Skurrile Episoden-Ensemble-Komödie, in der ein Hund von einem Besitzer zum nächsten wechselt.

Kinostart: 16.06.2016

Danny DeVito

Danny DeVito
als Dave Schmerz

Greta Gerwig

Greta Gerwig
als Dawn Wiener

Ellen Burstyn

Ellen Burstyn
als Nana

Julie Delpy
als Dina

Zosia Mamet
als Zoe

Kieran Culkin
als Brandon

Tracy Letts
als Danny

Michael James Shaw
als Fantasy

Handlung

Als Welpe kommt ein Dackel zu einem neunjährigen Jungen und erfreut dessen Leben zwischen streitenden Eltern und Designer -Möbeln. Als er aber dem Hund etwas Falsches zu essen gibt, wird dieser krank und zum Tierarzt zum einschläfern gebracht. Doch dessen Assistentin rettet ihn und bringt ihn nach einer Odyssee zu einem Ehepaar, das ein bisschen Trost durch den Hund vertragen kann. Danach landet der tierische Held bei einem gescheiterten und gealterten Drehbuchautor, der mittlerweile an einer Filmhochschule lehrt, von den Studenten aber nicht ernst genommen wird. Die letzte Station des Dackels ist die im Pflegeheim wohnende und verbitterte Nana, die ihm kurzerhand "Krebs" tauft.

Kritik

Spätestens seit "Happiness" von 1998 ist Regisseur Todd Solondz auch hierzulande eine kleine Größe im US-Indie-Markt. Sein beißender, oft ätzender Humor, lässt dem Zuschauer regelmäßig das Lachen im Halsen stecken bleiben, während er genüsslich die Befindlichkeiten seiner Protagonisten und damit einer ganzen Generation bloßlegt. Dabei dürfte der New Yorker Filmemacher aber kein Misanthrop, sonder eher von einem starken Moralbedürfnis getrieben sein.

Mittlerweile sind seit "Happiness" fast 20 Jahre vergangen und es scheint, als ob Solondz ein bisschen entspannter ist. Jedenfalls fällt sein jüngster Film "Wiener-Dog" fast schon freundlich aus - allerdings nur im direkten Vergleich zu seinen früheren Filmen. Denn zahm ist sein Blick auf die amerikanische Gesellschaft auch dieses Mal nicht. Jeder bekommt sein Fett weg, sogar ein liebenswürdiger Dackel - allerdings erst im Finale des Films, wobei der Hund auch nach seinem Ende noch Verwendung findet. Zuvor ist es am Dackel, die einzelnen Episoden von "Wiener-Dog" zusammen zu halten. Schließlich ist er es, der im Laufe des Films mehrfach das Herrchen wechselt und Einblicke in das Leben selbiger liefert. Da wäre zunächst einmal Danny, der den Welpen seinem neunjährigem Sohn Remi schenkt, der darüber überglücklich ist. Remi dürfte einer der wenigen unverdorbenen Charaktere in Soldondz' filmischem Universum sein. Doch nachdem er aus Versehen dem Hund etwas Falsches zu essen gibt, dieser seinen Magen- und Darminhalt in der kompletten Designer-Wohnung seiner Eltern verteilt, bringt ihn Danny zum Einschläfern. Aber Assistentin Dawn Wiener (wie immer grandios: Greta Gerwig, mit der Solondz schon in "Welcome to the Dollhouse" zusammen arbeitete) rettet den Hund, nur um ihn, nach einer Odyssee mit ihrem mittlerweil zum Junkie gewordenen Ex-Freund, bei dessen Bruder und seiner Frau zu lassen. Danach geht es weiter mit dem in die Jahre gekommenen Drehbuchautor Professor Schmerz (Danny DeVito). Dieser wartet immer noch auf den Durchbruch seines jüngsten Werks und lehrt in einer Filmhochschule. Dort verzweifelt er an Filmstudenten, die beim Aufnahmegespräch nicht mal in der Lage sind, den Titel eines Films zu nennen, den sie zuletzt gesehen haben. In der letzten Episode landet der tierischer Held bei Nana (die große Ellen Burstyn) im Altersheim und erhält den vielversprechenden Namen "Krebs".

Wie so oft bei Soldondz lebt auch "Wiener-Dog" weniger von dem großen Plot, der hier teilweise eher gewollt, als gekonnt zusammenkonstruiert wurde, sondern von einzelnen skurrilen Momenten, wie beispielsweise einer Mariachi-Band, die von Dawn Wiener und ihrem Ex-Freund in ihrem Auto mitgenommen wird. Völlig desillusioniert von den USA wollen diese einfach nur möglichst schnell zurück nach Mexiko. In der Mitte lässt Solondz zudem den Dackel in einer Intermission (bei einem gerade mal neunzig Minuten langen Film) in bester Western-Tradition durch das Land streifen und unterlegt die Szenen mit einem amüsanten Heldengesang auf die Abenteuer des Hundes.

Die einzelnen Episoden funktionieren derweil mal besser und mal schlechter. Ein Ganzes mag sich nicht wirklich ergeben. Zu wahllos wirken die einzelnen Teile, als hätte Solondz krampfhaft versucht bereits unabhängig voneinander bestehende Kurzgeschichten in eine gemeinsame Form zu gießen. Natürlich gibt es neben dem Hund auch noch das verbindende Element der Suche aller Charaktere nach ihrem Platz im Leben, doch wirklich rund wirkt "Wiener-Dog" nur in Teilen. Auch der Hund scheint Solondz im Laufe des Films immer weniger zu interessieren. Nicht nur, dass der Zuschauer in den Übergängen der späteren Episoden überhaupt nicht mehr erfährt, wie er sein Herrchen wechselt, auch seine Beteiligung an der Geschichte lässt spürbar nach. Nichtsdestotrotz ist "Wiener-Dog" ein weiteres Indie-Kleinod im Superhelden-Einheitsbrei. Die Darsteller sind durch die Bank mit spürbar viel Spaß und Leidenschaft bei der Sache, und immer wieder schafft es Solondz auf seine unnachahmliche Art, einem mit einem Lächeln im Gesicht den Hals zuzudrücken. mahe.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 16.06.2016

USA 2016

Länge: 1 h 28 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Wiener-Dog

Regie: Todd Solondz

Drehbuch: Todd Solondz

Musik: Nathan Larson, James Lavino

Produktion: Christine Vachon, Megan Ellison

Kostüme: Amela Baksic

Kamera: Ed Lachman, Edward Lachman

Schnitt: Kevin Messman