Humorvoll betrachtete Liebesgeschichte, in der sich eine verheiratete Mitsechzigerin in einen älteren Mann verliebt und eine Affäre beginnt.

Kinostart: 04.09.2008

Ursula Werner

Ursula Werner
als Inge

Horst Rehberg
als Werner

Horst Westphal
als Karl

Steffi Kühnert
als Petra

Die Handlung von Wolke 9

Die Mittsechzigerin Inge (Ursula Werner) ist seit 30 Jahren mit ihrem gutherzigen Mann Werner (Horst Rehberg) verheiratet. An einen Seitensprung hat sie nie gedacht, denn sie liebt Werner aufrichtig. Dann trifft sie den 76-jährigen Karl (Horst Westphal) und ist sofort Feuer und Flamme. Wie eine Jugendliche stürzt sie sich in eine leidenschaftliche Affäre mit dem älteren Rentner und landet mit ihm im Bett. Dafür riskiert sie, ihr altes Leben auf einen Schlag zu ruinieren.

Ungewöhnliches Kino, das direkt aus dem Leben erzählt - damit hat sich Andreas Dresen ("Halbe Treppe", "Sommer vorm Balkon") einen internationalen Ruf erarbeitet. Seine humorvolle Romanze zweier Senioren wagt viel und begeistert abermals durch ausgesprochene Menschlichkeit.

Seit mehr als 30 Jahren ist die Mittsechzigerin Inge verheiratet, glücklich, wie sie findet. Es käme ihr nie in den Sinn, ihren Mann zu betrügen. Bis sie Karl kennenlernt, einen mit 76 Jahren viel älteren Mann. In seiner Gegenwart fühlt sie sich auf einmal wieder wie früher, wie ein junges Mädchen. Sie lässt sich auf die Affäre ein und riskiert damit, ihr altes Leben im Handstreich wegzufegen.

Seit mehr als 30 Jahren ist die Mittsechzigerin Inge mit Werner verheiratet. Es käme ihr nie in den Sinn, ihren Mann zu betrügen. Bis sie Karl kennen lernt, einen mit 76 Jahren viel älteren Mann. In seiner Gegenwart fühlt sie sich auf einmal wieder wie früher, wie ein junges Mädchen. Sie lässt sich auf die Affäre ein und kündigt ihrem Mann wenig später an, sie werde ihn verlassen. Werner kann Inges Entscheidung nicht fassen. Anstatt um sie zu kämpfen, zieht er sich zurück. Und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Kritik zu Wolke 9

Davon, dass Liebe auch mit über 60 noch weh tun kann, erzählt Andreas Dresens fernab von Jugendkult und gesellschaftlichen Klischees und wurde dafür beim Filmfest in Cannes 2008 in der Reihe "Certain Regard" mit dem "Coup de Coeur" ausgezeichnet

Weder die Jungen, Schönen noch Erfolgreichen bevölkern hier die Leinwand, sondern Menschen, die nicht ins übliche Raster von Lust und Leidenschaft in zerknüllten Laken passen. Das Tabuthema Liebe im Alter packt Andreas Dresen kompromisslos und mit großer Zärtlichkeit für seine Protagonisten an. Inge ist ungefähr Mitte 60, seit über 30 Jahren mit Werner verheiratet, der Stunden vor dem Fernseher verbringt oder sich mit Eisenbahnen beschäftigt. Es könnte immer so weitergehen wie bisher, doch dann passiert es: Urplötzlich hat sie Schmetterlinge im Bauch wie eine 17Jährige. Das Objekt der Begierde ist kein jüngerer Mann, wie man erwarten möchte, sondern Karl, fast 76 und kein bisschen weise. Sie halten nicht nur Händchen sondern haben Sex, nicht unter der Decke oder mit Weichzeichner, sondern auf dem Teppich oder in der Badewanne. Die Kamera bleibt ihnen nahe, scheut sich nicht, welke Haut, graue Schamhaare oder Altersflecken zu zeigen, Körper, die nicht Sonnenstudio gebräunt oder Fitnessstudio gestählt sind. Ganz einfach Individuen, die ihren Empfindungen folgen, sich nicht der herrschenden Vorstellung von Alter unterordnen, sondern es noch einmal wagen, gegen jede Konvention. Und das ist das Schöne an diesem funkelnden Wunderfilm, der uns trotz großer Ernsthaftigkeit und Dramatik auf Wolke Neun entführt. Dresen gehört zu den Regisseuren, die ein Händchen für Authentizität beweisen, den Alltag ohne Sozialromantik oder -larmoyanz schildern, mit Humor, einem kleinen Tränchen und Hoffnung wie schon in "Sommer vorm Balkon" oder "Halbe Treppe". Dass das Experiment gelingt, liegt auch an der Leistung von drei Schauspielern: Horst Rehberg als Ehemann, der es einfach nicht verstehen kann, dass seine Frau ihn verlässt und daran zerbricht, Horst Westphal als Liebhaber, der sein spätes Glück um die Endlichkeit wissend genießt und natürlich Ursula Werner, als Hausfrau und Änderungsschneiderin, die nach Jahrzehnten aus dem Kokon von Zufriedenheit, Sicherheit und Gewohnheit ausbricht und sich mit aller Macht ins Risiko stürzt. Die Stille dieses Films fasziniert und gibt die Möglichkeit, sich auf Gesichter als Lebenslandschaften zu konzentrieren, die von durchstandenen Konflikten, tausend Träumen und tiefen Gefühlen erzählen, von der emotionalen Naturkatastrophe namens Liebe. mk.

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Info

Plakat des Films: Wolke 9
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 04.09.2008

Deutschland 2008

Länge: 1 h 39 min

Genre: Drama

Originaltitel: Wolke 9

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Andreas Dresen, Laila Stieler

Produktion: Peter Rommel

Kostüme: Sabine Greunig

Kamera: Michael Hammon

Schnitt: Jörg Hauschild

Ausstattung: Susanne Hopf

Website: www.senator.de/Preview/Filme/Wolke-Neun.php