27.08.2020
von Oliver Humke

Es gibt Schauspieler*innen, die selten bis nie die Hauptrolle in Filmen übernehmen, obwohl sie das Zeug dazu hätten. Laurence Fishburne ist einer dieser Schauspieler. Den meisten dürfte er durch seine Rolle als Morpheus aus „The Matrix“ bekannt sein. Neben Keanu Reeves als Neo und Carrie-Anne Moss als Trinity gehört er hier zu den drei wichtigsten Charakteren. Ansonsten schwimmt er oft unter dem Radar. Dabei gibt es unzählige gute Filme unter den mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen, an denen Fishburne beteiligt war. Die für uns zehn besten dieser Filme nehmen wir einmal etwas genauer unter die Lupe und schauen, welche Rolle Fishburne in ihnen spielt.



Nicht nur einer der besten Filme mit Laurence Fishburne, sondern vielleicht sogar grundsätzlich einer der besten Filme aller Zeiten ist Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Apocalypse Now“. Coppolas vielleicht wichtigster Film stammt aus dem Jahre 1979 und ist einer der wichtigsten Antikriegsfilme neben Streifen, wie Lewis Milestones „Im Westen nichts Neues“ (1930), Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ (1987) oder auch Terrence Malicks „Der schmale Grat“ (1998). Apocalypse Now wurde mit der Goldenen Palme in Cannes, zwei Oscars und drei Golden Globe Awards ausgezeichnet.

Der Film, der im Jahr 2001 noch einmal in einer überarbeiteten und knapp fünfzig Minuten längeren Director’s-Cut-Fassung unter dem Titel „Apocalypse Now Redux“ erschien, spielt zur Zeit des Vietnamkriegs. So ist das Geschehen, beruhend auf Joseph Conrads Erzählung „Heart of Darkness – Herz der Finsternis“ sowie auf Michael Herrs Vietnamkriegs-Reportagen „An die Hölle verraten – Dispatches“ auch in Vietnam selbst angesiedelt. Fast genauso berühmt wie der Film ist heute die Tatsache, dass es am Set ähnlich verrückt zuging, wie in der Handlung des Films selbst. Coppola gab vor, darüber nachzudenken, sich zu erschießen, Martin Sheen war so betrunken, dass er nicht mehr aufstehen konnte und Dennis Hopper konnte seinen Text nicht.

Das alles kam dem Endergebnis allerdings nicht in die Quere. Captain Benjamin Willards Flussreise als Angehöriger einer amerikanischen Spezialeinheit ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und der New‑Hollywood-‑Ära. Während Willards Auftrag, den abtrünnigen, angeblich wahnsinnig gewordenen Colonel Walter Kurtz zu töten, werden die Abgründe, Widersprüche und der Wahnsinn des Krieges deutlicher, als je zuvor.

Laurence Fishburne übernimmt die Rolle von Tyrone „Clean“ Miller, einem hitzköpfigen Siebzehnjährigen aus der New Yorker Bronx. Er ist Teil der Crew des Patrouillenbootes Street Gang der US Navy, auf dem Willard den Nung River flussaufwärts Richtung Kambodscha schippert. Es war Fishburnes dritte Rolle seiner Karriere und zu Beginn der Dreharbeiten war er gerade einmal 14 Jahre alt. Er musste lügen und sich als 17 ausgeben, um an die Rolle zu kommen. Ironischer Weise war er tatsächlich 17, als die Dreharbeiten abgeschlossen waren. Zur Rolle sagte er später selbst:

„What you have to realize is that ‘Apocalypse Now’ was most formative experiences of my entire life.“
(„Was Sie verstehen müssen, ist, dass ‘Apocalypse Now’ eine der prägendsten Erfahrungen meines ganzen Lebens war.“)


 

2. Mystic River



Auch bei Clint Eastwoods „Mystic River“ aus dem Jahre 2003 handelt es sich um eine Literaturverfilmung. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane, der beispielsweise auch die Romanvorlage für „Shutter Island“ von Martin Scorsese und „Gone Baby Gone“ von Ben Affleck lieferte. Eastwoods 2003 bis dato vierundzwanzigster Film wurde für sechs Oscars, fünf Golden Globe Awards und vier BAFTA Awards nominiert.
Im mysteriösen Drama Mystic River sind die drei Freunde aus Kindertagen Jimmy, Sean und Dave in einem irischen Viertel in Boston nach einem brutalen Mord wieder vereint. Sean Penn spielt einen reformierten Sträfling, Jimmy Markum, der erfährt, dass seine jugendliche Tochter Katie (Emmy Rossum) geschlagen und getötet wurde. Hier kommt schließlich auch Laurence Fishburne ins Spiel. Denn er ist der Partner von Jimmys altem Freund Sean Devine (Kevin Bacon). Fishburne verkörpert Whitey Powers, mit dem zusammen Sean Devine als Mordkommissar den Fall lösen soll.
Jimmy veranlasst auch seine Verwandten, die Savage-Brüder (Adam Nelson und Robert Wahlberg), eine eigene Untersuchung durchzuführen. Jimmy und Sean beginnen beide, ihren alten Kumpel Dave Boyle (Tim Robbins) zu verdächtigen. Dieser führt zwar mit seiner Frau Celeste (Marcia Gay Harden) ein eher ruhiges Leben, hat aber doch einige beunruhigende Geheimnisse zu verbergen.
Auch Whitey Powers hält Dave für den Hauptverdächtigen. Besonders schön bei der Suche nach dem wahren Mörder ist, dass beispielsweise Fishburn mit dem Klischee des toughen Ermittlers bricht. Er kann in seinem schwarzen Mantel eben nicht nur cool aussehen und angsteinflößende Reden schwingen. Stattdessen beweist er sich als cleverer, empathischer Denker und vor allem auch als Mensch.

 

3. Matrix



Laurence Fishburne wäre nicht Laurence Fishburne ohne „Matrix“ und „Matrix“ wäre nicht „Matrix“ ohne Laurence Fishburne – oder so ähnlich. Jedenfalls verleihen Fishburne genau wie Keanu Reeves und Carrie-Ann Moss dem Film durch ihre hervorragenden schauspielerischen Leistungen den letzten Schliff. Die spannende Handlung und die grandiose Kamera sowie die Spezialeffekte alleine können überzeugen, doch gerade auch Fishburnes Rolle als Agent Morpheus, der Protagonist Neo (Keanu Reeves) aus der simulierten Welt in die Realität führt, ist Kult geworden.

Wir wollen zu Matrix selbst gar nicht mehr viel sagen. Es geht um vermeintliche Realitäten und um unsere Wahrnehmung. Um die Suche nach der Wahrheit und um Fragen, wie:
  • Können wir unserer menschlichen Erkenntnis trauen?
  • Was können wir wissen?
  • Sind wir und unsere Umwelt nur eine große Illusion?

Ob man „The Matrix“ heute für technisch überholt halten oder die nachfolgenden Teile für deutlich schlechter halten mag – eines steht fest. Nämlich, dass Fishburne als Morpheus für die Wirkungskraft einer der ikonischsten Szenen der Filmgeschichte verantwortlich ist. Wir erinnern nur an Folgendes:

„Schluckst Du die blaue Kapsel, ist alles aus. Du wachst in Deiner Welt auf und glaubst an das, was Du glauben willst. Schluckst Du die rote Kapsel, bleibst Du im Wunderland und ich führe Dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.“

 

4. Passengers



Jennifer Lawrence und Chris Pratt spielen in Passengers, einem vordergründig zunächst einmal einfach nur spannenden Action-Thriller von Morten Tyldum, die Hauptrollen. Sie verkörpern die beiden Passagiere, James „Jim“ Preston und Aurora Lane, die sich auf einer einhundertzwanzigjährigen Reise zu einem anderen Planeten befinden. Doch es kommt zu einem Zwischenfall, der die Winterschlafkapseln der beiden Passagiere neunzig Jahre zu früh öffnet und die beiden somit aufweckt.

Jim und Aurora sind fortan gezwungen, das Rätsel hinter der Fehlfunktion ihrer Schlafkapseln zu lösen, als das Schiff kurz vor dem Zusammenbruch steht und das Leben von tausenden von Passagieren in Gefahr ist.

Achtung Spoiler: Laurence Fishburne verkörpert im Film den Deckoffizier Gus Mancuso, der erst deutlich später als Jim und Aurora aus seiner Kapsel erwacht. Er kann den beiden dank seiner Sonderbefugnisse Zugang zu streng gesicherten Informationen und gesperrten Bereichen des Schiffs beschaffen. Gus gelingt es schließlich auch, die Fehlerkette nachzuvollziehen und so erste Ideen zur Behebung zu entwickeln. Allerdings weilt er nicht lange unter den Aufgeweckten, da durch eine Fehlfunktion seiner Schlafkapsel Organe massiv beschädigt wurden.

Auch, wenn Fishburnes Rolle in diesem Streifen nur kurz sein mag, ist sie für die Handlung doch essentiell. Er spielt den besonnenen und besorgten Deckoffizier gewohnt überzeugend, sodass man ihn nach seinem Tod im Film sofort vermisst. Abgesehen davon ist Passengers mehr als ein von der Kritik größtenteils als dramaturgisch schwach bezeichnetes Liebesdrama mit lediglich netten Bildern.

Passengers zeigt vielmehr, dass „Titanic“ im Weltraum auch auf unkitschige und gar utopiekritische Weise geht. Der Film verhandelt zudem ganz nebenbei unsere smarte, neue Welt sowie die Ausdehnung der amerikanischen Zivilisation ins All – und das auf durchaus interessante und reflektierte Weise.

 

5. 21

Der Film „21“ aus dem Jahr 2008 gilt inzwischen schon als Klassiker unter den sogenannten Heist-Movies. Anders als in „Ocean‘s Eleven“ von Steven Soderbergh oder auch „The Italian Job“ von Felix Gary Gray, wo es um klassische Raubüberfälle geht, handelt „21“ jedoch von Casinos und vom Kartenzählen. Genauer gesagt: Vom Kartenzählen im Spiel Blackjack. Der Titel des Films spielt daher auch konkret auf das Kartenspiel an. Denn die offiziellen Regeln des Blackjack besagen nun einmal, dass bestenfalls genau 21 Punkte erzielt werden müssen, um zu gewinnen.

Protagonist des Films, Ben Campbell (Jim Sturgess), ist ein schüchterner, brillanter M.I.T.-Schüler, der die hohen Schulgebühren durch geschickten Umgang mit Spielkarten zu begleichen weiß. Er wird angeworben, sich einer Gruppe der begabtesten Schüler*innen der Schule anzuschließen, die jedes Wochenende nach Las Vegas reisen. Ausgestattet mit gefälschten Identitäten und dem Wissen, wie sie die Chancen beim Blackjack zu ihren Gunsten erhöhen können, erspielen sie sich wöchentlich eine Menge Geld.

Der unorthodoxe Mathematikprofessor Micky Rosa (Kevin Spacey), gleichzeitig ein Statistik-Genie, ist der Anführer der Bande. Gemeinsam mit ihm hat die Truppe eine Methode entwickelt, die Casinos zu hintergehen. Die größere Herausforderung abseits des Kartenzählens und Sich-die-richtigen-Signale-geben besteht allerdings darin, dem bedrohlichen Sicherheitschef der Casinos, Cole Williams, einen Schritt voraus zu sein.

Dieser Cole Williams wird von Laurence Fishburne verkörpert, der es sich im Film zur wichtigsten Aufgabe macht, der kriminellen, aber für die Zuschauer*innen natürlich sympathischen Truppe, den Garaus zu machen. Wie gnadenlos, brutal und furchteinflößend ein Sicherheitsbeauftragter im Casino sein kann – das macht Fishburne deutlicher, als es die meisten anderen Schauspieler wohl könnten.

 

6. John Wick 2



Kaum eine andere Actionfilmreihe hat in den letzten Jahren so für Aufruhr gesorgt, wie die John Wick-Trilogie. Der erste Teil erschien 2014, der zweite 2017 und der dritte 2019. Für 2022 ist ein vierter Teil geplant. Alle Teile entstanden bislang unter der Regie von Chad Stahelski und wurden mit vergleichsweise geringem Budget produziert. Die größten Unterschiede zu anderen Actionfilmen weisen die John Wick-Filme allerdings auch für viele Filmkritiker*innen vor allem im Bereich Stil, Ästhetik und Detailverliebtheit auf.

So steht auch in "John Wick 2" alles unter dem Motto: Gewalt ist ein gutes Narrativ, aber bitte in schön! Chad Stahelski inszeniert etwa die Kämpfe im Film nicht wie üblich mit wackliger Handkamera und brutalen Nahaufnahmen, sondern eher in ruhigen Einstellungen aus einiger Entfernung. Dadurch wirkt alles viel echter, realistischer und gleichzeitig auch fast noch tragischer.

Die Handlung ist schnell zusammenzufassen: Im ersten Teil wird sein heißgeliebter Mustang geklaut und der Hund John Wicks verstorbener Frau getötet. Wick (Keanu Reeves) rächt sich an den Tätern.

Im zweiten Teil schließlich wird John Wick von der Auftragskillerkammer, der er früher selbst diente, zum absoluten Feind erklärt. 14 Millionen Dollar Belohnung sind auf seinen Kopf angesetzt. Es gilt also, einige Gegner aus dem Weg zu räumen. Mehr ist da eigentlich nicht, doch wer in John Wick einmal reingeschaut hat, versteht vermutlich besser, was die Filme von herkömmlichen Actionstreifen unterscheiden.

Spoiler: Laurence Fishburne spielt im zweiten Teil der Reihe den Boss der Unterwelt, „The Bowery King“. Anders als vielleicht vermutet ist dieser allerdings kein Gegenspieler zu Wick. Vielmehr sind die beiden alte Freunde. Der Bowery King hilft Wick, indem er ihn verarzten lässt und ihm eine Waffe mit sieben Patronen gibt, die symbolisch für das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld stehen. Außerdem gibt er Wick Information über den Aufenthaltsort seines größten Feindes.



 

7. Contagion



Steven Soderberg, der schon im Zusammenhang mit „21“, nämlich als Regisseur des Heist-Films „Ocean‘s Eleven“ erwähnt wurde, zeichnet auch für einen Film mit Laurence Fishburne verantwortlich. "Contagion" heißt der Thriller aus dem Jahre 2011, indem es um eine Pandemie eines tödlichen Virus geht, der weltweit um sich greift.

Die Pandemie nimmt in rasantem Tempo zu, während die weltweite medizinische Gemeinschaft nach einem Heilmittel sucht. Vor allem die Panik, die sich schneller ausbreitet als das Virus selbst, lässt sich von Politik und Staaten kaum unter Kontrolle bringen. Der Film beleuchtet aber natürlich auch die Einzelschicksale „gewöhnlicher“ Menschen, die in der weiter auseinanderbrechenden Gesellschaft ums tägliche Überleben kämpfen.

Laurence Fishburne spielt in Soderberghs Thriller Dr. Ellis Cheever, den Vorsitzenden der Centers for Disease Control and Prevention (CDC). In Contagion such die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach einem Impfstoff gegen das Virus. In Atlanta trifft sich Cheever mit Mitarbeitern des Department of Homeland Security, da diese einen Biowaffenanschlag über das Thanksgiving-Wochenende befürchten. Cheever setzt fortan natürlich alles daran, diesen Anschlag mit zu verhindern und so viele Leben wie möglich zu retten, indem schnellstmöglich ein Impfstoff gefunden wird.


 

8. Searching for Bobby Fischer

Der Film „Searching for Bobby Fisher“ – im Deutschen vielleicht besser bekannt als „Das Königsspiel“ – stammt bereits aus dem Jahr 2003 und ist das Filmdebut des Regisseurs Steven Zaillian. Den meisten dürfte Zaillian vor allem für seine Arbeit an großen Drehbüchern bekannt sein. „Schindlers Liste“, „Mission: Impossible“, „Gangs of New York“ und „The Irishman“ sind nur ein paar Beispiele.

Mit Searching for Bobby Fisher allerdings, für das Zaillian das Drehbuch selbstverständlich ebenfalls selbst schrieb, verfilmte er die Geschichte des Schachwunderkindes Joshua Waitzkin (Max Pomeranc). Josh wird im Film von seiner Familie, die das Talent des Jungen früh entdeckt, stark gefördert. Der Schachlehrer Bruce Pandolfini (Ben Kingsley) wird eingestellt, um das Maximum aus dem Kind rauszuholen. Allerdings fühlt sich Josh eher zu der Figur des Vinnie hingezogen, einem Schnellschachspieler aus dem Washington Square Park.

Dieser Vinnie wird von Laurence Fishburne gespielt, der dem Charakter seinen charismatischen Touch verleiht. Vinnie nämlich ist der klassische Kleinganove, der zwar unorthodoxe Methoden haben mag, um zum Sieg zu kommen, demgegenüber man aber einfach mehr Sympathie aufbringen kann, als gegenüber dem strengen und misanthropischen Schachlehrer Pandolfini.

Der große US-amerikanische Filmkritiker Roger Ebert gab dem Film damals seine Höchstwertung von vier Sternen. Er schrieb, dass es sich bei „Searching for Bobby Fisher“ um einen Film von bemerkenswerter Sensibilität und Einsicht handele, der einen eine ganze Menge über die Natur des Menschen lehre. Auch wir finden: Unbedingt anschauen!


 

9. Boyz n the Hood

John Singletons „Boyz n the hood“ spielt nicht etwa in der New Yorker Bronx, sondern im Stadtteil South Central in Los Angeles. Der Film aus dem Jahre 1991 lässt sich in einem Atemzug mit „Do the Right Thing“ (Spike Lee) „New Jack City“ (Mario Van Peebles) oder auch „Menace II Society (Allen und Albert Hughes) nennen. Die Filme werden dem Genre des New Black Cinema zugeordnet, das die Filme afroamerikanischer Regisseure Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre bezeichnet, die häufig Biografien oder Jugenden Schwarzer in amerikanischen Problemvierteln thematisieren.

In „Boyz n the hood“ geht es um das Aufwachsen des jungen Tré Styles (Cuba Gooding Jr.), der nach einer Schlägerei in der Schule von seiner Mutter zum getrenntlebenden Vater ziehen muss. Dieser Vater, Jason "Furious" Styles, wird von Laurence Fishburne verkörpert. Fishburne spielt hier grandios einen Elternteil, der auf die Jugendlichen vielleicht etwas streng und spießig anmuten mag, es vor allem aber gut mit Tré meint. Jason erzieht seinen Sohn mit einem starken Fokus auf Verantwortungsbewusstsein und lehrt ihn wichtige Weisheiten fürs Leben.


 

10. Ant-Man and the Wasp



Den Abschluss dieser Liste bildet der jüngste der Filme, „Ant-Man and the Wasp“, aus dem Jahr 2018. Als Fortsetzung von „Ant-Man“ von 2015 stellt er innerhalb des Marvel Cinematic Universe für viele Filmfans ein kleines Highlight dar.

Den beide Ant-Man Teile schaffen etwas, was nur wenigen herkömmlichen Superheldenfilmen gelingt. Sie thematisieren etwas, mit dem sich Politiker*innen, Soziologinnen und Soziologen und Künstler*innen schon seit vielen Jahren beschäftigen: Die Schwarmintelligenz.

Vordergründig geht es im ersten Teil darum, dass Dr. Henry Pym (Michael Douglas) ein Serum herstellt, welches rapides Schrumpfen und genauso schnelles Wachstum ermöglicht. Er entwickelt außerdem einen Helm, mit dem sich nach Belieben die Körpergröße Größe verändern lässt. Im Zentrum des Filmes steht der Dieb Scott Lang (Paul Rudd), der Pyms Schrumpf-Anzug stielt und dadurch zu einem noch besseren Einbrecher wird.

Im zweiten Teil überredet Pyms Tochter Hope van Dyne (Evangeline Lilly) Scott zu einer Rettungsmission. Hopes vor Jahrzehnten im Quantum Realm verschollene Mutter Janet (Michelle Pfeiffer) soll wiedergefunden werden. Laurence Fishburne spielt hier Dr. Bill Foster, der den Protagonisten dabei hilft, das alte geschrumpfte Labor von Hank Pym ausfindig zu machen. Er begleitet die Helden während ihrer Reise und tut sein Bestes, die Drei mit allen Mitteln zu unterstützen.

Warum wir die Ant-Man-Filme aber eigentlich so sehenswert finden? Weil es nicht um reine Action und viel CGI geht, sondern auch um die Metapher der Ameise als Sinnbild für uns Menschen. Statt ein reines Loblied auf die Schwarmintelligenz anzustimmen, ist Ant-Man auch als eine Art Lehrfilm zur menschlichen Souveränität mit all ihren negativen Aspekten zu sehen.