Erster Kinofilm von "Die Sopranos"-Macher David Chase, der von einer aufstrebenden Rockband im New Jersey der Sechzigerjahre erzählt.

Kinostart: 26.09.2013

Die Handlung von Not Fade Away

Die Tristesse des Alltags in einer Vorstadt von New Jersey durchbricht der Teenager Doug Mitte der Sechzigerjahre mit seiner aufkeimenden Liebe für Rock'n'Roll. Dem Unverständnis des strengen Vaters begegnet er mit der Gründung einer eigenen Band, die sich mit Coverversionen der Stones und Kinks einen Namen macht. Es kommt zu Rivalitäten innerhalb der Band, wichtige Entscheidungen für den künftigen Lebensweg lassen sich ebenso wie gesellschaftliche Veränderungen anhand musikalischer Präferenzen ablesen.

Die Tristesse des Alltags in einer Vorstadt von New Jersey durchbricht der Teenager Doug Mitte der Sechzigerjahre mit seiner aufkeimenden Liebe für Rock'n'Roll. Dem Unverständnis des strengen Vaters begegnet er mit der Gründung einer eigenen Band, die sich mit Coverversionen der Stones und Kinks einen Namen macht. Es kommt zu Rivalitäten innerhalb der Band, wichtige Entscheidungen für den künftigen Lebensweg lassen sich ebenso wie gesellschaftliche Veränderungen anhand musikalischer Präferenzen ablesen.

Ein Teenager gründet in den Sechzigerjahren in New Jersey eine Rockband. Erster Kinofilm von "Die Sopranos"-Macher David Chase, unterstützt von seinem damaligen Star James Gandolfini.

Kritik zu Not Fade Away

Melancholisch-humorvolles Musikdrama, mit dem "Sopranos"-Schöpfer David Chase das Lebensgefühl seiner Rock-Jugend einfängt.

Sein spätes Kinodebüt hat der 67-jährige David Chase, der mit der HBO-Mafia-Serie "Die Sopranos" Popkulturgeschichte schrieb, zum autobiografischen Rückblick auf seine Jugend am Rande New Jerseys in die Rock'n'Roll-Sixties verwandelt. Chase, der Motive aus seiner Zeit als Garagenbandmitglied einwebt, gelingt ein Coming of Age, das sowohl das Lebensgefühl jener Jahre, die Hoffnung des Rock in einem intoleranten Konservatismus und den Blues der Jugend umfasst - aber nicht ohne Optimismus. Mit von der Partie: Der großartige James Gandolfini in einer seiner letzten Rollen.

Nach eigenem Script erzählt Chase vom schüchternen Möchtegernrebell Doug (wie ein junger Bob Dylan: John Magaro), der als Drummer mit Samtstimme davon träumt mit seiner namenlosen Coverband einmal berühmt zu werden. Doch während er bei seinem aggressiv republikanischen Vater (Gandolfini) mit langen Haaren aneckt und in Grace (wie Magaro umwerfend: Bella Heathcote) endlich eine Freundin findet, will sich der Erfolg nie einstellen. Ein Traum scheitert, nicht mit einem Knall, sondern leise, denn das Leben hier ist ein langer, ruhiger Fluss.

Es ist ein irrlichternder Weg, den die Bandmitglieder beschreiten: Sie bereiten sich auf einen Ruhm vor, der nie kommt. Am Ende, als Doug andere Wege geht, erblickt er kurz sein Vorbild Charlie Watts. Diese Molltöne eines mehr dramatischen denn komischen "Almost Famous" sind Teil einer unaufgeregten Schilderung, die wie beiläufig von Rassenunruhen, Vietnam und eskalierenden Konflikten erzählt und damit unmerklich immer komplexere Charaktere und ein differenziertes Zeitportrait entwirft.

Die von Auslassungen und Understatement geprägte Dramaturgie widmet sich der nie ganz vollzogenen Rebellion gegen das Elternhaus, bringt im erstaunlich ausgehenden Vater-Sohn-Konflikt und der von Eifersucht überschatteten Liebe drei fabelhaft dargestellte Figuren sehr persönlich nahe. Statt Nostalgie ergibt das einen authentisch anmutenden Rückblick auf jene Tage, in denen das Lebensgefühl einer Sturm-und-Drang-Periode ungemein einfühlsam besungen wird. Wofür neben dem unpolierten Look in dunklen Brauntönen der fabelhafte Soundtrack bürgt, der dutzende Songs mit, die jeweilige Stimmung reflektierenden Texten einspielt: Von den Stones, Kinks, Beatles und den eigens dafür produzierten Stücke des Rockmusiker Steve van Zandt. tk.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 26.09.2013

USA 2012

Länge: 1 h 53 min

Genre: Drama

Originaltitel: Not Fade Away

Regie: David Chase

Drehbuch: David Chase

Produktion: Mark Johnson, David Chase

Kostüme: Catherine Thomas

Kamera: Eigil Bryld

Schnitt: Sidney Wolinsky

Ausstattung: Ford Wheeler