Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Kompromissloses Drama um einen jungen Jesusfreak, das in der Sektion Un Certain Regard in Cannes Begeisterung und Buhrufe erntete.

Kinostart: 28.11.2013

Julius Feldmeier
als Tore

Sascha Alexander Gersak
als Benno Pohl

Annika Kuhl

Annika Kuhl
als Astrid

Gro Swantje Kohlhof
als Sanny

Til Niklas Theinert
als Dennis

Daniel Michel
als Eule

Nadine Boske
als Cora

Christian Bergmann
als Klaus

Uwe-Dag Berlin
als Dieter

Hartmut Lange
als Sexclubbesitzer

Christoph Jacobi
als Arzt

Katinka Auberger
als Krankenschwester

Enno Hesse
als Jasper

Leonie Schulz
als Maithe

Alexander Wipprecht
als Fabian am Kreuz

Laura Lo Zito
als Frau

Die Handlung von Tore tanzt

Der schüchterne Tore ist ein selbsternannter "Jesuskrieger" und lebt demonstrativ in Friedfertigkeit und Keuschheit. Er landet bei einer White-Trash-Familie im Schrebergarten vor den Toren Hamburgs, darf im Zelt übernachten und sich kurzfristig als Mitglied der Patchworkfamilie fühlen. Seine Opferhaltung fordert die Erwachsenen, allen voran den Familienvater Benno, zu immer größeren Aggressionen heraus. Auf Faustschläge folgen sadistische Spielchen.

Kritik zu Tore tanzt

Kompromissloses Drama um einen jungen Jesusfreak, das in der Sektion Un Certain Regard in Cannes Begeisterung und Buhrufe erntete.

Die kontroversen Reaktionen waren vorhersehbar, die Passionsgeschichte eines jungen und sehr gläubigen Mannes provoziert und weckt Abwehr. In Katrin Gebbes Regiedebüt hält Tore, ein ziemlich naiver Jesusfreak, wie in der Bibel seinen Peinigern nicht nur die eine, sondern auch die andere Wange hin. Der schüchterne "Jesuskrieger" wie er sich nennt (Julius Feldmeier), lebt demonstrativ in Friedfertigkeit und Keuschheit. Er landet bei einer White-Trash-Familie in der nicht mehr heilen Schrebergartenwelt vor den Toren Hamburgs, darf im Zelt übernachten und sich kurzfristig als Mitglied einer Patchworkfamilie fühlen, bei Benno (Sascha Alexander Gersak), dessen Lebensgefährtin, deren Teenage-Tochter und dem kleinen Sohn. Durch seine demütige Opferhaltung fordert Tore die Erwachsenen, allen voran den Mann, zu immer größeren Aggressionen heraus. Das reicht von ein paar Boxschlägen zu Missbrauch im Stricherclub bis hin zu sadistischen Spielchen, die in einer Gewaltorgie enden, in dem auch Frauen nach einem feuchtfröhlichen Abend kräftig mitmischen.

Das Drehbuch zu der Tragödie, die die Schmerzgrenze weit überschreitet, schrieb die Absolventin der Hamburg Media School selbst. Inspiriert wurde sie von einer Zeitungsnotiz über einen Jungen, der von einer Familie wie ein Sklave gehalten wurde und von Dostojewskis "Idiot", einer Figur reinen Herzens. Die religiöse Dimension manifestiert sich in der Kapitelaufteilung in Glaube, Liebe, Hoffnung, in denen sich der Außenseiter und Märtyrer auf einen Kreuzweg bis zum bitteren Ende begibt, sich für andere aufopfert und einen Menschen rettet. Gebbe vermeidet in dieser erbarmungslosen Versuchsanordnung eine billige Täter-Opfer-Pauschalisierung, obgleich nur schwer nachzuvollziehen ist, warum scheinbar durchschnittliche Menschen in brutalsten Sadismus abdriften und Frauen zu enthemmten Folterinnen mutieren. Ein harter und zugleich starker Film, der dem Zuschauer unerbittlich und bis zur letzten Konsequenz mit dem Bösen im Menschen konfrontiert und ihm dabei einiges abverlangt. Zu welcher Uhrzeit ZDF/Das Kleine Fernsehspiel diese gewalttätige Gratwanderung überhaupt ausstrahlen kann, bleibt abzuwarten. mk.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 28.11.2013

Deutschland 2013

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: Tore tanzt

Regie: Katrin Gebbe

Drehbuch: Katrin Gebbe

Musik: Johannes Lehniger, Peter Folk

Produktion: Verena Gräfe-Höft

Kostüme: Anna Wübber

Kamera: Moritz Schultheiß

Schnitt: Heike Gnida

Ausstattung: Iris Trescher-Lorenz

Website: http://www.tore-tanzt.com