Stilvolle Mischung aus Erotikdrama und Thriller nach einer Vorlage von Joe Eszterhas.

Kinostart: nicht bekannt

Wesley Snipes

Wesley Snipes
als Max Carlyle

Nastassja Kinski

Nastassja Kinski
als Karen

Robert Downey Jr.

Robert Downey Jr.
als Charlie

Ming-Na Wen
als Mimi

Kyle MacLachlan
als Vernon

Glenn Plummer
als George

Amanda Donohoe
als Margaux

Thomas Haden Church
als Don

Julian Sands
als Charlies Pfleger

Donovan Leitch
als Keith

Ione Skye
als Charlies Freund

John Ratzenberger
als Phil

Marcus Paulk
als Der junge Charlie

Zoe Nathenson
als Mickey

John Calley
als Charlies Vater

Natalie Trott
als Saffron

Die Handlung von One Night Stand

Bei einer Geschäftsreise läßt sich Max, Chef einer Werbeagentur, auf ein Abenteuer mit der geheimnisvollen Karen ein. Obwohl sie am Tag danach wieder in ihr normales Leben zurückkehren, können die beiden einander nicht vergessen: Vor allem in Max' Ehe mit Mimi kriselt es. Als Max am Krankenbett seines besten Freundes Charly Karen zufällig wiedertrifft, kochen die alten Emotionen wieder hoch.

Max, Chef einer Werbeagentur in Los Angeles, befindet sich geschäftlich in New York. Da lernt er in seinem Hotel die attraktive Karen kennen. Obwohl beide beteuern, glücklich verheiratet zu sein, verbringen sie dennoch eine Liebesnacht miteinander. Am nächsten Tag hat sie der Alltag wieder eingeholt. Doch zurück in L.A. muß Max erkennen, daß dieses Erlebnis Spuren hinterlassen hat. In seiner Ehe beginnt es zu kriseln. Als er Karen am Krankenbett seines besten Freundes zufällig wiedertrifft, kochen die alten Emotionen wieder hoch.

Stilvolle Mischung aus Erotikdrama und Thriller nach einer Vorlage von Joe Eszterhas.

Kritik zu One Night Stand

Mit dem dritten großen amerikanischen Film des Jahres - nach "L.A. Confidential" und "Im Körper/des Feindes" - kehrt Mike Figgis aus Las Vegas zurück in die Metropolen New York und Las Vegas. Diese Geschichte einer stürmischen Ein-Nacht-Beziehung und ihrer Konsequenzen folgt wie seine traurige Liebespassion "Leaving Las Vegas" einem sehr losen, improvisierten Jazzrhythmus. Doch trotz schwerwiegender tragischer Verstrickungen ist der Ton des Films, in dem die blendend ausgewählten und eingesetzten Wesley Snipes, Nastassja Kinski und Robert Downey Jr. Erstaunliches leisten, ungleich optimistischer, leichter und letztlich auch unprätentiöser als der des Vorgängers.

Drei jeweils im Abstand eines Jahres angelegte Kurzgeschichten mit den gleichen Protagonisten geben die Struktur dieser modern und erwachsen erzählten Menage à quatre vor. Nach einer kurzen Exposition, in der Wesley Snipes als Werbeclip-Regisseur Max auf den Straßen von New York direkt in die Kamera spricht, setzt die erste Episode ein. Er ist von Los Angeles in den Big Apple gereist, um seinen besten Freund, den schwulen Regisseur Charlie (Robert Downey Jr.), nach fünf Jahren wiederzusehen. Damals waren sie wegen einer Lappalie im Streit auseinandergegangen. Jetzt hat Max erfahren, daß Charlie an Aids erkrankt ist, und will ihm seine Hilfe anbieten. Mit den plötzlich freigesetzten Gefühlen kämpfend, lernt er in seinem Hotel Karen (Nastassja Kinski) kennen. Als er sein Flugzeug verpaßt und Karen wiedertrifft, setzt eine Kette von Ereignissen ein, die in einer gemeinsamen Nacht münden, obwohl beide vermeintlich glücklich verheiratet sind.

Als sich der Zustand von Charlie dramatisch verschlechtert, kehrt Max zwölf Monate später zurück nach New York. Die Erlebnisse haben seinen Blick auf das Leben verändert und einen Keil zwischen ihn und seine Frau (Ming Na-Wen in einer umwerfenden Darstellung als California Chick) getrieben. An Charlies Krankenbett kochen die Erinnerungen wieder hoch, denn dort sieht Max Karen wieder - sie ist die Frau von Charlies Bruder Vernon (Kyle MacLachlan). Ganz, als würde die Anwesenheit eines sterbenden Mannes nach einer Wahrheit der Gefühle verlangen, müssen die beiden ihren Weg für die Zukunft entscheiden. Bei der Trauerfeier nach Charlies Tod kommt es zur unerwarteten Auflösung.

Gekonnt pendelt Mike Figgis in seiner erotischen Farce mit Tiefgang im Spannungsfeld zwischen John Cassavetes und Woody Allen, wobei die Geschichte von Downeys Figur als Katalysator für die diversen Entwicklungen der Story dient. Figgis präsentiert Aids so ungeschminkt, zeichnet Downeys Umfeld so zärtlich, daß die Krankheit auch dem Zuschauer einen neuen Blick auf die amourösen Wirrspiele geradezu aufdrängt und in einer Form nachwirkt, wie man das von Subplots nicht unbedingt gewöhnt ist. Indem er freimütig Elemente von Slapstick und Screwball-Comedy einfließen läßt und in seinem Reigen gezielt auf Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten baut, lenkt Figgis die Handlung immer wieder in völlig unerwartete Richtungen. So sicher ist Figgis' im Umgang mit dem Stoff, daß auch zahlreiche Cameo-Auftritte (der schönste kommt von Sony-Präsident John Calley, der "Leaving Las Vegas" damals als Chef von UA eine Chance gab) nicht nur als Gimmick wirken, sondern dem Drama vielmehr weitere Facetten verleihen. Meisterlich auch die drei Erotiksequenzen, die geilen Voyeurismus tunlichst vermeiden, sondern gezielt die jeweilige Stimmung und Gefühlslage der Liebenden unterstreichen. Wer eine solche Virtuosität beim Spiel mit Versatzstücken an den Tag legt, der holt auch aus den Akteuren das beste heraus: Wesley Snipes, Robert Downey Jr. und Nastassja Kinski legen die Latte hoch für die kommenden Schauspielleistungen in diesem Jahr. Was Figgis aus ihnen herausholt, wird nur übertroffen von seinem pointierten Drehbuch, das an keiner Stelle Schlüsse zuläßt, daß es ursprünglich von Joe Eszterhas verfaßt wurde. Er wird nicht vermißt. ts.

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Info

Plakat des Films: One Night Stand
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 1997

Länge: 1 h 44 min

Genre: Drama

Originaltitel: One Night Stand

Regie: Mike Figgis

Drehbuch: Mike Figgis

Musik: Mike Figgis

Produktion: Mike Figgis, Annie Stewart, Ben Myron

Kostüme: Laura Goldsmith, Enid Harris

Kamera: Declan Quinn

Schnitt: John Victor Smith

Ausstattung: Waldemar Kalinowski, Barry Kingston