Warmherzige und tiefgründige Indie-Komödie über eine Supermarkt-Kassiererin in der Provinz.

Kinostart: nicht bekannt

Jennifer Aniston

Jennifer Aniston
als Justine Last

Jake Gyllenhaal

Jake Gyllenhaal
als Holden Worther

John C. Reilly

John C. Reilly
als Phil Last

Tim Blake Nelson
als Bubba

Zooey Deschanel
als Cheryl

Mike White
als Corny

Deborah Rush
als Gwen Jackson

John Carroll Lynch
als Jack Field

Handlung

Die 30-jährige Supermarkt-Kassiererin Justine kann ihre langweilige Arbeit und ihren liebevollen aber stets zugedröhnten Ehemann nicht mehr ertragen. Da tritt ein neuer, junger und ziemlich süßer Kollege in ihr Leben: Ein romantischer Freak und Möchtegern-Schriftsteller, der sich für die Inkarnation von Holden Caulfield aus dem Kultroman "Der Fänger im Roggen" hält.

Mehr oder minder, weil sie es einfach nur jedermann recht machen will, fängt die unglücklich verheiratete Supermarktverkäuferin Justine ein Verhältnis mit ihrem deutlich jüngeren Kollegen Holden an und verstrickt sich, nachdem die Affäre dem besten Freund ihres Mannes zu Augen kommt, nur noch tiefer in allerhand zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Als sie ein Baby erwartet und Holden die bewaffnete Flucht in die Gesetzlosigkeit ernsthaft in Erwägung zieht, wird es Zeit für einen umfassenden Befreiungsschlag.

Die Irrungen und Wirrungen der Supermarktangestellten Justine (Jennifer Aniston) auf der Suche nach der erfüllten Zweierkiste. Gut besetzte, melancholische Romantikkomödie.

Kritik

Einen abgrundtiefen und zugleich warmherzigen Blick wirft der puertoricanische Regisseur Miguel Arteta ins Herzland seiner amerikanischen Wahlheimat. Er versagt dem Zuschauer nicht den Spaß an der Freud über die trostlosen Zustände in der US-Provinz, erlaubt sich aber zu keiner Zeit billige Lacher auf Kosten der allzumenschlichen Alltagstypen, die seine Komödie bevölkern.

Dazu liebt er seine Figuren zu sehr. Der in diesem Jahr in Sundance gefeierte Indie-Hit lebt vor allem von der Schauspielkunst der durchweg guten Darsteller, allen voran Jennifer Anniston, der es von Einstellung zu Einstellung immer mehr gelingt, ihr "Friends"-Image abzustreifen. Als 30Jährige, die ernüchtert aus ihren Jugendträumen von einem aufregenden Leben erwacht und sich als Supermarkt-Kassiererin mit Einfaltspinsel-Ehemann wiederfindet, wird sie zur idealen Identifikationsfigur vor allem für ein weibliches Publikum.

Ganz klar: bei Justine, 30, unauffällig hübsch und Kassiererin im Supermarkt Rodeo Retail, ist die Frustgrenze erreicht. Wenn sie abends von der langweiligen Arbeit nach Hause kommt, findet sie in ihrem Vorstadt-Reihenhaus ihren liebevollen, aber meist zugedröhnten Ehemann Phil (John C. Reilly) und dessen allein lebenden Freund Bubba (Tim Blake Nelson) vor, für den Phil ein Idol ist. Die beiden arbeiten als Anstreicher. Phils Graskonsum könnte die Ursache dafür sein, dass sich die erwünschte Schwangerschaft bei Justine nicht einstellt. Abwechslung kommt in Justines Leben mit dem neuen, jungen und ziemlich süßen Kassierer-Kollegen Holden (Jake Gyllenhaal), einem romantischen Freak und Möchtegern-Schriftsteller, der sich für die Inkarnation seines Romanhelden Holden Caulfield aus "Der Fänger im Roggen" hält.

Mit ihm beginnt Justine eine Affäre, die von Bubba entdeckt und zur Befriedigung seiner eigenen sexuellen Interessen schamlos ausgenutzt wird: er erpresst Justine mit der Drohung, sie zu verraten, wenn sie nicht mit ihm schläft. Dennoch kommt Phil bald hinter die Affäre seiner Frau, die dieser längst über den Kopf gewachsen ist - zumal sie ihre Schwangerschaft feststellt. In ihrer Konfusion hin und her gerissen zwischen der Aussicht auf ein beschauliches Leben mit dem gutmütigen Phil und einer Bonnie and Clyde-Odyssee mit dem obsessiven, durchgeknallten Holden trifft sie ihre Entscheidung...

Eine starke Frauenrolle hat Mike White, der bereits "Chuck und Buck" für Arteta schrieb, in seinem Drehbuch angelegt. Alle Charakter sind glaubwürdig und liebevoll geschildert, die Rollen grandios besetzt, die Schauspieler durch die Bank überzeugend. Mit vielen witzigen Details wird der Alltag im Supermarkt in seiner belanglosen Absurdität gezeigt, das Leben in der Provinz - die überall sein könnte - in seiner langweiligen Schauerlichkeit vorgeführt Über all das aber siegt der rührende Wille der Hauptdarstellerin, sich auch von den widrigsten Umständen nicht unterkriegen zu lassen. Während die Menschen ihrer Umgebung sich längst arrangiert haben und für die kleinen Alltagsfreuden leben, kämpft Justine um ihr persönliches Glück, ohne dabei zum Outcast zu werden. Ein Glücksfall einer Indie-Komödie und ein Feelgood-Movie, das seine Zuschauer auf warmherzig-intelligenteArt unterhält - hoffentlich irgendwann auch hierzulande. boe.

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Info

Plakat des Films: The Good Girl

Kinostart: nicht bekannt

USA 2001

Genre: Drama

Originaltitel: The Good Girl

Regie: Miguel Arteta

Drehbuch: Mike White

Musik: Margaret Yen

Produktion: Matthew Greenfield

Kostüme: Nancy Steiner

Kamera: Enrique Chediak

Schnitt: Jeff Betancourt

Ausstattung: Daniel Bradford, Macie Vener