Unkonventioneller Grusel- und hochmoderner Großstadtfilm um eine Frau, die Personal Shopper und Medium ist und von einem bösen Geist fast in den Wahnsinn getrieben wird.

Kinostart: 19.01.2017

Handlung

Maureen, eine junge Amerikanerin, lebt in Paris und verdient sich ihren Lebensunterhalt als "Personal Shopper" für Promi Kyra - überaus widerwillig, denn sie hasst den Job. Dennoch harrt sie in der Seine-Metropole aus. Sie wartet - auf eine Nachricht von ihrem vor Kurzen verstorbenen Zwillingsbruder Lewis, der wie sie die Fähigkeit besaß, mit Geistern zu kommunizieren. Und tatsächlich erreichen sie bald mehrdeutige Botschaften unbekannten Ursprungs.

Kritik

Unkonventioneller Grusel- und hochmoderner Großstadtfilm um eine Frau, die Personal Shopper und Medium ist und von einem bösen Geist fast in den Wahnsinn getrieben wird.

Olivier Assayas, zuletzt mit "Die Wolken von Sils Maria" in Cannes, hat einen Gruselfilm gedreht. Aber er hat ihn eben so gedreht, wie das Regiechamäleon seine Filme dreht: "Personal Shopper" ist ein hochmoderner Großstadtfilm, der wie zuvor schon "Demonlover" und "Boarding Gate" angesiedelt ist in der verlockenden Glamourwelt des internationalen, kosomopolitischen High-Fashion- und Hochfinanz-Jetset in dem alle nur die schicksten Klamotten tragen und jeder die neuesten iPhones und Applecomputer benutzt. Hier ist die attraktive Maureen zu Hause, gespielt von Kristen Stewart, eine Amerikanerin in New York, die für den A-Listen-Promi als Personal Shopper in den teuersten Boutiquen Outfits, Accessoires und Schmuck kauft - wenn man so will, ist sie der gute Geist, damit eine andere glänzen kann. Das ist die eine Seite. Aber Maureen hat außerdem auch seherische Fähigkeiten und hofft als Medium immer noch, in einem verlassenen Haus Kontakt mit ihrem vor drei Monaten verstorbenen Zwillingsbruder aufnehmen zu können. In einer brillant realisierten Gänsehautszene nimmt sie tatsächlich Kontakt mit einem beängstigenden Geist auf, der aber nicht ihr Bruder ist und ihr in der Folge auf Schritt und Tritt folgt.

Man liegt nicht falsch, wenn man den raffiniert-komplexen, aber auch immer wieder frustrierenden Film als Assayas' Reimagination von "Bis das Blut gefriert" von Robert Wise betrachtet, nur dass die Wesen nicht in einem verwunschenen Haus ihr Unwesen treiben, sondern die zunehmend panischere Heldin auf ihren Kommunikationsplattformen terrorisieren, bis sich der virtuelle Horror schließlich in einer echten Bluttat manifestiert und Maureen an den Rand des Wahnsinns gebracht wird. "Personal Shopper" mag auf den ersten Blick willkürlich zusammengesetzt wirken, aber er steckt voller raffinierter Anspielungen und kluger Betrachtungen darüber, wie der moderne Mensch im Kommunikationszeitalter nur noch ein Schatten seiner selbst ist, ein Geist zu werden droht, der die wahre mit einer virtuellen, körperlosen Welt eintauscht: Gesichter sind in Facetime-Gesprächen nur schemenhaft zu sehen, Maureens Chefin ist in gewisser Weise auch ein Geist, niemals körperlich da und doch mit einer starken Präsenz. Und nicht zuletzt ist der Film, in dem Nora von Waldstätten und Lars Eidinger in Nebenrollen zu sehen sind, ein Showcase für Kristen Stewart, die nach ihrer Nebenrolle in "Sils Maria" hier nun in jeder Szene im Mittelpunkt steht - ein wahrer Superstar, ein Wesen nicht von dieser Welt. ts.

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Info

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FSK: ab 12

Kinostart: 19.01.2017

Frankreich/Deutschland 2016

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: Personal Shopper

Drehbuch: Olivier Assayas

Website: http://www.weltkino.de/film/kino/personal_shopper

Auszeichnungen

1 x Cannes: