Remake eines britischen Horrorfilmklassikers um einen heidnischen Kult.

Kinostart: 02.11.2006

Die Handlung von Wicker Man - Ritual des Bösen

Weil er sich für den Unfalltod zweier Menschen verantwortlich fühlt, bedröhnt sich Officer Edward Malus (Nicolas Cage) zur Beunruhigung seiner Kollegen gerne mit diversen Medikamenten. Als ihn seine Ex-Verlobte Willow (Kate Beahan) bittet, doch mal nach ihrer auf einer Insel verschollenen Tochter zu schauen, wittert Edward eine Möglichkeit, seinen Fehler wieder gut zu machen. Die Suche führt ihn in ein seltsames Dorf, in dem die Uhren anders gehen, Damen den Ton angeben und - Schreck lass nach - niemand an den lieben Gott glaubt.

Nicolas Cage trägt wieder einmal dick auf als verwirrter Cop unter Heiden in der Hollywood-Neuverfilmung eines höchst schrägen britischen Horror-Musicals aus den frühen 70ern.

Sheriff Edward Maulis soll das Verschwinden eines Mädchens auf einer von der Außenwelt abgeschotteten Insel aufklären. Keine leichte Aufgabe, gibt sich die Dorfgemeinschaft doch sehr verschlossen. Doch langsam kommt er einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur: Die Dorfbewohner zelebrieren einen archaischen Kult, der bisweilen auch Menschenleben fordert.

Nachdem der Cop Edward Malus den Unfalltod einer jungen Frau und deren Tochter mit ansehen musste, plagen ihn Schuldgefühle und Halluzinationen. Da ruft ihn seine Ex-Verlobte Willow auf die Privatinsel Summerisle, wo ihre Tochter Gale verschwunden ist. Die Inselbewohner erweisen sich als wenig kooperativ, leugnen gar die Existenz des Mädchens. Doch Malus stellt weiter Nachforschungen an und entdeckt dabei, dass die Insulaner allesamt einem archaischen Kult angehören, der bisweilen auch Menschenleben fordert.

Kritik zu Wicker Man - Ritual des Bösen

Neil LaButes Remake des nur geringfügig bekannten britischen Kulthorrors von 1973 setzt auf große Namen und vordergründige, mit einem Unfalltrauma angereicherte Gruselstimmung.

Seit der kalifornische Streifenpolizist Edward Malus (bierernst: Nicolas Cage) einen tödlichen Autounfall miterlebte, bei dem eine Mutter und ihre Tochter in den Trümmern verbrannten, ist er als zittriges Nervenbündel krank geschrieben und folgt bereitwillig der Anfrage seiner alten Liebschaft Willow (Kate Beahan), deren Tochter Rowan verschwunden ist. Seine Hoffnung auf Erholung auf der malerischen Insel Summersisle geht nicht in Erfüllung, die verschrobenen Einwohner führen ein Leben wie vor Jahrhunderten und schweigen sich eisern über das vermisste Kind aus. Vor pittoreske Naturkulisse hat sich hier eine Parallelgesellschaft eingenistet, die man sich als fortschrittsfeindlichen Amish-Kult mit matriarchaler Gesellschaftsform vorstellen kann, bei der Frauen eine bedrohliche Rolle einnehmen.

Oberhaupt des von der Außenwelt abgeschotteten Reiches ist Schwester Summersisle (Ellen Burstyn), unter deren manipulativer Herrschaft Männer zu Arbeitskräften degradiert sind. Als sich herausstellt, dass Willows Tochter auch Edwards sein könnte, geraten seine Überzeugungen, den anfänglichen Unfall wirklich erlebt zu haben, ins Wanken. Vieles deutet darauf hin, dass Rowan in einem heidnischen Ritual geopfert werden soll - auch das nur eine weitere Fährte, die LaBute legt.

In letzter Konsequenz geht er der Verschränkung von Einbildung und Realität nicht nach. Dafür stellt er auffallend überbetont das verdächtige Verhalten der Einwohner dar, so plakativ unfreundlich, dass ein echter Polizist schon viel eher misstrauisch werden sollte. Edward aber lässt sich zunächst alles bieten, bis er rabiat, aber immer noch nicht besonders überlegt, vorgeht. Die ominöse Atmosphäre des Originals wurde mit vordergründigem Schrecken und Gewalt versetzt, um dem eigentlich stillen Mysterydrama mehr Thrill und Suspense zuzuführen.

Die Auseinandersetzung mit Heidentum und Christentum fällt ganz weg, der Aspekt der sexuellen Verführung bleibt kaum erforscht (im Original war Edward noch Jungfrau), dafür ergeben sich im Spannungsfeld zwischen Archaik und Moderne viele fast komische Momente. LaBute bringt mit dem Matriarchat einen Gender-Diskurs ein, bei dem sich einmal mehr seine misogynen Tendenzen zeigen, so stark wie seit seinem Debüt "In the Company of Men" nicht mehr.

tk.

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Info

Plakat des Films: Wicker Man - Ritual des Bösen
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 02.11.2006

USA 2006

Länge: 1 h 41 min

Genre: Horror

Originaltitel: The Wicker Man

Regie: Neil LaBute

Drehbuch: Anthony Shaffer, Neil LaBute

Buchvorlage: Anthony Shaffer

Musik: Angelo Badalamenti

Produktion: John Thompson, JoAnne Sellar, Norm Golightly, Nicolas Cage, JoAnne Sellar, Randall Emmett, Avi Lerner

Kostüme: Lynette Meyer

Kamera: Paul Sarossy

Schnitt: Joel Plotch

Ausstattung: Phillip Barker

Website: http://www.wickerman-derfilm.de/