Tragikomisches TV-Melodram um eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung.

Kinostart: nicht bekannt

Wolfgang Stumph

Wolfgang Stumph
als Werner Stegemann

Max von Thun

Max von Thun
als Nils Stegemann

Marie Zielcke

Marie Zielcke
als Inka Schmidt

Henry Stange
als Max Schmidt

Sven Pippig
als Manni

Maverick Quek
als Chang

Carmen-Maja Antoni
als Frau Schulze

Werner Haindl
als Dr. Moosbichler

Die Handlung von Stürmische Zeiten

Dachdecker Stegemann ist in seinem Dorf eine große Nummer. Ausgerechnet der eigene Sohn aber redet schon lange nicht mehr ihm: Nils wirft seinem Vater vor, er habe früher zugunsten des Berufs die Familie vernachlässigt und sogar eine Affäre gehabt, als seine Frau unheilbar erkrankte. Dann aber wird auch bei Nils Krebs entdeckt. Die Rückkehr nach Hause bietet den beiden Streithähnen endlich Gelegenheit zur Aussöhnung.

Kritik zu Stürmische Zeiten

Es ist längst kein heimlicher Hinweis für Insider mehr. Wenn Wolfgang Stumph eine Figur besonders am Herzen liegt, sorgt er dafür, dass der Rollenname mit "St" beginnt. Diese Initialzündungen ziehen sich durch seine gesamte Filmografie, vom Lehrer Struutz in "Go Trabi Go" über den Postbeamten Stankoweit ("Salto Postale") bis zum unfreiwilligen DDR-Flüchtling Stephan aus "Heimweh nach drüben". Von Wilfried Stubbe ganz zu schweigen. Auch Dachdeckermeister Werner Stegemann hat einen typischen "St"-Charakter.

In seinem Dorf ist er eine ziemlich große Nummer, alle mögen ihn, aber er hat durchaus auch Ecken und Kanten. Eine davon ist sogar so groß, dass sie eine unüberbrückbare Kluft zwischen Vater und Sohn bildet: Nils (Max von Thun) wirft Werner vor, er habe zugunsten des Berufs die Familie vernachlässigt und sogar eine Affäre gehabt, als seine Frau vor Jahren unheilbar an Krebs erkrankte.

Es dauert allerdings eine Weile, bis Autor Michael Illner (unterstützt von Alfred Roesler-Kleint) die Katze aus dem Sack lässt. Sieht man mal von den innerfamiliären Turbulenzen ab, inszeniert Zoltan Spirandelli "Stürmische Zeiten" zunächst eher wie eine freundliche Brise, wobei in erster Linie Marie Zielcke für frischen Wind sorgt: Inka, eine alleinerziehende Mutter, macht mit Sohn Max Urlaub an der Ostsee. Witwer Werner gefällt die direkte Art der jungen Frau; Nils aber auch. Schon beim ersten Aufeinandertreffen der jungen Leute, pikanterweise am FKK-Strand, springt der Funken über.

Derweil sorgt Werner für Aufregung im Dorf, weil er bei der Bekämpfung einer für Dachdecker recht lästigen Schwäche von der Feuerwehr gerettet werden muss: Um seine zunehmende Höhenangst kontraphobisch zu bekämpfen, ist er auf den eingerüsteten Kirchturm geklettert; jetzt kommt er nicht mehr runter. Natürlich ist das eine komische Szene, aber sie deutet gleichzeitig an, dass Werner neben dem stets gutgelaunten Strahlemann auch andere Seiten hat. Pünktlich zur zweiten Hälfte wandelt sich die Handlung prompt zum Drama: Bei Nils wird Lymphdrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Leber und Knochenmark sind bereits angegriffen, eine Chemotherapie lehnt er ab; die Rückkehr nach Hause bietet Vater und Sohn endlich die Gelegenheit zur Aussöhnung.

Trotz dieser Entwicklung bleibt der Film seiner Linie treu; die Geschichte ist zu Beginn keine überschäumende Komödie und wird gegen Ende auch nicht zum tränenreichen Melodram. Dennoch ist die Botschaft nicht zu ignorieren, zumal die Szenen mit Werner und dem kleinen Max (prächtig geführt und mit wunderbar vorlauten Dialogzeilen: Henry Stange) zu den schönsten gehören. An dem Jungen will Werner wieder gut machen, was er in Nils' Kindheit verpasst hat. Nicht zuletzt wegen der liebevoll entworfenen Nebenfiguren ist "Stürmische Zeiten" gerade darstellerisch ein sehenswerter Film; Max von Thun, schon als Kronprinz Rudolf ein vortrefflicher tragischer Held, ergänzt sich mit Stumph fast so gut wie dessen Tochter Stephanie. tpg.

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Info

Plakat des Films: Stürmische Zeiten

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2008

Genre: Drama

Originaltitel: Stürmische Zeiten

Regie: Zoltan Spirandelli

Drehbuch: Michael Vershinin, Alfred Roesler-Kleint

Musik: Andy Groll

Produktion: Alfried Nehring

Kostüme: Antje Gebauer

Kamera: Dragan Rogulj

Schnitt: Magdolna Rokob

Ausstattung: Kay Anthony