Starbesetzte TV-Adaption des Klassikers von Herman Melville.

Kinostart: nicht bekannt

William Hurt

William Hurt
als Kapit

Ethan Hawke

Ethan Hawke
als 1. Offizier Starbuck

Charlie Cox

Charlie Cox
als Ishmael

Raoul Trujillo
als Queequeg

Eddie Marsan
als 2. Offizier Stubb

Gillian Anderson
als Elizabeth

Donald Sutherland
als Vater Mapple

Billy Boyd
als Elijah

Stephen McHattie
als Kapit

Daniyah Ysrayl
als Pip

James Gilbert
als Steelkilt

Matthew Lemche
als Flask

Billy Merasty
als Tashtego

Onyekachi 'Lucky' Ejim
als Dagoo

Gary Levert
als Perth

Richard Donat
als Gasthofbesitzer

Glen Matthews
als Tom

Kritik zu Moby Dick

William Hurt ist der Star dieser für RTL eher ungewöhnlichen, aber sehenswerten Neuverfilmung des Klassikers "Moby Dick".

Interessanterweise wirkt die neue Fernsehverfilmung über weite Strecken wie eine Reminiszenz an John Hustons Klassiker aus dem Jahr 1956. Der Wal stammt zwar aus dem Computer, wurde aber gewissermaßen altmodisch gestaltet und ist dem Titeltier aus den Fünfzigern daher näher als den modernen digital animierten Leinwandmonstern aus Hollywood-Produktionen wie "Avatar". Gedreht wurde zudem tatsächlich auf offener See und nicht etwa im Studio, was enorm zur Authentizität beiträgt. Regisseur Mike Barker hat Erfahrung mit dem Sujet: Gemeinsam mit Kameramann Richard Greatrex hat er zuletzt ebenfalls im Auftrag von Herbert Kloiber "Der Seewolf" verfilmt (Drehbuch hier wie dort: Nigel Williams). Entscheidender aber ist gerade in diesem Fall die Besetzung der Hauptrolle. Im Unterschied nicht nur zu Gregory Peck, sondern auch zu dem Ahab, wie ihn Patrick Stewart vor 13 Jahren in einem TV-Film verkörpert hat, wirkt der Kapitän dank William Hurt diesmal nahbarer. Natürlich grenzt seine Besessenheit, den weißen Wal zur Strecke zu bringen, nach wie vor an Wahnsinn. Aber Autor Williams ergänzt Melvilles Prolog um ein entscheidendes Element. In früheren Adaptionen blieb Captain Ahab stets entrückt; seine Präsenz wurde zunächst allein auf das Pochen der Beinprothese reduziert, wenn er nachts ruhelos übers Deck ging. Williams und Barker aber führen Ahab nicht nur als Ehemann ein (Gillian Anderson spielt seine Frau), sie berauben ihn von Anfang seiner Aura der Unnahbarkeit, als er gleich zu Beginn ausrutscht und stürzt. Melvilles Ausführungen zu Religion und Philosophie sind nur ein Randaspekt, nehmen aber dennoch genug Raum ein, um den ebenso gottlosen wie bibelfesten Ahab zu einer faszinierend widersprüchlichen Figur zu machen.

Natürlich ist "Moby Dick" ein Ausstattungswerk, und dank der wiederholten Konfrontation zwischen Mensch und Kreatur kommt es immer wieder zu packenden Szenen. Doch es gibt ebenso Sequenzen, die die Eintönigkeit an Bord illustrieren. Der ebenfalls von TMG produzierte Zweiteiler "Der Seewolf" ist vor zwei Jahren im ZDF gelaufen. Dort wäre auch "Moby Dick" womöglich besser aufgehoben. Im RTL-Programm wirkt der 120 Minuten lange Film mit seiner gesetzten Erzählweise und den betont fahlen Farben eher ungewöhnlich. Es hätte auch eine zweiteilige Version gegeben, aber das war dem Privatsender angesichts der eher mageren "Seewolf"-Quoten (im Schnitt bloß rund 3,5 Millionen Zuschauer) wohl zu riskant. tpg.

Wertung Questions?

FilmRanking: 11811 -1071

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Moby Dick

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland/Großbritannien/USA 2010

Genre: Action

Originaltitel: Moby Dick

Regie: Mike Barker

Drehbuch: Nigel Williams

Musik: Richard G. Mitchell

Produktion: Rikolt Gagern, Herbert G. Kloiber

Kostüme: Martha Curry

Kamera: Richard Greatrex

Schnitt: Dean Soltys

Ausstattung: Rob Gray