Verfilmung des Kultcomics, in der ein maskierter Freiheitskämpfer mit terroristischen Mitteln ein totalitäres Großbritannien zum Fall zu bringen versucht.

Kinostart: 16.03.2006

Natalie Portman

Natalie Portman
als Evey Hammond

Szenenbild aus V wie Vendetta mit Hugo WeavingHugo Weaving

Hugo Weaving
als V

Stephen Rea

Stephen Rea
als Finch

Stephen Fry
als Gordon Deitrich

John Hurt
als Sutler

Tim Pigott-Smith
als Creedy

Rupert Graves
als Dominic

Roger Allam
als Prothero

Ben Miles
als Dascomb

Sinéad Cusack
als Dr. Delia Surridge

Natasha Wightman
als Valerie

John Standing
als Lilliman

Eddie Marsan
als Etheridge

Clive Ashborn
als Guy Fawkes

Nicolas de Pruyssenaere
als Marshal

Christopher Fosh
als V-Anh

Selina Giles
als Eveys Mutter

Gerard Gilroy

Gordon Gram
als V-Anh

Keith How
als V-Anh

Richard Laing
als Leutnant

Jack Schouten
als Junge

Cosima Shaw
als Patricia

William Tapley
als Radiomann

Handlung

Deutschland hat den Zweiten Weltkrieg gewonnen und das England der Gegenwart ist ein faschistischer Überwachungsstaat, in dem eingelullte Bürger wie die brave Evey (Natalie Portman) glauben, alles Böse auf der Welt käme von Terroristen wie dem maskierten Freiheitskämpfer V (Hugo Weaving). Als ihr ausgerechnet jener V eines Tages in höchster Not das Leben rettet, kommt Evey ins Grübeln.

Wieder einmal rebelliert ein streitlustiger Erlöser gegen den Orwell-schen Horrorstaat in einem aufwendigen SF-Kampfgetümel. Andy Wachowski und Larry Wachowski, die Masterminds hinter der "Matrix"-Serie, schrieben das Drehbuch nach einem Comic von "From Hell"-Autor Alan Moore.

Großbritannien ächzt unter dem Joch eines totalitären Regimes. Als die junge Evey von mehreren Männern beinahe vergewaltigt wird, rettet der maskierte V sie und bringt sie in sein Versteck im Untergrund. Von dort steuert er seine gezielten terroristischen Aktionen, mit denen er dem System Sand ins Getriebe streut. Als V zwei Sehenswürdigkeiten sprengt und das Radio unter seine Kontrolle bringt, geht sein Plan von einer Revolution auf. Gleichzeitig entdeckt Evey seinen Hintergrund und erkennt, welche Rolle sie in Vs Plänen spielt.

Der Revolutionär V will, wie der legendäre Guy Fawkes, dessen Maske er stets trägt, das britische Parlament in die Luft sprengen. Sein Motiv: Die Befreiung Großbritanniens, das im Jahr 2020 zum faschistischen Staat mutiert ist. Meinungsvielfalt gibt es nicht mehr, die gleichgeschaltete Masse fürchtet die Obrigkeit. Eine stille Mitläuferin ist auch die TV-Assistentin Evey, die eines Nachts vom mysteriösen Maskenmann vor der Vergewaltigung durch vier Polizisten gerettet wird und in der Folge in den Bann von V gerät...

Kritik

Mit der Verfilmung des subversiven Comicromans von Alan Moore und David Lloyd wagen sich die Wachowski-Brüder und Produzent Joel Silver in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit nach Abschluss der "Matrix"-Trilogie an explosives Material. Angelegt als visuell überbordendes Blockbuster-Entertainment, ist die Geschichte eines geheimnisvollen Maskenmannes, der bei seinem Kampf gegen ein totalitäres System auch auf terroristische Gewalt nicht verzichtet, eine Parabel mit Zündstoff, ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam.

Der Selbstmordattentäter als Superheld: Wann hätte man aus dem Studiosystem jemals einen Film gesehen, dessen triumphaler Höhepunkt die Sprengung eines altehrwürdigen Regierungssitzes - in diesem Fall die Houses of Parliament inklusive Big Ben - gewesen wäre - zu den Klängen von Tschaikowskis "1812" und begleitet von einem Funken sprühenden Feuerwerk noch dazu? "V wie Vendetta" liebt es, sich weit aus dem Fenster zu lehnen, und gefällt sich in seiner anarchistischen Pose: Der in Babelsberg gedrehte Film hat alle Zutaten eines lupenreinen Hollywood-Blockbusters, ist aber nur visuell glattgebügelt, denn er gibt sich alle erdenkliche Mühe, seine süffigen Bilder gleich selbst zu sabotieren und en passant den aufrührerischen Geist subversiver Filme wie "If..." oder "Die Schlacht von Algier" zu beschwören. Das Ergebnis ist Actionfilm, Science-Fiction, Satire und Systemkritik in einem und der Film quasi sein eigener Terrorist. Der zu Grunde liegende Comicroman entstammt einer Serie, die von Alan Moore und seinem Zeichner David Lloyd 1986 begonnen wurde, und verstand sich als Reaktion auf die Daumenschrauben des repressiven Thatcherismus. Den Wachowskis, die eine erste Drehbuchfassung Mitte der 90er Jahre schrieben, die Drehfassung aber erst nach Fertigstellung von "Matrix Revolutions" vorlegten, dient die Vorlage als Blaupause, die sie einerseits entschlackten, andererseits aber auch um eindeutige Verweise auf das Amerika von George W. Bush nach dem 11. September anreicherten. Die allgemeine Stoßrichtung wurde beibehalten, die heiligen Kühe werden weiter geschlachtet, die Abneigung gegen jede Form von institutionalisierter Kontrolle ist nicht nur immer spürbar, sondern raison d'être des Unterfangens: Die Welt des Jahres 2020 versinkt in Chaos, Amerika ist gefallen, Großbritannien hat als faschistischer Staat überlebt, in dem mit unliebigen Minderheiten - explizit werden im Film Querulanten, Homosexuelle und Moslems genannt - kurzer Prozess gemacht wird. Im Mittelpunkt steht die junge TV-Assistentin Evey, deren Eltern ebenfalls vom System beseitigt wurden. In einer dunklen Gasse wird sie von vier Polizisten bedrängt und von einer Gestalt mit ewig grinsender Maske vor der Vergewaltigung gerettet. Der Fremde mit dem Plastikantlitz stellt sich einfach nur als V vor. Er will es seinem Vorbild, dem katholischen Revolutionär Guy Fawkes, gleichtun, der es sich in den Sinn gesetzt hatte, am 5. November 1605 das Parlament in die Luft zu sprengen - und Evey soll ihm dabei helfen, den Plan in einem Jahr umzusetzen. Dreigeteilt läuft die Handlung weiter: V beginnt einen Rachefeldzug gegen die, die ihn zu der scheinbar allwissenden und allmächtigen Figur werden ließen, die Angst und Schrecken in höchste Regierungsetagen trägt und der die Polizei in Gestalt von Stephen Rea auf den Fersen ist. Gleichzeitig durchläuft Evey eine vergleichbare Entwicklung wie ihr geheimnisvoller Mentor: Auch sie wird eingekerkert und zuerst ihres Kopfhaars, dann aller Hoffnung und schließlich ihrer Angst beraubt - Geburt einer Freiheitskämpferin. Trotz hitziger Umsetzung des brisanten Stoffs durch den einstigen Regieassistenten James McTeigue, offenkundig in enger Zusammenarbeit mit den Wachowskis, kann eine gewisse Kälte nicht verleugnet werden. Dass das ausgeklügelte Schachspiel mit revolutionärem Anspruch aber als Entertainment und nicht zuletzt herausragende Comic-Adaption funktioniert, ist Natalie Portman in der Rolle der Evey zu verdanken: Sie ist der emotionale Anker, gerade wenn sie alleine mit einem Superhelden mit grotesker Maske - V wird von Hugo Weaving gespielt, aber vor allem intensiv gesprochen - zu agieren hat. Wenn ihr und damit dem Zuschauer die Augen geöffnet werden, dann erfüllt "V wie Vendetta" seinen Anspruch, purer Pop mit Widerstand im Sinn zu sein, lauter als eine Bombe. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 16.03.2006

Deutschland/Großbritannien 2006

Länge: 2 h 12 min

Genre: Action

Originaltitel: V for Vendetta

Regie: James McTeigue

Drehbuch: Andy Wachowski, Lana Wachowski

Musik: Dario Marianelli

Produktion: Joel Silver, Grant Hill, Andy Wachowski, Lana Wachowski

Kostüme: Sammy Sheldon

Kamera: Adrian Biddle

Schnitt: Martin Walsh

Ausstattung: Owen Paterson

Website: http://www.vendetta-derfilm.de

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