichte Unterhaltung sucht man hier vergebens. Was man aber dafür findet, ist reinstes Kunstkino. Lang und Murnau lassen grüßen! „Der Leuchtturm“ ist ein ästhetisches Meisterwerk, das den Zuschauer förmlich die Enge der Insel und den schleichenden Wahnsinn spüren lässt. Ab dafür auf die Liste der Highlights 2019!
 
Nach „The Witch“ hat Regisseur Robert Eggers mit „Der Leuchtturm“ nun also den nächsten großen Wurf gelandet und das mit gerade einmal zwei produzierten Spielfilmen - nicht nur für Kenner, sondern auch für Indie-Fans ein absolutes Muss.


 

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