30.04.2021
von Dominique Rose und Wencke Schimmelpfennig

Der Anime-Trend aus Japan hält weiterhin an und versorgt uns nicht nur mit Erfolgshits aus den Ghibli-Studios wie „Prinzession Mononoke“ und Anime-Klassikern wie „Akira“ und „Ghost in the Shell“, sondern auch neuere Produktionen wie „Your Name“ und „The Anthem of the Heart“ stehen auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben.


Mit „Wolfwalkers“ hat Apple TV+ den neuesten Animationsfilm aus den irischen Cartoon Saloon Studios ins Programm genommen, der die sogenannte irische Trilogie von Regisseur Tomm Moore abschließt. Zu dieser gehören zudem die Filme „Das Geheimnis von Kells“ und „Die Melodie des Meeres“, die allesamt für den Oscar als „Bester Animationsfilm“ nominiert waren.

„Wolfwalkers“ ist, wie alle Filme des irischen Animationsstudios, ein echter Geheimtipp, der sich wieder einmal mythologischen Erscheinungen und geheimnisvollen Sagen widmet.

Die junge Robyn Goodfellowe träumt im Irland des 17. Jahrhunderts davon, eine ebenso tapfere Wolfsjägerin zu werden wie ihr Vater. Wölfe gelten als gefährlich für die Bauern und behindern den Ausbau der Stadt Kilkenny, die sich fest im Griff des Lord Protectors Cromwell befindet, der die Bürger*innen unterdrückt. Auf seinen Befehl hin soll Robyns Vater darum alle Wölfe der Gegend vernichten.

Eines Tages schleicht sich Robyn gegen den Willen ihres Vaters in den Wald, wo sie die junge Mebh kennenlernt. Sie ist eine Wolfwandlerin, die in der Lage ist mit den Tieren zu kommunizieren und über viele ihrer besonderen Eigenschaften verfügt. Robyn lernt von ihr viel über die Wölfe und erhält bald schon eine alles verändernde Gabe von ihr, die ihre Sicht auf die Welt für immer verändern soll.


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Soul

© Disney

Wenn von Animationsfilmen die Rede ist, dürfen natürlich auch die ganz großen Studios wie Disney, Pixar oder Dreamworks nicht fehlen. So finden sich in unserer Liste gleich zwei starke Animationsfilme aus dem Hause Disney. Der erste unter ihnen ist „Soul“ - eine neue Perle von Disney•Pixar. Die beiden Studios haben in der Vergangenheit schon häufiger starke Filme präsentiert, auch mit „Soul“ bestätigen sie diese Erfolgsgeschichte. Der Animationshit konnte nämlich bei der diesjährigen Oscar-Verleihung den begehrten Preis in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ einheimsen (wir berichteten).

Dieser große Erfolg liegt nicht allein an der liebevollen Gestaltung der Figuren und Umgebung, sondern vor allem an der tiefgründigen Story. In „Soul“ begegnen wir nämlich dem begnadeten Musiker Joel Gardener, der sein Leben als Musiklehrer fristen muss. Kurz nachdem ihm die Chance auf einen Jazz-Auftritt winkt, geschieht jedoch das Unfassbare und Joel stürzt in den Tod. Doch anstatt sich ins Jenseits zu begeben, flüchtet er und landet dabei im „Davorseits“, wo er die scheinbar unbelehrbare Seele Nummer 22 kennenlernt.

Gemeinsam versuchen die beiden nun Joel auf die Erde zurückzubringen, dabei begeben sie sich aber auch auf eine Reise zur Selbstfindung und zur Akzeptanz.


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Raya und der letzte Drache

© Disney

Der zweite Film aus dem Hause Disney, der sich ebenfalls einen Platz in unserer Liste sichern konnte, ist der brandneue Animationsfilm „Raya und der letzte Drache“.

In „Raya und der letzte Drache“ begleiten wir die ehrgeizige Kriegerin Raya und ihren tierischen Weggefährten Tuk Tuk bei ihrer Suche nach dem letzten Drachen. Dieser soll nämlich die Macht haben, das Land und die zerstrittenen Völker wieder zu vereinen und damit die Welt zu retten. Dieses Unterfangen entpuppt sich jedoch als gar nicht so einfach, Raya ist nämlich nicht die einzige Kriegerin, die sich auf den Weg gemacht hat. Zum Glück begegnet sie auf ihrem Weg zahlreichen außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die ihr unterstützend zur Seite stehen. So dürfen wir uns auf die Bekanntschaft des Riesen Tong, dem diebischen Kleinkind Noi und ihrer hinterlistigen Ongi-Bandi sowie den zehnjährigen Entrepreneur Boun freuen.

Aktuell noch ausschließlich mit VIP-Ticket erhältlich, hat das Werk von Don Hall und Carlos López Estrada gute Chancen, der diesjährige Disney-Hit zu werden. Schließlich wartet der Film nicht nur mit einer wunderbaren Story auf, sondern auch mit einem phänomenalen Soundtrack und niedlichen Charakteren, die Baby Yoda starke Konkurrenz machen.


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Die Mitchells gegen die Maschinen

© Netflix

Dass Netflix auch in Sachen Animationsfilm mittlerweile ein gutes Händchen beweist, hat der Streaming-Riese erst kürzlich mit seinen Werken „Klaus“ und „Familie Willoughby“ eindrücklich zur Schau gestellt. Mit seinem neuesten Werk „Die Mitchells gegen die Maschinen“ legt Netflix nun also nach und schmeißt noch einmal eine gehörige Schippe Verrücktheit obendrauf.

Die Familie Mitchell ist nämlich ein ganz verrückter Haufen, dem die älteste Tochter Katie nun endlich entfliehen will, um auf einer renommierten Filmschule Fuß zu fassen. Sie hatte einen ruhigen Trip ohne ihre Familie dorthin geplant, doch diese hat sich kurzerhand dazu entschlossen, ihre Tochter auf dieser Reise zu begleiten. Und wenn das noch nicht blamabel genug wäre, bricht auch noch eine Roboter-Apokalypse aus, die ausgerechnet die Mitchells verhindern sollen. Dass dies natürlich nur im Chaos enden kann, braucht man wohl nicht mehr erwähnen.

Das aus der Feder von Michael Rianda und Jeff Rowe stammende Werk ist ein bunter Genre-Mix, in dem Abenteuerfilm, Endzeitspektakel und Coming-of-Age-Drama amüsant ineinander verwoben werden. Darüber hinaus wartet der Film mit vielen Referenzen zu Kultklassikern auf, wie „Terminator“, „Mad Max“ und „Zombie“, was natürlich kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass es sich bei der Erzählerin um Filmliebhaberin Katie Mitchell selbst handelt.


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Der Brotverdiener


Der Brotverdiener“ ist ein weiteres herausragendes Machwerk aus den irischen Cartoon Saloon Studios für das Nora Twomey die Regie übernahm. Wie die meisten Filme der bekannten irischen Studios war auch „Der Brotverdiener“ für einen Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm nominiert und erfreute sich herausragender Kritiken. Dies ist nicht nur der gelungenen Animation geschuldet, sondern wohl auch dem ernsten und kritischen Thema des Films, der sich mit der terroristischen Herrschaft der Taliban im islamischen Raum beschäftigt.

Die 11-jährige Parvana lebt zusammen mit ihrer Familie im afghanischen Kabul, wo sie tagtäglich ums Überleben kämpfen. Besonders trifft es die Familie, als ihr Vater zu Unrecht verhaftet wird und die Familie ohne ein männliches Oberhaupt zurücklässt. Frauen ist es nämlich im Regime der Taliban nicht erlaubt, ohne männliche Begleitung das Haus zu verlassen. So ist es Parvana und ihrer Familie nicht einmal möglich, sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Kurzerhand beschließt die kleine Parvana sich als Junge zu verkleiden und selbst für den Unterhalt zu sorgen. Damit setzt sie sich jedoch einer großen Gefahr aus, sollte ihr Trug auffliegen.

„Der Brotverdiener“ ist ein wirklich bewegender und aufwühlender Animationsfilm, der sich äußerst kritisch zum Taliban-Regime äußert und damit eines der größten Probleme der islamischen Welt anspricht.


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New Gods: Nezha Reborn


Neben dem aktuellen Netflix-Werk „Die Mitchells gegen die Maschinen“ hat es sich noch eine weitere brandneue animierte Filmperle bei diesem Streaminganbieter bequem gemacht – das Fantasy-Abenteuer „New Gods: Nezha Reborn“.

Darin lernen wir Li Yunxiang, einen scheinbar ganz normalen jungen Typen, kennen, der nebst seinem Job als Kurier am liebsten mit dem Motorrad durch die Straßen düst. Doch in dem jungen Mann steckt weitaus mehr als nur ein talentierter Fahrer mit Hang zu einem Bleifuß. Er ist die Reinkarnation des Gottes Nezha, der vor rund 3000 Jahren den Drachenkönig besiegte und dann spurlos verschwand. Doch genau dieser Kampf soll sich nun wiederholen, denn nicht nur Nezha wurde wiedergeboren, auch seine Widersacher sind zurückgekehrt und wollen nun ihre einstige Stärke zurückerlangen.

Bei „New Gods: Nezha Reborn“ handelt es sich um eine Produktion des chinesischen Studios Light Chaser Animation. Während Animes und auch sonstige japanische wie koreanische Werke immer mehr Anklang in der westlichen Welt finden, haben es chinesische Streifen jeglicher Art immer noch sehr schwer. Die Light Chaser Animation Studios sind hierbei eine löbliche Ausnahme, immerhin ist „New Gods: Nezha Reborn“ ihr mittlerweile vierter Animationsfilm, den es hierzulande zu bestaunen gibt. Davor sorgten die Verantwortlichen bereits mit „White Snake“, „Die Schutzbrüder“ und „Cats - Ein schnurriges Abenteuer“ für ordentlich Furore.


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Mein Leben als Zucchini

© Polyband

Mit dem französisch-schweizerischen Stop-Motion-Animationsfilm „Mein Leben als Zucchini“ hat es ein weiterer Oscar-Kandidat in unsere Liste geschafft, der unter anderem mit dem César und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Dies verwundert nicht, wenn man beachtet, dass keine Geringere als Céline Sciamma, Regisseurin von „Tomboy“ und „Porträt einer jungen Frau in Flammen“, beim Drehbuch federführend war.

Der neunjährige Icare, von seiner Mutter nur Zucchini genannt, lebt allein mit seiner alkoholkranken Mutter, nachdem sie sein Vater wegen einer jüngeren Frau verlassen hat. Als Zucchini eines Tages mit ihren leeren Bierdosen auf der Treppe spielt, kommt es zu einem tragischen Unfall und seine Mutter stürzt in den Tod. Von dem freundlichen Polizisten Raymond wird er nun in ein Waisenhaus gebracht, wo er Kinder mit ganz ähnlichen Schicksalen kennenlernt und feststellt, dass er nicht allein ist. Zucchini hat ein angenehmes Leben, vor allem nachdem die kleine Camille ins Waisenhaus gekommen ist. Diese hat jedoch noch viel Schlimmeres durchgemacht als all die anderen Kinder, findet aber in Zucchini einen Vertrauten und Freund.

„Mein Leben als Zucchini“ ist wahrlich kein seichter Film, so wie es der Titel vielleicht erahnen lässt. Vielmehr verhandelt er traumatische Kindheiten, die von allem nur Vorstellbaren, wie Alkoholsucht, Gewalt, Mord und Suizid, geprägt sind. Der Film handelt jedoch auch von Akzeptanz, Freundschaft und Hoffnung und entlässt seine Zuschauer*innen mit einem wohlig warmen Gefühl.


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Die Melodie des Meeres

© Koch Films

Und weil es so schön ist und aller guten Dinge drei sind, hat es mit „Die Melodie des Meeres“ noch ein dritter Film der irischen Cartoon Saloon Studios in unsere Liste geschafft.

Der Film von Tomm Moore erzählt die Geschichte des zehnjährigen Ben, der zusammen mit seinem Vater und seiner stummen Schwester Saoirse an der irischen Küste in einem Leuchtturm lebt. Eines Tages werden die Geschwister zu ihrer Großmutter in die Stadt geschickt, doch es zieht sie zurück nach Hause. So beginnt für Ben und Saoirse eine abenteuerliche Reise zurück zum Meer, während der sie einige unerwartete Entdeckungen machen. Denn das kleine stumme Mädchen ist in Wahrheit eine Selkie, ein Robbenmädchen, und zu Großem erkoren. Es ist nämlich an ihr, mit Hilfe ihrer Magie die Feen des Landes aus ihrer Gefangenschaft zu befreien und damit die Magie zurück ins Land zu bringen.

„Die Melodie des Meeres“ begeistert nicht nur durch seine zauberhafte und herzerwärmende Geschichte, sondern vor allem durch die atemberaubenden Animationen. Die Cartoon Saloon Studios legen dabei besonderen Wert auf die Farbgestaltung ihrer Filme. Wo „Wolfwalkers“ durch verschiedene Orangevariationen besticht, ist es bei „Die Melodie des Meeres“ das Blau, das sich in einer facettenreichen Farbpalette zeigt. Obwohl die Academy die grandiosen Filme des irischen Studios bereits ins Auge gefasst hat und bisher sämtliche Filme für einen Oscar nominiert wurden, hat es für die goldene Trophäe bisher leider nicht gereicht.


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Spione Undercover


Der letzte Film in unserer Liste der besten im Stream erhältlichen Animationsfilme befindet sich derzeit auf Sky Ticket. Die Rede ist von „Spione Undercover“ einem Agenten-Filmchen der etwas anderen Art aus dem kreativen Oberstübchen der Blue Sky Studios.

„Spione Undercover“ macht uns mit Lance Sterling bekannt, einem Agenten, der sich selbst als der beste und eleganteste Spion bezeichnet. Dabei greift er liebend gerne auf die technischen Hilfsmittel des geistreichen Tüftlers Walter zurück. Nur leider ist ausgerechnet bei Lance’ schwierigstem Fall eines dieser Gadgets gehörig schief gelaufen und anstatt unsichtbar zu sein, hat sich Lance in eine Taube verwandelt. So lange die zwei ungleichen Partner keine Möglichkeit haben, dies rückgängig zu machen, müssen sie wohl oder übel enger zusammenarbeiten, als ihnen lieb ist.

„Spione Undercover“ besticht durch die liebevolle Gestaltung und die frechen Sprüche, die nicht selten bei den Zuschauer*innen in schallendes Gelächter ausarten. Verwunderlich ist dies natürlich nicht, schließlich stecken hinter der Inszenierung die Regisseure Nick Bruno und Troy Quane, die bereits für das Animationsfranchise „Ice Age“ verantwortlich waren. Macht euch also auf das nächste tierische Abenteuer aus deren Feder gefasst.


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Trailer

Szenenbild aus Her

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