Packendes Drama über einen Mann, der sich nach dem von ihm verschuldeten Unfalltod ihrer Tochter einer autistischen Frau annimmt.

Kinostart: 02.11.2006

David Fox
als Dirk

Emily Hampshire
als Vivienne

James Allodi
als Clyde

Die Handlung von Snow Cake

Frisch aus dem Gefängnis entlassen, wo er einsaß, weil er den Fahrer tötete, der seinen Sohn überfuhr, schlittert Alex Hughes (Alan Rickman) sogleich ins nächste Unglück: Er baut einen Verkehrsunfall, bei dem eine junge Tramperin zu Tode kommt. Bedrückt von den unverkennbaren Parallelen will Alex die Familie der Toten aufsuchen und stößt auf deren Mutter Linda Freeman (Sigourney Weaver), eine zur Emotion nur begrenzt befähigte Autistin. Alex bleibt für ein Weilchen bei ihr und weckt bald die Aufmerksamkeit neugieriger Dorfbewohner.

Schuld, Sühne und das stete Streben nach dem Glück sind die Themen dieses einfach gestrickten, hübsch arrangierten Außenseiterdramas und Eröffnungsfilms der Berlinale 2006.

Auf der Fahrt zur Mutter seines verstorbenen Sohnes hat der in Kanada lebende Engländer Alex Hughes einen Autounfall, bei dem ein 19-jähriges Mädchen ums Leben kommt, das er als Anhalterin mitgenommen hatte. Persönlich überbringt er die Todesnachricht ihrer Mutter Linda, die ihre Gefühle als Autistin nicht äußern kann. Alex bleibt bei Linda wohnen, um ihr zu helfen, und verliebt sich in die Nachbarin Maggie - was wiederum den Polizisten Clyde auf den Plan ruft, der ein Auge auf Maggie geworfen hat und in der Vergangenheit Alex' zu forschen beginnt.

Alex, gerade aus dem Gefängnis entlassen, nimmt eine Anhalterin mit und wird kurz darauf in einen Autounfall verwickelt, bei dem die junge Frau stirbt. Geschockt macht Alex sich zur Mutter des Mädchens auf, um ihr die Nachricht zu überbringen. Da der nächste Schock: Linda leidet an Autismus. Alex zieht kurzfristig bei ihr ein, hilft bei den Beerdigungsvorbereitungen und lernt die attraktive Nachbarin Maggie kennen. Das ruft den eifersüchtigen Polizisten Clyde auf den Plan, der beginnt, in Alex' Vergangenheit zu forschen.

Kritik zu Snow Cake

Mit "Snow Cake", einem mit Sigourney Weaver und Alan Rickman hochkarätig besetzten Drama über Trauer, Schuld und Hoffnung, zeigt sich Marc Evans als Meister der leisen Töne.

Durch einen schrecklichen Zufall treffen zwei Menschen aufeinander: Der gerade aus dem Gefängnis entlassene Alex Hughes und die Autistin Linda Freeman. Der stille Engländer nimmt eine geschwätzige junge Anhalterin mit, die ihm mit ihrem Geplapper auf die Nerven geht, ihn dann aber mit Charme und Einfühlungsvermögen aus der Reserve lockt. Ein Knall und der Wagen liegt im Graben, gerammt von einem Laster. Fast gespenstisch die nun folgende Stille, in der sich der Mann aus dem Blechhaufen quält, das Mädchen ist tot. Auch wenn ihn keine Schuld trifft, will er der Mutter das Geschenk ihrer Tochter geben und stößt auf eine vor sich hinlachende Frau mit hektischen Bewegungen, die mit den Funkelbällchen anfängt zu spielen wie ein Kind. Linda Freeman ist Autistin. Marc Evans, der mit "House of America" und "Resurrection Man" Ende der 90er-Jahre seine Karriere begründete, beschreibt ganz vorsichtig die Annäherung zwischen den beiden vom Schicksal Gebeutelten nach einem Buch von Angela Pell, Mutter eines autistischen Sohnes. Sigourney Weaver zieht alle Register, die Autistin glaubwürdig darzustellen, aber ein völlig zurückgenommener Alan Rickman, für den die Rolle geschrieben wurde, stiehlt ihr die Schau. Mit großer Zerbrechlichkeit spielt er den Mann, der seinen Sohn bei einem Autounfall verlor und im Affekt den Fahrer tötete, der sich und das Leben neu entdecken muss, sich scheu herantastet an die Wirklichkeit, Trauerarbeit leistet. Zu den zwei Außenseitern gesellt sich noch die Nachbarin als Love Interest. Für einen kurzen Moment geben sie sich gegenseitig Mut, Unterstützung und Liebe, Freundschaft. "Snow Cake", gedreht im winterlichen Kanada, gibt sich tragisch und humorvoll, spendet Trost. Am Ende winkt zwar nicht das konventionelle Glück, aber es bleibt eine zärtliche Erinnerung, die Kraft gibt, dem Alltag ins Antlitz zu schauen. Der erste Film im neuen ARTHAUS-Label von Kinowelt sollte ein erwachsenes Publikum erreichen. mk.

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Info

Plakat des Films: Snow Cake
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 02.11.2006

Großbritannien/Kanada 2005

Länge: 1 h 53 min

Genre: Drama

Originaltitel: Snow Cake

Regie: Marc Evans

Drehbuch: Angela Pell

Produktion: Andrew Eaton, Gina Carter, Jessica Daniel

Kostüme: Debra Hanson

Kamera: Steve Cosens

Schnitt: Mags Arnold

Ausstattung: Matthew Davies