Eindringliche Studie von Hans-Christian Schmid über das Zusammentreffen einer Familie. Von außen betrachtet scheint alles in Ordnung, doch unter der Oberfläche brodelt die schmerzhafte Wahrheit.

Kinostart: 06.09.2012

Lars Eidinger

Lars Eidinger
als Marko Heidtmann

Corinna Harfouch

Corinna Harfouch
als Gitte Heidtmann

Sebastian Zimmler
als Jakob Heidtmann

Ernst Stötzner
als G

Picco Groote
als Ella Staudt

Egon Merten
als Zowie Heidtmann

Birge Schade
als Susanne Graefe

Eva Meckbach
als Tine Gronau

Tom Zulbeck
als Leon

Handlung

Der älteste Sohn Marko kommt aus Berlin mit seinem Söhnchen zum Familienwochenende in den schicken Bungalow seiner Eltern bei Bonn. Er verschweigt, dass er von seiner Frau getrennt lebt. Sein jüngerer Bruder Jakob lebt in der Nachbarschaft, seine Zahnarztpraxis, die ihm der Vater finanziert hat, läuft nicht und er traut es sich nicht zu sagen. Als Mutter Gitte stolz verkündet, dass sie nach 30 Jahren ihre Antidepressiva abgesetzt hat, hält sich die Begeisterung in Grenzen. Mann und Söhne befürchten einen Rückfall.

Der älteste Sohn Marko kommt aus Berlin mit seinem Söhnchen zum Familienwochenende in den schicken Bungalow seiner Eltern bei Bonn. Er verschweigt, dass er von seiner Frau getrennt lebt. Sein jüngerer Bruder Jakob lebt in der Nachbarschaft, seine Zahnarztpraxis, die ihm der Vater finanziert hat, läuft nicht und er traut es sich nicht zu sagen. Als Mutter Gitte stolz verkündet, dass sie nach 30 Jahren ihre Antidepressiva abgesetzt hat, hält sich die Begeisterung in Grenzen. Mann und Söhne befürchten einen Rückfall.

Bei einem Familienwochenende offenbart die Mutter, dass sie nach 30 Jahren ihre Antidepressiva abgesetzt hat. Präzise beobachtetes Drama von Hans-Christian Schmid, in dem ein Familientreffen schmerzhafte Wahrheiten offenbart.

Kritik

In Hans-Christian Schmids eindringlichem Familiendrama brodelt es heftig unter der heilen Oberfläche.

Die Muster sind meistens klar bei einem Film über ein Familientreffen. Man trifft sich, man zofft sich und geht auseinander, um beim nächsten Mal das Prozedere von Neuem durchzuspielen. Die Radikalität des Dogma-Meisterwerks "Das Fest" zu toppen, ist so gut wie unmöglich. Das will Hans-Christian Schmid auch gar nicht versuchen, er will ausbrechen aus den "komplizierten Mechanismen" seiner Arbeiten wie "Requiem" oder "Sturm". Herausgekommen ist eine sanfte "Fest"-Version über Konfliktvermeidung im Bildungsbürgertum und unfertige Dreißigjährige, vergangene Unwahrheiten und gegenwärtige Wahrheiten.

Es sollte ein entspanntes Wochenende werden. Im schicken 70er Jahre-Bungalow in der Gegend um Bonn kommen sie zusammen die saturierten Eltern, die das Gefühl für die Liebe längst verloren haben und sich von den Kindern lässig Gitte und Günter nennen lassen, der ältere Marko mit Söhnchen aus Berlin-Mitte, der die Trennung von seiner Frau verschweigt, der jüngere Jakob, dem der Papa eine Zahnarztpraxis im Nebenhaus eingerichtet hat und seine angereiste studentische Freundin. Bei selbstgemachten Cannelloni und gesundem Karottensaft bleibt es nicht beim Small Talk. Gitte eröffnet, dass sie nach 30 Jahren auf ihre Medikamente verzichten will und schockiert damit die ihren, die den Absturz der depressiven Frau befürchten, Günter hat seinen Verlag verkauft, will nur noch Bücher schreiben und auf Recherchereise nach Jordanien fahren. Die neuen Konstellationen wecken Unsicherheit und Aggression, Frust und Abwehr, am Ende ist nichts mehr, wie es einmal war. Das sorgfältig aufgebaute Lügengebäude der einzelnen und der Familie als Ganzes kracht zusammen. Nur einmal sind sich (fast) alle ganz nah und schmettern Charles Aznavours Chanson "Du lässt dich gehen" mit großer Inbrunst bei der gegenseitige Enttäuschung mitschwingt.

Schmid beobachtet seine Protagonisten, wie sie auf der Glücksspur kriechen ohne vorwärtszukommen, stellt kunstvoll die Leere des Zusammenseins dar, einen Kosmos emotionaler Unordnung und persönlicher (Selbst)Zweifel. Die Filmfamilie bestehend aus guten Schauspielern wie Corinna Harfouch und Ernst Stötzner, Lars Eidinger und Sebastian Zimmler ist in sich gefangen und nicht fähig zu einem Neuanfang nach mysteriösem Verschwinden der Mutterfigur. Was bleibt ist das nicht Ausgesprochene, der Mangel an Konsequenz, ein kaputtes Beziehungsflecht. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.09.2012

Deutschland 2012

Länge: 1 h 28 min

Genre: Drama

Originaltitel: Was bleibt

Regie: Hans-Christian Schmid

Drehbuch: Bernd Lange

Produktion: Britta Knöller, Hans-Christian Schmid

Kostüme: Lisy Christl

Kamera: Bogumil Godfrejow

Schnitt: Hansjörg Weißbrich

Ausstattung: Christian M. Goldbeck

Website: http://was-bleibt.pandorafilm.de/