Beeindruckendes Coming-of-Age-Psychodrama und Spielfilmdebüt über einen Jugendlichen, der im Frankreich-Urlaub auf Irrwege gerät.

Kinostart: 07.07.2011

Ludwig Trepte

Ludwig Trepte
als Anton

Frederick Lau

Frederick Lau
als David

Alice Dwyer

Alice Dwyer
als Katja

Bibiana Beglau
als Luzia

Andreas Patton
als Paul

Die Handlung von Was du nicht siehst

Anton fährt mit seiner Mutter Luzia und ihrem neuen Freund Paul zum Bungalow-Urlaub an die französische Atlantikküste. Der Internatsschüler Anton leidet dabei immer noch sehr unter dem Selbstmord seines Vaters und hat ein schwieriges Verhältnis zu den beiden Erwachsenen. Vor Ort lernt er das Herumtreiberpärchen David und Katja kennen, dessen seltsamem, manipulativem Spiel er bald verfällt. Dabei werden nach und nach nicht nur seine seelischen Abgründe schmerzhaft offengelegt.

Anton fährt mit seiner Mutter Luzia und ihrem neuen Freund Paul zum Bungalow-Urlaub an die französische Atlantikküste. Der Internatsschüler Anton leidet dabei immer noch sehr unter dem Selbstmord seines Vaters und hat ein schwieriges Verhältnis zu den beiden Erwachsenen. Vor Ort lernt er das Herumtreiberpärchen David und Katja kennen, dessen seltsamem, manipulativem Spiel er bald verfällt. Dabei werden nach und nach nicht nur seine seelischen Abgründe schmerzhaft offengelegt.

Kritik zu Was du nicht siehst

Geheimnisvolles Coming-of-Age-Psychodrama, das in bestechenden Kinobildern ein abgründiges Märchenland zwischen Liebe und Tod erforscht.

Mit beeindruckenden Kinobildern begeht der Österreicher Wolfgang Fischer sein Spielfilmdebüt, das die Bretagne als herb-schöne Naturkulisse für einen Psychothriller ums Erwachsenwerden und dunkle Geheimnisse auserkoren hat. Die faszinierende Ästhetik stammt von seinem Landsmann Martin Gschlacht, der ähnlich enigmatische Eindrücke wie in Jessica Hausners "Hotel" liefert. Sein Spiel mit Nebel, Licht und Schatten in den Kiefernwäldern, den verfallenen Bunkeranlagen des Atlantikwalls und an den malerischen Steilküsten liefert Trugbilder psychologischer Untiefen.

Die beginnen für den fast erwachsenen Spätzünder Anton (seit "Kombat Sechzehn" ein Nachwuchstalent: Ludwig Trepte), als er mit seiner Mutter Luzia (Bibiana Beglau) und ihrem neuen Lebensgefährten Paul (Andreas Patton) zum Bungalow-Urlaub an der bretonischen Küste fährt. Dass der Internatsschüler den Selbstmord seines Vaters kaum verarbeitet hat, gehört zu den vielen Dingen, die man erst später erfährt. Er gerät in den Bann eines Herumtreiberpärchens, das sich im Nachbarhaus eingerichtet hat. Der Halbstarke David (Frederick Lau aus "Die Welle") ist ein amoralischer Provokateur und Gewalttäter, dem der anhängliche Anton in einen winddurchrauschten Märchenwald folgt. David lebt ein inzestuöses Verhältnis mit seiner Schwester Katja (Alice Dwyer, "Die Tränen meiner Mutter"), deren sphinxhaftes Aussehen Anton anzieht. Beide treiben ein undurchschaubares Spiel mit dem Jungen, manipulieren ihn, symbolisieren seine Wünsche nach Liebe und Tod, katalysieren sein Heranreifen und leisten einer ödipalen Wende Vorschub, die endgültig seelische Abgründe bloßlegt.

Choräle und ausgesuchte Sounds vervollständigen die Atmosphäre, die eine raue Spätsommeridylle aufsaugt. Darüber hängt die Ahnung von Bedrohung wie eine dunkle Wolke. Das Schauspiel der Grenzüberschreitungen nutzt die Naturromantik als mythische Landschaft, die Anton als fremde Welt entdeckt. Ängste und ihre Überwindung wabern durch diese archetypische Psycho-Natur, in der offenkundig Carl Gustav Jung, Freud und Nietzsche wohnen. Zwei Dreierbeziehungen oszillieren mit irritierender Intensität: Die der Jungen wirkt wegen der natürlichen Darsteller plastischer, die zwischen Anton und seinen unbeholfenen Eltern leidet an dem steifen Spiel der Erwachsenen. Das kann dieser durchkomponierten Odyssee in die Geisteswelt eines Jugendlichen nichts von ihrer vieldeutigen Wildnis nehmen, wie sie in Hanekes "Caché" und Ozons "Rückkehr ans Meer" schon lauerte. tk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.07.2011

Deutschland/Österreich 2009

Länge: 1 h 32 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Was du nicht siehst

Regie: Wolfgang Fischer

Drehbuch: Wolfgang Fischer

Musik: Wilhelm Stegmeier

Produktion: Joachim Ortmanns

Kostüme: Annegret Stößel

Kamera: Martin Gschlacht

Schnitt: Isabel Meier

Ausstattung: Sebastian Soukup

Website: www.was-du-nicht-siehst.de