Pfiffige Komödie über einen jungen Mann, der sich auf ein aufreibendes Doppelleben einlässt, um die Frau seiner Träume für sich zu gewinnen.

Kinostart: 16.11.2006

Christoph Maria Herbst
als Ronnie

Anja Kling
als Mara

Pasquale Aleardi
als Benno Held

Tanja Wenzel
als Vicky

Erwin Aljukic
als Niklas

Handlung

Weil er dem Sohn seiner Angebeteten (Anja Kling) imponieren will, markiert der kerngesunde Bauarbeiter Fred (Til Schweiger) einen Rollstuhlfahrer, da man scheinbar nur als solcher an einen der heißbegehrten signierten Basketbälle des Alba-Berlin-Stars Mercurio Müller heran kommt. Pech bloß, dass die Medien aufgepasst haben und nun ausgerechnet am Beispiel Fred das Leben aus der Behindertenperspektive dokumentieren wollen. Zeit für eine anstrengende Doppelrolle, bei der Sidekick Alex (Jürgen Vogel) nur bedingt hilfreich ist.

Prominente deutsche Darsteller geben sich die Klinke in die Hand in einer romantischen Verwechslungskomödie von Regisseur Anno Saul ("Kebab Connection").

Freds Hochzeit mit der alleinerziehenden Mutter Mara steht ein Hindernis im Weg: Ihr Sohn Linus findet Fred unmöglich. Um den Jungen milde zu stimmen, will Fred ihm den gewünschten handsignierten Original-Basketball des ALBA-Berlin-Superstars Mercurio Müller schenken. Nach jedem Rekordkorb wirft Müller jenen Ball auf die Behindertentribüne. Fred tarnt sich mit Rollstuhl, fängt tatsächlich den Ball und ist damit auf einmal ein Medienereignis, das ihn zu einem aufreibenden Doppelleben zwingt.

Der Weg zum Herz der hübschen Mara führt für Fred nur über ihren verhätschelten Filius. Und der hätte gerne einen Basketball, bitteschön handsigniert. Die besten Chancen, solch ein Ding zu ergattern, gibt es auf der Behindertentribüne, und so kommt Fred auf die grandiose Idee, sich im Rollstuhl in die Halle fahren zu lassen. Den Ball kann er sogar abstauben - nur leider wird auch noch die findige TV-Journalistin Denise auf ihn aufmerksam, und der quietschfidele Fred soll nun die Hauptfigur einer Dokumentation über Behinderte werden.

Kritik

In seiner neuen Komödie profitiert Til Schweiger von seinen exzellenten Nebendarstellern und Anno Sauls gutem Gespür für Timing.

Der "bewegte Mann" hat nicht nur an die Tür Hollywoods geklopft, man hat ihn auch eingelassen. Mit Sylvester Stallone lieferte er sich in "Driven" ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in "Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" durfte er Angelina Jolie ans Latex-Leder und dann versuchte er, Clive Owen alias "King Arthur" die englische Krone streitig zu machen. Doch so richtig lieb hatten sie Til Schweiger in der Traumfabrik nie, war er doch dort nur einer von vielen und dann auch noch einer mit eigener Meinung, der nicht alles spielte, was man ihm anbot, schon gar keine Nazis. Nun hat Deutschland seinen vermutlich einzigen Star wieder für sich allein - jenen Til, denn wir hier so lieben. Einen charmanten, attraktiven Kerl, der das Herz am rechten Fleck trägt, auch wenn er dafür in seinen Filmen immer wieder einen langwierigen Prozess durchlaufen muss. Spielt er doch zunächst stets den selbstverliebten Egoisten, der erst durch andere darauf aufmerksam gemacht werden muss, was das Leben so lebenswert macht. Dieses Strickmuster machte "Knockin' On Heaven's Door" erfolgreich, und zuletzt auch "Barfuß", den Schweiger als Produzent, Autor, Regisseur, Cutter und Hauptdarsteller quasi im Alleindurchgang auf die Beine gestellt hatte.

Jetzt also "Wo ist Fred?", der ebenfalls nach bekannt-bewährtem Schema abläuft. Mit dem Unterschied, dass Schweiger dieses Mal "nur" seine Rolle spielt, also auf weitere Credits verzichtet und eher im Hintergrund die Fäden gezogen hat. Als titelgebender Fred in Anno Sauls frech-frivoler Beziehungskomödie kommt er auf die verrücktesten Ideen, wenn es darum geht, das Herz einer Angebeteten zu erobern. Im Fall der schönen, wenn auch etwas zickigen Mara (süperb: Anja Kling aus Bully Herbigs "(T)Raumschiff Surprise") macht der hemdsärmelige Polier Fred sogar einen auf behindert. Und das kommt so: Maras rundum verwöhnt-verzogener Sohnemann bildet sich unbedingt einen von seinem Lieblings-Basketballer handsignierten Ball ein. Und der wird in der Regel am Ende des Spiels auf die Behindertentribüne geworfen. Also lässt sich Fred von seinen Kumpel Alex (herrlich amüsanter Sidekick: Jürgen Vogel) im Rollstuhl in die Arena schieben und hofft, den heißbegehrten Ball zu ergattern und so seinen Stiefsohn in spe gefügig nebst Mara glücklich zu machen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Fred fängt zwar die tolle Kugel, doch jetzt soll er als Protagonist für eine Dokumentation über Behinderte herhalten. Damit beginnt für den liebestollen Mann vom Bau ein turbulentes Doppelleben, das zwar von vielen Notlügen und charmanten Schwindeleien bestimmt wird, am Ende aber für (fast) alle Beteiligten Aufregendes, Versöhnliches und vor allem Überraschendes bereithält.

Die mit viel Slapstick angereicherte Romantic Comedy wird von drei Säulen getragen. Zunächst einmal von Regisseur Anno Saul, der sein Gespür für Timing schon bei der im Kino unter Wert geschlagenen Culture Clash Comedy "Kebab Connection" nachhaltig unter Beweis stellen konnte. Des Weiteren von den Leistungen der Nebendarsteller, wo sich neben Jürgen Vogel und Anja Kling vor allem Christoph Maria Herbst als schlitzohriger und um keinen saloppen Spruch verlegener, Rollstuhl fahrender Basketball-Fan Ronnie Bestnoten verdient. Zu guter Letzt weiß aber auch Til Schweiger seine Ausnahmestellung zu nutzen und punktet insbesondere auf der selbstironischen Ebene. So poltert er im Rollstuhl Wendeltreppen hinunter, muss als falscher Behinderte diverse Demütigungen ertragen und bekommt so gut wie jeden Gegenstand ins Gesicht, der Schmerzen verursachen kann. Nur in der Restaurantszene, wo er im Minutentakt zwischen "normaler" und Behinderten-Rolle hin- und herwechselt, tut er des Guten zu viel und stößt an seine schauspielerischen Grenzen. Schweiger-Fans bekommen dennoch, was sie erwarten, und obendrein noch eine gute Portion liebenswertes, lebensfrohes Entertainment. lasso.

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Info

Plakat des Films: Wo ist Fred?
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 16.11.2006

Deutschland 2006

Länge: 1 h 51 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Wo ist Fred?

Regie: Anno Saul

Drehbuch: Bora Dagtekin, Ken Daurio, Cinco Paul

Musik: Marcel Barsotti

Produktion: Eberhard Junkersdorf, Philip Voges, Dietmar Güntsche

Kostüme: Florian Noll

Kamera: Peter Nix

Schnitt: Tobias Haas

Ausstattung: Florian Lutz

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