Culture-Clash-Komödie über eine junge, deutsch-indische, alleinerziehende Mutter, die in Berlin-Kreuzberg ein Cafe betreibt und von ihrer traditionsbewussten Oma zur Hochzeit überredet wird.

Kinostart: 02.07.2015

Maryam Zaree

Maryam Zaree
als Kissy

Szenenbild aus Marry Me! mit Fahri YardimFahri Yardim

Fahri Yardim
als Karim

Bharati Jaffrey
als Sujata

Mira Kandathil
als Sonal

Steffen Groth
als Robert

Rebecca Rudolph
als Laura

Wolfgang Stumph
als Manfred

Renate Krößner
als Uschi

Idil Baydar
als Fatma

Stephan Grossmann
als Joshi Kumar

Lila Marschall
als Meena

Daniel Steiner
als Sebastian

Knut Berger
als Dominik

Die Handlung von Marry Me!

Die Deutsch-Inderin Kissy ist Single aus Überzeugung und lebt mit ihrer kleinen Tochter Meena in Kreuzberg, wo sie das Haus ihrer Großmutter verwaltet, in dem sie ein alternatives Café betreibt. Als plötzlich die alte Dame aus Indien auftaucht und ihre Enkelin unbedingt mit Meenas arbeitsunwilligen Vater verheiraten will und eine traditionelle indische Feier plant, bricht das absolute Chaos aus. Das steigert sich noch, wenn sich Kissy Hals über Kopf verliebt und ein Immobilienhai das Haus kassiert.

Kritik zu Marry Me!

Turbulente Komödie um eine vom Single-Leben überzeugte Deutsch-Inderin im Multi-Kulti-Kreuzberg, die auf Wunsch der indischen Großmama den Vater ihres Kindes heiraten soll.

So stellt sich Klein-Karlchen Kreuzberg vor: kreatives Chaos und Patchwork-Beziehungen, fröhliches Multi-Kulti und eine Hausgemeinschaft, in dem Leute wie Kissy, eine selbstbewusste Deutsch-Inderin mit Töchterchen und braver Schwester, der lebensuntüchtige und stinkfaule Vater des Kindes und dessen neue Yoga-Freundin friedlich unter einem Dach hausen. Unten betreibt Kissy ein Szene-Café, wo die Gäste auch schon mal anschreiben dürfen und die permanent unpünktliche Küchenhilfe ein strenges Regiment führt. Wie aus heiterem Himmel taucht die Oma aus Indien auf und will ordentliche Verhältnisse - sprich traditionelle indische Hochzeit mit dem Ex samt angereister Verwandtenmischpoke aus London, Mumbai und Stuttgart -, ansonsten will sie das Haus verkaufen. Der Stress steigert sich noch, als ein sexy Koch (Fahri Yardim aus "Almanya - Willkommen in Deutschland") die Gefühle der Single-Lady zum Kochen bringt.

Als Tochter einer indischen Mutter und eines deutschen Vaters und Enkelin einer indischen Oma, weiß Regisseurin Neelesha Barthel, wie es ist, zwischen zwei Kulturen hin- und her gerissen zu sein. In ihrem Regiedebüt "Marry me" erzählt sie also auch ein Stück eigener Familiengeschichte, vielleicht deshalb wirkt die Komödie trotz seltsamen Wendungen und ziemlicher Naivität glaubwürdig. Wenn sich das längst getrennte Paar zur Scheinehe durchringt und die Neue vor Eifersucht platzt, das Lokalkolorit einer putzigen Puppenstube gleicht, lsind nett verpackte Klischees offenbar. Vor allem die Nachbarn, die die Eltern des Bräutigams mimen sollen (Wolfgang Stumph, Renate Krößner), hauen auf die Komik-Pauke, dass es kracht. Aber nie wird der Rubikon zum Klamauk überschritten, dafür steht Maryam Zaree, die schon in Burhan Qurbanis "Shahada" brillierte, und hier alle widersprüchlichen Facetten einer modernen jungen Frau zeigt - taff und selbstbewusst, nachgiebig und sanft mitten im Konfliktpotenzial einer indischen Familie. Die Mischung macht's. Natürlich darf der Hinweis auf die böse Gentrifizierung nicht fehlen, aber wenn in dem bunten und phantasievollen Märchen getanzt, gelacht und geweint wird, ist man voll bei der Sache. Dass Tüpfelchen auf dem I sind wunderbare Bollywood-Elemente. Let's dance! mk.

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Info

Kinostart: 02.07.2015

Deutschland 2014

Länge: 1 h 34 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Marry Me!

Regie: Neelesha Barthel

Drehbuch: Nina Pourlak, Daniela Baumgärtl, Sintje Rosema, Neelesha Barthel

Musik: Vincent Schlippenbach

Produktion: Stefan Schubert, Yildiz Özcan

Kostüme: Katrin Aschendorf

Kamera: Florian Foest

Schnitt: Thomas Krause

Website: http://www.marryme-derfilm.de