Suicide Squad
18.06.2021
von Dominique Rose und Wencke Schimmelpfennig

Jährlich wird weltweit im Juni der Pride Month gefeiert. Ein Ereignis, das nicht nur den Stolz der LGBTQIA+-Community zeigt, die sich offen zu ihrer Sexualität bekennt, sondern darüber hinaus auch auf Missstände aufmerksam machen soll. Viel zu oft werden queere Menschen noch Opfer von Gewalt sowie Diskriminierung und auch der Kampf um Gleichberechtigung ist für sie ein anhaltender. Mit unserer Liste wollen wir einen Beitrag zum Pride Month leisten und die Vielseitigkeit der Liebe feiern. Hier also unsere Liste der neuesten Serien und Filme, die sich mit queeren Themen auseinandersetzen.


Ebenfalls passend zum Pride Month findet sich im Repertoire von Amazon Prime Video der äußerst amüsante Film „Pride“, der trotz seiner sozialkritischen Thematik nichts an Feel-Good-Vibes einbüßt.
„Pride“ spielt nämlich während einer Zeit, in der die konservative Politikerin Margaret Thatcher das Sagen hat. Vor allem die Bergarbeiter fallen dieser Regierung zum Opfer, weshalb viele Bergbau-Städte und deren Bewohner in den Streik gehen, um gegen die Schließung und Privatisierung der Zechen vorzugehen. Diesem Streik will sich auch eine andere Minderheit anschließen, die sich dadurch Besserung für ihre eigene Situation erhofft. Die Rede ist von den homosexuellen Mitgliedern der britischen Gesellschaft, genauer gesagt die vom Aktivisten Mark gegründete LGSM-Bewegung (Lesbians and Gay Support the Miners). Seine Idee trifft jedoch nicht gerade auf Gegenliebe, weder bei den Bergbauarbeitern noch bei den Menschen aus seiner Vereinigung. Doch Mark bleibt beharrlich.

„Pride“ ist ein Film von Matthew Warchus, der auf wahren Begebenheiten beruht und neben einem außergewöhnlichen Akt der Solidarität, der sämtliche Vorurteile auf beiden Seiten auszumerzen beginnt, auch die Geschichte des jungen Fotografen Joe erzählt, der auf diese Weise sein Coming Out erlebt. Der Film besticht dabei nicht nur durch seine Leichtigkeit, die uns britische Regisseure immer wieder aufs Neue präsentieren, sondern auch durch den hervorragenden Cast, der neben den beiden Jungstars Ben Schnetzler und George MacKay auch Größen wie Bill Nighy, Andrew Scott und Imelda Staunton zeigt.


Call Me By Your Name

© Sony Pictures

Das romantische Drama „Call Me By Your Name“ ist nicht nur einer unserer absoluten Favoriten in diesem Bereich, sondern darf auch in unserer Liste zum Pride Month definitiv nicht fehlen. In dem Film von Luca Guadagnino geht es nämlich um die abenteuerliche Liebe zwischen dem 17-jährigen Elio Perlman und einem Studenten.Es ist Sommer und das heißt, der amerikanische Archäologe Professor Perlman, empfängt in seiner toskanischen Villa wieder einen Doktoranden, der ihn für sechs Wochen bei seinen Arbeiten unterstützen soll. Dieses Mal fällt die Wahl auf den 24-jährigen Oliver, der sich nicht nur als äußerst tüchtig und eloquent erweist, sondern der vor allem in dem 17-jährigen Elios völlig neue Gefühle weckt. Schon bald verliert Elios das Interesse an der gleichaltrigen Marzia und stürzt sich Hals über Kopf in ein Abenteuer, bei dem er Oliver immer näher kommt.

„Call Me By Your Name“ ist ein außerordentliches Werk, das nicht ausschließlich durch seine Thematik fasziniert, sondern vor allem durch das authentische Zusammenspiel der beiden Schauspieler Timothée Chalamet und Armie Hammer, die hier in die Rollen der beiden sich näher kommenden jungen Männer Elio und Oliver schlüpfen. Der Jungstar Timothée Chalamet wurde für seine Darbietung sogar bei der Oscar-Verleihung 2018 mit einer Nominierung als bester Hauptdarsteller bedacht. Insgesamt gab es für „Call Me By Your Name“ vier Oscar-Nominierungen, von der sogar eine (die für das beste adaptierte Drehbuch) in dem Gewinn der goldenen Statue resultierte.


Porträt einer jungen Frau in Flammen

© Alive Ag

Kommen wir nun zu einem der Filme in unserer Liste, in denen es um die enge emotionale Beziehung zwischen zwei Frauen geht. Auf Amazon Prime Video befindet sich derzeit das Drama „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ von Regisseurin Céline Sciamma.

Der Film spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte der jungen Künstlerin Marianne, die das Porträt einer jungen Dame namens Héloïse zeichnen soll. Dieses Bild ist jedoch für den Verlobten gedacht, mit dem Héloïse zwangsverheiratet werden soll. Dementsprechend hält sich ihre Freude über das künstlerische Projekt in Grenzen. Damit dies aber dennoch zustande kommt, muss sich Marianne als Begleitung der wohlhabenden Frau ausgeben und das Porträt später aus dem Gedächtnis zeichnen. Dabei kommen sich die jungen Damen jedoch deutlich näher, als es sich zu dieser Zeit gehört und es entbrennt eine aufregende, aber verbotene Liebesbeziehung zwischen den beiden.

„Porträt einer jungen Frau in Flammen“ wird nicht ohne Grund als DER beste Indie-Film des Jahres 2019 bezeichnet. Zum einen trifft das Drama die Zuschauer*innen mit voller Wucht, auch wenn die Inszenierung komplett unaufgeregt ist. Zum anderen besticht der Film vornehmlich durch das herausragende Schauspiel der beiden Darstellerinnen Noémie Merlant und Adèle Haenel, die in die Rollen der Künstlerin Marianne und ihrem Model Héloïse schlüpfen. Ihre Darbietung steckt voller Gefühl, Inbrunst und Authentizität, dass man als Zuschauer*in fast alles andere vergisst.


Die Taschendiebin

© Koch Films

Den Abschluss in unserer Liste zum Pride Month macht ein weiterer Hochkaräter, der neben etlichen anderen sogar den BAFTA-Award in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film absahnen konnte. Die Sprache ist von Park Chan-wooks „Die Taschendiebin“, einem weiteren Meisterwerk des gefeierten südkoreanischen Regisseurs.

Die Protagonistin Sook-hee ist eine junge Taschendiebin und Mitglied einer Gangsterbande. Zusammen mit dem Hochstapler Fujiwara schmiedet sie einen Komplott, der vorsieht sie als Dienstmädchen in das Haus der reichen japanischen Erbin Hideko zu schleusen. Dort soll sie sich mit ihr anfreunden und die Hochzeit mit Fujiwara in die Wege leiten. Doch die junge Taschendiebin und die wunderschöne Erbin verlieben sich ineinander. Ihre Liebe kollidiert jedoch mit Sook-hees Plan, an dem sie zunächst weiter festhält.

„Die Taschendiebin“ ist ein absolut ästhetisches Meisterwerk, das mit beeindruckenden Szenenbildern und Kostümen begeistert. Doch darüber hinaus erstrahlen noch die beiden Schauspielerinnen Kim Min-hee und Kim Tae-ri in ihren Verkörperungen der schönen reichen Erbin und der jungen gewieften Taschendiebin, deren Beziehung voller Begehren, Zuneigung und Innigkeit ist, was von den beiden Darstellerinnen mehr als authentisch herüber gebracht wird. Obwohl ihre Liebe unter keinem guten Stern steht, zieht es die beiden unweigerlich zueinander und so entwickeln sie bald ihren eigenen Komplott.

Trailer