Sensibler, ernsthaft wie humorvoller Coming-of-Age-Film um den gemeinsamen Urlaub von Vater und Tochter.

Kinostart: 07.05.2009

Jean-Pierre Darroussin
als Albert

Anaïs Demoustier

Anaïs Demoustier
als Jeanne

Judith Henry
als Christine

Lia Boysen
als Annika

Anastasios Soulis
als Magnus

Jakob Eklund
als Per

Björn Gustafsson
als Johan

Die Handlung von Wir sind alle erwachsen

Wie jedes Jahr fahren Albert (Jean-Pierre Darroussin) und seine bislang unscheinbare 17-jährige Tochter Jeanne (Anaïs Demoustier) gemeinsam in den Urlaub. Als sie im Ferienhaus auf einer schwedischen Insel ankommen, müssen sie dort wegen eines Missverständnisses gemeinsam mit der Vermieterin Annika (Lia Boysen) und ihrer Freundin Christine (Judith Henry) wohnen. In dieser unverhofften Wohngemeinschaft beginnt sich Jeanne von Albert abzunabeln.

Ein dominanter Vater kann sein penibel zurechtgelegtes Weltbild begraben, als während der ereignisreichen Sommerferien alles seiner Kontrolle entgleitet. Vier Menschen erleben in dem humorvoll-sensiblen Coming-of-Age-Drama vor Schwedens sonniger Natur ihre ganz persönlichen Wandlungen.

Die unauffällige 17-jährige Jeanne fährt wie jedes Jahr mit ihrem Vater in den Urlaub - diesmal nach Schweden. Als sie im gemieteten Ferienhaus auf einer Insel ankommen, wohnen dort auch die Vermieterin Annika und deren Freundin Christine. Während der penible Papa nicht gerade begeistert ist, freut sich die Tochter über Gesellschaft. Das Mädchen wird selbstständiger und selbstbewusster, trifft sich sogar mit einem jungen Mann. Der Vater beobachtet den Abnabelungsprozess mit Missfallen und Eifersucht.

Kritik zu Wir sind alle erwachsen

Sensibler Blick auf das komplizierte Erwachsen-Werden eines jungen Mädchens und die Konsequenz des Erwachsen-Seins.

Mit ihrem humorvollem und gleichzeitig ernsthaftem Regiedebüt gelingt Anna Novion ein Coming-of-Age-Film, der nicht ins übliche US-High-School-Muster verfällt, sondern die Reise einer 17-Jährigen in die Erwachsenenwelt genau beobachtet mit all den kleinen Irrtümern und Fluchten. Jeanne ist eines jener unauffälligen Mädchen, die uninteressant sind für reißerische Berichterstattung über Koma-Saufen, Drogen-Missbrauch oder wütende Rebellion. Sie fährt jedes Jahr mit ihrem Vater in eine neues Ferienland. Diesmal steht Schweden und ein sagenumwobener Wikinger-Schatz auf dem Programm. Bei der Ankunft auf der kleinen Insel dann die Überraschung: durch ein Versehen sind Vermieterin Annika und ihre Freundin Christine auch noch im Haus und wissen nicht wohin. Während der penible Papa nicht gerade begeistert ist, freut sich die Tochter über zusätzliche Gesellschaft. Vier Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten, müssen unter einem Dach das Beste aus der Sache machen. Ganz vorsichtig nähert sich der Film den Figuren, die sich erst skeptisch belauern, dann nach und nach etwas von sich preisgeben. Während sich die Erwachsenen mühselig von Überzeugungen und Illusionen trennen, begegnet Jeanne dem Leben in großer Offenheit. Was nützt die Liebe in Gedanken? Wenig, denkt sie sich. Auch wenn der Traumprinz sich als eitler Dorfcasanova entpuppt, wagt sie erste Schritte in die Selbständigkeit, ein Abnabelungsprozess zum Missfallen des Vaters, in dem etwas von einem kleinen trotzigen Jungen steckt.

Der Prozess des Erwachsenwerdens wird in zarter pastellfarbener Lichtsetzung flüssig erzählt. Räume, Farben und der immer stärker wehende Wind unterstreichen die emotionale Entwicklung der Personen, vom putzigen hellen Ferienhaus als die Welt noch in Ordnung war, ändert sich die Landschaft mit den wechselnden Seelenzuständen, wird düsterer und bedrohlicher. Mit ihren Kontrasten definiert sie die Ästhetik des Films. Fein gesponnen sind die Dialoge vom rigiden Vater (knurrig-liebenswert Jean-Pierre Darroussin), der seine Gefühle nicht ausdrücken kann und der empfindsamen Heranwachsenden (naiv-neugierig Anaïs Demoustier), die eigene Gefühle entdeckt. Ein beachtliches Erstlingswerk der leisen Töne. mk.

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Info

Plakat des Films: Wir sind alle erwachsen

Kinostart: 07.05.2009

Frankreich/Schweden 2008

Länge: 1 h 24 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Les grandes personnes

Regie: Anne Novion

Drehbuch: Béatrice Colombier, Mathieu Robin

Musik: Pascal Bideau

Produktion: Christie Molia

Kostüme: Fabio Perrone

Kamera: Pierre Novion

Schnitt: Anne Souriau

Ausstattung: Gert Wibe

Website: http://www.wir-sind-alle-erwachsen.de