Einfühlsam inszeniertes Melodram, mit dem die renommierte dänische Regisseurin Susanne Bier ihr Hollywood-Debüt gibt.

Kinostart: 29.05.2008

Benicio Del Toro

Benicio Del Toro
als Jerry Sunborne

Halle Berry

Halle Berry
als Audrey Burke

David Duchovny

David Duchovny
als Brian Burke

Alexis Llewellyn
als Harper Burke

John Carroll Lynch
als Howard Glassman

Micah Berry
als Dory Burke

Alison Lohman
als Kelly

Robin Weigert
als Brenda

Omar Benson Miller
als Neal

Paula Newsome
als Diane

Sarah Dubrovsky
als Spring

Handlung

Der Tod ihres Mannes reißt eine klaffende Lücke im Herzen von Audrey Burke (Halle Berry) auf. Der couragierte Versuch, einem Gewaltopfer beizustehen, kostete Brian (David Duchovny) das Leben. Ausgerechnet sein heroinabhängiger Freund Jerry Sunborne (Benicio Del Toro) will ihr und den beiden Kindern in dieser schweren Zeit nun beistehen. Der ehemalige Anwalt zieht bei ihr ein, womit sich beide gegenseitig einen gewissen Halt geben können.

Die dänische Meisterin des Melodrams, Susanne Bier - hochgeschätzt für Werke wie "Brothers" und "Nach der Hochzeit" -, gibt ihr emotional beeindruckendes US-Debüt. Das einfühlsame Charakterdrama ähnelt stilistisch "Babel" und verzeichnet schauspielerische Glanzleistungen.

Audreys Mann Brian wird ermordet. Bei seiner Beerdigung taucht auch der schmuddelige und verdruckste Jerry auf. Er, ein Junkie, war der beste Freund des Verstorbenen, sehr zum Missfallen von Audrey. Doch in ihrer Trauer und Einsamkeit bittet sie ihn, bei sich und ihren zwei Kindern einzuziehen. Im Gegenzug versucht er, den Entzug durchzuziehen.

Als er einer Frau zu Hilfe eilt, wird der glücklich verheiratete, zweifache Familienvater Brian von deren Peiniger erschossen. Für seine Frau Audrey und die Kinder bricht eine Welt zusammen. Weil sie befürchtet, ihm Unrecht getan zu haben, lädt sie Brians einstmals besten Freund Jerry ein, bei sich zu wohnen. Jerry war einst ein erfolgreicher Anwalt, ist aber längst auf Heroin abgestürzt. Gemeinsam geben sich die beiden Fremden Halt, doch bei Beiden sitzen die Wunden zu tief, als dass ein einfacher Alltag möglich wäre.

Kritik

Einfühlsam inszeniertes Melodram, mit dem die renommierte dänische Regisseurin Susanne Bier ("Nach der Hochzeit") ihr Hollywood-Debüt gibt.

Augen gelten als Spiegel der Seele. Mit wiederholten (handgehaltenen) Großaufnahmen scheint Bier ihr hartnäckig auf den Grund gehen zu wollen. Für diese stoische Seelensezierung stehen der einstigen Dogma-Regisseurin die ausdrucksstarken Augenpaare der beiden Oscar-Gewinner Halle Berry ("Monster's Ball") und Benicio Del Toro ("Traffic - Die Macht des Kartells") zur Verfügung. Nach den Vorgaben des Drehbuchs von Newcomer Allan Loeb mimen sie zwei von Trauer und Verzweiflung zerstörte Menschen, die nicht zuletzt durch ihre behutsame Annäherung neue Hoffung und einen Heilungsansatz finden. Die zentrale Tragödie wird durch die plötzliche Ermordung von Audreys Mann Brian (David Duchovny) ausgelöst. Ausgangspunkt ist seine Beerdigung, wo der schmuddelige und verdruckste Jerry fehl am Platz zu sein scheint. Doch war er der beste Freund des Verstorbenen (sehr zum Missfallen seiner Frau), auch als der ehemalige Anwalt heroinsüchtig in die Gosse abrutschte.

Im Stil von "Babel" werden die Ereignisse mit wechselnden Einstellungen der Gegenwart und der Vergangenheit fließend ineinander verwoben. Jerry wird vom Verlust Brians motiviert Entzug zu machen, woraufhin Audrey ihn unerwartet bittet, bei ihr und ihren zwei Kindern einzuziehen. Nach anfänglicher Zurückhaltung sehen sie in ihm eine Art Vaterersatz, und auch Audrey klammert sich emotional an Jerry, wenngleich sich zwischen ihnen keine romantische Beziehung entwickelt. Stattdessen durchlaufen sie parallel die verschiedenen Stationen von Trauer (Schock, Hilflosigkeit, Wut, Resignation und Akzeptanz) und Drogenentzug (körperliche Qualen, seelische Stumpfheit, Rückfall, rohe Emotionen, Neubeginn) und können sich gegenseitig einen gewissen Halt vermitteln.

Unter Vermeidung von Kitsch und Klischees entwirft Bier ein präzise gezeichnetes Psychogramm der Protagonisten, wobei insbesondere Del Toro mit einer schauspielerischen Glanzleistung aufwartet. Nicht nur seine Vermittlung des Entzugshorrors ergreift, sondern vor allem auch seine subtile Darstellung eines Mannes, der jegliche Selbstachtung verloren hat. So gewährt das gefühlvolle Drama mit Dokustilansätzen einen Blick hinter die Fassade von zwei Menschen, die sich im emotionalen Ausnahmezustand befinden, und besticht dabei mit außergewöhnlicher Intensität und Intimität. ara.

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Info

Plakat des Films: Things We Lost in the Fire
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.05.2008

USA 2007

Länge: 1 h 57 min

Genre: Drama

Originaltitel: Things We Lost in the Fire

Regie: Susanne Bier

Drehbuch: Allan Loeb

Musik: Johan Söderqvist

Produktion: Sam Mercer, Allan Loeb, Sam Mendes

Kostüme: Karen Matthews

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Pernille Bech Christensen, Bruce Cannon

Ausstattung: Richard Sherman

Website: http://www.things-we-lost-in-the-fire.de