Düsteres Märchen über einen jungen Mann, der den Fluch, der über seiner vom Verfall gezeichneten Heimatstadt liegen soll, brechen will, mit dem Ryan Gosling sein Regiedebüt gibt.

Kinostart: 28.05.2015

Matt Smith
als Bully

Eva Mendes
als Cat

Reda Kateb
als Taxifahrer

Barbara Steele
als Belladonna

Ben Mendelsohn
als Dave

Handlung

Lost River, eine einst blühende Stadt, ist von Verfall gezeichnet und von den meisten Bewohnern verlassen. Billy aber will ihr Haus nicht aufgeben, obwohl sie es an die Bank zu verlieren droht. Um Geld zu verdienen, nimmt die allein erziehende Mutter einen Job in einem Nachtclub an, in dem Schauriges für eine unheimliche Klientel geboten wird. Als ihr älterer Sohn davon erfährt, ist er entschlossen, das Grauen aus Lost River zu vertreiben und den Fluch, der nach dem Bau eines Staudamms über das Stadt zu liegen scheint, zu brechen.

Kritik

Nach 20 Jahren vor der Kamera übernimmt Ryan Gosling erstmals Verantwortung dahinter und inszeniert ein mysteriöses Schauermärchen.

Wenn düster-tranceartige Bilder über die Leinwand ziehen, exzentrische Freaks an den unpassendsten Orten ihre Tanzimpulse ausleben und Songs im Stil einer vergangenen Ära wehmütig in die Gehörgänge kriechen, dann zieht David Lynch geisterhaft durch das Regiedebüt von Ryan Gosling. Entsprechend dem Vorbild präsentiert sich "Lost River" als großes Fragezeichen und Auslöser multipler Deutungsimpulse.

Die Fusion von hypnotisch, verrückt und verstörend, zuletzt in "Crazy Clown Time", Lynchs Musikclip zum gleichnamigen Song aus seinem ersten Soloalbum, nachgewiesen, scheint auch "Lost River" anzupeilen. Während bei Lynch ein Neo-Irokese sein Haar unter Feuer setzt, ein Footballer marionettenhaft im Hintergrund hüpft und passioniert geschrien und getanzt wird, brüllt bei Gosling der lokale Stadtpsychopath parolenhaft in den Nachthimmel, wird der Kopf eines versunkenen Plastikdinos bei einem nächtlichen Tauchgang geborgen und eine weibliche Nachtclubattraktion vor begeistertem Publikum blutig durchbohrt. All das passiert in "Lost River", in einer vom Verfall gezeichneten, von den meisten Einwohnern längst verlassenen Stadt, in der Billy (Christina Hendricks) mit ihren Söhnen Franky und Bones auszuharren versucht, während um sie herum die Abrissbagger ihr Werk verrichten. Weil die besorgte Mutter mit ihren Zahlungen im Rückstand ist, droht sie ihr Haus zu verlieren. So akzeptiert sie den Vorschlag des neuen Bankmanagers (Ben Mendelsohn), in einem bizarren Nachtclub zu arbeiten, wo die lokalen Gestörten ihre tabuisierten Triebe und Sehnsüchte ausleben dürfen. In diesem Varieté fließt Blut, wenn auch nur künstliches, zeigt der Fluch, der laut Bones' Freundin (Saoirse Ronan) nach dem Bau eines Staudamms über der Stadt liegen soll, seine hässlichste Fratze.

"Lost River", zu großen Teilen in verlassenen Wohn- und Industriearealen Detroits gedreht, hat seine Stärken im Visuellen, spielt mit Unschärfen, Farben, Licht und surrealen Motiven, punktet mit düsteren Bildern auch im Aufbau von Bedrohung. Wer sich hier verlieren kann, ohne nach Orientierung zu fragen, ist gut aufgehoben. Wer aber nach einer schlüssigen Geschichte und dramaturgisch-emotional ausgeloteten Figuren sucht, wird sich in "Lost River" verlassen fühlen. kob.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 28.05.2015

USA 2014

Länge: 1 h 35 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Lost River

Regie: Ryan Gosling

Drehbuch: Ryan Gosling

Musik: Johnny Jewel

Produktion: Ryan Gosling, Adam Siegel, Michel Litwak, Marc E. Platt, Jeffrey Stott

Kostüme: Erin Benach

Kamera: Benoît Debie

Schnitt: Valdis Oskarsdóttir

Ausstattung: Beth Mickle

Website: https://de-de.facebook.com/lostriverfilm