Herausragend besetzte, im Los Angeles der Siebzigerjahre angesiedelte Buddy- Action- und Gangster-Komödie von Shane Black ("Iron Man 3").

Kinostart: 02.06.2016

Szenenbild aus The Nice Guys mit Ryan GoslingRyan Gosling

Ryan Gosling
als Holland March

Russell Crowe

Russell Crowe
als Jackson Healy

Angourie Rice
als Holly March

Matt Bomer
als John Boy

Margaret Qualley
als Amelia Kuttner

Keith David
als Älterer Typ

Yaya DaCosta
als Tally

Beau Knapp
als Blue Face

Kim Basinger
als Judith Kuttner

Handlung

Holland March ist Privatdetektiv, aber ein schlechter. Entsprechend hat er Schulden, was Geldeintreiber Jackson Healy zu ihm führt. Der bricht Holland den Arm, denkt aber an ihn, als er einen neuen Auftrag annehmen will. Die Tochter einer Staatsanwältin ist verschwunden und ihre Mutter befürchtet, dass sie in einer lebensgefährlichen Mafiageschichte verwickelt ist. Gemeinsam wollen Jackson und Holland sie finden und geraten ihrerseits ins Visier der Gangster, die Unterstützung von höchster Ebene genießen.

Kritik

Vier Jahre nach seinem einmaligen Ausflug in die Welt des Franchise-Big-Budget-Moviemaking mit "Iron Man 3" ist Shane Black wieder dahin zurückgekehrt, wo der dereinst bestbezahlte Drehbuchautor Hollywoods mit seinem Regiedebüt "Kiss Kiss Bang Bang" aufgehört hatte - nach Los Angeles, Hollywood, La-La-Land, in die Welt der kleinen schmutzigen Hardboiledkrimis, die in einer anderen Ära Raymond Chandler und Dashiell Hammett etabliert hatten, mit ihren vom Leben angezählten, todesverachtenden und zynischen Antihelden und labyrinthischen Plots, die sich durch die Filme schlingern wie die Haarnadelkurven durch den Laurel Canyon. Als Black begann, mit seinen Drehbüchern für "Lethal Weapon", "Last Boy Scout" und "Tödliche Weihnachten", da waren das noch große A-Filme mit der Starpower von Mel Gibson und Bruce Willis. Heute hat sich an den Stoffen selbst nicht viel geändert, außer dass sie vielleicht noch hartgesottener und lustiger sind, ihr Schandmaul noch größer ist, aber jetzt betrachtet man sie als Nischenfilme zum Hauptprogramm, dreckige B-Filme, was ihrem Reiz keinen Abbruch tut.

Schon in der ersten Szene, wenn die Basslinie von "Papa Was a Rolling Stone" zu pumpen beginnt, weiß man, dass man es mit einem wilden Ritt zu tun haben wird, einem Film, der vom ersten bis zum letzten Moment Spaß machen wird und dessen abgefuckte Helden, gespielt von Russell Crowe und Ryan Gosling als Hollywoods späte Antwort auf Bud Spencer und Terence Hill man ins Herz schließen wird, obwohl sie echte Scheißkerle sind, die rechte und die linke Hand des Teufels eben, ausgemachte Verlierer, die im Leben immer alles falsch gemacht haben und nun ohne Geld und Frauen mit runtergelassenen Hosen dastehen. Aber sie sind auch Stehaufmännchen, die nichts mehr schockieren kann. Joe Hallenbeck hieß die Figur von Bruce Willis in "Last Boy Scout". Hell and back. Zur Hölle und wieder zurück. Diesen Weg haben auch Holland March und Jackson Healy schon zurückgelegt, ein desillusionierter Vollstrecker der eine, ein verantwortungsloser, vom Pech verfolgter Hallodri, der als Privatdetektiv gutgläubige Kunden abzockt, der andere. Der Zufall führt die beiden unterschiedlichen Männer auf schmerzhafte Weise zusammen und lässt sie dann gemeinsam den mysteriösen Tod einer Pornodarstellerin untersuchen, die angeblich nach ihrem gewaltsamen Ableben noch einmal gesehen worden sein soll.

Wie sich die beiden nach Laurel & Hardy-Manier ahnungslos durch den Fall wuchten, das erinnert an Altmans Chandler-Dekonstruktion "Der Tod kennt keine Wiederkehr" und Andersons zugekifften "Inherent Vice", ist aber natürlich unendlich viel unterhaltsamer und krachiger. Tatsächlich ist der eigentliche Referenzfilm "Last Boy Scout", was ohnehin Sinn macht, weil Shane Black an einem Punkt ist, an dem er nicht nur die L.A.-Klassiker zitiert, sondern auch das eigene Schaffen von vor einem Vierteljahrhundert. In besagtem Film hatte Bruce Willis auch eine frühreife Tochter an der Backe - wie hier der großartige Gosling als March, der als ewiger Tollpatsch die besten Szenen hat. Crowe ist an seiner Seite entspannt und cool. Und die Sprüche allein sind die halbe Miete. Dass der Film es nicht ganz so ernst nimmt mit der Zeit, in der er spielt, ist geschenkt: In der ersten Einblendung heißt es, es sei 1977. Später findet der Showdown bei einer Autoshow im Jahr 1978 statt, obwohl von der Handlung her erst ein paar Tage vergangen sind. Who cares? "The Nice Guys" hat, wie seine Helden, das Herz auf dem rechten Fleck. Und das zählt, wenn es um viel Bang Bang und ganz wenig Kiss Kiss geht. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 02.06.2016

USA 2016

Länge: 1 h 56 min

Genre: Komödie

Originaltitel: The Nice Guys

Regie: Shane Black

Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi

Musik: David Buckley, John Ottman

Produktion: Anthony Bagarozzi, Joel Silver

Kostüme: Kym Barrett

Kamera: Philippe Rousselot

Schnitt: Joel Negron

Ausstattung: Richard Bridgland

Website: http://www.theniceguys-film.de

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