Traditionsbewusster und doch unkonventioneller Western, in dem eine junge Frau und ein alter Haudegen einen mühseligen Treck zurück in die Zivilisation führen.

Kinostart: 18.12.2014

Tommy Lee Jones

Tommy Lee Jones
als George Briggs

Hilary Swank

Hilary Swank
als Mary Bee Cuddy

Miranda Otto

Miranda Otto
als Theoline Belknapp

Grace Gummer
als Arabella Sours

Sonja Richter
als Gro Svendsen

Barry Corbin
als Buster Shaver

David Dencik
als Thor Svendsen

Hailee Steinfeld
als Tabitha Hutchinson

Meryl Streep
als Altha Carter

John Lithgow
als Reverend Alfred Dowd

James Spader
als Aloysius Duffy

Tim Blake Nelson
als der Befrachter

William Fichtner
als Vester Belknap

Jesse Plemons
als Garn Sours

Evan Jones
als Bob Giffin

Caroline Lagerfelt
als Netti

Karen Jones
als Mrs. Linens

Handlung

Weil alle Männer der einsamen Gemeinde an der Frontier kneifen, erklärt sich die allein stehende Mary Bee Cuddy bereit, drei in der Einöde wahnsinnig gewordene Frauen in einer Kutsche Richtung Osten zu fahren und in die Obhut der Kirche zu übergeben. Unterwegs gewinnt sie einen alten Cowboy als Mitstreiter, den sie davor bewahrt, gelyncht zu werden. Während Mary Bee und Haudegen Briggs sich den beschwerlichen Weg durch Eiseskälte und Indianergebiet bahnen, entwickelt das ungleiche Paar gegenseitigen Respekt voreinander.

Kritik

Traditionsbewusster und doch unkonventioneller Western, in dem eine junge Frau und ein alter Haudegen einen mühseligen Treck zurück in die Zivilisation führen.

Neun Jahre sind vergangen, seitdem Tommy Lee Jones mit seinem Regiedebüt "Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada" den Darstellerpreis in Cannes sowie Guillermo Arriaga die Auszeichnung für das Drehbuch gewinnen konnten. Trug die verschachtelte Story aus dem amerikanischen Grenzland damals bereits deutliche Züge des Western, ist Jones' neuer Film nun ein Western durch und durch geworden, mit allem was dazugehört: Lynchmobs, Indianer, Postkutschen. Nur dass die Protagonisten hier Frauen sind und dass die Reise, die sie antreten, nicht von der Zivilisation ans Ende der Frontier führt, sondern vom Grenzland zurück in die Zivilisation: Weil alle Männer der Gemeinde kneifen, erklärt sich die allein stehende Mary Bee Cuddy bereit, drei in der Einöde wahnsinnig gewordene Frauen in einer Kutsche in die Obhut der Kirche zu übergeben. Unterwegs gewinnt sie einen alten Cowboy als Mitstreiter, den sie davor bewahrt, gelyncht zu werden.

Natürlich ist es ein Aufeinanderprall scheinbar unvereinbarer Welten, während sich das unfreiwillige Gespann den beschwerlichen Weg durch Eiseskälte, Indianergebiet und weitere Unwägbarkeiten bahnt. Es gibt kein Bild, das in diesem von Rodrigo Prieto fotografierten Film nicht exquisit wäre. Unverkennbar stand Altmeister John Ford Pate sowie John Hustons "African Queen", wenn sich Hilary Swank und Tommy Lee Jones verbale Schlagabtausche liefern und nach und nach zumindest eine gewisse Hochachtung füreinander entwickeln. Sehr klug spielt Jones mit den Konventionen des Genres und nutzt seine Adaption des Romans von Glendon Swarthout, Autor von "The Shootist", auch als Möglichkeit, dem modernen Amerika den Spiegel vorzuhalten.

Und wenn es auch mindestens einen Moment kurz nach der Hälfte des Films gibt, der einem ziemlich brutal den Boden unter den Füßen wegzieht, und einen direkt darauf folgenden Moment, der einem ungemein zu Herzen geht, was bedeutet, dass die Erzählung letztlich funktioniert, oszilliert "The Homesman" tonal zu stark zwischen ernstem Drama und knatterndem Humor, um restlos überzeugen zu können: "True Grit", der sich einem auch als Vergleichsfilm aufdrängt - Jeff Bridges' Rooster Cogburn könnte ein Bruder von Jones' schlitzohrigem Haudegen Briggs sein -, hat den Balanceakt letztlich doch um Einiges besser hinbekommen. Was dieser beachtlichen Borderstory, ein "No Country for Young Women", nicht ihre Leistungen absprechen soll: Hilary Swank ist so gut wie seit Jahren nicht mehr, und Jones holt ein Maximum an Wehmut aus seinem zerknitterten Gesicht heraus. Und wenn man ihnen genau zuhört bei ihren Gesprächen, der Pionierin und dem alten Gauner, dann muss man feststellen, dass die da oben auf dem Kutschbock genauso verrückt sind, wie die drei Frauen, die im Inneren der Kutsche sitzen. Das macht der Wilde Westen aus den Menschen. Das ist Amerika. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 18.12.2014

USA 2014

Länge: 2 h 3 min

Genre: Western

Originaltitel: The Homesman

Regie: Tommy Lee Jones

Drehbuch: Kieran Fitzgerald, Wesley Oliver, Tommy Lee Jones

Musik: Marco Beltrami

Produktion: Tommy Lee Jones, Luc Besson, Peter Brant, Brian Kennedy

Kostüme: Lahly Poore

Kamera: Rodrigo Prieto

Schnitt: Roberto Silvi

Ausstattung: Merideth Boswell

Website: http://www.homesman-derfilm.de