Erster "Tatort" in Weimar: Die Komödien-Asse Nora Tschirner und Christian Ulmen bewähren sich als Ermittler.

Kinostart: nicht bekannt

Nora Tschirner

Nora Tschirner
als Kriminalkommissarin Kira Dorn

Christian Ulmen

Christian Ulmen
als Kriminalkommissar Lessing

Thorsten Merten

Thorsten Merten
als Kriminalhauptkommissar Kurt Stich

Wolfgang Maria Bauer
als Hans Bangen

Dominique Horwitz
als Casper Bogdanski

Klara Deutschmann
als Lotte Bogdanski

Stephan Grossmann
als Sigmar Hoppe

Palina Rojinski
als Nadine Reuter

Ramona Kunze-Libnow
als Frau Olm

Elke Wieditz
als Brigitte Hoppe

Ute Wieckhorst
als Dr. Seelenbinder

Jan Baake
als Polizist Michael

Kritik zu Tatort: Die fette Hoppe

Flotte Krimikomödie mit Nora Tschirner und Christian Ulmen, die sich in diesem Feiertags-"Tatort" der etwas anderen Art herrliche Dialogduelle liefern.

Er ist ein Analytiker, sie ein impulsiver Bauchmensch: Das klingt zunächst ebenso wenig spektakulär wie die Idee, dass die Kommissarin hochschwanger ist. Außerdem passt die Beschreibung exakt auf das Ermittler-Duo im neuen "Polizeiruf" aus Magdeburg. Trotzdem fand man beim MDR so großen Gefallen an dem Konzept von Wiedemann & Berg für ein "Tatort"-Team aus Weimar, dass Kriminalkommissarin Kira Dorn und ihr Kollege Lessing zumindest eine einmalige Chance bekommen sollten. Angesichts des Films kann man nur hoffen, dass es nicht dabei bleibt, und das liegt selbstredend an den beiden Hauptdarstellern: Nora Tschirner und Christian Ulmen sind eine großartige Kombination. Allerdings liefert ihnen das Drehbuch des "Tatort"-erfahrenen Autors Andreas Pflüger auch eine Menge Stoff für wunderbare Dialogduelle, wobei der komödiantische Anteil vermutlich auf das Comedy-Konto von Murmel Clausen ("Ladykracher") gehen dürfte. Unterm Strich mag die eigentliche Krimihandlung etwas zu kurz kommen, aber das ist beim "Tatort" aus Münster ja nicht anders. Außerdem ist "Die fette Hoppe" ausdrücklich als Feiertagsprogramm und somit als "Tatort" der etwas anderen Art ausgewiesen. Entsprechend ist auch die Inszenierung ausgefallen, selbst wenn Franziska Meletzky ("Wegwerfmädchen"/"Das goldene Band") die Krimi-Erwartungen dennoch erfüllt. Der besondere Reiz der Geschichte über die vermeintliche entführte Chefin eines Weimarer Wurstimperiums liegt in ihrer scheinbaren Unscheinbarkeit: Pflüger und Clausen haben den Krimi so geschickt verpackt, dass der Film über weite Strecken wie ein Vorwand für die komödiantischen Einlagen von Ulmen und Tschirner wirkt; es dauert eine Weile, bis sich die ganze Raffinesse des dramaturgischen Konstrukts erschließt. Außerdem sorgt das Autorenduo nach einer guten Stunde für einen kapitalen Knüller, der selbst versierte Krimifans verblüffen wird. Trotzdem lebt "Die fette Hoppe" natürlich vor allem von den witzigen Elementen, zumal es zwischendurch immer wieder augenzwinkernde Momente gibt, wenn beispielsweise das berühmte "Tatort"-Motiv auch als Filmmusik Verwendung findet. Auch wenn einige Kalauer nach Sketch-Comedy klingen und schwarzer Humor eine besondere Rolle für die Geschichte spielt: Der Film ist keine Parodie, die Auflösung eine echte Überraschung und Weimar eine sehenswerte neue Krimistadt auf der "Tatort"-Landkarte. tpg.

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Info

Plakat des Films: Tatort: Die fette Hoppe

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2013

Genre: Thriller

Originaltitel: Tatort: Die fette Hoppe

Regie: Franziska Meletzky

Drehbuch: Murmel Clausen, Andreas Pflüger

Musik: Eike Hosenfeld, Tim Stanzel, Moritz Denis

Produktion: Quirin Berg, Max Wiedemann

Kostüme: Ulla Gothe

Kamera: Philip Peschlow