20.08.2020
von Wencke Schimmelpfennig

Der Streamingdienst Netflix hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer festen Größe im Bereich Anime-Serien entwickelt und begeistert zudem regelmäßig mit sehr gelungenen Eigenproduktionen. Zeit also, euch mal die 10 besten Anime-Serien vorzustellen, die es derzeit exklusiv bei Netflix zu sehen gibt.



Die beliebte Manga-Serie „Kakegurui“ von Homura Kawamoto und Toru Naomura erscheint nun bereits seit 2014 und hat bisher noch kein Ende gefunden. Dies liegt wohl vor allem am großen Hype um die Serie, die seit 2017 als Anime-Serie über Netflix ausgestrahlt wird und bereits zwei Staffeln umfasst.
Die Serie, die im Deutschen den Namen „Kakegurui – Das Leben ist ein Spiel“ trägt, dreht sich rund um die Schüler der Hyakkaou-Privatakademie, die sich vor allem dem Glücksspiel verschrieben hat. So werden die Schüler auch nach ihren Fähigkeiten im Glücksspiel und in den Bereichen Strategie, List und Durchschauen des Gegners bewertet. Zu den Schülern der Akademie gehören für gewöhnlich nur Kinder reicher und einflussreicher Familien, deren Ansehen durch Gewinn oder Niederlage steigen, aber auch fallen kann.

Eines Tages verschlägt es die Glücksspielerin Yumeko Jabami neu an die Schule, wo sie sich erst einmal gegen ihre neuen Mitschüler behaupten muss. Obwohl sie zunächst einen sehr naiven Eindruck macht, gelingt es ihr geschickt zu gewinnen und so schließt sie schließlich Freundschaft mit Ryota, den sie durch ihren Sieg aus einer misslichen Lage befreit.
 

Violet Evergarden

© Leonine

„Violet Evergarden“ ist eine wunderbare Anime-Adaption der Light-Novel-Serie von Kana Akatsuki aus dem Jahr 2018, in deren Mittelpunkt eine junge Soldatin steht, die sich nach dem Ende des Krieges in die Gesellschaft einzugliedern versucht. Violet hat jedoch keine Ahnung von dem alltäglichen Leben und kann mit vielen Dingen, wie auch der Liebe, nicht viel anfangen.
So beginnt sie eine Tätigkeit als Akora, Autonome Korrespondenz-Assistentin, in der sie die Gefühle und Gedanken der Menschen zu Papier bringen muss. So lernt Violet nach und nach mehr über das Leben und auch ihre eigenen Gefühle und sucht für sich nach einem neuen Lebenssinn.

„Violet Evergarden“ begeistert nicht nur mit der überaus schönen Umsetzung durch Kyōto Animation, sondern vor allem durch die berührende Geschichte der jungen Violet, die sich als Akora mit den unterschiedlichsten Problemen und Schicksalen der verschiedensten Menschen auseinandersetzen muss und ihnen hilft ihre Gefühle zu vermitteln. Dabei hat die verwaiste und einst namenlose Soldatin selbst genügend Schreckliches in ihrem Leben durchgemacht, das es für sie ebenfalls zu bewältigen gilt. Neben der beliebten Anime-Serie hat Netflix momentan sogar die Film-Adaption „Violet Evergarden und das Band der Freundschaft“ im Programm und bietet somit jede Menge Stoff für diejenigen, die es etwas dramatischer und herzergreifender mögen.
 

Beastars



In der anthropomorphen Welt von „Beastars“ leben Fleisch- und Pflanzenfresser für gewöhnlich in Harmonie zusammen. Diese wird jedoch gestört, als das Alpaka Tem von einem Fleischfresser getötet und gefressen wird. Der Vorfall schürt nicht nur Vorurteile, sondern auch Angst bei den Pflanzenfressern, die sich auch in der Theater-AG der Cherryton-Schule zeigt. So wird der Grauwolf Legoshi fortan von seinen Mitschülern gefürchtet und gemieden. Dieser war jedoch gut mit dem Alpaka Tem befreundet und auch für das Zwergkaninchen Haru entwickelt Legoshi bald mehr als nur freundschaftliche Gefühle. Aber auch Legoshi hat mit seinen Instinkten zu kämpfen, die ihn immer wieder in Versuchung führen.

Basierend auf der Manga-Vorlage von Paru Itagaki erschien 2019 die Anime-Adaption von „Beastars“, die exklusiv über Netflix zu sehen ist und uns in eine alternative Welt einführt, in der Tiere mit menschlichen Zügen die Protagonisten sind. Ähnlich wie wir, haben sie nicht nur mit ihren natürlichen Veranlagungen zu kämpfen, sondern auch mit alltäglichen Problemen, wie dem Schulalltag oder die ersten Liebe.
 

Japan sinkt: 2020

© Netflix

Die Anime-Miniserie „Japan Sinkt 2020“ ist die neueste Eigenproduktion von Netflix, die es zudem wahrlich in sich hat. Die Handlung der Serie geht auf den 1973 veröffentlichten Science-Fiction-Roman „Japan sinkt“ des japanischen Schriftstellers Sakyo Komatsu zurück und erzählt wie Japan von einer schweren Reihe von Erdbeben erschüttert wird. Diese enden in einer gigantischen und nicht vorstellbaren Katastrophe für die japanische Bevölkerung, bei der es nicht nur zu verheerenden Bränden, sondern auch zu Tsunamis und Vulkanausbrüchen kommt. Im Zuge der Veränderungen im Erdinneren versinken die japanischen Inseln nach und nach im Meer und für die Überlebenden beginnt ein Wettlauf mit der Zeit sowie ein Ringen um Leben und Tod auf einem Fleckchen Erde, das bald nicht mehr existieren wird. Im Mittelpunkt der Handlung von „Japan sinkt 2020“ steht die Familie Mutoh rund um die junge Ayumu und ihr Überlebenskampf im Angesicht des Unvorstellbaren.

Verantwortlich für die Anime-Adaption des Romans war zudem kein Geringerer als Masaaki Yuasa, der mit Anime-Filmen, wie „Night Is Short, Walk on Girl“ und „Lu Over the Wall“, bereits für einige Aufmerksamkeit sorgte.
 

7 Seeds

© Netflix

Jahre nachdem ein Meteorit die Erde getroffen und fast sämtliches Leben ausgelöscht hat, sind die Teilnehmer des sogenannten Seven Seeds Programms die einzigen Überlebenden. Auf sich allein gestellt, müssen sich die jungen Menschen des Programms, das aus fünf verschiedenen Gruppen besteht, nun in einer postapokalyptischen Welt zurechtfinden, die so gar nichts mehr mit ihrer früheren Heimat zu tun hat und ihnen eher feindlich gesinnt ist. So hat sich nicht nur die Vegetation, sondern auch das Klima der verschiedenen Regionen spürbar verändert. Ohne Kenntnisse über die Ereignisse zu haben, müssen sie zusammen mit einem erwachsenen und darüberhinaus eingeweihten Leiter der Gruppe um ihr Überleben kämpfen, um die menschliche Bevölkerung und Zivilisation wieder aufzubauen.

Die Anime-Serie „7 Seeds“ basiert auf der gleichnamigen Science-Fiction-Manga-Reihe von Yumi Tamura, die bereits im Jahr 2001 startete und 2019 exklusiv für den Streamingdienst Netflix adaptiert wurde.
 

Forest of Piano



Kai Ichinose wächst im Rotlichtviertel seiner Stadt auf, doch des Nachts schleicht er sich regelmäßig in den Wald, um dort auf einem alten Klavier zu spielen. Sein musikalisches Talent wird jedoch erst entdeckt, als Shuhei Amamiya, Sohn eines berühmten Pianisten und selbst Klavierspieler, an Kais Schule wechselt. Bald darauf wird auch ihr Musiklehrer Herr Sosuke Ajino auf das unglaubliche Talent des kleinen Kai aufmerksam und beginnt ihn zu fördern. So werden Kai und Shuhei nun zu Konkurrenten und müssen sich gegen den anderen behaupten. Doch Kai und Herrn Ajino verbindet noch viel mehr als die Musik, denn auch Sosuke Ajino war einmal ein berühmter und vielversprechender Pianist, bis ein Unfall alles verändern sollte.

„Forest of Piano“ ist eine wunderbare Anime-Adaption der Manga-Reihe von Makoto Isshiki, die sich ganz der Musik verschrieben hat und Musikliebhaber voll auf ihre Kosten kommen lässt, auch wenn man vielleicht nicht so viel mit klassischer Musik anfangen kann. Dabei wird vor allem der Wettbewerb zwischen dem disziplinierten Shuhei und dem wilden Kai zu einem Wechselbad der Gefühle und lässt uns bis zum Schluss mit den beiden mitfiebern.
 

Die Walkinder – Children of the Whales



„Die Walkinder – Children of the Whale“ erzählt eine mystische Geschichte zwischen Drama und Action, die uns in eine ganz fremde Welt entführt. Hier lebt der junge Chakuro zusammen mit einer Gemeinschaft, bestehend aus normalen Menschen und sogenannten Markierten, die über übernatürliche Fähigkeiten verfügen, auf einer Schiffsinsel mit dem Namen Schlammwal. Diese treibt schon seit geraumer Zeit durch die Weiten eines riesigen Sandmeers ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Als der Schlammwal jedoch eine Insel erreicht, entdecken sie dort das Mädchen Lykos, die sie vor einer drohenden Gefahr warnt, die nicht nur den Schlammwal, sondern auch alle auf ihm lebenden Menschen bedroht.

Dies ist jedoch erst der Anfang der Geschichte, denn bisher wurde lediglich eine Staffel der Anime-Serie „Die Walkinder – Children of the Whale“ produziert, die exklusiv auf Netflix zu sehen ist, während die Manga-Reihe von Abi Umeda noch nicht abgeschlossen ist.
 

Sirius the Jaeger



Eine Gruppe von Vampirjägern, die sich selbst die „Jaegers“ nennen, gelangt, nachdem sie einer Gruppe von Vampiren gefolgt sind, nach Tokio. Unter ihnen befindet sich auch der junge Werwolf Yuliy, dessen Familie und komplettes Heimatdorf von Vampiren ausgelöscht wurde.
Neben der Vampirjagd sind die Jaeger auf der Suche nach der legendären Lade des Sirius, die einst als Geschenk Gottes an die Familie der Sirius gegeben wurde und die Macht über alle Dinge in sich trägt. Doch auch die Vampire haben es auf die göttliche Kraft der Lade abgesehen und so geraten die beiden Gruppen immer wieder in blutrünstige Kämpfe, in denen es um Leben und Tod geht.

Anders als bei den meisten Anime-Serien liegt „Sirius the Jaeger“ keine Manga-Vorlage zugrunde und so handelt es sich bei der Serie von Regisseur Masahiro Andō um einen Original-Anime, der von P.A. Works („Maquia - Eine unsterbliche Liebesgeschichte“, „Another“) produziert wurde und exklusiv über Netflix zu sehen ist.

„Sirius the Jaeger“ ist eine düstere Mischung aus Mystery und Thriller mit Science-Fiction und Fantasy-Elementen, die auf jeden Fall für einige Spannung sorgt.

 

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