In Schwarz-Weiß erzählt dieser Film vom Lebensgefühl eines jungen Tagträumers in Berlin, der plötzlich ohne alles dasteht. Als Hauptdarsteller glänzt Tom Schilling.

Kinostart: 01.11.2012

Tom Schilling

Tom Schilling
als Niko Fischer

Marc Hosemann

Marc Hosemann
als Matze

Friederike Kempter

Friederike Kempter
als Julika Hoffmann

Justus von Dohnányi
als Karl Speckenbach

Michael Gwisdek
als Friedrich

Katharina Schüttler
als Elli

Arnd Klawitter
als Philip Rauch

Martin Brambach
als J

Andreas Schröders
als Psychologe

Ulrich Noethen
als Walter Fischer

Frederick Lau
als Ronny

Die Handlung von Oh Boy

Niko lebt in Berlin in den Tag hinein. Eines Morgens trennt sich seine Freundin von ihm und er hat nicht einmal mehr das Kleingeld für einen Kaffee. Das Konto ist gesperrt, und sein Papa hat die Schnauze voll, ihn Jahre nachdem er das Studium geschmissen hat, weiter zu unterstützen. Mit seinem nicht minder erfolglosen Kumpel Matze lernt Niko eine Tänzerin kennen, die die beiden zu ihrem Stück einläd. Es ist experimentell und sie selbst entpuppt sich als Psychotante. Und die Nacht ist noch lange nicht vorbei für Niko.

Niko lebt in Berlin in den Tag hinein. Eines Morgens trennt sich seine Freundin von ihm, und er hat nicht einmal mehr das Kleingeld für einen Kaffee. Das Konto ist gesperrt, sein Papa hat die Schnauze voll, ihn Jahre, nachdem er das Studium geschmissen hat, weiter zu unterstützen. Mit seinem nicht minder erfolglosen Kumpel Matze lernt Niko eine Tänzerin kennen, die die beiden zu ihrem Stück einlädt. Es ist experimentell, und sie selbst entpuppt sich als Psychotante. Und die Nacht ist noch lange nicht vorbei für Niko.

Eine charmante, witzige und lebensnahe Beschreibung eines Lebensgefühls gelingt Jan-Ole Gerster bei seinem Langspielfilmdebüt. Das liegt nicht nur an den punktgenauen Dialogen, dem lakonisch-trockenen Humor und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe, sondern auch an der Spielfreude seines Ensembles, angeführt von Tom Schilling, aber u.a. auch Michael Gwisdek oder Uli Noethen haben einprägsame Auftritte. Die Coming-of-Age-Story in einer langen Reise eines Tages bis ans Ende der Nacht ist ein Kabinettstückchen in Schwarzweiß.

Kritik zu Oh Boy

In außergewöhnlicher schwarz-weiß Optik komponierter Blick ins Berliner Lebensgefühl und Porträt eines jungen Drifters.

Hier ist er, der ultimative Berlin-Film, auch wenn Regisseur Jan Ole Gerster, der auch das Drehbuch schrieb, diesen Begriff gerne vermeiden möchte, weil er ihn für negativ besetzt hält. Er folgt einem Endzwanziger, wie der durchs Leben schlurft. Niko hat das Jurastudium schon vor zwei Jahren geschmissen, kassiert vom Papa aber immer noch die Kohle und fühlt sich rundum wohl beim Nichtstun. Bis eines Tages alles aus dem Ruder gerät. Die Freundin sagt nach der Liebesnacht abrupt Adieu, sein Daddy ist sauer und kappt ihm die Unterstützung, der Verkehrs-Psychologe gibt ihm wegen "emotionaler Unausgeglichenheit" und "Minderwertigkeitskomplexen" den Führerschein nicht zurück, der neue Nachbar drängt ihm fette Fleischklopse auf, ein fieser Kontrolleur erwischt ihn beim Schwarzfahren und in der ganzen Stadt, in der sonst jeder Möchtegern-Literat Caffé Latte schlürft, scheint's keinen "normalen" Kaffee mehr zu geben.

Eine nette Metapher. Abhängen in Szenevierteln und in Cafés sitzen wird hier zur reinsten Schwerarbeit. Wunderbar träge gibt sich Tom Schilling als jemand, der nicht weiß wohin, an dem das Leben vorbeizieht, auch wenn er mit einem Loser-Kumpel durch die Stadt zieht und sich bei einer alternativen Theateraufführung unbeliebt macht, erst ganz am Ende Verantwortung übernimmt - für einen völlig Fremden, den er am Tresen trifft. Ziel- und Orientierungslosigkeit bestimmen den Alltag dieses Antihelden zwischen Sarkasmus, Melancholie und schwarzem Humor, garniert mit lakonischen Dialogen und subversivem Witz

In brillanter schwarz-weiß-Ästhetik überzeugt das Spielfilmdebut mit lässiger Handlung auch optisch. Berlin präsentiert sich ohne die oft prätentiöse Attitude von Coolness, bildet in manchmal fast magischen Impressionen die Folie für einen an der Spree anscheinend häufig anzutreffenden Typus. Dass Gerster über lange Zeit alltägliche Geschichten und Situationen aufschrieb, verleiht der Story einen authentischen Touch. "Oh Boy" ist auch ein Abgesang auf die typische Berliner Subkultur, die es wohl bald nicht mehr gibt. Überraschenderweise erinnert die leicht tragische Komödie streckenweise an May Spils' Kassenknüller "Zur Sache Schätzchen" von 1968 mit Werner Enke als nonchalantem Nichtstuer, der nicht erwachsen werden will. Fast 45 Jahre liegen zwischen den beiden Filmen, aber die beiden Protagonisten teilen zumindest eine Leidenschaft, die Verweigerung der gewohnten Ordnung. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 01.11.2012

Deutschland 2012

Länge: 1 h 25 min

Genre: Drama

Originaltitel: Oh Boy

Regie: Jan-Ole Gerster

Drehbuch: Jan-Ole Gerster

Musik: Cherilyn MacNeil

Produktion: Marcos Kantis, Martin Lehwald, Michal Pokorny, Alexander Wadouh

Kostüme: Juliane Maier, Ildiko Okolicsanyi

Kamera: Philipp Kirsamer

Schnitt: Anja Siemens

Ausstattung: Juliane Friedrich

Website: http://www.ohboy.x-verleih.de