TV-Drama um eine Dreiecksgeschichte in einem britischen Internierungslager im Jahr 1945.

Kinostart: nicht bekannt

Stephan Kampwirth
als Friedrich

Ian T. Dickinson
als Major Healy

Peter Becker
als Mark

Ulrike Grote
als Monika

Peter Lerchbaumer
als Kasten

Niklas Osterloh
als Otto

Hubertus Hartmann
als Dr. Erich M

Thomas Arnold
als Heinrich

Stefan Mohrbutter
als James

Udo Schenk
als General

Hildegard Schroedter
als Krankenschwester Hildegard

Handlung

Sommer 1945. Gesa arbeitet auf der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand für die britischen Besatzer. Ihr Verlobter, Friedrich, ist auf dem Festland interniert, schwimmt immer wieder heimlich zur Insel. Als er den Soldaten Otto mitnimmt, kommt es zum Eklat: Erst will der junge Mann eine Freundin von Gesa vergewaltigen, dann erschießt er einen britischen Offizier. Weil Otto auf der Flucht ertrinkt, steht Friedrich unter Mordverdacht und landet vor einem Militärtribunal der geschlagenen Wehrmacht.

Kritik

Die Parallelen zu einem realen Ereignis sind vermutlich pure Absicht, und plötzlich wird "Liebe Deinen Feind" zu einem völlig anderen Film: Als es beim abschließenden Prozess um die Ehre der Wehrmacht geht und ein früherer Marinerichter, der als Ankläger fungiert, unversehens selbst zum Angeklagten wird, wirkt das Drama wie ein verspäteter Nachruf auf Hans Filbinger.

Der einstige baden-württembergische Ministerpräsident war als Marinerichter im "Dritten Reich" an mindestens vier Todesurteilen beteiligt; der Dramatiker Rolf Hochhuth durfte ihn laut Gerichtsbeschluss offiziell als "furchtbaren Juristen" bezeichnen. Die Ähnlichkeit zwischen dem Schauspieler Hubertus Hartmann und Filbinger dürfte gleichfalls kaum ein Zufall sein.

Das fesselnde Finale ist der Höhepunkt eines Films, der zunächst eine völlig andere Geschichte erzählt. "Liebe Deinen Feind" ist ein fast schon ironischer Titel, denn die Handlung spielt gewissermaßen im Jahre Null, im ersten Sommer nach dem Zweiten Weltkrieg. Zentrale Figur ist Sanitätshelferin Gesa (Katharina Wackernagel), eine ehemalige Medizinstudentin, die auf der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand als Schneiderin für die britischen Besatzer arbeitet. Gesa ist zwar verlobt, aber auch höchst angetan von Captain Simon (Benjamin Sadler), einem rechtzeitig aus Deutschland geflohenen Juden. Obwohl es streng verboten ist, trifft sich Gesa regelmäßig mit ihrem Verlobten, Friedrich (Stephan Kampwirth): Der Leutnant ist auf dem Festland interniert und schwimmt immer wieder zur Insel. Als er gegen seinen Willen den Soldaten Otto (Niklas Osterloh) mitnehmen muss, kommt es zum Eklat: Friedrich kann gerade noch verhindern, dass der junge Mann eine Freundin von Gesa vergewaltigt. Als die Gruppe von einem britischen Offizier überrascht wird, stürzt sich Otto auf ihn, ein Schuss löst sich, der Brite stirbt. Weil Otto auf der Flucht ertrinkt, steht Friedrich nun unter Mordverdacht und landet vor einem Militärtribunal der geschlagenen Wehrmacht.

Niki Stein (Buch und Regie) kombiniert mit der vielschichtigen Handlung gleich mehrere Genres. Anfangs bezieht die Geschichte ihren Reiz aus dem Zeitkolorit; die unmittelbare Nachkriegszeit ist ja eher selten Gegenstand filmischer Erzählungen. Aus dem Melodram nach dem Muster "Eine Frau zwischen zwei Männern" wird schließlich ein Justizdrama. Trotzdem ist "Liebe Deinen Nächsten" vor allem wegen der Darsteller sehenswert. Der in Kanada geborene Benjamin Sadler ist schon allein wegen seiner Zweisprachigkeit die perfekte Besetzung für den attraktiven britischen Captain, dessen Weltgewandtheit großen Eindruck auf Gesa macht; Stephan Kampwirth ist ihm ein ebenbürtiger Gegenspieler. Aber auch die weiteren Rollen (unter anderem Udo Schenk und Peter Lerchbaumer als deutsche Offiziere und Stefanie Stappenbeck als Freundin Gesas) sind sehr prägnant besetzt. tpg.

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Info

Plakat des Films: Liebe deinen Feind

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2010

Genre: Drama

Originaltitel: Liebe deinen Feind

Regie: Niki Stein

Drehbuch: Niki Stein

Musik: Jacki Engelken, Ulrik Spies

Produktion: Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge

Kostüme: Anette Schröder

Kamera: Arthur W. Ahrweiler

Schnitt: Barbara Hennings

Ausstattung: Thomas Freudenthal