Märchenhaftes und charmantes Spinoff von "Harry Potter", mit dem die Autorin der Buchvorlagen ihr Debüt als Drehbuchautorin gibt.

Kinostart: 17.11.2016

Szenenbild aus Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind mit Eddie RedmayneEddie Redmayne

Eddie Redmayne
als Newt Scamander

Katherine Waterston
als Porpentina Goldstein

Dan Fogler
als Jacob Kowalski

Alison Sudol

Ezra Miller
als Credence

Samantha Morton
als Mary Lou

Colin Farrell
als Percival Graves

Ron Perlman
als Gnarlack

Handlung

Kaum dass Newt Scamander mit seinem Koffer voller magischer Tierwesen in New York ankommt, schon verliert er ihn. Im Chaos eines versehentlichen Bankraubes fällt er dem arglosen und herzensgute Jacob Kowalski in die Hände, der sie versehentlich freilässt. Auf der Suche nach den Tieren wird Newt von Tina Goldstein verhaftet, die bald gemeinsame Sache mit Newt und seinem Anhängsel Jacob macht und die beiden bei sich und ihrer Schwester Queenie einquartiert. Dem Quartett wider Willen und ganz New York steht die Auseinandersetzung mit einer bösen Macht bevor.

Kritik

Zauberhaftes Spinoff von "Harry Potter", mit dem dessen Bestsellerautorin J.K. Rowling ihr Debüt als Drehbuchautorin gibt.

Nach dem enormen Erfolg der "Harry Potter"-Verfilmungen war klar, dass die Macher mit einem ähnlich gelagerten magischen Stoff daran anknüpfen wollen. Clever war, ihn nicht erneut in der Schule, in Hogwarts, anzusiedeln und einige Jahrzehnte zurückzuspringen.

Hier geht es nicht mehr um Zauberlehrlinge, sondern um Erwachsene, auch wenn sie sich ein wenig kindlich benehmen, unglaublich schüchtern wie Eddie Redmaynes Newt Scamander oder so naiv wie Dan Foglers Jacob Kowalski. Und es sind Erwachsene, die das Zaubern bereits beherrschen. Hogwarts und Dumbledore werden nur erwähnt. Verlegt wurde die Handlung von der Insel in die USA, nach New York.

Dort kommt der Tierschützer, angehende Buchautor (von "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind") und Außenseiter auch in der magischen Welt Newt mit seinem Koffer voller Tierwesen an und verliert ihn sogleich. Im Chaos eines versehentlichen Bankraubes - eines der Tierwesen ist ein Edelmetall einheimsender Maulwurf, den Newt bis in den Tresor verfolgt - fällt der Koffer dem arglosen und herzensgute Jacob in die Hände. Der No-Maj - so heißen Muggels in Amerika - hält den Koffer für seinen und lässt - ebenso versehentlich - auch die anderen Tierwesen frei.

Schon diese ersten Szenen demonstrieren die gelungene Komik, eine Kombination aus klassischem Slapstick, der Koffertausch, originellen Einfällen, Newt schüttelt aus dem Maulwurf unendlich viele Münzen und Schmuckstücke, und der perfekten Dynamik bzw. Chemie zwischen den liebevoll gezeichneten Figuren. Die Szenen glänzen auch schon im höchst ansprechenden, von Produktionsdesigner Stuart Craig und Kostümdesignerin Colleen Atwood kreierten 1920er-Jahre-Look, in dem Art-Deco mit magischen Accessoires wie den aus "HP" bekannten lebendigen Zeitungen kombiniert wird.

Das Protagonisten-Quartett, um das sich einige weitere interessante Figuren wie Colin Farrells Polizeichef oder Samantha Mortons Agitatorin gegen Magie und böse Stiefmutter gruppieren, wird komplettiert durch die Schwestern Tina (Katherine Waterston), eine degradierte Polizistin, die Newt verhaftet, und Queenie (Alison Subol), die Gedanken lesen kann und sich in den ersten No-Maj, den sie kennenlernt, verliebt. Auch Tina und Newt werden sich im Lauf der Handlung langsam näherkommen, in der sie u.a. gemeinsam dem Todesurteil entkommen können.

Denn natürlich schlägt "Phantastische Wesen" wie "HP" auch düstere Töne an. Die skurrilen, teils niedlichen, teils auch sehr gefährlichen Tierwesen, die Newt sammelt, stehen nicht nur vor der Ausrottung, sondern es geht vor allem um eine dunkle Macht, die Magier und Non-Majs gleichermaßen gefährdet. Einen Vorgeschmack auf die im letzten Drittel beginnenden Kämpfe liefert zu Anfang eine eindrucksvolle Action- und VFX-Szene, in der ein Straßenzug und ein Gebäude der Zerstörung anheimfallen.

Joanne K. Rowlings erstes Drehbuch mag keine perfekte Story haben, aber jede Menge schöner Ideen, die das bewährte Regie- und Produktionsteam, David Yates und u.a. David Heyman, in makellosen Produktionswerten umsetzen, und charmante Figuren, die dem Zuschauer von einer hervorragenden Darstellerriege (hervorzuheben sind besonders Fogler und Subol) ans Herz gelegt wird. "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ist auf jeden Fall ein vielversprechender Auftakt zur neuen Fantasyfilmreihe, die wie "Harry Potter" beste Kinounterhaltung bietet - für ein junges und vielleicht noch mehr für ein erwachsenes Publikum. Man darf gespannt sein, wie "Tierwesen" auch ohne eine Bestsellervorlage in den Kinos performt. Auf den Nachfolger freut man sich schon jetzt. hai.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 17.11.2016

Großbritannien/USA 2016

Länge: 2 h 13 min

Genre: Fantasy

Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them

Regie: David Yates

Drehbuch: Joanne K. Rowling

Musik: James Newton Howard

Produktion: Joanne K. Rowling, Neil Blair, David Heyman, Steve Kloves, Lionel Wigram, Neil Blair

Kostüme: Colleen Atwood

Kamera: Philippe Rousselot

Schnitt: Mark Day

Ausstattung: James Hambidge, Stuart Craig, Anna Pinnock

Website: http://www.phantastischetierwesen-derfilm.de

Zitat

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