Virtuose Hetzjagd einer jungen Berlinerin, die ihrem Freund das Leben retten will.

Kinostart: nicht bekannt

Franka Potente

Franka Potente
als Lola

Szenenbild aus Lola rennt mit Moritz BleibtreuMoritz Bleibtreu

Moritz Bleibtreu
als Manni

Herbert Knaup

Herbert Knaup
als Lolas Vater

Nina Petri
als Jutta Hansen

Armin Rohde
als Herr Schuster

Joachim Król
als Norbert von Au

Ludger Pistor
als Herr Meier

Suzanne von Borsody
als Frau J

Sebastian Schipper
als Mike

Julia Lindig
als Doris

Lars Rudolph
als Kassierer Kruse

Andreas Petri
als Sanit

Klaus Müller
als Croupier

Utz Krause
als Casino-Manager

Beate Finckh
als Casino-Kassiererin

Volkhart Buff
als Krankenwagenfahrer

Heino Ferch
als Ronnie

Ute Lubosch
als Mutter

Dora Raddy
als Die Alte

Monica Bleibtreu
als Die Blinde

Peter Pauli
als Wachmann Supermarkt

Marc Bischoff
als Polizist

Handlung

20 Minuten hat die junge Lola Zeit, um 100.000 Mark aufzutreiben und damit Freund Manni das Leben zu retten, der diese Summe in der U-Bahn liegenließ und nun drakonische Vergeltungsmaßnahmen seines Gangster-Auftraggebers erwartet. Zweimal wird Lolas leidenschaftliche Jagd durch Berlin mit dem Tod bestraft, aber das Schicksal gewährt ihr eine dritte Chance.

Lola und Manni leben in Berlin, sind beide Anfang zwanzig und schwer ineinander verliebt. Manni, der keine Arbeit hat, jobbt als Geldkurier für einen Autoschieber. Da kommt es eines Tages zur Katastrophe: Auf der Flucht vor Fahrscheinkontrolleuren hat der junge Mann die Plastiktüte mit dem Geld in der U-Bahn liegenlassen. In 20 Minuten will sein Boß die 100.000 Mark wiederhaben. Manni ist verzweifelt und ruft Lola an. Sofort macht sie sich daran, das fehlende Geld zu besorgen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Virtuose Hetzjagd einer jungen Berlinerin, die ihrem Freund das Leben retten will.

Kritik

"Einen kleinen Film" nennen Autor-Regisseur Tom Tykwer und Produzent Stefan Arndt ihre neueste, komplett in Berlin entstandene Produktion. Ein allenfalls über das Budget von drei Mio. Mark begründetes Etikett, das aber weder vom Unterhaltungswert noch den erstaunlichen formalen Qualitäten gerechtfertigt ist. Denn Tykwers dynamischer und hitziger Gegenentwurf zum brillanten, in der Bewegung eisig-erstarrten "Winterschläfer" ist der lebendigste und im besten Sinne jugendlichste Film, den das deutsche Kino seit langer Zeit herausgebracht hat.

Der ambitionierte formale Anspruch, der die Möglichkeiten der filmischen Bildsprache in einer "Rennzeit" von 81 Minuten rekapitulieren will, zeigt sich wie in "Winterschläfer" schon in einer beeindruckenden Creditsequenz, die die zentralen Elemente des Films, Mensch und Zeit, originell visualisiert. Mit Speed-Zooms, Speed-Wischblenden, atemlosen Kamerafahrten (Tykwer-Veteran Frank Griebe in gewohnter Klasse) und einem rasanten, doch den Überblick nicht aus den Augen verlierenden Schnitt (Debüt von Cutterin Mathilde Bonnefoy), legt "Lola rennt" ein Tempo vor, das sich an dem bewußt minimalistischen Plot orientiert. Franka Potente, die Entdeckung aus "Nach fünf im Urwald" im Look einer Neo-Punkerin auf den Spuren von Toyah, ist die quirlige und leidenschaftliche Lola, der 20 Minuten bleiben, um 100.000 Mark aufzutreiben. Damit Freund Manni (Moritz Bleibtreu, "Knockin' on Heaven's Door") nicht von einem Gangster (Heino Ferch als gemeine Glatze) gelyncht wird, weil er die Kohle in der U-Bahn zur Freude eines Penners liegenließ. Wer kann mir helfen? denkt Lola in Hyperspeed nach, während die Kamera sie umkreist und hektisch aneinandergereihte Gedanken ihr durch den Kopf schießen. Und dann läßt Tykwer Lola los, hetzt sie durch das sommerliche Berlin, schier losgelöst von der Welt, eine Handvoll Figuren passierend, deren unmittelbare Zukunft in furiosen, auf Sekunden komprimierten Lebensabriß-Sequenzen sichtbar wird. Dreimal wird Lola auf den jeweils 20minütigen Adrenalin-Trip zu ihrem vermögenden Vater geschickt, wobei ihre Stationen konstant bleiben, aber die Situationen und die sie illustrierenden visuellen Perspektiven variiert werden. Zweimal steht am Ende der Tod, aber dieser Film feiert das Leben und beginnt in einer Mischung aus "Und täglich grüßt das Murmeltier" und Alain Resnais "Smoking/No Smoking" den Kreislauf (ein "Winterschläfer"-Motiv) neu. Die Dialoge hält Tykwer unprätentiös einfach, die Figuren bleiben Skizzen, was zum einen der Ansatz des Films erfordert, aber auch die Alltags-Hektik spiegelt, die den Menschen hinter der Maske (in einer berührenden Szene am deutlichsten festgemacht an Armin Rohdes Bankportier) oft nicht erkennbar werden läßt. Am Ziel angekommen, zeigt sich mit "Lola rennt" einer der kurzweiligsten Filme des Jahres, dem - richtig an das junge Zielpublikum vermittelt - alle kommerziellen Möglichkeiten offenstehen. kob.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 1998

Länge: 1 h 21 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Lola rennt

Regie: Tom Tykwer

Drehbuch: Tom Tykwer

Musik: Tom Tykwer, Reinhold Heil, Johnny Klimek

Produktion: Stefan Arndt

Kostüme: Monika Jacobs

Kamera: Frank Griebe

Schnitt: Mathilde Bonnefoy

Ausstattung: Alexander Manasse

Zitat

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